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In Death – Test / Review

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Veröffentlicht 3. Januar 2019 | 18:44 Uhr von Alexander Winkel

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In göttlichen Gefilden geht es gar höllisch zur Sache. Mit Pfeil und Bogen werden garstige Mönche, Ritter und Kreaturen aus der Hölle ein weiteres Mal ins Jenseits befördert und so die altertümlichen Bauten in luftiger Höhe von dem Gesocks gesäubert. Wir tauchten ein, in die himmlische Action, die verdammt an Dark Souls erinnert, denn der Sensenmann haucht beständig seine Grüße in unser Ohr.

Himmlischen Gefilde stellt man sich irgendwie harmonischer vor, mit grünen Wiesen, leckerem Festschmaus und wohltuender Musik – In Death offenbart jedoch eine garstige Welt mit schier unendlichen Gängen, zahlreichen Räumen und irreführenden Wegen durch altertümliche Mauern, die in luftiger Höhe über den Wolken angesiedelt wurden. Die Bauten erinnern an riesige Burgen und Schlösser, die ähnlich der ursprünglichen Konzepte von Dark Souls und Bloodborne wirken. Das ganze ist nett anzusehen, auch wenn die Fernsicht zu wünschen übrig lässt. Ein weiteres Element der genannten Vergleichsspiele herrscht ebenfalls in diesem VR-Abenteuer: Der Tod wartet hinter jeder Ecke und ist nur schwer abzuwenden. Irgendwann ereilt euch dieser, das ist nicht selten unvermeidbar und ihr startet mit nahezu leeren Händen wieder von Anfang an in das Abenteuer.

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In Death bietet jedoch ein gelungenes Konzept aus Permadeath und motivierendem Spielfortschritt, denn jeder Versuch, die bösartigen Kreaturen, Mönche und Ritter, wie auch Geister und Guhle zu besiegen, lehrt euch Erfahrung im Umgang mit Pfeil und Bogen und offenbart auf Dauer spezielle Errungenschaften – Achievements innerhalb des Spiels. So schaltet ihr zusätzliche Perks wie auch Verbesserungen frei, welche euch den nächsten Durchgang erleichtern können. Ihr findet irgendwann Feuer- oder Eispfeile, könnt explosive Geschosse nutzen und verursacht mit Kopftreffern immer mehr Schaden. Prinzipiell wird jeder Durchgang leichter, auch weil man immer mehr das Konzept von In Death verinnerlicht. Die Verbesserungen bleiben jedoch nicht unbemerkt und locken letztendlich auch mächtigere Gegner an.

Die Immersion in das intensive VR-Abenteuer In Death ist wahrlich gelungen und man fühlt sich sofort mitten im Geschehen. Wer mit Pfeil und Bogen auszieht, muss sich die zufällig generierte Welt auch zu seinem eigenen Vorteil machen. Im Kampf gegen andere Bogenschützen oder Zauberern solltet ihr hinter Mauern oder Säulen Schutz suchen oder mit dem Körper den Geschossen ausweichen und aus der Sicherheit heraus den eigenen Pfeil auflegen und Bogen spannen. Ein Blick um die Ecke oder Säule herum, zielen und damit den Gegner ausschalten. Ihr könnt auch einzelne Untote anlocken, um nicht einer Horde gegenüber zu stehen, denn der Nahkampf ist ohne passender Waffe (die es auch nicht gibt) nahezu ausweglos. Einzelne Gegner könnt ihr mit dem Schild noch umwerfen, bzw. Pfeile abblocken. Werdet ihr jedoch umzingelt, ist Flucht nahezu die einzige Option, nicht sofort ins Gras zu beißen.

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Allzuviel Treffer steckt der mutige Recke eh nicht weg und In Death geht mit den Drops von zufälligen Objekten wie einem Kelch mit heilender Flüssigkeit sehr sparsam um. Jeder Gefallene hinterlässt immerhin ein wenig Gold, jedoch ist der Basar nur spärlich bestückt und glänzt mit durchaus horrenden Preisen. Da müsst ihr schon einiges ackern, um mit dem Gold um euch werfen zu können. Deshalb ist Vorsicht geboten. Ein langsames und bedachtes Vorgehen minimiert Schäden und wer auf den guten Surround-Sound hört, kann so manchen Untoten schon vorab herumschleichen hören. Viel gibt es nicht auf die Ohren. Selten gregorianische Klänge, ansonsten taucht ihr in atmosphärische Stille ein – was zumindest die Konzentration fördert.

