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Dark Souls 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 18. März 2014 | 15:53 Uhr von Erzgebirgskind

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Wird im Vorfeld einer Spielveröffentlichung jeder Trailer von der Presse und der Fangemeinde gemeinsam frenetisch gefeiert, analysiert und auf möglichst neue, versteckte und noch nicht bekannte Informationen seziert, so nennt man das Ganze wohl einen Hype. Erreicht eine Spieleserie diesen Punkt, so besteht die Gefahr dass diese Stimmung nach Release ins Negative kippen kann, sofern bestehende Fans nicht das erhalten was sie erwarten und Neuinteressierte aufgrund des Hypes das fertige Produkt völlig falsch eingeschätzt haben. Ob Dark Souls 2 den Spagat zwischen Hype und Realität meistert, erfahrt ihr in unserem Test.

Heute ist ein guter Tag zum Sterben

Die Geschichten der Souls-Reihe sind eigentlich immer recht schnell erzählt: Man ist tot. Und nicht nur das, sondern sogar noch ziemlich untot dazu. Da dieser miese Zustand für die meisten Individuen in diesem Universum nur sehr schwer zu ertragen ist, muss durch eine entsprechende Erforschung der ausstehenden Welt und dem Bekämpfen  diverser böser Untoter und Bossen Abhilfe geschaffen werden. Ob diese Welten nun Lordran wie im Vorgänger oder Drangleic in der aktuellen Version heißen ist schon fast völlig irrelevant. Denn das Spiel verrät nichts freiwillig über seine Geschichte, Möglichkeiten und Aussichten. Jede Informationen muss hart erforscht, erkämpft und ja auch erstorben werden. Und um das Sterben in Dark Souls geht es hauptsächlich bzw. ranken sich hier die größten Mythen. Von der einen Fraktion als hammerhart und nicht spielbar verrissen und der anderen Fraktion schon fast abgöttisch als die Spielserie der Serien verehrt und auf das höchste zu findende aller Gamerpodeste gehoben, spaltet Dark Souls die Spielergemeinschaft.

Und ja, Souls polarisiert: Das Spiel fordert den Spieler und seine volle Aufmerksamkeit ein. Und das nicht nur während des Spiels (lässt die Konzentration nach ist man schneller tot als man Drangleic aussprechen kann) sondern auch danach und davor und überhaupt. Hat einen der Souls-Virus gepackt, will man wirklich alles über das Spiel herausfinden. Dann ist man beschäftigt sich die entsprechenden Informationen zu organisieren über die Community, Wikis oder Videos. Die Faszination die sich im tage- und nächtelangen Stöbern in den Weiten des Internets einstellt, bleibt dann auf lange Zeit ungebrochen. Dark Souls eben. (Und ja die für diesen Text Verantwortliche kann ein Lied davon singen)

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Das alles ist vom Entwickler so beabsichtigt, denn dieses Gefühl der Einsamkeit und des hoffnungslosen Verlorenseins trägt einen Hauptpart zur Spielatmosphäre bei. Jeder der sich schon komplett allein erfolgreich durch ein unbekanntes Areal in Souls gekämpft hat, kann davon ein Lied singen. Dark Souls 2 setzt dem Ganzen nochmal eine Schippe drauf: Stirbt man, so verliert man immer ein Stück seines Gesamtlebensbalkens und zwar solange bis nur noch die Hälfte vorhanden ist. Zwar kann man diesen Effekt durch Menschlichwerdung wieder aufheben aber besser kann man dramaturgisch schon fast nicht mehr das langsame Dahinsiechen, den schrittweisen Verlust seines Lebens und seiner Energie darstellen.

Im fast schon krassen Gegensatz steht dazu das Gefühl das nächste Leuchtfeuer gefunden, ein Gebiet komplett erforscht oder einen Boss endlich besiegt zu haben. Hat man dabei im Koop-Modus noch Mitspieler so weiß man deren Unterstützung nach den Mühen die man allein durchgestanden hat erst wirklich zu schätzen. Die obligatorische gemeinsame Kriegs-Geste ist ein Muss nach einem erfolgreich bestandenen Boss-Kampf.

