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Dead Island – Der Test

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Veröffentlicht 15. September 2011 | 23:13 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 28. Februar 2012

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Der Zombie-Metzler Dead Island vom polnischen Entwicklerteam Techland wurde vor vier Jahren zum ersten Mal angekündigt. Nach den ersten Screenshots und Informationshäppchen wurde es jedoch ruhig um das Spiel. Doch wie die Zombies im Spiel selbst wurde Dead Island im Februar 2011 wieder aus dem Reich der Toten zurückgeholt. Und was das für ein Comeback war! Ein emotionaler und beeindruckend gemachter CGI-Trailer eroberte das Internet im Sturm. Obwohl der Trailer quasi überhaupt nichts mit dem Spiel selbst zu tun hat, sondern eher ein stimmiger Kurzfilm ist, wurde dadurch ein unglaublicher Hype losgetreten.

Mehr als vier Jahre nach der ursprünglichen Ankündigung ist Dead Island jetzt für PC, Xbox 360 und PS3 im Handel erhältlich. Es verbindet Ego-Shooter Mechaniken mit Rollenspielaspekten und kombiniert die unterschiedlichen Genres mit einem kooperativen Spielerlebnis für bis zu vier Spieler. Ganz offensichtlich dienten viele bekannte und erfolgreiche Spiele wie Dead Rising, Borderlands oder Left 4 Dead als Vorbilder. Es wurde jedoch schon oft bewiesen das gut geklaut oft besser ist als schlecht selbst gemacht. Ob und wie Dead Island bei uns ankommt erfahrt ihr in unserem Mega-Test der Xbox 360 Version.

Chaos im Paradies

Banoi ist eine Perle des Pazifiks. Die Insel nördlich von Australien ist ein Urlaubsparadies für die Schönen und Reichen. Neben einem luxuriösen Resort bietet die Insel weitläufige und kaum berührte Dschungelgebiete. Daneben gibt es noch Moresby, die grösste Stadt der Insel die ihre besten Tage schon lange hinter sich hat. Nicht nur das, denn eine kleinere Insel direkt vor der Küste von Banoi dient als Hochsicherheitsgefängnis in welchem Terroristen, Gangster und Hacker aus der ganzen Welt ihre Zeit absitzen. Doch das für viele Personen paradiesische Leben auf Banoi nimmt ein jähes Ende als eine mysteriöse Seuche die Leute in menschenfleischfressende Monster verwandelt. Jeder der von einem dieser Freaks gebissen wird, verwandelt sich innerhalb von wenigen Stunden ebenfalls in einen der Untoten. Innerhalb von kürzester Zeit haben Chaos, Tod und Zombies ganz Banoi überflutet und es gibt nur noch wenige Bastionen menschlicher Hoffnung an Orten an denen sich die letzten Überlebenden verstecken. Es gibt jedoch einen Lichtschimmer: vier Personen die immun sind gegen den Virus und nicht angesteckt werden können. Es liegt an ihnen den Menschen zu helfen, mehr über den Ursprung der Seuche herauszufinden und schlussendlich sicher von der Insel zu entkommen.

Leider ist die Hintergrundgeschichte bei Dead Island so dünn wie hier beschrieben. Im Prinzip erledigt man Aufgabe um Aufgabe bis man irgendwann mal wieder eine Zwischensequenz vorgesetzt bekommt die nur so von schlechtem Wortwitz und Langeweile triefen. Oft gibt es Sprünge innerhalb der Story die Verwirrung aufkommen lassen weil man einfach nicht anders kann als den Faden zu verlieren. Die Missionen an sich sind eigentlich spannend gemacht, da es logische Aufgaben sind. Strom wieder herstellen, Essensvorräte finden oder Waffen zusammentragen. Zudem sind die vier Hauptfiguren charakterlich flach wie Flundern. Nicht allzu überzeugende Synchronsprecher lesen ihren Text runter und man wird schnell dazu verleitet die Zwischensequenzen einfach zu überspringen. Zudem läuft alles auf ein extrem unspektakuläres Finale hinaus das wohl die wenigsten Spieler befriedigen wird.

