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Darkspore – Review

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Veröffentlicht 16. Mai 2011 | 22:36 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 3. Mai 2015

DarkSpore - 003

Das Spore-Konzept als Grundlange und Diablo 3 als Ziel. Simulationsspiele Entwickler Maxis versucht sich an seinem ersten Action-RPG. Als Gerüst dient das bekannte Evolutionsspiel Spore, das bereits 2008 mit seiner innovativen Idee begeistern konnte. Gelingt das Experiment Action-RPG? Oder scheitern die Spore wie schon vor drei Jahren an technischen Schwierigkeiten und einem üblen Kopierschutz.

Auf den ersten Blick könnte das Spore-Konzept ein erfrischendes Spielerlebnis bieten. Wo andere Titel auf ein paar wenige starke Zentralcharaktere setzen, gibt es bei Darkspore gleich über Hundert davon. Und wo der Hauptcharakter bei anderen Spielen dieser Sorte mühsam hochgepäppelt und behütet wird wie die rechte Niere, wechseln wir bei Darkspore die heldenhaften Kreaturen wie Unterwäsche. Zu Beginn stehen euch nur eine Handvoll Charaktere zur Verfügung. Erst wenn ihr eure Erfahrungspunkte durch das Plätten von Gegnern aufgestockt habt, könnt ihr neue Schützlinge anheuern. Die einzelnen Kreaturen teilen sich in drei Hauptklassen und fünf unterschiedlichen Rassen. Drei Spore ergeben zusammen eine kleine Einheit, später habt ihr gleich mehrere davon in der Heldengarage. Das Markenzeichen von Spore findet sich natürlich auch in Darkspore wieder und bildet den interessantesten und kreativsten Part des Spiels: Im Figureneditor könnt ihr nach eigenen Vorstellungen sämtliche Details und Ausrüstungsgegenstände frei gestalten. Selbst Größe und Position gefundener Items ist variierbar. Der optischen Individualität sind also keine Grenzen gesetzt, den meisten Spielspaß bereitet also definitiv der Editor. Was dennoch sehr verwunderlich ist, schließlich ist der Figureneditor nur eine Spielerei und trägt zum eigentlichen Geschehen wenig bei. Eine im Rollenspielsinn klassische Charakterentwicklung gibt es leider nicht. Alle Werte eures Helden bestimmen sich ausschließlich über seine derzeitige Ausrüstung. Um diese anzulegen (oder zwischen den Missionen zu kaufen), benötigt man als eine Art Währung DNA, die man in den Levels aufsammelt.

Spielerischer Hungertod

So umfangreich die Spielerei mit dem Charaktereditor auch sein mag, umso magerer geht es im eigentlichen Spiel zu. Nach dem Verlassen des Editors geht es ohne Umschweife direkt rein in den Level. Abgesehen von aufgegossenen Pseudo-Missionen geht es schlicht darum, durch die detailarmen Level zu stampfen und plump Kreaturen zu töten. Am Schluss müsst ihr einer Finalen Gegnerwelle standhalten.  Danach geht es zurück zum Raumschiff-Basislager, wo erneut an der Kreaturenbrut gewerkelt werden darf. Items gibt es im Darkspore satt. Neben tonnenweise Ramsch, den ihr durch gefallene Feinde einsammelt und den Verkaufssortiment der DNA-Shops gibt es noch eine weitere Möglichkeit an frischen Plunder zu kommen. Nach jeder Mission könnt ihr um ein besonders nützliches oder seltenes Item würfeln. Verweigert ihr das Würfeln durch das Springen in den nächsten Abschnitt, steigen mit jedem Verzicht die Chancen einen noch höherstufigen Gegenstand zu ergattern. Durch den ganzen Editor und Itemwahn vergisst Maxis jedoch was ein gutes Action-Rollenspiel ausmacht: Ordentliche Quest- und Charakterentwicklung. Mit dem Fehlen vernünftiger Quests hat Maxis zugleich auf jedwede Art von Interaktion mit NPCs verzichtet. In Darkspore wird sich durch 24 staubtrockene Abschnitte, aufgeteilt in sechs unterschiedliche, aber dennoch gleich langweilige Welten, durchgeschlachtet und geplündert. Am Ende jeder Welt darf ein besonders raffinierter und fieser Obermotz den Kopf hinhalten. Darkspore ist schlicht inhaltsleer.

