Dead Island: Riptide - Test/Review - insidegames

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Dead Island: Riptide – Test/Review

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Veröffentlicht 22. April 2013 | 20:56 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 7. Mai 2013

Dead Island Riptide

Gute 20 Monate ist es her seit ich das von Techland entwickelte Dead Island testen durfte. Und ehrlich gesagt, wusste ich nicht wirklich was mich erwarten würde. Der stimmige CG-Trailer war, wie zu erwarten, kaum aussagekräftig im bezug auf das Produkt welches in meiner 360 landete. Und PR-Aussagen im Sinne von „das ultimative, kooperative Abenteuer auf einer Insel voller Zombies“ liessen wohl nicht nur bei mir die ersten Alarmglocken aufschrillen. Doch trotz den ungewissen Vorzeichen und einiger Probleme hat es Dead Island geschafft gute 78% in der Gesamtwertung einzustreichen.

Diese Woche steht mit Dead Island: Riptide der Nachfolger zum spassigen Koop-Zombiespiel in den Regalen. Die vier Hauptfiguren aus dem ersten Teil sind mit Glück von der paradiesischen Insel Banoi entkommen, doch statt Rettung erwartet sie noch mehr Tod und Verwüstung. Wie die Entwickler bei der Ankündigung des Titels bekannt gaben, ist er ein wenig günstiger als eine übliche Neuerscheinung. Die offizielle Begründung? Weil wir am Ende einer Konsolengeneration angekommen sind. Ob das der Wahrheit entspricht oder eher ein geschicktes Täuschungsmanöver ist, erfahrt ihr in unserem Dead Island: Riptide Test der Xbox 360 Version.

Dead Island Riptide -9

Vom Regen in die Traufe

Im ersten Teil schaffen es die vier Überlebenden, welche immun gegen den Zombievirus sind, mit der Hilfe einer Eingeborenen und eines Gefängnisinsassen, in einem Helikopter von der höllischen Insel Banoi zu entkommen. Doch obwohl sie sich in Sicherheit gefühlt haben, ist noch lange nicht alles vorbei. Die Truppe landet auf einem Zerstörer der Armee, wo sie alle prompt in Handschellen gelegt und ausgeknockt werden. Wie sollte es auch anders sein, doch nach einem Tiefschlaf unter Drogen geht alles vor die Hunde und der Virus bricht auf dem ganzen Schiff aus. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben und die Kontrolle über das führerlose Schiff entbrennt. Doch das Schiff strandet an der Küste der Insel Palanai und ausser der Crew des ersten Teils, haut nur ein Soldat überlebt. Der Virus scheint sich jedoch schon viel weiter ausgebreitet zu haben als angenommen. Die Insel ist voll mit blutdurstigen Zombies und die wenigen, überlebenden Einwohner kämpfen verzweifelt gegen die untoten Horden an. Ausserdem hängt mit dem (erneut) drohenden Einsatz einer Atombombe ein Damoklesschwert über der ganzen Insel.

Das Setup der Geschichte ist dem des Vorgängers erschreckend ähnlich. Nachdem die fünf Spielfiguren, mit John, einem australischen Soldaten dem Subordination vorgeworfen wird ist nämlich eine hinzu gekommen, für eine Weile ausgeknockt waren, ist schon alles zu spät. Mit einer kleinen Gruppe von Überlebenden gibt es eine gefahrenvolle Reise über eine Insel voller Zombies und anderen mutierten Gestalten. Die Reise führt durch den Dschungel, alte Ruinen, eine Stadt und andere typische Areale. Der einzige Unterschied zum Vorgänger ist, das Palanai durch einen schweren Monsun getroffen wurde, wodurch viele Orte überflutet und unter Wasser stehen. Allzu spannend ist die Geschichte trotzdem nicht. Wendungen kann man schon von Weitem kommen sehen, die Charakter sind stereotypisch (eine gute Zombiegeschichte muss doch einen exzentrischen, deutschen Forscher haben nicht wahr?) und die Geschichte springt teilweise wie wild hin und her, wodurch es schwer ist ihr zu folgen. Gut gelungen sind jedoch sammelbare Hintergrundinformationen die man in Form von Geheimakten oder Tagebucheinträgen finden kann. Diese als Sammelobjekte in der Spielwelt zu verstecken ist zwar ein wenig nervig und sogar verschwenderisch, die Belohnung ist für die willigen Forscher und Entdecker jedoch völlig in Ordnung.

