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Dark Souls – Der Härtetest

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Veröffentlicht 21. Oktober 2011 | 16:55 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 2. Januar 2012

Dark Souls gamescom 2011 Screenshot

In der aktuellen Medienlandschaft geniessen Videospiele eine viel höhere Akzeptanz als noch vor einigen Jahren. Früher galt die Einstellung dass nur die von Aussenstehenden gerne als Geeks oder Nerds bezeichneten Personen als Zocker galten. Doch im Laufe der Zeit hat sich dieser Eindruck gewandelt. Dank Smartphones, Tablet-PCs und Bewegungssteuerung spielen heute viele Leute die früher nur die Augen verdreht haben selbst. Die Tatsache das Videospiele nicht mehr nur für einen harten Kern der Spielerschaft entwickelt werden hatte gewaltigen Einfluss auf die Spiele selbst. In der heutigen Videospielwelt wird man als Spieler in der Regel so fest an die Hand genommen das man selbst kaum mehr etwas überlegen muss. Checkpoints nach jedem kleinen Gefecht, farbige Wegmarkierungen die einen zu jedem Sammelobjekt oder Missionspunkt leiten oder richtige Ingame-Guides sorgen dafür das Jedermann mit dem Spiel umgehen kann, ob er nun seit mehreren Dekaden spielt oder zum ersten Mal einen Controller in die Hand nimmt.

Demon’s Soul, ein PlayStation 3 exklusives Spiel, welches bei uns letztes Jahr und in Japan schon im vorletzten Jahr veröffentlicht wurde kippte all die Konventionen über Bord. Als Spieler wurde man in eine harte und unbarmherzige Welt geworfen.Dark Souls gamescom 2011 Screenshot Es gab keine Erklärungen wo man denn jetzt als nächstes hin muss und jeder Gegner, selbst ein vergammeltes Skelett mit einem stumpfen Käsemesser konnte einen erledigen wenn man nur für einen Moment unkonzentriert war. Überall im Netz gab es Zeilen zu lesen wie „DAS SCHWERSTE SPIEL ALLER ZEITEN!“, obwohl auch diese Aussage absoluter Mumpitz ist. Denn Demon’s Soul mag vielleicht nicht einfach gewesen sein, doch wer sich auf das Spiel einliess konnte eines der erfrischendsten Spielerlebnisse der letzten Jahre miterleben. Mit Dark Souls gibt es jetzt den spirituellen Nachfolger zu dieser Knacknuss und schon wieder prangen überall Überschriften die reisserischer nicht sein könnten. Doch was steckt wirklich hinter dieser anscheinend so knallharten Fassade? Wir haben für euch sowohl die PS3 als auch die Xbox 360 Fassung ausgiebig getestet und dem Tod höchstpersönlich ins Angesicht geblickt!

Der Anfang vom Ende

Wer sich für die Geschichte von Dark Souls interessiert muss gut aufpassen, denn nach dem Intro sind Informationen dazu rar gesät. Ursprünglich wurde die Welt von Dark Souls von Drachen dominiert und regiert. Doch im Verlauf der Zeit kamen neue mächtige Wesen auf die die Drachen in ihre Schranken verwiesen. Dieser Kampf führte dazu das die menschliche Rasse von einer teuflischen Krankheit heimgesucht wurde die sie seither plagt und in untote Hüllen verwandelt. Als Spieler übernimmt man die Kontrolle über einen Untoten der versuchen muss die Menschheit zu retten.

Das wäre es eigentlich auch schon in Sachen Hintergrundgeschichte, was jedoch nicht unbedingt weiter schlimm ist. Dark Souls lebt nämlich nicht von der prächtigen Hintergrundgeschichte, denn mit dem Gameplay an sich ist man intensiv genug beschäftigt um sich gar nicht auf die Geschichte konzentrieren zu können.

