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Deadlight – Test/Review

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Veröffentlicht 31. Juli 2012 | 8:40 Uhr von Fabrice

Deadlight

Mit dem gelungenen Remake Tony Hawk’s Pro Skater HD und dem unterhaltsamen Kinect-Spiel Wreckateer hat der Summer of Arcade 2012 bereits einen guten Start gehabt. In der dritten Woche geht es deutlich düsterer zu, denn das Spiel der Woche heisst Deadlight.

Deadlight bietet klassisches 2D-Platforming, gemischt mit den omnipräsenten Zombies sowie einem interessanten Erzählstil der aus einem Motion Comic stammen könnte. Deadlight wird am 1. August für 1200 MSP auf dem Marktplatz zur Verfügung stehen, doch wir haben uns jetzt schon nach Seattle gewagt. Und leider können wir dieses Mal nicht allzu viel Gutes aus der Smaragdstadt Seattle berichten, denn Deadlight krankt an allen Ecken und Enden.

Das Ende der Welt wie wir sie kennen

deadlight-8 Randall Wayne führt zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter ein beschauliches Leben in der kleinen kanadischen Stadt Hope. Beunruhigende Berichte von merkwürdigen Fällen der Tollwut auf der ganzen Welt fangen jedoch schnell an für Unruhe zu sorgen. Und bevor sich Randall überhaupt wirklich vorbereiten kann, wird auch schon Hope von Horden von Untoten angegriffen. Theoretisch könnte man diese als Zombies bezeichnen, doch da sie sich beim Tod in Schatten auflösen, werden sie auch als solche bezeichnet. Diese Schatten überziehen die ganze Welt und der Kampf ums Überleben beginnt. Randall schickt seine Familie in Sicherheit während er selbst zurückbleibt um einen letzten Versuch zu starten die Stadt zu verteidigen. Doch dieser Versuch schlägt fehl und zusammen mit einem alten Armeeveteranen macht er sich deshalb auf die Suche nach seiner Familie. Die Spur führt in die USA und zwar nach Seattle, denn dort soll sich angeblich eine der allerletzten sicheren Zonen für Überlebende befinden. In Seattle angekommen gerät jedoch alles schnell ausser Kontrolle, denn Randall wird von seinen Mitreisenden getrennt und muss nun, waffenlos und auf sich alleine gestellt, die Suche nach Frau und Kind fortsetzten.

Ein massives Problem von Deadlight ist der Ablauf des Spiels und der Geschichte. Der Anfang ist nämlich sehr gut gemacht. Das Spiel ist atmosphärisch, die Flucht vor den übermächtigen Schatten ohne eigene Waffen ist nervenaufreibend und die Umgebungen wirken Angst einflössend. Randall ist dabei nicht nur Hauptfigur, sondern auch Erzähler was für eine interessante Stimmung sorgt. Es geht jedoch nicht lange bis sich diese Atmosphäre im Nichts verflüchtigt und gähnender Langweile Platz macht. Einerseits ist Randall Wayne ein langweiliger Charakter, für den es schwer fällt irgendwelche Gefühle zu entwickeln. Das liegt sicher auch an den merkwürdigen Aussagen die er macht. Aussagen wie Das Blut in deinem Speichel ist das einzig Reale ist nur ein kurzer Auszug aus den bizarren Weisheiten die Mr. Wayne im Verlauf des Spiels von sich gibt. Ein anderes Problem ist der Spannungsbogen des Spiels. Im zweiten Kapitel verschlägt es den Spieler in die Kanalisation von Seattle, wo man zwischenzeitlich auf gar keine normalen Gegner mehr trifft. Statt dessen schlägt man sich mit tödlichen Fallen und Sprungpassagen herum, was die Spannung des ersten Kapitels komplett zu Nichte macht. Ein kleiner Pluspunkt sind die sammelbaren Tagebuchseiten von Randall. Es macht zwar keinen Sinn das in Seattle, in der Kanalisation und auch im dritten Areal das wir hier nicht benennen möchten, überall die Tagebuchseiten verteilt sind, doch sie geben der Figur Randall Wayne mehr Tiefe. Andererseits sind alle Nebenfiguren die klassischen Klischees aus bekannten Zombiefilmen, was heutzutage wohl nur noch Gähnen auslösen wird.