Zertrümmerte Schädel, abgehackte Körperteile und brennende Monster

Obwohl es technisch zu den First-Person Shootern gehört, kann man Dead Island: Riptide nicht mit den üblichen Vertretern des Genres vergleichen. Denn, obwohl es besonders im späteren Spielverlauf viele Schusswaffen gibt, sind Nahkampfwaffen die Nummer 1 Wahl im Kampf gegen die untoten Horden. Mit Baseballschlägern, Schwertern und eigentlich allem was man brauchen kann um Köpfe einzuschlagen beziehungsweise abzuhacken, ist man unterwegs und hackt wie wild auf die Gegner ein. Ein Schraubenschlüssel ist langsam, richtet dafür verheerenden Schaden auf kurze Distanz an. Auf der anderen Seite kann man mit einem Golfschläger schnell schlagen und hat eine grössere Reichweite, die Wucht der einzelnen Schläge ist aber nicht ganz so gross. Und im Grunde genommen macht das auch richtig Spass. Es ist nämlich mit einem Ausdauersystem verbunden, wodurch man nicht permanent einfach auf seine Gegner einschlagen kann. Dadurch werden Kämpfe zu taktischen Gefechten. Man kann nicht einfach in eine ganze Horde an Zombies stürmen, denn das führt unweigerlich zum Tod. Statt dessen ist es eine Mischung aus Angriff und Rückzug. Doch gerade wenn sich mehr als 2 oder 3 nähern wird es schnell chaotisch. Der Bildschirm ist voller Zombies und wenn man seine Nahkampfwaffe braucht, folgt die Kamera den Schlägen. Kombiniert man diese beiden Faktoren, ergibt sich pures Chaos und wenig Übersicht. Findet man dann endlich einige Schusswaffen und die passende Munition, wird es nicht viel besser. Das Handling von Pistole, Schrotflinten und Gewehren ist ungelenk, steif und es macht wenig Spass mit ihnen gegen seine Gegner anzutreten. Ein erlösender Faktor in den Kämpfen sind die speziellen Formen von Infizierten. Selbstmörder jagen sich selbst in die Luft, Wrestler schlagen mit ihren massiven Armen auf den Boden um einen durch die Luft zu wirbeln und Schreier betäuben alle Spieler in ihrer Nähe wodurch man nicht mehr angreifen kann.

Dead Island Riptide

Wer jetzt denkt, das klingt genau gleich wie der Vorgänger, der hat absolut recht. Das Kampfsystem fühlt sich 1 zu 1 an wie das des ersten Teils, inklusive aller Schwächen die es schon damals hatte. Diese Gleichheit zu Dead Island zieht sich durch das ganze Spiel hindurch. Ein grosser Part des Spiels stellen Rollenspielanteile dar. Alle Waffen können verbessert und modifiziert werden. So pappt man eine Batterie an einen Schraubenschlüssel, mit welchem man von nun an seine Gegner unter Strom setzten kann. Packt man hingegen ein Feuerzeug und andere Einzelteile an seine Waffe, kann man seine Gegner damit in Brand setzten. Doch die meisten dieser Modifikationen sind die genau gleichen wie im Vorgänger, genau wie die Waffen an sich. Wirklich viel Neues gibt es nicht, nur geschätzte 15%-20% sind effektiv neu und noch nicht gesehen. Eine Rückkehr machen auch Waffen die an Qualität verlieren. Je mehr man eine bestimmte Waffe benutzt, desto mehr geht sie kaputt. Dadurch macht sie weniger Schaden und muss an Werkbänken repariert werden. Diese sind aber häufiger zu finden als im ersten Teil, weshalb das System doch sinnvoller integriert ist.

