Dead Space 3 - Review / Test - insidegames

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Dead Space 3 – Review / Test

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Veröffentlicht 17. März 2013 | 18:02 Uhr von Sandra

Dead Space 3

Als Dead Space 2008 erschein, bewiesen Visceral Games, dass Innovationen möglich und Horror nicht verloren gegangen waren. Ein Teil Zwei war die logische Konsequenz und inzwischen im Jahr 2013 angekommen, grüßt der dritte Ableger, der jedoch mit Horror leider nicht mehr viel am Hut hat. Mehr noch, eine irreführende, Marketing strategisch jedoch gut gemachte Demo führte auf die falsche Fährte und lässt einen am Ende des Hauptspiels mit Halbgarem zurück und dem nach wie vor unerfüllten Wunsch Dead Space 1 und Dead Space 2 mit einem fulminanten, gekonnten Finale zu krönen. Warum das leider nicht so ist, klären wir in unserem Test.

Ohne ein Voraburteil zu fällen, wir haben es uns wahrlich nicht leicht gemacht und Dead Space 3 komplett auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen durch gespielt, allein als auch im Koop. Aber selbst beim wiederholten Spielen fiel es schwer die richtig positiven Kracher ausfindig zu machen. Wir sind an so vielen gut gedachten Ideen vorbei gekommen, die daran kranken nicht konsequent zu Ende geführt worden zu sein. Wir haben uns nach den Demo-Momenten gesehnt, in denen optische Farbspiele und Abwechslung Trumpf waren. Aber am Ende stellten wir ernüchtert fest, dass Fahrstühle zu Recht langweilig sind und Schreibtische häufiger aufgeräumt gehören.

 

Von damals bis heute

Vom Ingenieur, dem nichts zu ‚schwör‘ ist zum Necromorph niedermetzelnden Kämpfer fasst die Geschichte von Isaac Clarke, Held der Dead Space Reihe durchaus zusammen. Gebeutelt und bestraft vom Schicksal, u.a. musste der Gute die Ermordung seine Frau erleben, hat sich die Lage für Clarke nicht zwingend verbessert. Dead Space 3 setzt recht nahtlos da an, wo Dead Space 2 aufgehört hat. Clarke erwacht auf der Krankenstation der Weltraumbasis Sprawl. Wieder genesen geht es für Clarke auf den vereisten Planeten Tau Volantis und ihr macht zusammen mit Isaac die Erfahrung, dass die Bedrohung niemals schläft und die Bedrohung durch die Necromorph nach wie vor sehr präsent ist. Aber immerhin ist der Planet, auf den es euch verschlagen hat, insofern hilfreich, als das sich dort eine Lösung finden lassen kann, wie man der Seuche Herr werden kann. Inhaltlich werden hier und da gängige Klischees bedient und im gesamten erweist sich die Story als solide, zwar ohne große Ausbrüche, keine Irrungen und Wirrungen und immerhin auch dann noch ansatzweise verständlich, wenn man die ersten beiden Teile nicht gespielt hat. Das es hin und wieder ein wenig mehr menschlich und weniger extrem schockig oder gruselig zugeht, sei an dieser Stelle verziehen und positiv zu vermerken.

Dead Space 3-05

 

