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Deadpool – Ausfürliches Review / Test

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Veröffentlicht 2. August 2013 | 17:42 Uhr von Sandra

Letzte Änderung 1. September 2015

Deadpool Screenshot

Er ist, wie man in Bayern sagen würde, ein Bazi, aber kein Milchbubi-Bazi mit sympathisch verschmitztem Lächeln, oh nein! Er ist stattdessen versaut, infantil, vom Zehennagel bis zu den Haarspitzen (wir nehmen einmal an, dass er Haare hat) in sich selbst verschossen und darüber hinaus hochgradig schizophren. Ein Typ zum Davonlaufen, zum Angst haben – denkt ihr das wirklich? Aber wo denkt ihr hin – ihn kann man einfach nur arschgeil finden, sofern euer Humorzentrum mit Derbheit und fiesem Witz Hand in Hand geht. Solltet ihr idealerweise noch darauf stehen anderen kräftig die Fresse zu polieren und alles und jeden durch den Kakao zu ziehen, seid ihr genau richtig. Ach, um wen es geht? Ist doch glasklar: Deadpool …

Wer braucht schon schillernde Helden, wenn man Deadpool haben kann …

… gute Frage, oder?! Solltet ihr jedoch, das wollen wir an dieser Stelle anmerken, eher Fan glatter, scheinbar von allen Makeln befreiter Superhelden sein, die zudem stets hübsch grinsend ihre wahre Identität unter Verschluss halten und in ihrer Gesamtheit eher dazu taugen aus einem Modekatalog zu springen, dann dürfte das hier weniger eure Kragenweite sein. All das ist Wade Winston Wilson, gemeinhin besser bekannt als Deadpool, garantiert nicht – und das ist gut so! Okay, Deadpool hat eine, vielleicht auch zwei oder drei Schrauben gehörig locker, stolpert manches Mal über sich selbst, hat ein loses Mundwerk, einen total verdrehten Geist, viele schmutzige Gedanken und ganz sicher für jeden Dreckskerl auf diesem Planeten mindestens eine Faust oder auch zwei sowie seine Katanas übrig. Wer nicht spurt, bekommt eine übergezogen – so einfach ist das. Garniert mit süffisanten, überzogenen Sprüchen ist Deadpool der fleischgewordene Anti-Helden-Traum von und zu Marvel, der jeden glücklich macht, der keinen Bock mehr auf streichzarte Bübchen in Strumpfhosen hat.

Deadpool Two are better than one

 

Typisch „geiler“ Durschnitt

Superhelden hat es zu jeder Zeit gegeben, mehr oder weniger ansprechend und meistens war für jeden Geschmack etwas dabei. Natürlich gibt es auch die Kaliber, die etwas gegen die Gesellen haben, die gegen das Vermummungsverbot verstoßen. Sprich, diesen Zeitgenossen stoßen die  Kerle, manches Mal auch Weiber, in Ganzkörperanzügen, sauer auf, weil sie gelinde gesagt die Schnauze voll davon haben, dass fiktive Charakter einen auf Dauergutmensch machen. Aber Deadpool ist erfrischend derb anders. Gut, sein Auftritt ist jetzt nicht gerade der Renner was die Optik betrifft. Solide, technisch ein wenig unterbelichtet, aber im Ganzen durchaus brauchbar ohne die Augen nachhaltig zu schädigen. Die Animationen sind smooth, Deadpool weiß, wie er zum Ziel kommt und zeigt dies auch eindrucksvoll. Auf Tastendruck werden Köpfe, Arme und Beine abgetrennt und der rote Lebenssaft fließt in Strömen. Deadpool  vollführt seine Kombos mit viel Inbrunst, auch wenn seine ihm mitgegebene Vielfalt ein wenig hinter der Konkurrenz zurückbleiben muss. Es gibt andere Kämpfer, die mehr auf der Pfanne haben, was das betrifft … aber ganz ehrlich: Wer braucht schon einen dreifach eingeschraubten Säbelschlitz-Salto mit anschließender Widersacher-Filetier-Rolle, wenn das Zerlegen von mitunter sehr clever agierender Gegner-Gruppen mit brachialem Schenkelklopfer-Humor zelebriert wird. Hinzu kommt, dass ihr mit Deadpool einen coolen Teleporter-Move vollführen könnt, der sich in Kombos mit einbauen lässt und trotzdem auch Takedowns erlaubt. Wem das nicht reichen sollte, besucht den In-Game Shop und besorgt sich verschiedene Boni, Granaten, Waffen und derlei mehr und ganz nebenbei amüsiert ihr euch noch über die ironischen Beschreibungen, welche die Extras zu bieten haben.