Hol dies, töte das, wiederhole, wiederhole, wiederhole

Neben den Storymissionen welche die Geschichte vorantreiben und einen über die ganze Karte hetzten, gibt es noch viele Nebenmissionen die man erledigen kann. Die Hauptmissionen sind abwechslungsreich genug gestaltet. Mal muss man einen bestimmten, besonders harten Bossgegner töten, mal muss man einen Überlebenden vor Gegnerhorden retten oder man muss bestimmte Gegenstände finden um ein Fahrzeug in Gang zu setzten. Neu hinzu gekommen sind Hub-Verteidigungsmissionen. Alle Überlebenden sind immer bei bestimmten Gebäuden oder Gebieten verschanzt. Regelmässig werden diese von etlichen Wellen an Gegnern attackiert, angelockt durch grossen Lärm oder andere Ereignisse. Jetzt gilt es die andere, nicht so immunen, Überlebenden zu verteidigen. Dazu kann man an Schlüsselstellen Zäune aufstellen oder Maschinengewehre auf erhöhten Positionen errichten. Ausserdem hat man dort immer eine Werkbank zum reparieren in der Nähe und das Spiel versorgt einen mit massenhaft Munition, Wurfwaffen wie Molotov-Cocktails oder auch Minen. Hier zeigt das Spiel seine Stärken. Massig Feinde, massig Feuerkraft und Gewalt pur.

Dead Island Riptide-2

Überhaupt nicht gelungen sind die Nebenmissionen. Immer muss man etwas holen. Drogen, Medizin, Nahrung oder die Famillie eines Überlebenden. Sie wiederholen sich immer und immer und immer wieder. Doch Dead Island: Riptide hat nicht nur was Waffen angeht Anleihen an ein Rollenspiel. Wer Gegner killt und Missionen erledigt, erhält dafür Erfahrungspunkte. Hat man genug gesammelt, steigt man im Level auf und kann seine Fähigkeiten verbessern. Jeder der fünf Charakter hat andere Stärken, ob das nun stumpfe Nahkampfwaffen oder Schiesseisen sind, und dank den Talenten die man ausbauen kann. Wer schon Dead Island gespielt hat, der kann seinen Originalcharakter inklusive Level und allen bereits erlernten Fähigkeiten importieren und noch einmal 20 weitere Level aufsteigen. Das Problem ist, man kann sich nicht wirklich spezialisieren. Schon auf Level 50 kann man gut und gerne fast 75% aller Talente erlernen. Es ist zwar toll das man seinen Charakter richtig aufpowern kann, ein wenig mehr Möglichkeiten zur Personalisierungen wären aber auch nicht schlecht gewesen.

Zusammen machts einfach so viel mehr Spass

Den grössten Reiz ist auch in dieser Runde die Möglichkeit das Spiel kooperativ zu viert zu spielen. Und erst dann wird das Spiel auch richtig intressant. Man kann Fähigkeiten kombinieren, gezielt gegen fette Bosse vorgehen und untereinander Waffen tauschen. Mit anderen menschlichen Spielern zusammen einen Hub gegen Dutzende Gegner zu verteidigen hat einfach etwas das man sonst nur schwer finden kann in Spielen. Doch auch hier gibt es Probleme. Die Minimap funktioniert oft nicht so wie sie es sollte und Lag kann selbst zwischen Spielern die in der Nähe zueinander wohnen richtig nervig sein. Wer niemanden persönlich kennt, kann auch einfach mit anderen Spielern aus der ganzen Welt spielen. Dank der Möglichkeit einfach zu jedem beliebigen Zeitpunkt einem Spiel beizutreten, und das nur mit einem simplen klick auf einen Button, ist das System richtig gut ausgereift.

