Dead Space 2 - Der XBox 360 Testbericht - insidegames

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Dead Space 2 – Der XBox 360 Testbericht

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Veröffentlicht 26. Januar 2011 | 0:01 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 3. Mai 2015

Dead Space 2 Titel

Der Alptraum geht weiter

Als Dead Space von Visceral Games für die XBox 360, die PS3 und den PC erschienen ist, hat es das Entwicklerstudio  so gleich in den Olymp der Spieleschmieden katapultiert. Der Erstling der Entwickler war nicht nur technisch absolut brillant, das Gameplay konnte auch mehr als nur überzeugen und die Atmosphäre ist selbst heute noch etwas vom Besten das es auf der aktuellen Konsolengeneration zu erleben gibt. Nachdem mit dem letztjährigen Hack&Slay Dante’s Inferno spielerisch ein anderer Weg eingeschlagen wurde, dreht sich Visceral Games diesjähriger Streich wieder ganz um Isaac Clarke und die widerlichen Nekromorphs. Die Frage ist, ob auch Dead Space 2 wieder ein richtiger Hit wird, denn die Erwartungen der Spieler und der Fangemeinde sind gewaltig. Wir haben unsere guten, alten Plasma-Cutter wieder eingepackt und uns in eine virtuelle Hölle begeben. In unserem umfangreichen Testbericht der XBox 360 Version erfahrt ihr mehr über unsere Reise zu den Abgründen von Isaac Clarkes Seele!

Was ist hier bloss los?

Isaacs neues Gruselabenteur handelt im Jahr 2511, drei Jahre nach dem ersten Teil, auf der Sprawl. Dies ist eine riesige Weltraumstation mit mehr als einer Million Einwohnern, die auf einem Teil des Saturn Mondes Titan gebaut wurde und im Weltall schwebt. Im ersten Teil hat es Isaac knapp geschafft von der USG Ishimura zu entkommen, den Marker zu zerstören und die Nekromorphbedrohung abzuwenden. Ausserdem hat er herausgefunden das seine Freundin Nicole schon lange tot ist, obwohl er sie während den Ereignissen auf der Ishimura immer wieder gesehen hat. Diese Bilder waren nur Halluzinationen die vom Marker ausgelöst wurden. Das waren die ersten Anzeichen für Isaacs schlechten psychischen Zustand und in den letzten drei Jahren hat sich das nicht gebessert. Damit fängt das Spiel an, Isaac befindet sich in einem Gespräch mit einem Psychiater. Hier macht sich die erste Neuerung von Dead Space 2 direkt bemerkbar. Der sonst so stumme Isaac Clarke spricht, interagiert direkt mit den Personen in seiner Umgebung. Er zeigt sogar starke Emotionen, was dadurch verdeutlicht wird, dass man während des Spiels Isaacs Gesicht regelmässig zu Gesicht bekommt. Ist man anfangs ganz ohne Helm unterwegs, zieht der Protagonist im weiteren Spielverlauf vor allem in Zwischensequenzen immer wieder seinen schützenden Helm aus.

Der Start des Spiels ist so fulminant wie er auch grausam ist. Isaac wacht gefesselt auf, vor ihm eine unbekannte Person die ihm aus der misslichen Lagen helfen will. Der Spieler teilt hier das gleiche Schicksal wie der Held wider Willen selbst, denn was überhaupt vor sich geht bleibt mehr als unklar. Der Retter von Isaac stellt sich als Franco Delille heraus, der Hauptprotagonist des Arcadespiels Dead Space: Ignition. Während Franco seine Rettung durchzieht, ist im Hintergrund zu sehen das irgendetwas nicht stimmt. Die Lichter flackern nur sporadisch auf, Wände und Böden sind blutverschmiert. In dem Moment in dem langsam klar wird was los ist, bricht auch schon die Hölle los und einer der packendsten Videospielstarts aller Zeiten ist in vollem Gange.