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Welcome Home, Sanitarium …

Dark Souls 2 bietet ein neues Universum mit einigen alten Bekannten und einer weitgehend vertrauten Spielmechanik. Zwar wurden in der Steuerung Änderungen vorgenommen (Treten ist nicht mehr möglich und auch der Sprung wurde angepasst), man hat aber als Souls-Spieler sofort wieder das Gefühl wieder „drin“ sein. Weitere Veränderungen, wie z.B. von Anfang an verfügbare Schnellreisefunktion oder eine Limitierung der Spawnanzahl der Gegner in einem Gebiet, führen eher dazu dass das Spiel sich einfacher  spielt als die Vorgänger. Wem als Hardcore-Gamer das zu lasch ist, der hat ausgleichenderweise gleich am Anfang die Möglichkeit in einen Covenant einzutreten der das Spiel in eine Art Hardmode setzt. Eine aus unserer Sicht gute Lösung um alteingesessene Fans nicht zu verprellen aber gleichzeitig neuen Interessenten nicht gleich den Spielspaß mit einer zu hohen Schwierigkeitshürde zu nehmen. Ansonsten bietet Dark Souls 2 wieder gewohnte qualitativ hochwertige Kost in Form von nervigen Gegnern, gut versteckten Geheimnissen und NPC-Quests die erforscht werden wollen.

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Die Kampfsteuerung ist vertraut und lässt mit den zahlreichen Movesets keine Wünsche offen. Leider versagt das Lock-On System in Kämpfen im Moment komplett. Gegner lassen sich erst auf sehr kurze Distanz locken und nutzt man den Lock-On im Kampf gegen mehrere gleichzeitig auftauchende Gegner, so ist man schon fast hoffnungslos geliefert und der Tod vorprogrammiert, da der Lock-On einfach wahllos zwischen den sich bewegenden Feinden wechselt. Wohl dem Spieler der in der Lage ist ohne Lock-On und mit Übersicht mehrere Gegner gleichzeitig zu bekämpfen.

Grafisch ist und bleibt Souls teilweise eine Herausforderung für das Auge. Dark Souls 2 ist mit Sicherheit kein Spiel, was man sich aufgrund der herausragenden Grafik zulegt. Aber ob so beabsichtigt oder nicht, streckenweise heftige Ruckler oder verwaschene Konturen müssen nicht zum Standard-Grafikprogramm gehören. Der Hintergrundsound hält dagegen wieder einmal was er verspricht: Wer mal wieder mit seinem Nerven am Ende ist weil es gerade nicht läuft, dem empfehle ich einen Ausflug an die Klippenküste von Majula. Einfach mal den Sonnenuntergang genießen und zur Musik abchillen. Dann klappts auch mit dem nächsten Boss.

Unser Fazit

91 %

Sind wir auch untot, so lebt doch Dark Souls. Geboten wird alles was das Herz des geschätzten Fans begehrt. Dark Souls 2 erlaubt alles und verbietet nichts, solang man sich an die Grundregel des Spiels hält: Respekt. Verlierst Du den Respekt wirst Du sterben. Hast Du keine Zeit wirst Du sterben. Verlierst Du die Nerven wirst Du sterben. Die Möglichkeiten der Souls-Serie sind, waren und bleiben fast schon unendlich und wir dürfen uns auch hier wieder auf wahnsinnige Speedruns, Naked Runs oder Low Level Runs freuen. Für Fans der Serie stellt Dark Souls 2 einen Pflichtkauf dar, aber auch der interessierte Neueinsteiger wird einen Kauf sicherlich nicht bereuen.

Pro

  • + Open World
  • + Hoher spielerischer Anspruch
  • + Hoher Wiederspielwert
  • + Koop-Spiel

Kontra

  • - Grafik
  • - Fehlerhaftes Locksystem in Kämpfen

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
100 %
Multiplayer
 
95 %
Spielspaß
 
100 %

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Jung gebliebenes Spielekind, zockt meist alles was bis Drei! nicht aus der Konsole springt. Im wahren Leben als Jacqueline Track unterwegs ....

Kommentare

  • Mediennerd sagt:

    Was allerdings schon etwas negativ auffällt, ist, dass einige Level vom Design, sogar Gegner komplett aus dem ersten Teil übernommen wurden. Man fühlt sich also hier- und da an den ersten Teil erinnert und fragt sich dann ob das unbedingt sein musste? Ich persönlich finde es nicht so schlimm, es war auch nicht oft, dass mir das aufgefallen ist, aber Raum für Kritik muss eben auch sein. Das ist aber Kritik auf sehr hohem Niveau. Ansonsten hat mir das Spiel sehr gut gefallen. Grafisch hat Dark Souls 2 auch seine guten Momente, was besonders in der Weitsicht auffällt, wenn dann noch der melodisch schöne Soundtrack einsetzt, kommt man fast ins Träumen. Ein wirklich gutes, aber auch sauschweres Rollenspiel, das sogar mich als Casual Gamer letztendlich überzeugen konnte.

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