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Dead Island Definitive Edition – Test / Review

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Veröffentlicht 22. Juni 2016 | 13:45 Uhr von Alexander Winkel

Dead-Island-Definitive_Screenshot

Sommer, Sonne, Urlaubsparadies. Parties, teure Hotels und traumhafte Strände. Es könnte alles so schön sein, wären da nicht diese garstigen Zombies. Für Furore sorgte sicherlich vor allem der einmalige CGI-Trailer zu Dead Island, eher ein Kurzfilm, der auf das Zombie-Abenteuer einstimmte. Doch auch kooperativ machte das Geschnetzel trotz Mängel in Sachen Storyteling, Handling und Missionsdesign durchaus Spaß. Dead Island 2 (Entwicklerwechsel) ist mittlerweile wieder in der Senke verschwunden, doch die paradiesischen Zombies wurde mit einer Definitive Collection neu belebt. Was liefert uns dieses Gesamtpaket zum Budgetpreis?

Die Dead Island Definitive Edition ist eine Collection aus insgesamt drei Titeln inklusive aller DLCs. Mit dabei das Original, mit dem der polnische Entwickler Techland die Zombie-Apokalypse in paradiesische Gefilde gebracht hat. Schon schön schaurig, wenn man die herrlichen Poolanlagen der Luxushotels sieht und am liebsten im glasklaren Meer baden möchte, wären da nicht die faulenden Leichen und der mit Blut durchtränkte Sandstrand. Dead Island Riptide setzt die Geschichte fort. Dieses Mal landen die Überlebenden auf einer weniger paradiesischen Nachbarinsel, die dank des andauernden Monsun ein eher sumpfiges Dschungelgebiet abgibt. Nichts desto trotz lies die Touristik-Industrie auch dieses Eiland nicht aus und wir werden auch dort auf Camper und kleinere Unterkünfte stoßen. Den Abschluss macht ein komplett neues Spiel, eher als Arcade-Prügelei zu betrachten. Dead Island Retro Revenge führt uns zurück in selige 16-bit Zeiten mit einem geradezu klassischen Gameplay.

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Einmal Paradis und zurück

Dementsprechend bekommt man ein rundum Sorgenlospaket für schmales Geld geboten und all diejenigen, die noch nicht in den paradiesischen Urlaub eintauchen konnten, bietet die Dead Island Definitive Edition nun alles, was man dafür braucht. Beide Originale sorgen ja bereits mit jeweils gut 30 Stunden Spielzeit für die Hauptstory für einen ordentlichen Umfang. Die Gebiete sind riesig, bieten viel zu entdecken und wer das paradiesische Setting mag, wird eh kaum um dieses Zombie-Abenteuer herum kommen. Inhaltlich hat sich nichts getan. Dieselben Mängel und Probleme bezüglich Storytelling und Missionsdesign sind daher weiterhin gegeben. Die Geschichte ist nett, passabel präsentiert und liefert immerhin genügend Stoff für einen guten B-Movie. Das Missionsdesign dagegen ist repetitiv. Erkunde den nächsten Ort, säubere diesen von der Untoten-Plage, besorge Gegenstände und vieles, was sich recht ähnlich spielt. Einfallsreichtum ist was anderes.

Damals wie heute kann man über all diese Mängel gut hinweg sehen, vor allem wenn man sich in das kooperative Vergnügen stürzt. Mit bis zu drei Freunden darf das Abenteuer erlebt werden. Der Verbindungsaufbau klappt bis auf wenige Ausnahmefälle ganz gut und soweit läuft das Spektakel auch einigermaßen stabil. Dass dich die vier unterschiedlichen Helden vom Rapper über chinesischer Klingenbraut bis hin zum Militärberater dabei immer wieder auf die Füße treten, Türöffnungen blockieren und sich damit das Leben schwer machen, ist Natur der Sache eines solchen Mehrspielererlebnisses. Nur solltet ihr wirklich Freunde suchen, die ebenfalls Zombies jagen wollen, denn mit fremden Spielern ist es nach wie vor eher unmöglich, richtig zu spielen.

Die größten Neuerungen liegen ganz klar in der optischen Natur. Techland profitiert von ihrer neuen IP Daying Light und hat die alten Dead Island Titel einer ordentlichen Politur unterzogen. Wer in Moresby, die grösste Stadt der Insel Banoi, die ihre besten Tage schon lange hinter sich hat, unterwegs ist, vermag den Quantensprung kaum zu bemerken. Die heruntergekommenen Viertel und eingestürzten Buden sehen weiterhin sehr trist und düster aus. Ein direkter Vergleich mit dem Original zeigt aber auf, dass fast jegliche Textur und jegliches Detail für die Definitive Edition von den Entwicklern angefasst und möglichst optimal angepasst wurde. Da ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Alles sieht detaillierter aus, das Sonnenlicht ist diffuser aber realistischer und vieles kommt wesentlich klarer zur Geltung. Auch scheint es wesentlich mehr Animationen in der Vegetation zu geben, was den paradiesischen Inseln sichtlich zu Gute kommt.