Die Geschichte von Dead Space 2 dreht sich im Prinzip um zwei Kernthemen: der geistige Zustand von Isaac und das Überleben sowie Aufklären der aktuellen Ereignisse. Isaac war während Dead Space eigentlich nur ein einfacher Ingenieur der ums nackte Überleben gekämpft hat. Er war kein gestählter Soldat, noch war er kein cooler Sprücheklopfer während er munter die Gegner weggeballert hat. Ganz im Gegenteil, es hätte ein ganz normaler Arbeitstag werden sollen. Heraus gekommen ist der wohl schlimmste Alptraum seines Lebens. Bei Dead Space 2 zeigt sich was diese Ereignisse für tiefe Spuren hinterlassen haben. Die Dinge die er erlebt und getan hat verfolgen ihn auf Schritt und Tritt. Am schlimmsten zu schaffen macht ihm der Tod seiner Nicole. Schliesslich hat er sie erst dazu überredet auf der Ishimura zu arbeiten, wo sie dann ihren Tod fand. Der Geist von Nicole erscheint ihm im Spielverlauf immer wieder und peinigt seine Seele bis an die Grenzen. Isaac versucht dagegen anzukämpfen, sein Wahnsinn scheint aber immer schlimmer zu werden. Der Storybogen um Isaacs geistigen Zerfall ist hervorragend und unheimlich zugleich. Seine Selbstgespräche wirken beängstigend und vermitteln auf eindrucksvolle Weise den innerlichen Schmerz und die Zerrissenheit von Isaacs Seele. Zum anderen dreht sich die Geschichte um die Ereignisse auf der Sprawl. Es gilt herauszufinden was passiert ist und was Isaac in den letzten drei Jahren gemacht hat, denn Erinnerungen daran hat er keine. Er trifft zudem auf einige undurchsichtige Personen, wie Stross der anscheinend irgendeine Verbindung zu Isaac hat aber geistig noch instabiler ist. Zudem hat auch die Unitology Kirche wieder seine Finger im Spiel. Leider ist dieser Teil der Story nicht ganz so gelungen. Im Prinzip läuft alles immer nach dem selben Schema ab: Jemand der sich über Funk meldet sagt das man zu Punkt A muss um den Weg freizuräumen. Auf dem Weg gibt es aber Schwierigkeiten, wodurch man gezwungen wird über Punkt B auszuweichen. Isaac ist schlussendlich nicht viel mehr als eine Art Botenjunge für die anderen Überlebenden. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn das Spiel geht auch so super vorwärts.

Die Mischung machts

Wer den Vorgänger gespielt hat wird bei Dead Space 2 von Anfang an voll loslegen können. Die Steuerung wurde nämlich beibehalten. Isaac lässt sich dieses mal jedoch deutlich flotter steuern als im Erstling, was besonders in grösseren Kämpfen lebensrettend sein kann. Im Nahkampf ist Isaac nun auch deutlich geschickter, sein Stampf-Angriff lässt sich schneller durchführen und scheint auch mehr Bumms zu haben. Wie auch schon im ersten Teil hat Isaac schon früh im Spiel wieder Zugriff auf seine Kinese- bzw. Stase-Module. Mit der Kinese lassen sich Gegenstände aufheben und transportieren. So lassen sich dicke Eisenstangen als Geschoss nutzen um die Gegner aufzuspiessen. Mit der Stase lassen sich Gegner extrem verlangsamen, was es einfacher macht sie taktisch zu zerstückeln. Denn um die taktische Zerstückelung geht es im Kampfsystem von Dead Space 2 nämlich. Die Gegner lassen sich nicht durch einfachen Beschuss aufhalten, es ist wichtig ihnen die Körperteile wegzuballern. Aber ein Körperteil reicht nicht, die Nekromorphs greifen weiter an, auch wenn ihnen schon der Kopf oder beide Beine fehlen. Bei den grösseren Gegnern ist es wichtig ihre Schwachpunkte zu finden um sie dort empfindlich zu treffen. Neben den Kämpfen gibt es immer wieder Rätsel zu lösen oder Geschicklichkeitseinlagen zu meistern. Bei den Rätseln müssen meist Gegenstände von einem Punkt zum anderen gebracht oder Schalter gedrückt werden. Meist finden sich in der näheren Umgebungen aber hilfreiche Tipps wie die Rätsel zu meistern sind. An Geschicklichkeitstests muss in rasender Geschwindigkeit entgegenkommenden Objekten ausgewichen werden oder man befindet sich im inneren einer Fabrikanlage mit rotierenden Klingen und anderen Todesfallen.