Der ewige Kampf

Die Hauptaufgabe vor die man in Dark Souls gestellt wird besteht darin, sich durch die offene Spielwelt zu kämpfen und neue Gegenstände zu sammeln. Klingt eigentlich ganz einfach? Ganz im Gegenteil. Zum einen ist die Spielwelt zwar offen, das bedeutet jedoch nicht dass man von Anfang an die ganze Welt erkunden kann oder sollte. Viele Gebiete die man schon von Anfang an begehen kann sind von unglaublich mächtigen Gegnern bevölkert die man mit der Standardausrüstung nicht besiegen kann. Zum anderen liegt das am Kampfsystem dem ein realistisches Grundgerüst zu Grunde liegt. Das fängt damit an das die getragene Ausrüstung massive Auswirkungen auf die eigenen Bewegungsmöglichkeiten hat. Wer sich bei Dark Souls gamescom 2011 Screenshotder Klassenauswahl z.B. für einen Ritter in einer dicken Plattenrüstung inkl. grossem Schild entscheidet wird sich nur langsam fortbewegen und Ausweichrollen sind relativ unnütz da man so langsam ist. Im Gegensatz dazu ist der Dieb nur mit einer leichten Lederrüstung ausgestattet, ist dadurch aber viel schneller unterwegs und kann den feindlichen Angriffen durch die schnellen Bewegungen ausweichen. Ein anderer entscheidender Faktor ist die Ausdauer der eigenen Spielfigur. Jeder Schwung mit einer Nahkampfwaffe, jede Abwehr mit einem Schild und jede Ausweichrolle kostet wertvolle Ausdauer. Wer also einfach nur mit seinem Schwert herumschlägt wird schnell ohne Kraft dastehen und ein grosses Opfer sein. Und in diesem Spiel kann jeder Gegner eine tödliche Gefahr sein. Selbst ein klappriges, modriges Skelett kann einen schnell über den Jordan befördern wenn man mal nicht aufpasst. Und besonders regelmässig anzutreffenden Bossgegner stellen einen vor eine besondere Herausforderung. Wer nicht gut aufpasst, die feindlichen Angriffsmuster analysiert und immer auf der Hut ist wird es nicht am ersten Boss vorbeischaffen.

Der hohe Schwierigkeitsgrad liegt aber nicht nur in den vielen Feindbegegnungen sondern in vielen anderen, ziemlich fiesen Mechaniken. Wer nicht aufpasst läuft regelmässig in eine feindliche Falle hinein. Man wird von einem brennenden Fass überrollt, stolpert in einen tödlichen Abgrund hinein oder wird hinterrücks von einem versteckten Gegner niedergestreckt. Eine Neuerung gegenüber dem Quasi-Vorgänger sind die selten verteilten Leuchtfeuer die als Checkpoint dienen. Dort wird man mit neuen Heiltränken versorgt und bekommt oben drauf gratis die Lebenspunkte aufgefüllt. Rastet man jedoch an einem der Leuchtfeuer erscheinen jedoch sämtliche Gegner die man bereits besiegt hat (ausser den Bossgegnern) erneut. Man kann also nicht einfach ein paar Gegner töten, sich die Energie auffrischen lassen und von dort aus weitermachen. Obwohl das in diesem Sinn betrachtet zwar ziemlich fies ist, bedeutet es aber nicht nur Nachteile für den Spieler. Die Währung in Dark Souls die man sowohl bei Händlern als auch zum aufleveln der eigenen Figur braucht sind Seelen. Seelen erhält man von besiegten Gegnern oder durch bestimmte Dark Souls gamescom 2011 ScreenshotGegenstände die man in der Spielwelt aufsammeln kann. Stirbt man jedoch, verliert man alle seine Seelen und diesen bleiben beim eigenen, leblosen Körper liegen. Schafft man es im nächsten Leben die Leiche zu erreichen, kann man seine Seelen wieder aufnehmen. Stirbt man jedoch erneut (was gar nicht so unwahrscheinlich ist), dann sind auch die ersten Überreste für immer verloren. All diese verschiedenen Mechaniken führen dazu, dass man in Dark Souls bei jedem Schritt auf der Hut sein muss, denn jeder kann der letzte sein. Dark Souls kann furchtbar anstrengend sein durch diesen wirklich heftigen Schwierigkeitsgrad. In der Regel ist dieser einfach nur extrem fordernd und wer konzentriert unterwegs ist, sollte nicht allzu viele Probleme haben. Es gibt jedoch auch immer wieder mal stellen die beim ersten Mal einfach nur unfair sind. Das liegt auch daran das man kaum Informationen vom Spiel selbst erhält. Man wird in diese düstere, feindliche Spielwelt geworfen und bekommt gerade mal die grundlegende Steuerung erklärt. Alles andere muss man selbst herausfinden (oder online nachschauen). Doch so schwer und herausfordernd es auch sein mag, wenn man es schafft wieder einen Boss zu Boden zu schicken oder einen noch besseren Gegenstand findet könnte das Erfolgsgefühl kaum grösser sein. Genial!