… und ich düse, düse, düse, düse im Sauseschritt

Eine der wahrlich überzeugenden Stärken des ersten Dead Space war, dass Furcht, Horror, Angst omnipräsent dafür gesorgt haben, sich in den Controller zu verkrallen, verstohlen über die Schulter zu blicken und gedanklich einen Fluchtweg zu suchen. Rein zur Sicherheit, versteht sich. Und jetzt? Das Dunkle ist gewichen, wenn auch einer anderen Düsternis, die aber weit weniger übergriffig und beherrschend ist. Es wirkt wie ein Sparziergang an einem Gewittertag – die Sonne wird schon wieder scheinen. Der Eisplanet an sich wirkt stellenweisen richtig cool, überzeugend, hat seine vor allem auch optische Reizen, aber just da man dies für sich wahr nimmt, fällt auf, dass damit die Beklemmung, die Enge ausgezogen ist. Der Platz Überraschungen und damit die Erschreckmomente stilsicher zu platzieren ist genommen. Doch wie kompensieren und dennoch den Schrecken und das gefühlte Elend integrieren? Eine Änderung der Spielmechanik scheint hier angebracht und logisch – sofern die Umsetzung selbiger stimmig ins gesamte Konzept passt. Und an der Stelle muss konstatiert werden, dass es sich Visceral Games ein wenig einfach gemacht haben. Schon im zweiten Teil gab es genug kritische Stimmen, welche den Horror aus dem ersten Teil vermisst haben und Dead Space 2 als einen müden Shooter mit ein bisschen Grusel empfunden haben. Teil Drei macht das nicht zwingend besser. Natürlich gibt es die Abschnitte, die beengt, dunkel, ansatzweise gruselig sind. Wenn sich diese Bereiche allerdings wiederholen, bleibt der Horror irgendwann auf der Strecke. Zumal man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass Location-Recyling betrieben worden ist. Diverse Örtlichkeiten geben sich mindestens zwillingsgleich und lassen damit der Monotonie freie Bahn. Dazu gesellt sich noch die mit der Zeit sehr enervierende Fahrstuhl-Sequenz, um Ladezeiten zu überbrücken.

Auflockernd, erfrischend wirken hingegen die Ausflüge in die Schwerelosigkeit. Major Tom lässt grüßen und kombiniert mit dem leichten Luftkampf gibt es so nicht nur Abwechslung optischer Natur. Gleiches gilt auch für die neu hinzu gekommenen Boss-Gegner. Geliebt, gehasst – das müsst ihr entscheiden. Wir sind der Meinung, Spiele dürfen sich auch den Luxus leisten ohne derartige Widersacher auszukommen, zumal man mit ein paar kreativen Ideen mehr aus einem Konzept heraus kitzeln kann. Boss-Gegner wirken oft wie die „letzte Lösung“, wenn einem sonst nichts mehr in den Sinn kommt – von wegen „ach, parken wir doch was Überdimensioniertes dahin und machen das unfair schwer, das verlängert auch die Spielzeit“. Eine tolle „Gähn“-Lösung! Zur Ehrenrettung der enthaltenen Bosse sei erwähnt, dass sie immerhin ordentlich ausschauen, auch wenn das den Bock nicht fett macht.

Der Fairness halber sei ob der etwas weniger gruseligen Umgebungen gesagt, dass Visceral Games zumindest versucht hat die Gegebenheiten auszuschöpfen und stimmig machbares herauszuholen. So sei als Beispiel der Kampf durch den Blizzard genannt, bei dem es auch gilt seine Körpertemperatur im Auge zu behalten oder die Abseilaktion in den Gletscherspalten. Aber es reicht eben nicht, das fehlende Element Horror, das essentielle Salz in der Suppe zu ersetzen, vor allem da die Exkursionen an der Oberfläche des Planeten bisweilen sehr langgezogen erscheinen. Wenigstens lockern hin und wieder enthaltene kleine Minispielchen und Rätsel das eher Action-Baller-lastige Geschehen auf.

Dead Space 3-04

 

Waffenhandel: Finden oder Kaufen?

Für den Anfang wollen wir zunächst einmal damit aufräumen, dass die im Vorfeld scharf kritisierten Mikrotransaktionen, mit denen sich Waffen aufbauen, modifizieren lassen, usw. reine Kann-Optionen sind. Wir haben unsere Spieldurchgänge erfolgreich ohne eine einzig getätigte Aktion erledigt und nicht das Gefühl dabei gewonnen, dass wir benachteiligt worden wären. Es klappt wunderbar ohne und das ist auch den generell in ordentlichem Umfang vorhandenen Waffenarsenal als auch deren Modifikationsmöglichkeiten geschuldet.