Im Gegensatz zum Vorgänger zum Vorgänger setzt Dead Space 2 auf mehr Actionsequenzen. Immer wieder geht es ordentlich zur Sache, überall knallt und rumst es. Isaac sieht sich mehrmals auswegslosen Situationen gegenüber. Diese fügen sich jedoch perfekt in die gruselige Atmosphäre ein. Das Pacing, also die Abfolge der verschiedenen Spielsequenzen ist bei Dead Space 2 nämlich extrem gelungen. Der Wechsel zwischen ruhigen, bedrohlichen Szenen und harten, peitschenden Actionabschnitten geht so flüssig ineinander über, dass man nicht mehr vom Controller wegkommt. Eine weitere Neuerung ist die Steuerung sobald die Schwerkraft nachlässt. Konnte man im Vorgänger nur von Punkt zu Punkt springen, kann man sich nun absolut frei bewegen. Isaacs Anzug ist mit Schubdüsen ausgestattet, die es ihm erlauben durch die Räume zu manövrieren und gleichzeitig noch Nekros zu zerlegen. So gibt es auch Aufträge ausserhalb der Station, wo man im freien All herum düst und ein Rätsel löst.

Atmosphäre der Sonderklasse

Einer der grössten Pluspunkte von Dead Space 1 war die unglaublich packende Atmosphäre. Die Mischung aus verlassenen Gängen mit blutverschmierten Wänden, die unglaublich gut gemachten Soundeffekte sowie die ganze Grundstimmung liessen einen extrem tief in das Spiel abtauchen. Ständig hatte man Angst was wohl hinter der nächsten Ecke lauert. „Und war da nicht auch noch ein Geräusch? Oh Gott, ich glaube etwas kommt von hinten! Nein, da ist gar nichts.“ So oder so ähnlich verhält es sich auch im zweiten Teil. Das Spiel ist deutlich geradliniger als der Vorgänger. Gab es im ersten Teil noch viel Backtracking und sich wiederholende Gebiete, ist das inzwischen Geschichte. Man bewegt sich durch die unterschiedlichsten Gebiete von einer Mall, über eine Schule bis zu düsteren Minenschächten. Was hier geboten wird ist Extraklasse. Besonders die Schule oder die Cryo-Kammern wirken unheimlich bedrückend. Ganz spektakulär wird es im Kapitel 10. Wir wollen hier nicht zu viel verraten, doch was Visceral Games hier abliefert ist spektakulär. Die Atmosphäre ist auf einem so hohen Niveau, das einem fast die Nervenstränge reissen. Toll ist auch die neue Verknüpfung der insgesamt 15 Kapitel. Im ersten Teil wurden die einzelnen Kapitel noch durch eine obligatorische Zugfahrt voneinander abgetrennt. Inzwischen gehen die Kapitel fliessend ineinander über. Betritt man ein neues Kapitel, zeigt nur eine kleine Einblendung am Bildschirmrand dass man vorangekommen ist. Auch der Übergang zwischen Spielsequenz und Zwischensequenz ist sehr gelungen, denn es gibt keine Ladezeiten oder sonstige störende Downtimes.

Optisch ist Dead Space 2 brillant. Besonders die ekelhaften Nekromorphs sehen widerlich und grauenerregend aus. Die Verwandlungssequenz eines toten Körpers in einen wandelnden Nekromorph ist so schrecklich inszeniert, das man schon fast wegsehen muss. Die Umgebungen sind ebenfalls fantastisch und abwechslungsreich gestaltet. Das grösste Lob verdient aber der Umgang mit Licht und Schatten. Nicht einmal der Vorgänger konnte diese so gekonnt einsetzten, es ist beeindruckend. Auch die sonstigen Effekte sind spektakulär, von den Explosionen bis zu dem Blut das gleich hektoliterweise fliesst. Besonders toll sehen Flüssigkeiten im Luftleerenraum aus. Nicht ganz so toll sehen die Modelle der Überlebenden aus. Diese sind ein wenig detailarm gestaltet und die Animationen wirken teilweise leicht abgehakt. Das ist jedoch kein Beinbruch, sondern nörgeln auf hohem Niveau. Der Sound von Dead Space 2 ist ebenso beängstigend gut wie die Optik. Das röcheln, gurgeln, grunzen und stöhnen der Gegner ist so erschreckend das einem Mark und Bein gefriert. Auch die sonstige Soundcodierung ist extrem gelungen. Der Sound und die dazugehörigen Effekte machen Dead Space 2 erst zu dem was es ist.