Eine Prise Ego-Shooter und eine Prise Rollenspiel

Bevor man überhaupt zum ersten Mal einen Fuss auf Banoi setzt muss man sich für einen der vier vorgegebenen Charaktere entscheiden. Zur Auswahl stehen Experten im Kampf mit stumpfen oder scharfen Nahkampfwaffen, ein Meister im Umgang mit Fernkampfwaffen sowie eine Spezialistin im Umgang mit Schusswaffen. Obwohl jede Figur ganz ordentlich mit jedem Waffentyp umgehen kann ist die Charakterwahl vor Allem in Sachen Fähigkeitenentwicklung entscheidend. Jeder Charakter verfügt nämlich über drei Talentbäume mit unterschiedlichen Fähigkeiten. So stehen Sam B., dem Experten für stumpfe Waffen, beispielsweise Fähigkeiten zur Verfügung die ihn automatisch Gesundheit regenerieren lassen oder ein Talent wodurch die Gegner am ehesten ihn angreifen. Besonders wenn man im kooperativen Modus spielt ist es also durchaus praktisch wenn man sich für unterschiedliche Figuren entscheidet um sich so mit verschiedenen Fähigkeiten zu ergänzen. Wie von einem Rollenspiel gewohnt erhält man Fähigkeitspunkte indem man in seinem Level aufsteigt. Um im Level aufzusteigen braucht es logischerweise zuerst eine bestimmte Anzahl an Erfahrungspunkten die man für das erledigen von Gegnern oder das lösen von Missionen erhält. Aber das ist noch nicht alles das man aus etlichen Rollenspielen schon kennt. Wer nämlich gerne jeden Ecken seiner Videospiele entdecken will um Gegenstände zu finden wird bei Dead Island viel Freude haben. Überall gibt es Schränke, Taschen, Computer oder andere Objekte zu durchsuchen. Als Belohnung erhält man dafür Geld oder Teile die man für Waffenmodifikationen benötigt. Leider ist das einsammeln all dieser Kleinigkeiten relativ mühsam. Um beispielsweise etwas aus einer Tasche herausholen zu können muss man zuerst mit einem Tastendruck die Tasche öffnen. Nach einer kurzen Animation bei der die Tasche geöffnet wird, muss man erneut eine Taste betätigen um den Inhalt herauszuholen. Nach einer weiteren kurzen Animation befindet sich der Gegenstand dann im eigenen Inventar. Steht man jetzt also vor einem Stapel mit 10-15 Taschen kann man sich leicht vorstellen wie lange es geht um alle Gegenstände zu bekommen. Es ist unverständlich wieso der ganze Vorgang nicht massiv verschnellert wurde, denn in diesem Zustand wird das looten schnell zur Qual.

Gespielt wird in Dead Island aus der First-Person Sicht. Im Gegensatz zu den üblichen Genrevertretern wird hier aber hauptsächlich auf Nahkampfwaffen und nicht auf Schiessprügel gesetzt. Es gibt zwar eine ganze Palette im Spielverlauf, jedoch erst in den späteren Kapiteln des Spiels und trotzdem muss man auch dann noch mit seiner Munition haushalten. Zu Beginn ist man jedoch nur mit simplen Waffen wie abgenutzten Messern, verrosteten Rohren oder zersplitterten Paddeln unterwegs. Doch keine Waffe ist für die Ewigkeit gedacht, denn durch die Abnutzung von zerschmetterten Köpfen und abgetrennten Armen verringert sich der Zustand einer Waffe bis sie entweder kaputt ist oder einfach kaum mehr Schaden verursacht. Um das zu vermeiden kann man sein Waffenarsenal an Werkbänken gegen Geld reparieren. Die Werkbänke sind aber noch vielseitiger einsetzbar, denn an ihnen kann man seine Waffen upgraden und modifizieren. Für ein einfaches Upgrade braucht man nur das nötige Kleingeld und schon bekommt die Waffe höheren Schaden und ist länger haltbar. Will man seine Waffen jedoch modifizieren braucht man zum einen zuerst eine Blaupause damit man das Rezept für die Modifikation hat, zum anderen braucht man auch verschiedene Kleinteile wie Nägel, Stacheldraht, Batterien oder Lappen. Hat man die nötige Blaupause gefunden kann man sich z.B. seinen Baseballschläger in eine Fackel verwandeln die Feuerschaden verursacht oder seine Machete mit einem Gift bestreichen das die Gegner dazu bringt sich zu übergeben. Obwohl dieses Modifizierungssystem sehr an Dead Rising 2 erinnert, können nicht ganz so ausgefallene Waffen wie im zweiten Dead Rising gebastelt werden. Aber Deobomben, Fleischköder und andere erstellbare Gegenstände sorgen für viel Spass und motivieren einen zum suchen von Gegenständen.