Wiederholungstäter in Sachen Dead Space sollten sich darauf einstellen, dass nur mehr zwei Waffen mitgeführt werden können. Aber dank des Modifikationssystems lasen sich die Wummen sehr weitläufig anpassen und verändern, so dass ihr durchaus durchschlagkräftige Argumente mit euch führt. Steht euch der Sinn nach einem gepflegten Waffenwechsel, bemüht die überall großzügig verteilten Werkbände. Diese könnt ihr gleichfalls dafür nutzen um euren RIG (Anzug) aufzubauen. Das ist im Vergleich zum Waffenaufbau ein wenig langwieriger, da ihr dafür Rohstoffe braucht, welche die Tendenz haben eher sporadisch aufzutauchen, aber es gibt sie und damit lasen sich verschiedene Werte des Rig verbessern. Somit seid ihr auch ohne Mikrotransaktion in der Lage den Rig resistenter gegenüber Schaden zu machen oder euch mehr Sauerstoff zuzuführen. Gehört ihr zu den akribischen Sammlernaturen und macht euch die Mühe die Umgebungen detailliert unter die Lupe zu nehmen, könnt ihr u.a. Baupläne finden und mit denen vordefinierte als auch eigen kreierte Waffen basteln, wobei das in Abhängigkeit vom Spielmodus seine Gültigkeit hat, denn nicht jeder Modi bietet gleiche Möglichkeiten. Das gilt auch für die auffindbaren Rohstoffe, die sich nach extrem seltenen Teilen bis hin zu Allerweltsware aufteilen lassen. Indes muss man sich um Medikits als auch Munition keine Sorgen machen, da ausreichend vorhanden.

 

Zu zweit ist man weniger alleine

Die Videospielgeschichte lehrte uns schon in verschiedenen Fällen, dass Koop nicht gleich Koop ist. Zusammen spielen und zusammen spielen sind einfach zwei paar verschiedene Schuhe und so bleibt unterm Strich die Frage übrig, wann ein Koop Modus ein guter, spaßbringender Modus ist und wann nicht. Im Falle von Dead Space 3 kann man sich den Koop Part gelinde gesagt schenken. Generell besehen funktioniert das gemeinsame Spiel mit einem Zocker-Kollegen einwandfrei, jedoch sind Unterschiede zum Solospiel nicht gegeben. Das ist insofern erwähnenswert als auch zu bemängeln, da selbst noch mit dem Erscheinen der Dead Space 3 Demo erklärt wurde, dass es Auswirkungen haben werde, ob man die Kampagne allein oder zu zweit spielt. Pustekuchen ist jedoch angesagt, denn nichts dergleichen wird geboten. Auch fühlt sich das gemeinsame Spiel nur bedingt gut an. Mal abgesehen vom fehlenden Grusel ist es die partiell vorhandene Enge, die das Spielgeschehen eher nervig denn angenehmen werden lässt. Seid ihr auf der Oberfläche unterwegs, geht das Teamplay grundlegend einmal in Ordnung. Ihr habt beide ausreichend Platz, könnt euch auch in massiver Action, von der allein wie zu zweit viel vorhanden ist, hinreichend bewegen und euer Ding machen. In den ebenso zahlreich vorhandenen, engen Gängen im Inneren sieht das anders aus, komplizierter und es kommt nicht selten vor, dass ihr euch einfach im Kampf behindert. Es fehlt der Raum zum Ausweichen, zum agieren, manövrieren. Damit arrangiert, ist der Koop normale, inzwischen gängige Durchschnittskost, denn alles was ihr zu zweit macht, könnt ihr auch problemlos alleine machen.

Gut gelöst hat Visceral Games die Item-Frage, die sich häufig beim Koop-Spiel stellt. Wer sammelt was ein und wer bekommt es am Ende. Dead Space 3 lässt euch beide einsammeln, immerhin etwas. Das heißt im Klartext: Hat Spieler Eins das Item aufgesammelt, liegt es für Spieler Zwei immer noch da. Soweit geht das absolut in Ordnung. Auch die Tatsache, das Spieler Zwei zu jeder beliebigen Zeit und jedem beliegen Ort ein- bzw. wieder aussteigen kann, darf positiv gewertet werden.

Den Mantel des Schweigens hüllen wir jedoch über die gesonderten Koop-Missionen, gerade einmal drei an der Zahl, welche – bei aller Liebe, aber sorry – so spannend, aufregend und Abendfüllend sind wie eine Fußpilzbehandlung.

Dead Space 3-08

 

Die Sache mit der Technik

Butter bei die Fische, wie man so schön sagt – verstecken muss sich Dead Space 3 nicht. Bevor wir der Optik ein paar Sätze widmen, können wir Steuerung und Akustik recht simpel abhandeln: Solide, ordentlich, geht sauber über die Bühne bzw. gut ins Ohr. Das nicht jeder, vor allem deutsche Synchronsprecher, ‚voll bei der Sache‘ entschuldigen wir heute mal gnädig.