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Ist man aber einige Zeit auf Banoi oder Palanai unterwegs, gewöhnt man sich recht schnell an die Optik. Es ist ganz klar keine Neuentwicklung und damit technisch nicht auf dem Niveau heutiger Open-World Produktionen. Das erwartet sicherlich auch keiner bei einer Neuveröffentlichungen als Budget-Sammlung. Etwas mehr Sorgfalt hätte der Dead Island Definitiv Edition dennoch gut getan. Nicht nur altbekannte Bugs und Fehler trüben den Spielspaß, durch die Politur haben sich auch etliche neue Dinge eingeschlichen. Wir haben Soundprobleme an ganz bestimmten Orten entdeckt, wundern uns über das geradezu gold-silbern glänzende Blut (haben wir es doch mit einer Terminator-Horde zu tun?) und sind geradezu irritiert durch die neuen Wassereffekte. Dadurch wirken nicht nur die Objekte und Leichen unter der Wasseroberfläche verschwommen und wabern herum, auch alles was sich darüber befindet wie das Treppengeländer zum Pool hinunter oder Zombies zeigen schwimmende Konturen. Fehler dieser Art könnte man seitenlang aufzählen.

Mängel, über die man vor allem im kooperativen Spiel ein weiteres Mal hinwegsehen kann. Dead Island bietet genügend um tagelang zu unterhalten, die Charaktere zu verbessern und vor allem neue Waffen zu bauen. Einer der witzigen Möglichkeiten, dass man alte Baseballschläger und Sensen mit ein wenig Handwerksarbeit zu wirklich effektiven Zombiewaffen umbauen kann. Wir hatten auf jeden Fall wieder Spaß daran, Horden von Hirnlosen den Kopf abzuschlagen und den Überlebenskampf anzutreten. Wer einfach nur ein wenig Spaß haben möchte, kann einen neuen Spielmodus starten. Ein beliebter Mod, den die Entwickler übernommen haben. Nur leider ist man da Solo unterwegs und auf Dauer ist der Instant-Kill nicht sonderlich unterhaltsam. Es mangelt an Nervenkitzel und Herausforderung, aber immerhin kurzweiliger Spaß für zwischendurch.

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Kurzweiliges Retro-Erlebnis

Mit Dead Island Retro Revenge bekommen Käufer der Definitive Edition noch ein weiteres Schmankerl geboten. Die Hommage an selige 16-bit Zeiten gibt sich alle Mühe, das Arcade-Feeling der damaligen Zeit aufleben zu lassen. Der Protagonist sieht rot, als seine geliebte Katze entführt wird und dreht komplett durch. Bis dato hat er die Apokalypse ignoriert, nun zieht er durch die Straßen und prügelt den Zombies das verbliebene Resthirn aus dem Schädel. In bester Streets of Rage Manier geht es automatisch auf Bahnen von links nach rechts und man muss dabei jeglichen Gegner vernichten oder zumindest deren Attacken ausweichen. Nicht nur die Optik wirkt wie aus einer anderen Zeit, auch das Gameplay ist angepasst, wobei es durchaus Raffinessen aufzuweisen hat. Nur wer im perfektem Timing die Feinde vernichtet und dabei keinen Schaden erleidet, wird eine gute Highscore hinlegen. Dead Island Retro Revenge ist kein Spiel, welches man zum Vollpreis kaufen würde, aber eine nette Dreingabe und eine witzige Unterhaltung für zwischendurch.

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Unser Fazit

72 %

Die beiden Dead Island Spiele sahen noch nie besser aus und dennoch merkt man beiden Titeln an, dass es sich um ältere Spiele handelt. Die optische Politur allein reicht nicht aus, um das Auge wirklich zu verwöhnen und spielerisch leiden die beiden Ableger an denselben Problemen wie eh und je. Dünner Storyfaden, repetitives Missionsdesign und eine Handhabe, die man erst nach einer Weile wieder intus hat. Trotz zahlreicher technischer Mängel können die Spiele dennoch so unglaublich viel Spaß machen, gerade weil die Spielwelt so offen ist und man gerne durch ein solches Paradies wandert. Zusammen mit Freunden macht es auf jeden Fall wieder viel, viel Laune. Retro Revenge rundet die Sache ab und für schmales Geld bekommt man auf jeden Fall viele Stunden Unterhaltung geboten. Ob sich der Ausflug für Wiederholungstäter lohnt? Wohl eher nicht, es sei denn man möchte erneut eintauchen und dieselben Erfolge nochmals auf den neuen Konsolen ergattern.

Pro

  • + Zwei umfangreiche Spiele mit jeweils einer Storyhandlung von knapp 30 Stunden.
  • + Dazu eine witzige und unterhaltsame Retro-Hommage an Streets of Rage Zeiten.
  • + Kooperativ macht Dead Island noch immer eine Menge Spaß.
  • + Sehr atmosphärische Spielwelt in paradiesischen Gefilden.
  • + Große Auswahl an modifizierbaren Waffen und Todbringern

Kontra

  • - Meist recht dünne Story mit einfachen Missionen.
  • - Repetitives Gameplay und Missionsdesign, vor allem bei den Nebenaufgaben.
  • - Koop-Spiel ist nach wie vor nur unter Freunden wirklich tauglich.
  • - Massig kleinere, teilweise aber auch gröbere Bugs und Grafikschnitzer.

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
70 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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