Niemand schafft den ersten Sprung

deadlight-15 Spielerisch erwartet einen ein 2D-Plattformer der eher klassischen Art. Man steuert Randall von links nach rechts, bzw. umgekehrt und macht dabei in der Regel folgendes: über Hausdächer hüpfen, an Rohren entlang hangeln, durch Türen rennen, durch Luftschächte kriechen und an Hauswänden entlang kraxeln. Und obwohl man genau das eigentlich immer macht, ist dieser Aspekt nicht wirklich gut umgesetzt. Einerseits soll Randall eine ganz gewöhnliche Person darstellen, die keine grosse Kampferfahrung hat und auch auch sonst keine unglaublichen Talente besitzt. Und in eigentlich allen Bereichen trifft das auch zu, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund kann er Wandsprünge ausführen wie Mario oder Ezio was einfach merkwürdig wirkt. Die Steuerung fühlt sich steif an und oft ist es, besonders in brenzligen Situationen, nicht einfach präzise Sprünge auszuführen. Ausserdem gibt es mehrere Stellen im Spiel, an denen man quasi einen perfekten Sprung ausführen muss. Springt man nur ein paar Zentimeter zu früh ab, springt man in den Tod. Springt man nur ein paar Zentimeter zu spät ab, springt man genauso in den Tod. Man muss genau den richtigen Punkt zum Absprung finden, sonst landet man im Tod und muss den letzten Kontrollpunkt laden. An einer Stelle des Spiels hatte ich das Gefühl das ich den falschen Weg genommen habe, das es mir einfach unmöglich war den Sprung zu schaffen. Nach geschätzten 30 fehlgeschlagenen Versuchen, kam ich zur Überzeugung das ich einen anderen Weg suchen muss. Es stellte sich jedoch schnell heraus das ich doch den richtigen Weg nahm und nach weiteren 20 Versuchen, in denen ich meiner Meinung nach nichts anders gemacht habe als vorher, klappte der Sprung endlich problemlos und es ging weiter. Solche Stellen gibt es mehrmals und wenn man Glück hat, schafft man die Sprünge immer gleich beim ersten Mal. Wenn man jedoch Pech hat, dann kann man an diesen Stellen grausam hängen bleiben. Oft ist es auch sehr schwer voraus zu sehen wo der Weg durch führt, weswegen Passagen in denen Gebäude zusammenstürzen oder man von unzähligen Gegnern verfolgt wird, zu reinen Trial & Error Festen.

Obwohl man am Anfang des Spiels noch waffenlos unterwegs ist, findet man jedoch relativ bald eine Axt damit man sich auch gegen die Schatten wehren kann. Der Nahkampf ist jedoch weder unterhaltsam noch einfach auszuführen. Zwar setzt das Spiel eher auf einen friedliche Spielweise, da man von den Schatten schnell überrumpelt werden kann. Oft kommt man jedoch nicht darum herum sich in den Kampf zu stürzen und dort zeigt sich eine neue Schwäche. Wie schon erwähnt ist Randall Wayne eigentlich eine ganz normale Person, was durch eine Ausdaueranzeige signalisiert wird welche sich bei allen Aktionen langsam entleert. Die Leiste leert sich auch wenn man seine Axt schwingt, weshalb man seine Ausdauer gut einteilen muss um nicht überrumpelt zu werden. Es ist jedoch schwer die Gegner mit der Axt überhaupt zu treffen, da man keine Möglichkeit hat überhaupt zu zielen. Man schwingt seine Axt einfach wie wild seitwärts oder von oben nach unten umher und muss auf das Beste hoffen. Da sich aber gleichzeitig die Ausdaueranzeige alarmierend schnell leert, entwickeln sich solche Situationen schnell zu echten Fiaskos und neu geladenen Kontrollpunkten. Im späteren Spielverlauf findet man immerhin noch Schusswaffen, wodurch Kämpfe deutlich einfacher werden. Ausserdem ist es befriedigend die Schatten mit gezielten Kopfschüssen zur Strecke zu bringen. Doch gerade das erste Kapitel in der man nur mit der Axt auskommen muss, sind sämtliche Begegnungen mit Gegnern ziemlich nervig.

