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Deep Black – Review

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Veröffentlicht 27. Juni 2011 | 23:56 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 29. Februar 2012

Deep Black - 002

Als der Titel Deep Black seinen Weg auf meinen Schreibtisch fand, hatte ich gemischte Gefühle. Actiongeladenes Gameplay unter Wasser und zu Land, eine interessante Story und coole frische Waffen. Das hört sich doch nett an. Aber bereits das stark an Vanquish angelehnte DVD-Cover machte mich schon stutzig. Hört hier das Plagiat auf oder fängt es hier an?

Bereits 2007 kündigte das Entwicklerteam Biart den Actiontitel „U-Wars“ an, der Ende 2009 für PC und Xbox 360 in den Handel hätte kommen sollen. Seit 2007 hat sich technisch nur wenig an dem nun „Deep Black“ genannten Science-Fiction-Shooter getan.

Wer bin ich und was mach ich hier?

Du bist ein knallharter Elitesoldat. Nein, du bist ein risikofreudiger Kampftaucher. Nee, warte mal, du bist doch einfach nur ein Geheimagent, der ebenso gut tauchen wie laufen und schießen kann, oder? Ihr schlagt euch, als was auch immer, durch endlose Unterwassertunnel in Unterwasserlaboren, Dockanlagen und Industriehallen, um dort Irgendwen um die Ecke zu bringen oder zu retten oder irgendetwas zu entdecken oder gar alles gleichzeitig? Moment, für wen arbeite ich nochmal? Deep Black hat alles; Ökoterroristen, U-Boote, Cyborgs, IHS, GSA und andere dubiose DBAs; nur keine richtige Story oder zumindest keine, die irgendwer nach einer Stunde Spielzeit noch verstehen kann. In hölzernen und grauenhaften Dialogen schmeißen die Figuren mit immer neuen, nicht näher erläuterten Begriffen um sich, so das  man nur noch weiß, dass es um Ökoterroristen geht, die illegale Waffenforschung betreiben. Glaube ich zumindest. Auf dem Papier mag das ja noch ganz okay klingen, denn schließlich verkaufen Blockbuster-Titel wie Call of Duty uns diesen Terrorschrott schon seit Jahren und das ohne nettes Unterwassergeplantschte. Doch die grausige Präsentation, der unnötige Zwang immer noch eins drauf zu setzten und das ständige Andeuten von ominösen Machenschaften verwandelt die Story von Deep Black zu einem undefinierbaren Geschwafel, jenseits der Hideo-Kojima-Verschwörungsgeschichten-Toleranzgrenze.
Dabei hatte ich im Vorfeld noch einen Funken Hoffnung, auch wenn mir mein Magen schon klar machte, dass dieser Videospielschrott nichts werden könnte. Denn die interessante Mischung aus Land- und Unterwasserschlachten mit coolen Gadgets wie z.B. der Greifhaken zum Hacken von Drohnen und Geschützen oder gar die Harpune, die unterwasser Gegner aufspießen kann, regten mein Interesse. Doch die Kampagne läuft ziemlich öde ab und spielerische Abwechslung ist Fehlanzeige. Hier ein paar Gegner stumpf wegballern, da ein wenig im Wasser plantschen und dann schon wieder eine Ladung Gegner ausradieren. Und das immer und immer wieder. Und immer wieder. Und immer, immer wieder. Täglich grüßt der Unterwasserkampf; Monotonie in ihrer reinsten Form. Auch das hochangepriesene Unterwasser-Feature weißt gegenüber dem Landgang keine Verbesserungen auf. Die Tauchabschnitte, die zu Beginn noch neugierig machen, langweilen schnell mit den immer gleichen Szenario: Schwimmen und watschelnde Drohnen hacken oder zerstören. Dynamische Unterwasserschlachten? Nada! Gegner feuern mit lahmen Geschützen um sich, die ihr mit eurem Allzweckhaken abwehren könnt oder ihr zieht sie an euch, um sie im Nahkampf in Form von öden Quicktime-Events zu erledigen.
Jeder noch so kleine Funken Spielspaß wird durch die unglaublich vielen Bugs zerstört. Beispielsweise bleibt man ständig an Wegen und Leitern hängen, sodass man nur mit dem Neustart eines Rücksetzpunktes und ganz viel Glück weiterkommt. Sowas darf einfach nicht passieren, jedenfalls nicht in diesem extremen Ausmaß. Auch der zum Release veröffentlichte Patch mit seinem knapp 300MB schafft es nicht dem Spiel eine fehlerfreie Basis zu verhelfen. So mal das man noch berücksichtigen muss das der Release-Patch selber  über eine Woche extrem fehlerhaft war und eine ordentliche Installation ausgeschlossen war, Ärgerlich für Release-Käufer.