Vier Kreaturen gegen die Langeweile

Schenkt man Maxis glauben, soll Darkspore vor allem im Multiplayer-Modus richtig rocken! Das gesamte Spiel lässt sich mit bis zu drei weiteren Brütlingen aus dem Spore-Pool im Koop-Modus bestreiten. Dann sind Gegnermengen und Item-Dichte entsprechend angepasst, bei Letzteren gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Eine spürbare Veränderung sucht man vergebens. Besondere Gruppen-Quests oder ein Itemhandel fehlen völlig. Lediglich ein paar neue Mehrspieler-Feinde und das  interagieren mit anderen Heldenfiguren durch Statusveränderungen sind neu. Neben dem kooperativen Part stehen die PvP-Kämpfe. Ihr habt die Wahl zwischen einem Duell: Kreatur gegen Kreatur oder 2-gegen-2. Theoretisch sind zwar dank Heldenwechsel taktische Scharmützel denkbar, doch in der Testpraxis wurde aber nur so lange stupide aufeinander eingedroschen bis einer schließlich umfiel.

Hardwaremonster

Die Steuerung von Darkspore macht einen ordentlichen Job: Hotkeys und ein schlichtes aber genaues Point and Click-System sorgen für einfache Bedienbarkeit. Leider wird es in den bunten Massenschlachten oft sehr unüberschaubar und der eigene Held geht im Chaos nicht selten unter. Besonders der Mehrspieler-Modus hat hierbei zu kämpfen. Mit seiner 2,5D-Grafik ist Darkspore zwar kein absoluter Hingucker, liefer aber auch hier eine solide Leistung. Tolle Explosionen, Effekte der Fähigkeiten und das zerplatzen der Gegnerscharen sorgen für ein stimmiges Gameplay. Allerdings sind die Hardwareanforderungen für ein 2,5D-Spiel ohne flexible Kamera ziemlich hoch. Was häufig zu nicht nachvollziehbare Ruckelorgien auslöst. Zudem wird auch im Einzelspieler-Modus eine permanente Internetverbindung verlangt. Klar das System hat sich in den letzten Jahren etabliert, doch in Darkspore weist das Konzept einen besonders ärgerlichen Haken auf: Wird die Internetverbindung getrennt verliert man seinen derzeitigem Stand alle Fortschritte einer Belohnungskette verloren.

Unser Fazit

60 %

Eigentlich wäre ein Action-Rollenspiel für eine spannende Story ein dankbares Genre. Darkspore dagegen liefert eine flache, wenn auch aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, skurrile Story ab. Die ausgelutschte „Gutes Spore gegen. böse Darkspore“-Leier aus dem Story-Discounter um die Ecke, kann wohl heutzutage niemanden mehr aus den Socken hauen. Vielleicht haben die Jungs und Mädels von Maxis Ahnung von guten Sims-Spielen, über den Inhalt eines guten Action-Rollenspiel aber leider überhaupt nicht. Darkspore ist ein einsamer, langweiliger Diablo-Wannabe. Eine ordentliche Interaktion mit NPCS, guten Quests, einer soliden Geschichte oder gar Abwechslung sucht man vergebens. Auch der Mehrspieler Koop-Modus schafft es nicht die 24 ewig gleichen Level etwas Spielspaß einzuhauchen. Fans von guten Action RPGs sollten lieber zum aktuellen Dragon Age greifen, oder auf Diablo 3 warten.

Pro

  • tolles Heldendesign
  • schöne Effekte der Fähigkeiten
  • ordentliche Animationen
  • guter Sound in den Kämpfen
  • satte Soundeffekte bei Fähigkeiten
  • einstiegsfreundlich
  • ausgeglichener Schwierigkeitsgrad
  • viele unterschiedliche Kreaturen
  • sechs einzigartige Welten
  • einfache und präzise Steuerung
  • 24 einzelne Abschnitte
  • über 100 Helden
  • toller Editor
  • interessante Spezialangriffe
  • Helden-Wechsel
  • extrem viele Items

Kontra

  • einfallslose Story
  • schwache Gesamtpräsentation
  • lähme Zwischensequenzen
  • ödes Leveldesign
  • wenig optische Abwechslung
  • spärliche Musikauswahl
  • herzlose Sprachausgabe
  • keine unterschiedliche Schwierigkeitsstufen
  • so gut wie keine Quests
  • langweilige Missionen
  • keinerlei NPC-Interaktion
  • unübersichtliche Massenkämpfe
  • keine Charakterentwicklung
  • Hardware-Einbrüche
  • unnötige hohe Anforderungen
  • kein Kamerasystem
  • kein freies Speicher
  • grottiger Kopierschutz
  • wenig neues im Koop
  • unübersichtliche Koop-Schlachten

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
50 %
Spielspaß
 
50 %

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