Aber nicht man trifft nicht nur auf normale, langsame Zombies die einem ans Leder wollen. Verschiedene Arten von Zombies sorgen für Stress und heisse Szenen. Dazu gehört der Rammer, ein Riese der einen über den Haufen rennen will oder Wasserleichen die einen mit ihrem Erbrochenen erwischen wollen (Left 4 Dead lässt grüssen). Ausserdem trifft man immer wieder auf menschliche Gegner die ebenfalls überleben wollen und alles dafür geben nicht zu sterben. Leider sind weder die menschlichen, noch die untoten Gegner wirklich klug und stehen gerne doof in der Gegend herum während man selbst hinter ihnen Luftsprünge macht. Bei einem hirntoten Zombie gerade noch verständlich, bei Menschen jedoch sehr unschön. Was schnell ausfällt ist die Tatsache das sich die Steuerung im ersten Moment sehr schwammig und behäbig steuert. Dank vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten kann man dieses Problem jedoch schnell beheben. Neben der normalen Steuerung in der einfach die rechte Schultertaste betätigt wird um einen Angriff auszuführen, gibt es noch die so genannte analoge Steuerungsvariante. Hat man diese Variante gewählt, muss man zuerst den linken Trigger gedrückt halten um in die Kampfstellung zu kommen. Danach steuert man die Schlagrichtung der Nahkampfwaffe direkt mit dem rechten Analogstick. Bewegt man den Stick von oben nach unten, dann schlägt man auch von oben auf den Kopf des Feindes. Bewegt man den Stick von links nach rechts kann man dafür beispielsweise Köpfe mit einem einzigen Schlag abhaken. Diese Steuerungsmethode braucht zwar zuerst ein wenig Eingewöhnungszeit, lohnt sich schlussendlich aber auch da man einfach genauer zielen kann und das Feeling besser rüber kommt. Man kann schon fast spüren wie man seinen Baseballschläger schwingt und die Gegner verkloppen kann.

Ein letztes wichtiges Spielelement ist der kooperative Modus für bis zu vier Spieler. Ein lokaler Mehrspielermodus ist nicht vorhanden, was durch die technischen Limitationen jedoch gut verständlich ist. Ansonsten kann man online mit Freunden oder beliebigen Spielern eine Gruppe bilden um gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Je mehr Spieler dabei sind, desto härter sind auch die Gegner. Im Umkehrschluss gibt es dafür aber auch mehr Erfahrungspunkte für die erledigten Gegner. Wer nicht mit Freunden spielen kann, kann sich entweder für eine passende Spiellobby aus einer Liste entscheiden oder man benutzt ein Schnellsystem mit dem man direkt Spielern beitreten kann die sich gerade am gleichen Ort im Spiel befinden. Logischerweise ist der Spass aber viel grösser wenn man gemeinsam mit Bekannten spielen und gleichzeitig reden kann. Ansonsten fühlt es sich nicht wirklich so an als würde man zusammenarbeiten. Spielt man jedoch mit bis zu drei Freunden zusammen macht das Spiel gleich noch mal eine Runde mehr Spass. Sich gegenseitig zu helfen, aus brenzligen Situationen heraushelfen oder einfach nur Blödsinn machen ist einfach toll, ganz besonders auf einem tropischen Inselparadies mit massig Zombies als potentielle Zielscheiben. Etwas schwammig fühlt sich zudem die Steuerung in den Autos an. Hat man sich an deren Fahrverhalten gewöhnt geht es jedoch einigermassen.

Alles in allem wird ein gelungener Genremix präsentiert. Die Ego-Brawler Elemente fühlen sich gut und wuchtig an, im kooperativen Modus erhöht sich der Spassfaktor exponentiell mit der Anzahl an Mitspielern und das basteln  oder verbessern von neuen Waffen ist unterhaltsam. Nimmt man dazu die Rollenspielelemente hat man schon eine gute Mischung beisammen. Dennoch gibt es halt auch hier viele Probleme: die Gegner-KI ist bescheiden, Bugs wie verschwindende Waffen oder nicht auftauchende Questmarker nerven, die Nebenmissionen sind uninspiriert und repetitiv und Koop ohne Freunde ist relativ doof. Dennoch schafft es Dead Island viel Spass zu machen und über die ganze Spielzeit zu unterhalten wenn man auf die Mixtur steht.

Call of Juarez mit Zombies?