Ab und zu gibt es auch noch einige kleine Rätsel und Puzzles zu bewältigen, diese sind jedoch nicht wirklich herausfordernd. In der Regel geht es darum Kisten zu verschieben um höher gelegene Orte zu erreichen oder Schalter mit einer Schleuder zu treffen um einen Weg zu öffnen. Sie sind einfach zu bewältigen und lockern den Spielverlauf ein wenig auf.

deadlight-22 Das Gameplay ist eine gemischte Packung aus anständigen und furchtbaren Elementen. Das allergrösste Problem von Deadlight ist aber die Länge des Spiels. Die Kampagne kann locker in zwei oder drei Stunden bewältigt werden. Es gibt zwar eine anständige Anzahl an Sammelobjekten die man finden kann, der Grossteil davon liegt aber gut sichtbar mitten auf dem Weg und sind oft kaum zu verfehlen. Selbst wenn man nach dem Spiel noch die restlichen Sammelobjekte einsammeln will, kommt man nur sehr schwer über eine Spielzeit von über vier Stunden hinaus. Dank einer Kapitelauswahl und einer Anzeige in welchem Abschnitt man welche Objekte schon gefunden hat, kann man die fehlenden Sachen schnell und einfach sammeln. Ausser der Kampagne für welche es keine Schwierigkeitsgradauswahl gibt, gibt es nichts anders zu tun. Es gibt Bestenlisten dafür wer die Kampagne bzw. die drei Akte am schnellsten beendet hat aber ausser echten Speedrun-Fanatikern wird das wohl kaum Spieler bei der Stange halten.

Genialer Motion-Comic Look

Auch wenn das Gameplay und die Story nicht völlig überzeugen können, können es besonders Optik und Soundtrack auf voller Linie. Der Art-Stil von Deadlight ist atemberaubend und sucht im Arcade-Bereich seinesgleichen. Schöne Umgebungen, flüssige Animationen und viel Geschehen im Hintergrund bieten etwas fürs Auge. Denn obwohl das Spiel in 2D abläuft, sind die Umgebungen in 3D gestaltet. Man sieht Schatten durch Häuser wandern die sich an Lachen laben, brennende Autos oder andere Details. Zwischensequenzen werden durch gezeichnete Standbilder dargestellt, in welchen sich jedoch oft kleinere Details bewegen. Die Qualität in diesen Szenen liegt auf der von richtigen guten Motion-Comics und kann sich durchaus sehen lassen. Der Soundtrack geht in die gleiche Richtung und sorgt für etwas Atmosphäre, welche leider durch die dämlichen Dialoge oft zerstört wird. Denn auch die englische Sprachausgabe ist überhaupt nicht gelungen. Einzig Hauptfigur Randall vermag einigermassen zu überzeugen, doch besonders die Nebenfiguren wirken von den Stimmen her völlig deplatziert.

Hier müssen wir auch noch eine kleine Warnung aussprechen: in unserem Testdurchgang kam nach etwa der Hälfte der Abschnitte eine Meldung das etwas mit unserer Speichereinheit nicht stimmt und deshalb das Spiel nicht gespeichert werden kann. Diese Meldungen stimmen aber nicht, weshalb man sich davon nicht verunsichern lassen sollte. Das Spiel speichert fleissig automatisch mit und es entstehen, trotz der Fehlermeldung, keinerlei Probleme.

Unser Fazit

66 %

Das dritte Spiel im diesjährigen Summer of Arcade ist ein typischer Fall von einem Entwicklerstudio das sehr viel versucht und dabei eigentlich überall scheitert. Die Sprungpassagen sind wegen der steifen Steuerung oftmals eine Pein, die Kämpfe mit der Axt sind eine Qual und die Puzzles sind nicht einmal wirklich Puzzles. Dazu kommt eine extrem kurze Spielzeit von zwei bis vier Stunden, welche zudem keinerlei Wiederspielwert bietet. Für einen Preispunkt von saftigen 1200 MSP ist das einfach eindeutig zu wenig.

Pro

  • + Spannende erste 30 Minuten
  • + Teilweise gelungene Atmosphäre
  • + Schöne Motion-Comic Zwischensequenzen
  • + Genialer Art-Stil
  • + Tolle Grafik

Kontra

  • - Extrem kurze Spielzeit von 2-4 Stunden
  • - Kein vorhandener Wiederspielwert
  • - Steife Steuerung
  • - Hakelige Nahkämpfe
  • - Viel zu hoher Preis für den gebotenen Umfang
  • - Altbekannte, wenig überzeugende Geschichte
  • - Schlechte Dialoge
  • - Miese englische Sprecher
  • - Puzzles verdienen diese Bezeichnung gar nicht

Unsere Bewertung

Grafik
 
86 %
Sound
 
79 %
Steuerung
 
56 %
Gameplay
 
61 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
63 %

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Kommentare

  • The Dude sagt:

    Ich muss das Game unbedingt haben, weil ich das Game einfach nicht auslassen kann. Bei der Ankündigung von Ähnlichkeiten zu Another World und apokalyptischem Setting (ähnlich zu the Road) war ich schon Feuer und Flamme. DEADLIGHT muss her !!!

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