Dead Island Riptide

Technisch ist Dead Island: Riptide kaum ein Fortschritt zum bald zweijährigen Erstling. Die Gesichter und ihre Animationen von Nebenfiguren ist bizarr und fast schon erschreckender als all die Untoten. Ausserdem sind viele der Figuren und Objekte 1 zu 1 aus Dead Island übernommen worden. Merkwürdig wie die gleichen Personen sowohl auf Banoi als auch auf Palanai zu Zombies geworden sind… Ein anderes Problem sind Einbrüche in der Bildrate. Kämpft man im Wasser gegen einige Gegner die dann ins Wasser fallen und Wellen verursachen, dann läuft das Spiel nur noch sehr stockend ab. Ausserdem kann es oft passieren das die Nachladeanimation bei Schusswaffen nicht richtig abläuft. Die Spielfigur macht zwar die Bewegung als würde sie ein Magazin wechseln, doch die Waffen und das Magazin darin machen keinen Mucks. Die Sprachausgabe wirkt oft auch nicht allzu ausgereift. Es ist löblich das die Entwickler sorgfältig darauf geachtet haben entsprechende Sprecher aus den Regionen wie Neuseeland oder Australien aufgetrieben haben, einen guten Job haben diese aber nicht gemacht und die Lippenbewegungen ihrer Figuren ist auch kaum gegeben.

Unser Fazit

64 %

Es ist komisch, denn trotz all den Problemen in Sachen Kamera, Steuerung, Technik und Gameplay kann Dead Island: Riptide sooooo viel Spass machen! Spielt man es mit Bekannten zusammen und metztelt sich durch Zombies, dann spielen selbst die repetitiven Missionen und das nicht ganz ausgereifte Rollenspielsystem überhaupt keine Rolle mehr. Dennoch kann ich, als ehrlicher Tester, nicht über die Schwächen hinweg sehen und muss sie erwähnen. Deshalb sollte man hier weniger auf die Gesamtwertung achten, sondern sich eher an Erfahrungen mit dem ersten Teil erinnern und einen Kauf darauf abstimmen ob man andere Leute hat um es im kooperativen Modus zu spielen. Zwar kann Dead Island: Riptide auch alleine Spass machen, doch das volle Potential wird erst im Mehrspielermodus erreicht!

Pro

  • Grosse Auswahl an Waffen
  • Modifikationsmöglichkeiten
  • Interessante Rollenspielanleihen
  • Ordentliche Länge und viel lnhalt
  • Hoher Wiederspielwert
  • Süchtigmachender Mehrspielermodus

Kontra

  • Viel zu träges Schusswaffenhandling
  • Oft zu chaotischer Spielablauf
  • Repetitive Nebenmissionen
  • Viele technische Mängel
  • Rollenspielaspekte zu wenig ausgenutzt
  • Öde Story

Unsere Bewertung

Grafik
 
53 %
Sound
 
68 %
Steuerung
 
57 %
Gameplay
 
59 %
Multiplayer
 
83 %
Spielspaß
 
73 %

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Kommentare

  • Sneakez sagt:

    Das Spiel ist der größte Müll. Die Entwickler haben seit dem ersten Teil nichts dazu gelernt. Die Balance ist total für Ars…, die Gegner viel zu stark. Stundenlanges rum gehacke auf einen Gegner, bis der mal umfällt. Insbesondere, wenn fünf Raser gleichzeitig auf einen zu stürmen und auf einen einkloppen ist der Frustfaktor unbeschreiblich. Sterben ist weiterhin sinnlos und technische Makel wohin das Auge reicht.

    Absoluter Müll! Finger weg!

  • X30 Niche sagt:

    Für mich ist dieses “Monster leveln mit” ein absolutes NO-GO. Wenn alles mitlevelt wieso erst so ein System implentieren??? Entzieht sich mir komplett. Habe deshalb auch Oblivion nie weit gespielt. Zum Spiel: Habs ne 1/2 Stunde angespielt und gelangweilt zur Seite gelegt.

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