Kommunikation wird überbewertet

Wie schon bei Demon‘s Soul wird erneut auf eine ganz spezielle Art von Mehrspielermodus gesetzt. Man kann nicht einfach direkt seinem Kumpel oder einem beliebigen Onlinespiel beitreten, vielmehr muss man mit bestimmten Symbolen interagieren die in der Spielwelt zu finden sind. Braucht man selbst Hilfe bei einem schweren Bosskampf kann man ebenfalls ein solches Symbol hinterlassen, wodurch andere Spieler in die eigene Welt kommen können um euch zu unterstützen. Dabei gibt es jedoch keinerlei Möglichkeit direkt miteinander zu kommunizieren (abgesehen von Emoticons wie „Winken“ oder „Jubeln“). Alles läuft ohne direkte Kommunikation ab, was das ganze sehr interessant machen kann. Somit sind alle Spieler auf die man trifft nichts anderes als vergängliche Schemen. Neben dem kooperativen Spielen, kann man jedoch auch eine Invasion auf die Welt eines anderen Spieler starten um diesen zu erledigen. Der Mehrspielermodus von Dark Souls ist extrem komplex und könnte alleine mit einem ganzen Essai abgehandelt werden. Wir bleiben dabei das diese Form von Multiplayer sehr interessant und einzigartig ist.

Eine finstere, finstere WeltDark Souls gamescom 2011 Screenshot

Dark Souls schafft es ohne umfangreiche Hintergrundgeschichte oder Zwischensequenzen eine starke Atmosphäre zu kreieren. Die Welt in diesem Spiel ist düster und bösartig, genau so wird sie dem abgehärteten Spieler auch präsentiert. Abscheuliche Monster und die permanente Angst hinter der nächsten Ecke zu sterben sorgen für ein ständiges Gefühl der Isolation, selbst bei den abgehärtesten Zockern. Der technische Aspekt an sich ist nicht unbedingt der allerbeste am ganzen Spiel. Einige matschige Texturen, seltene Slow-Downs und noch seltenere Kameraprobleme können das Spielvergnügen leicht trüben. Wer sich jedoch wirklich auf dieses Spiel einlässt, wird sich durch diese Belanglosigkeiten wohl kaum stören lassen. Der Sound ist im Gegensatz dazu einwandfrei. Die Melodien passen perfekt zum Spiel und die englischen Synchronsprecher machen einen grossartigen Job (auch wenn sie nicht allzu oft zum Einsatz kommen).

Unser Fazit

89 %

Pro

  • Fordernder Schwierigkeitsgrad...
  • Geniale Atmosphäre
  • Jeder Kampf bleibt immer spannend
  • Viel zum erkunden
  • Ausgefallenes Levelsystem
  • Innovativer Mehrspielermodus
  • Lange Spielzeit
  • Hoher Wiederspielwert

Kontra

  • ... der selten einmal unfair wird
  • Slow-Downs
  • Leichte Kameraprobleme
  • Nicht für Jedermann geeignet

Unsere Bewertung

Grafik
 
87 %
Sound
 
93 %
Steuerung
 
89 %
Gameplay
 
93 %
Multiplayer
 
93 %
Spielspaß
 
86 %

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