Deadpool kann somit recht vielfältig metzeln, und auch seine Widersacher bringen verschiedene Angriffsformationen mit, so dass eine gewisse Abwechslung und Herausforderung bei den vielen Kämpfen gegeben ist. Ach ja, sollte ihr mit Deadpool einmal einen zu viel abbekommen, macht nix. Er heilt sich selbst wieder und das ist zudem optisch auch noch ansprechend ins Szene gesetzt. Abgesehen  davon, es ist schon eine Schau allein Deadpool beim Aufstehen zu begleiten, danach aufs Klo, an den PC und schlussendlich schaut ihr ihm auch noch beim Pizza mampfen zu. Und für eines davon gibt es sogar einen Erfolg bzw. eine Trophäe …

Deadpool -05

 

Wenn ich nicht mein eigenes Spiel bekommen, dann …

… ist Polen offen, oder so. Deadpool spielt sich auf eine gewisse Art und Weise vorhersehbar dynamisch. Nein, das beißt sich nicht, im Gegenteil, denn die High Moon Studios, die zusammen mit Activision hinter diesem virtuellen Anschlag auf euer Humorzentrum stehen, lassen die Illusion, meistens recht gut, entstehen, dass Deadpool zu so gut wie jeder Zeit die Zügel in der Hand hat. Auf diese Weise minimiert sich die Schärfe eines extrem linearen Spielverlaufs, denn dieser lässt sich nicht leugnen. Durch die allerdings immer wieder auftretenden abstrusen Einfälle, in denen Deadpool extrem aus dem Rahmen fällt, bekommt das Geschehen seine Würze.

Den Anfang gestaltet Deadpool natürlich auch selbst, erpresst er die Entwickler, dass er ein Spiel auf sich selbst maßgeschneidert haben will. Andernfalls wird mit einer fernzündbaren Bombe das Studio in die Luft gejagt. High Moon tut wie geheißen, allerdings nicht immer zur vollsten Zufriedenheit von Deadpool. Das Skript hat seine Schwächen, Deadpool seine eigenen Kopf, womit der Verlauf ein ums andere Mal umgekrempelt wird. Entsprechend inszeniert seid ihr natürlich hautnah dabei, denn ihr werdet nicht selten dazu aufgefordert Deadpool mit der Kamera zu folgen oder ihr erlebt, nachdem Deadpool einen Witz vergeigt hat, den Schwenk innerhalb des Studios und erspäht nicht nur die Crew, sondern auch Kollege Wolverine im Live-Publikum.

Deadpool bietet neben all dem Humor, dem vielen Blut und den Kämpfen auch zahlreiche, in den meisten Fällen auch gekonnte Seitenhiebe auf filmische sowie spielerische Kollegen. Egal ob es sich dabei um Grüße an Zelda handelt, da ihr euch in bester 8-Bit-Adventure Optik nebst Eichhörnchen und Regenbögen wiederfindet, oder ihr euch als kleiner, dicker Klempner versuchen könnt, wenn es darum geht Jump’n Run-Einlagen zu bewältigen. Ganz nebenbei heißt es auch gerne mal in einer Schlange anstehen, um das Ticket fürs nächste Level zu ziehen oder mit einer weiblichen Abart des Gevatter Tod die große Liebe zu erleben. Allein die Vorstellung ist, ja, ihr habt Recht – grausam. Aber es gibt Dinge, da muss man auch als Deadpool einfach durch …

Deadpool -11

 

Ein Mann, ein Wort – Ein Deadpool, ein Wörterbuch

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man Deadpool unterstellen, dass er zu viele weibliche Gene in sich trägt. Das der rot beanzugte Anti-Held die Klappe hält, passiert eigentlich so gut wie nie. Er nimmt alles auf die Schippe, egal was – Ernsthaftigkeit? Fehlanzeige! Aber genau das macht es aus, vor allem wenn Deadpool euch so gut wie jede Szene aus seinem Blickwinkel heraus kommentiert. Gekonnt, muss man an dieser Stelle einfach sagen, ist, dass nicht nur die Synchronstimme astrein wie der berühmte Arsch auf Eimer passt (Nolan North leiht Deadpool seine Stimme), auch die Kombination englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln funktioniert großartig. Die Übersetzer haben sich verdammt viel Mühe gegeben, so dass auch diejenigen Spieler, die mit Englisch nicht ganz so viel am Hut haben, dennoch Humor- als auch Inhalts-seitig voll auf ihre Kosten kommen.