Erst kürzlich erschien mit Call of Juarez: The Cartel schon ein Spiel aus dem polnischen Entwicklerstudio Techland. Der dritte Teil von Call of Juarez konnte richtig überzeugen, aber nur im negativen Sinn. Gerade im technischen Bereich ist Dead Island doch wesentlich ausgereifter. Zwar ist die Grafik nicht wirklich spektakulär. Es gibt oft Ruckler, Texturen werden teilweise gar nicht geladen, die Weitsicht ist nicht immer wirklich gelungen und auf die vielen Unstimmigkeiten gehen wir gleich noch ein. Im Prinzip ist die Grafik solide, die Zombies sehen schaurig aus und die Möglichkeit die Gegner zu zerstückeln ist blutig und nett. Mehr hat die Grafik an sich jedoch nicht zu bieten. Störender sind kleine Dinge wie die Tatsache das es beim Auto nicht möglich ist nach hinten zu schauen. Oder das man zwar Zombies und Strassenschilder mit dem Auto über den Haufen fahren kann, man an kleinen Sandburgen oder Holzpfählchen jedoch hängen bleibt und dank der fehlenden Rückansicht kann man so gerne mal ein Auto total festfahren. Gelungen ist aber die Stimmung die auf Banoi herrscht. Ob man nun am Strand entlang läuft, sich durch den dichten Dschungel kämpft oder durch dunkle und nasse Abwasserkanäle kriecht, die Stimmung ist toll. Das liegt zum einen an der Ausleuchtung, zum anderen an der tollen Soundkulisse. Die Effekte und die Geräusche der Zombies sind teilweise beängstigend, der Soundtrack auf der anderen Seite erinnert stark an Filme wie 28 Day Later. Hoffnungslos, verloren, düster. So muss das sein!

Unser Fazit

78 %

Ein wenig mehr Feinschliff hätte Dead Island wirklich gut getan. Denn das Spiel macht, gerade im Mehrspielermodus, extrem viel Spass. Die Möglichkeiten sind gross und man kann sich gut auf der Insel Banoi austoben. Leider gibt es unzählige, kleine Kritikpunkte wie die dümmliche Gegner-Ki, langweilige Nebenmissionen oder andere Designschnitzer. Wer jedoch gerne auf Zombie-Jagd geht und sich ein neues Koop-Spiel sucht, kann mit Dead Island nicht viel falsch machen.

Pro

  • Viele Zombies zum erledigen
  • Grosse, modifizierbare Waffenauswahl
  • Extrem spassiger Koop
  • Tolle Atmosphäre
  • Weitläufige Insel
  • Viele Items für alle Sammlernaturen
  • Einfacher aber interessanter Fähigkeitenbaum
  • Guter Soundtrack
  • Atmosphärisches Intro

Kontra

  • Viele Bugs
  • Langweilige Nebenmissionen
  • Koop nur mit Freunden wirklich gut
  • Autosteuerung
  • Designpatzer (z.B. fehlender Rückspiegel)
  • Loot-Vorgang viel zu lang und umständlich

Unsere Bewertung

Grafik
 
68 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
67 %
Gameplay
 
78 %
Multiplayer
 
90 %
Spielspaß
 
100 %

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Kommentare

  • Don sagt:

    Das Game ist wertlos! Es besteht hauptsächlich aus bugs und macht viel, gerade das Löschen der Speicherstände, in einen kaputt, das Spielerherz wird quasi zerrissen. Noch nie hat sich eine Fa. getraut so etwas zu verkaufen und wir können uns nicht gegen den Betrug zur Wehr setzen. Boykottiert Koch Media, Deep Silver, Square Enix und vor allem Techland, lasst uns den Spieß umdrehen und es ihnen heimzahlen!!!!! Wehret den Anfängen im wahrsten Sinne des Wortes!!!!!

  • Fabrice sagt:

    Darf ich fragen auf welcher Plattform du zockst Don?

  • Don sagt:

    Xbox 360

  • Deydrihm sagt:

    Ja du ….! xD
    man soll auch nicht auf einer konsole spiele spielen,
    die taugen zum musik hören oder dvd schauen.

    Ich habe mir das game heruntergeladen, ging alles super,
    und tage später hats mich so überzeugt, dass ich es dann
    gekauft habe. Das ist schon sehr lange nicht mehr geschehen.

    Diese legale Version war dann einiges umständlicher zu
    installieren, erst falsche sprache, code etc,
    dennoch hats sich gelohnt. Mit dem Patch sowieso.

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