Technischer Tiefgang

Biart kündigte schon damals bei „U-Wars“ durch ihre hauseigene Unterwasser-Engine einzigartige, realistische Wasser-Effekte an. Zugegeben das Wasser hat was; die Verzerrung und der Lichteinfall können sich sehen lassen. Nur leider rettet nettes Wasser nicht den fatalen Rest: Graue Betongänge mit grauen Betonabsperrungen in grauen Betonanlagen. In Deep Black gleich ein Abschnitt dem anderen; auch die Unterwasserbereiche sind graue Betongänge, die einfach nur geflutet wurden. Auch das Optionsmenü ist in Deep Black das tiefschwarze Grauen. Keinerlei grafische Anpassungen sind möglich, auch das Soundmenü ist mehr als nur mager mit seinen drei Reglern – Eine Frechheit! Ihr wollt nicht mit der Leertaste in Deckung gehen? Tja, Pech gehabt. Die Tastenbelegung lässt sich nämlich in keinster Weise verändern, und so wird man als Spieler gezwungen mit der etwas fragwürdigen Belegung zurecht zu kommen. Einen letzten Trumpf hat Deep Black aber noch mit seiner Unterstützung von 3D-Funktionen. Wer über einen 3D-Monitor und eine aktuelle NVIDIA-Grafikkarte verfügt, kann den Tiefseeschnarcher auch in der dritten Dimension erleben. Groß wird mit der neumodischen, wenn auch noch etwas unausgereiften Technologie auf dem Cover geprotzt. Wirklich viel bringen tut es aber trotzdem nicht. Vielleicht hätten die Entwickler die Zeit besser in die Produktqualität stecken sollen?

Multi…schnarch…player

Nicht nur im Singleplayer geht es in Deep Black spritzig her, sondern auch im Mehrspielermodus. Naja, wenn man einen Server mit anderen Mitspielern finden würde, denn offenbar hat sich niemand das Spiel gekauft. Kollegen für eine gepflegte Onlinepartie lassen sich nicht finden. Das liegt wohl in erster Linie an dem spärlichen Multiplayer-Angebot, welches nur aus Deathmatch und Team-Deathmatch besteht. Beide Varianten bieten keine Besonderheiten und nutzen die wenigen interessanten Möglichkeiten der Singleplayer-Kampagne nicht.

Unser Fazit

35 %

Deep Black bietet einfach alles, außer Spielspaß. Ein dämlicher 08/15-Held ohne Herz und Seele, eine immerhin anfangs interessante Geschichte, die jedoch ins Leere verläuft, verblödete Gegner, lieblose, sich dauernd wiederholende Betonanlagen und einen ideenarmer Mehrspielermodus wecken das Grauen in mir. Den Kopf gegen die Wand schlagen macht mehr Spaß. Auf dem Papier hört sich Deep Black gar nicht so verkehrt an und auch einige Features hätten früchten können. Leider zerstört der lahme Handlungsstrang, neben den unzähligen Bugs, die selbst mit dem verbugten Releasepatch eher schlechter als besser werden, jedes Aufkommen von Unterhaltung. Meine Meinung? Finger weg! Gute Action-Shooter gibt es wie Sand am Meer, Deep Black ist jedoch keiner davon.

Pro

  • Interessante Ansätze
  • ordentliche Unterwasser-Effekte
  • solides Waffenarsenal
  • 3D-Unterstützung
  • drei Schwierigkeitsgrade
  • nützlicher Greifhaken

Kontra

  • lasche Effekte
  • schwache Animationen
  • langweiliges Leveldesign ...
  • ... das sich ständig wiederholt
  • Clippingfehler
  • Musikschleife
  • dünne Soundkulisse
  • demotivierende Charaktere
  • lächerliche Figuren
  • Levelwiederholungen
  • wenig Gegnertypen
  • streng linear
  • doofe KI-Gegner
  • teils unausgereiftes Waffensystem
  • kein freies Speichern
  • keine freie Tastenbelegung
  • keinerlei Grafikoptionen
  • extrem viele Bugs
  • ideenloser Mehrspieler

Unsere Bewertung

Grafik
 
55 %
Sound
 
55 %
Steuerung
 
55 %
Gameplay
 
35 %
Multiplayer
 
35 %
Spielspaß
 
15 %

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