Den Ernst des Lebens kennt Deadpool nicht – oder doch?! Wenn er seine Weisheiten verteilt, möchte man meinen, dass nicht, aber alles hat bekanntlich zwei Seiten. Ergo genießt einfach, wenn alles hops genommen wird, egal ob Schleichpassage, Arcade-Shooter, Erfolge (Achievements), Quick-Time-Events und Co. Abgesehen davon, wenn es nicht gerade um bekannte Spiele-Elemente, Spiele-Kollegen oder Filme geht, wird’s auch gern mal fäkal, frauenfeindlich, sexistisch, schlichtweg schweinisch. Wir sagen nur Furzwitze, Zensurbalken über Deadpools stattliche Männlichkeit oder dicke Titten, die virtuell schaukelnd nur von kleinen knappen Stoffteilchen gehalten werden. Dazu soll Deadpool den Mund halten? Nicht wirklich!

Unser Fazit

75 %

Kurz und schmerzlos: Die einzige Frage, die ihr euch stellen müsst ist: Ist mir Deadpool Vollpreis wert? Das wäre, wenn denn, das einzige, das man dem Spiel vorwerfen kann. Denn im Gegenzug bekommt ihr wahnsinnig viel derben, aber genialen Humor und ein irgendwie geiles Game, dass in sich jedoch nur eine verhältnismäßig kurze Spielzeit aufzuweisen hat. Ca. 6-7 Stunden, länger habt ihr nicht zu tun. Das ist gelinde gesagt schade … stellt sich andererseits die Frage, ob ein Hinauszögern des Endes Deadpool wirklich gut getan hätte? Deadpool zündet, von der ersten Minute an und hält sein Tempo, seinen Witz, sein persönlich eigenes hohes Niveau bis zum Ende. Dass Deadpool nicht zwingend mit – wir sagen einmal – High-End-Spielen vor allem in Sachen Grafik und Co. mithalten kann, minimiert die „ganz eigene Güte“ des Spiels nicht wirklich. Wichtig ist einfach, dass man sich mit dem dreckigen, teilweise wahrlich Arschloch-artigen Humor unterhalb der Gürtellinie nicht angegriffen fühlt oder denkt, sich Fremd schämen zu müssen. Wer auf Bienchen und Blümchen steht, ein Sensibelchen ist, ist mit Deadpool definitiv schlecht beraten. Wer sich jedoch selbst erlaubt auch hin und wieder abgefahren derbe Gedanken zu haben, schmutzig-schlüpfrigen Humor mag oder auch für Persiflagen was übrig hat, kann und sollte bedenkenlos zuschlagen und einfach nur – wenn auch kurz – das Spektakel genießen!

Pro

  • + Deadpool!
  • + viel Humor unterschiedlicher Couleur
  • + einfach zu erlenende und leicht zu handhabende Steuerung
  • + Rätsel, Schalter-Aufgaben und Geheimräume lockern Kampfgeschehen auf
  • + sehr gute Synchronisation
  • + gute Übersetzung – stimmige deutsche Untertitel
  • + gut funktionierendes Kampfsystem
  • + Deadpools Heilungs-Sequenzen super in Szene gesetzt
  • + recht gut abgestimmtes, in sich einfaches Kampfsystem

Kontra

  • - kurze Spielzeit (ca. 6-7 Stunden)
  • - Kamera-Steuerung mit Problemen (häufiges Nachjustieren)
  • - manches Mal bleibt man in Objekten hängen
  • - Objekte, mit denen man interagieren soll, reagieren nicht immer sofort bzw. verlangen, dass in einem bestimmten Winkel dazu steht, ehe sie reagieren
  • - partiell recht uninspirierte Level-Abschnitte
  • - matschige, verwaschene Texturen

Unsere Bewertung

Grafik
 
71 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
78 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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