Unser Fazit

90 %

Der erste Kandidat für das Spiel des Jahres 2011 Visceral Games hat mit Dead Space 2 einen echten Hit abgeliefert. Die Kampagne spielt sich toll und ist atmosphärisch wohl absolut ungeschlagen. Die Kämpfe spielen sich flotter und actionreicher als im Vorgänger, während die Stimmung nur noch düsterer und bedrohlicher wirkt. Die Geschichte um Isaacs geistigen Zerfall ist exzellent in Szene gesetzt. Mit Dead Space 2 gibt es auch dieses Jahr wieder den ersten richtigen Toptitel schon im Januar. Die diesjährige Konkurrenz hat zumindest jetzt schon einen extrem gelungenen Konkurenten, wenn es gegen Ende Jahr wieder heisst „und das Spiel des Jahres 2011 ist…“. Da uns EA leider keinen gültigen Online-Pass mit dem Spiel mitgeliefert hat, müssen wir auf eine Bewertung des Mehrspielermodus verzichten. Eventuell werden wir jedoch in naher Zukunft doch noch vom Multiplayer berichten können.

Pro

  • Unglaublich dichte Atmosphäre
  • Spannende Kämpfe
  • Herausragende und brillante technische Umsetzung
  • Interessante Geschichte
  • Gruselfaktor hoch 9

Kontra

  • Teilweise störische Kamera
  • Teile der Story nicht ganz auf der Höhe
  • Leicht detailarme menschliche Figuren

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
100 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
80 %

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Kommentare

  • TheLivingVirus sagt:

    Echt netter Testbericht!

    Hab Dead Space am iPod und auch da kackt man sich in die Hose xD

  • Marco A sagt:

    Morgen!

    Jo, wirklich gelungener Test. – Und mittlerwiele habt ihr auch einen Bewertungskasten…

    Frage mich nur, wie ihr für den MP-Teil 6 Punkte vergeben könnt, wenn kein Online-Pass dabei lag. ;-)

    Dennoch sehr informativ! – Definitiv eine Überlegung wert, auch wenn ich vom Vorgänger nicht überzeugt war…

    Gruß

  • MrNice sagt:

    Hey Marco. Du kommst doch auch von gamezone oder nicht? Glaub da deinen Namen schon gelesen zu haben :)

    Es liegt kein Onlinepass dabei, wie bei allen Promos von EA. Dennoch hat man die Möglichkeit zu nem 2-tägigen Probeangebot. Das hat bei mir gereicht um 1-2 Stunden zu spielen und mir ne Meinung zu bilden. Habe nur dann schon das Gefühl gehabt das die Langzeitmotivation extrem gering ist. Zudem ist das Gameplay wenn man online mit irgendwelchen Leuten spielt nicht allzu berauschend. Eventuell ändert sich was wenn man im Team spielen kann, was ich aber nicht ausprobieren konnte.

    Wie du siehst habe ich mir zwar ne Meinung bilden können, aber die paar “Spekulationen” reichen nicht für ne richtigen Bewertung mit Text. Vielleicht kauf ich mir noch nen Onlinepass nach wenn ich wieder Punkte habe, mal schauen.

    Ausserdem schauts doof aus wenn man in unserem System einer Kategorie keine Bewertung gibt :P

  • Marco A sagt:

    @ MrNice

    Jo, ich bin auch bei GZ unterwegs. – Wie klein die Internewelt doch ist. ;-)

    Ich kann mir gut vorstellen, das der Online-Modus / MP-Modus mit 6 Punkten ausreichend bewertet ist. – Kann mir auch nur schwer vorstellen, das DS2 ÜBERHAUPT im MP spaß macht, denn im Grunde ist ein solches Spiel doch wie geschaffen für einen reinen SP-Part. – Das alle Games heute auch einen Online-Teil bekommen “müssen”… Aber ich glaube das hattest duch auch (zurecht) in deinem Test kristisiert.

    In diesem Sinne: Verstehe die MP-Parts in “BioShock 2″ oder “Assassins Creed: Brotherhood” beispieslweise auch nicht so ganz; wirken doch etwas deplaziert. ;-)

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