Im Gesamten ist es eine visuelle Achterbahnfahrt, die von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt ein recht breites Spektrum bietet. Während die Innenareale alle eher etwas ärmlich, partiell sehr gleich und wenig detailliert wirken, können sich gewissen Oberflächen-Abschnitte absolut sehen lassen. Im gleißenden Sonnenlicht gibt es innen vermisste Details und schöne Effekte fast schon en gros zu bestaunen. Sozusagen alles in allem ein optisches Wechselbad der Gefühle. Sicherlich spielt auch der persönliche Geschmack mit eine Rolle, den wir beim Betrachten der mehr oder weniger verschiedenen Gebiete nicht von der Hand weisen können. Uns haben die Schneestürme gefallen, als Beispiel genannt, und im Ganzen, mit Sound und den Aktionen, die notwendig waren, ein stimmiges Bild, auch atmosphärisch geschaffen. Steht ihr jedoch wiederholt in einem Fahrstuhl – wie aufregend – verblassen auch glitzernde Gestöber. Immerhin gibt es eine neue Gegner-Rasse, die Feeder; Durch infiziertes Necromorph-Fleisch mutierte Gesellen, die ein überaus empfindliches Gehör haben. Sich behutsam, sachte fortzubewegen ist eine gute Idee, die aber nicht immer gelingt. Die Feeder tauchen selten alleine und gerne im Schwarm auf. Gnädig sind die Feeder auch, hinterlassen sie, nachdem sie sorgfältig von euch erledigt worden sind, Energie und Munition.

 

Grundlage für unseren Test war eine Dead Space 3 Xbox 360 Fassung – vielen Dank an EA für die Überlassung eines Muster-Exemplars!

 

Unser Fazit

80 %

Als die Demo heraus gekommen ist, hatten wir sowas wie Hoffnung geschöpft und im Stillen gedacht „ja, das könnte was werden“. Es sah gut aus, die gebotenen Spielszenen machen was her, es sind Überraschungsmomente dabei und irgendwie passt das Ganze scheinbar doch. Was haben wir dann nicht schlecht gestaunt, als wir die fertige Version in Händen und dann einmal komplett durch gespielt hatten. Anfänglich war noch sowas wie Spaß dabei, ja sogar Enthusiasmus, aber mit der Zeit hat sich Ernüchterung breit gemacht. Dead Space 3 hat einfach seine Persönlichkeit verloren. Die Spurenwechsel haben der Serie nicht gut getan und eigentlich gut gedachte Ansätze sind auf halber Strecke verloren gegangen. Auch darf und muss in Frage gestellt werden, warum Boss-Gegner immer wieder ein probates Mittel für gutes Gaming sein sollen? In Zeiten da Spiele viel größer sind als das man banal von links nach rechts läuft und irgendwann auf ein Hindernis (Boss-Gegner) trifft, sind vorbei. Wohin ist das kreative Design aus dem ersten Teil verschwunden? Die Story hat Visceral Games noch ansatzweise logisch um die Ecke gebracht, aber beim Gameplay wurde etwas geschlampt. Wir erwarten einfach etwas mehr von einer Entwickler-Schmiede dieses Kalibers. Dead Space 3 ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut und wir werden das Gefühl nicht los, dass sich das Spiel, nein – die Serie bei seiner Entstehung die Latte schlichtweg zu hoch gelegt hat.

Pro

  • + sehr schöne Planten-Optik (Außenareale)
  • + ordentliches, aufbaubares Waffenaresenal
  • + einfache, leicht zu handhabende Steuerung
  • + partiell tolle Licht- und Schatten-Sequenzen
  • + nach wie vor agile Necromproh-Gegner
  • + ordentliche Soundkulisse
  • + Koop Modus Option

Kontra

  • - Innenlevel wiederholen sich zu oft
  • - wenig neue Gegner
  • - Grusel-Atmosphäre fehlt, gesamt zu viel Action
  • - banale Minigames, in sich zu einfach
  • - zwar solide, aber banale Geschichte
  • - Koop Modus hat keine Auswirkungen auf das Spielgeschehen

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
78 %

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