Die Fortbewegung in den labyrinthartigen Burgen und Bauten erfolgt mittels Teleport durch das Abschießen von Pfeilen, oder einer Disk, die man aus dem Handgelenk heraus für kurze Sprünge nutzen kann. Mittels der Move Controller haltet ihr den Bogen in einer Hand, und spannt die Sehne mit der anderen. Das fühlt sich intuitiv und richtig gut an, wobei das Zielen nicht ganz so einfach wie beim realen Bogenschießen erfolgt. Kaum einer wird sich seitlich hinstellen, den Bogen von sich strecken und den Pfeil bis hinter die Ohren ziehen. Prinzipiell machbar, aber eine anstrengende Haltung und funktioniert im Spiel leider nicht ganz so optimal.

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Immer wieder ist das Aufziehen des Pfeils und Zielen auch ein eher hakelige Sache, auch weil man sich gerne von der Kamera hinfort bewegt. Dann zittert der Pfeil oder springt hin und her, weil das Tracking nicht mehr sauber erfolgt. Es fehlt eindeutig eine Einblendung der Kameraposition wie es zum Beispiel Doom VFR optimal gelöst hat, um sich konsequent zu positionieren. Wesentlich einfacher ist die Steuerung mittels des PlayStation 4 Controllers, auch wenn dadurch ein großer Teils des Spielgefühls, eben Pfeil und Bogen selber zu handhaben, völlig verloren geht. Der Bogen ist jedoch schneller gespannt, die Ausweichmanöver klappen flotter und somit besteht eine deutlich höhere Überlebenschance im Allgemeinen.

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Bild 2 von 17

 

Getestete Version: Playstation 4 / PSVR

 

Unser Fazit

83 %

So unscheinbar In Death prinzipiell wirkt, so motivierend ist das Spielsystem letztendlich gehalten. Der Onlinehighscore sorgt für Motivation, aber auch die immer besseren Waffen und Perks wie auch die Tatsache, dass man sich nach und nach in den Bogenkampf einarbeitet und immer geschickterer durch die Gänge und Tempel wandert und dabei Horden von Gegner ausschaltet. Es macht einfach Laune, weil die Physik stimmig ist und das Deckungsspiel eine wahre Freude macht. Außerdem sorgen die zufällig generierten Labyrinthe für andauernde Spannung als auch die Gegner, die mit der Zeit zahlreicher werden und euch weitere Schergen und Herausforderungen in den Weg stellen. In Death ist wirklich gut, nur die Steuerung könnte sauberer funktionieren. Die Move Controller agieren nicht immer optimal. Die Alternative mit dem Gamepad ist besser, dadurch geht aber ein wesentlicher Teil der Immersion verloren.

Pro

  • + Tolle Integration des Spielers in ein wirklich gut funktionierendes VR-Spielprinzip.
  • + Anspruchsvolles Konzept und durch die Lernkurve beständig spannend gehalten.
  • + Man fängt durch den Tod zwar immer wieder von vorne an, jedoch veränderlich die Welt und das Gameplay durch wachsende Erfolge.
  • + Insgesamt macht das Spielprinzip durchaus süchtig, nach Erfolgen und einer höheren Score in den Ranglisten.

Kontra

  • - Die Move Controller sind nicht immer präzise. Sobald man sich von der Kamera wegbewegt, kann es hakelige werden.
  • - Eine Anzeige wie in Doom VFR, wo sich die Kamera befindet, wäre äußerst praktisch, um sich wieder richtig zu positionieren.
  • - Die angezogenen Labyrinthe bieten optisch nicht viel Abwechslung und selbst der Zufall kann nicht wirklich über den Baukasten hinwegtäuschen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
50 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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