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Darksiders 2 Deathinitive Edition – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 1. Februar 2016 | 15:29 Uhr von Alexander Winkel

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Wer dieses Lied vom Tod spielt, taucht ein in eine grandios gezeichnete Comicwelt. Das Abenteuer des Apokalyptischen Reiter bietet ein Mix aus The Legend of Zelda und Soul Reaver und staubte bereits zur Erstveröffentlichung durchaus gute Wertungen ab. Nun schickt sich Tod an, erneut die Herzen der Spieler zu erobern – ein Feldzug, den man ihm durchaus gönnen würde. 

Wir haben uns reichlich Zeit für Darksiders 2 Deathinitive Edition genommen. Denn die ersten Schritte nach Veröffentlichung Ende Oktober des letzten Jahres führten noch über Stolpersteine. Einige Patches später dann wird auch die Xbox One Fassung durchaus spielbar. Dieser gewagte Tanz mit dem Tod ist ja auch so eine Sache. Für THQ war es die letzte Hoffnung, aber die Fangemeinde um die Apokalyptischen Reiter war wohl nicht groß genug, um den angeschlagenen Publisher doch noch zu retten. Die Lizenz, erst im zweiten Rundumschlag des Ausverkaufs von THQ Marken vergeben, liegt mittlerweile bei Nordic Games. Der Publisher folgt dem allseits beliebten Trend der letzten Jahre und liefert eine aufpolierte Version des ursprünglichen Darksiders 2. Hintergrund wird durchaus die Planung für die Zukunft der Serie sein, denn das Darksiders-Universum bietet noch genug Material, um weitere Veröffentlichungen angehen zu können. Somit kann man mit der Veröffentlichung der Deathinitive Edition nochmals auf die Serie aufmerksam machen.

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Sinnigerweise taufte Nordic Games, sicherlich mit einem Schmunzeln im Gesicht, die Neuauflage Deathinitive Edition. Der Name ist Programm: Neben dem Reiter Tod, der mit grimmiger Sturheit und flotten Sprüchen die Welt bereist, sorgt auch ein knackiger Schwierigkeitsgrad für eine ordentlich Herausforderung. Alle Veteranen bekommen einen weiteren Schwierigkeitsgrad samt Erfolg für den eigenen Stolz geboten. Die Kunst des Überlebens steckt grundsätzlich im Kampfsystem, welches mit mächtigen Waffen und stolzen Combo-Angriffen wie auch einem ordentlichen Pariersystem daher kommt. An ein Dark Souls / Bloodborne kommt der Gevatter Tod natürlich kein bisschen ran, aber er ist ein Vertreter der klassischen Schnetzelspiele ähnlich Devil May Cry und macht dank der zahlreichen Rüstungen, Waffen und Accessoires eine stattliche Figur. Vor allem die RPG-Elemente in diesem Bereich heben den zweiten Teil vom Erstlingswerk deutlich ab.

Die Deathinitive Edition bereichert das ursprüngliche Erlebnis, klassisch mit der Sense bzw. zahlreiche weitere Klingenwaffen wie auch bleihaltige Argumente, mit zusätzlichem Inhalt, der seinerzeit nur als DLC-Paket zusätzlich erworben werden konnte. Anstatt diese dem Protagonisten einfach in die Hände zu geben, wurden die teils äußerst effektiven Waffen in Kisten und ähnliches als Loot versteckt. Mache dieser Argumentationsverstärker sind fast schon übermächtig und so ist es nur gut, dass diese nicht von Anfang an zur Verfügung stehen. Das Kampfsystem entfaltet sich aber wie gewohnt erst auf den höheren Schwierigkeitsgraden, wo taktieren, ausweichen und parieren dem Tod das Leben schenkt, andernfalls den Tod bringt. Darunter genießt man einfach die Story und das Abenteuer, ohne sich die Finger am Controller wund zu spielen.

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Der Seelensammler alias Tod der Apokalyptischen Reiter tritt auf den Plan, weil er mit den Entscheidungen gegen seinen Bruder Krieg nicht d´accord geht. Es ist ihm ein Dorn im Auge, dass Krieg nun in Fesseln sitzt, aufgrund der Machenschaften der Obrigkeiten. Gut, Krieg brachte schließlich Leid über die Menschheit – aber war es sein Fehler? Während wir das Abenteuer bereits im ersten Darksiders erleben dürften, schlüpfen wir nun parallel in die Rolle von Tod. Der möchte Krieg befreien uns muss sich daher dem Baum des Lebens stellen. Quereinsteiger müssen nichts befürchten. Auch wenn Virgil Games seinerzeit das Konzept des Erstlings gekonnt weitergeführt hatte, so ist das Abenteuer auch ganz ohne Vorkenntnisse genießbar. Dabei durchwandert der Reiter Tod ebenfalls eine aufwendig gestaltete Fantasy-Welt, die in sich geschlossen und schlüssig umgesetzt wurde. Die zahlreichen Aufgaben führen ihn in tief verwinkelte Tempel und Verliese, um die Macht der Erschaffer wieder zu erwecken bzw. auch die dunkle Seite des Lebens zu kosten.

Spielerisch erinnert all das gewaltig an The Legend of Zelda, mit seinen riesigen Tempelanlagen, in denen diverse Aufgaben, Schalter und Rätsel Veränderungen an der gesamten Konstruktion vornehmen.

Da es sich inhaltlich mehr oder weniger um eine direkte Portierung des Originals handelt, kommt die Deathinitive Edition auch mit denselben Höhen und Tiefen daher. Die zahlreichen Laufwege zwischen Auftraggeber, den Ebenen und den einzelnen Schauplätzen sind langatmig und die teils immer wieder auftauchende Gegner zermürben auch einen zähen Krieger. Dank der Weltkarte ist aber ein schnelles Springen zwischen bereits besuchten Orten möglich. Selbst aus einem riesigen Tempel heraus kann man schnell den Händler besuchen, um im anschließenden Bosskampf noch genügend Heiltränke im Rucksack dabeizuhaben. Hochgenuss heute wie auch seinerzeit ist der Soundtrack: Kräftig und pompös, aber stets bestens auf die Situation abgestimmt. Dazu eine grandiose deutsche Sprachausgabe wie man sie nur selten aufs Ohr bekommt.

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Die schroffe, als skurril zu bezeichnende Comicgrafik ist zudem recht gut gealtert. Aus heutiger Sicht mögen manche Abschnitte arm an Farbe sein, doch nach einigen Spielstunden offenbart Darksiders 2 ein äußerst abwechslungsreiches Erlebnis. Wagt man gar den Direktvergleich, erkennt man zwischen dem Xbox 360 Original und der Xbox One Fassung durchaus viele neue Details. Komplette Felsen wurden ausgetauscht und die Hintergründe deutlich  plastischer gestaltet. Es wirkt natürlicher und vor allem mit mehr Tiefenschärfe. Texturen sind wesentlich höher aufgelöst und dennoch kann die Deathinitive Edition natürlich nicht mit aktuellen Entwicklungen mithalten. Muss es aber eigentlich auch nicht, für den Budget-Preis, der für das Spiel verlangt wird.

Die Xbox One Fassung hat aber durchaus seine Macken – dies ist auch der Grund dafür, dass wir erst einige Patches von Nordic Games abgewartet haben. Anfänglich sorgten so einige Stolpersteine für viel Frust. Wir mussten mächtige Soundprobleme (ein Stottern der Hintergrundmusik und Sprachausgabe) bemängeln und so manche Passage hatte einen Bug, welcher diese unpassierbar machte. Daran haben die Entwickler aber ordentlich und fleißig gefeilt und was nun übrig ist, sind häufige Einbrüche in der Framerate. Leider neigt Darksiders 2 Deathinitive Edition häufig dazu, das Bild ruckelnd und pumpend wiederzugeben. Dafür ist das nervige Tearing des Originals fast gänzlich verschwunden. Nichts desto trotz ist die Fassung nach den Patches nun sehr gut spielbar geworden und macht letztendlich auch ordentlich Spaß.

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Unser Fazit

84 %

Dass Darksiders 2 seinerzeit nur wenig Freunde fand, ist schade. Denn Virgil Games hatte die Spielmechanik des ersten Werks gekonnt weitergeführt und mit einigen guten RPG-Elementen angereichert. Der Titel war und ist ein Geheimtipp. Umso schöner, dass mit der Deathinitive Edition dieses Werk seinen Weg nochmals in die Händlerregale fand und in einer aufpolierten Fassung für einen Preis von 30 Euro bzw. 30 CHF zu haben ist. Das Gameplay hat wenig von seinem Reiz verloren, auch wenn gewisse Längen durch eine mehr oder weniger identische Portierung mit übernommen wurden. Die riesigen Tempelanlagen im Stil von The Legend of Zelda bieten reichlich zu entdecken und die zahlreichen neuen Waffen sorgen für viel Genuss im Kampfsystem. Dieses mag zwar eher den Hau-drauf-Charakter haben, macht aber dennoch Spaß, vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Dank der Patches, die Nordic Games noch nachgereicht hat, ist die Deathinitive Edition nun auch spielbar geworden und kann daher allen Interessierten ans Herz gelegt werden.

Pro

  • + Gelungene Mischung aus Action und Rätselkost (letzteres im Zelda Stil)
  • + Riesige Tempelanlagen bieten vieles zu entdecken
  • + Zahlreiche Waffen, Rüstungen und Accessoires (auch die DLC-Pakete)
  • + Epischer Soundtrack und hervorragende deutsche Sprachausgabe
  • + Optik ist sehr gut gealtert und wurde gelungen aufpoliert und überarbeitet

Kontra

  • - Nach wie vor kämpft das Spiel mit starken Framerateeinbrüchen
  • - Gewisse Längen zermürben nach wie vor ein wenig den Spielspaß
  • - Story mag anfänglich etwas verwirrend sein, nicht immer überzeugend dargebracht

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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