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Defiance – Test / Review

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Veröffentlicht 17. April 2013 | 19:58 Uhr von Ricky

Letzte Änderung 2. Januar 2014

Defiance - Screenshot

Defiance?! … Was ist das? Kann man das Essen? Schmeckt das? So oder so ähnlich wird es vielleicht einigen von euch ergangen sein, als sie das erste Mal von Defiance gehört haben. Die große Unbekannte MMO, die es doch – Moment, wartet Mal – je genau, eigentlich nur auf PC gibt. Das auf Konsole? Niemals, oder doch? Wir formulieren das einmal so: Eine gewisse Ähnlichkeit mit einem gutem Essen lässt sich nicht leugnen, denn wie beim Essen, vor allem dem Testen von nicht so bekannten Nahrungsmitteln, bzw. unbekannten Gerichten auch, muss oder besser sollte man das Ganze erst einmal ausloten, Probe schmecken und wirken lassen, bevor man entscheiden kann ob es einem schmeckt oder nicht. Wir haben uns eine große Xbox 360 Portion auf den Teller geladen und sind nach wie vor kräftig am Futtern – denn, ohne zu viel zu verraten, uns schmeckt es!

Vorwort

Obwohl wir, die Damen und Herren der berichtenden Zunft, mehr oder weniger schon sehr lange mit der Spiele-Szene verbandelt sind, sozusagen vergleichbar mit einem alten Ehepaar, erwischen wir uns doch immer wieder dabei, dass wir es nicht selten durchaus erstaunlich empfinden, dass diverse Spiele in der mittlerweile großen, breiten Masse an Software-Angeboten regelmäßig und regelrecht untergehen können. Defiance ist auch so ein Beispiel, denn zu Anfang hatte sich kaum jemand für den Titel interessiert. >>Na ja, nen MMO, was soll’s, was wird das schon bieten können?<< Das war ein recht einheitlicher Tenor – und zwar vor den großen Defiance Beta-Key Verlosungen, die u.a. auch wir mit unseren Partnern durchgeführt haben – an der Stelle nochmals herzlichen Dank für die Überlassung der Beta-Key Codes!

Jedenfalls, die Beta-Keys wurden gut angenommen! Ein MMO auf Konsole kann offenbar doch funktionieren und so mancher sah sich angespitzt, die große Welt eines Spiels zu betreten, dass erst einmal nur einen Anfang besitzt, aber kein Ende. Grund genug für uns einmal ein Fazit zu ziehen und den ersten großen MMO-Titel für Konsolen genauer zu betrachten als auch zu prüfen, was Defiance so alles auf der Pfanne hat.

Wirklich das Erste?

Wir implizieren jetzt mal, dass vor allem die Hardcore-Spiele-Kenner unter euch bei solch einer Aussage sicherlich innerlich so was wie aufschreien, denn MMORPGs gab es bereits für Konsolen. Das stimmt soweit schon, aber bei Defiance handelt es sich zum einen nicht um ein MMO-RPG, und zum anderen hat es Trion Worlds als erster Entwickler gewagt ein MMO-G (Massively Multiplayer Online-Game) auf drei Plattformen gleichzeitig zu veröffentlichen. Wer sich mit MMOs ein kleines bisschen auskennt, kann sich sicherlich denken, dass ein solches Unterfangen nicht ganz problemlos abläuft, nicht zuletzt da eine solche Veröffentlichung schon auf einer einzigen Plattform große Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Auch bei Defiance verlief nicht alles reibungslos, und trotzdem muss man es Trion Worlds lassen, dass sie trotz aller Widrigkeiten den Release weitestgehend gut im Griff gehabt haben – wie gesagt, drei Plattformen wurden gleichzeitig bedient. Und Trion Worlds weiß auch darum wie wichtig Spieler sind, die das Projekt nutzen – ergo haben viele Spieler einen kleinen Obolus für den holprigen Start erhalten. Auch der erste große Patch steht bereits in den Startlöchern, der viele große und kleine Wehwechen beheben wird – was will man unterm Strich mehr.

Defiance-12

 

Butter bei die Fische – was ist Defiance?

Diese Frage lässt sich zusammen genommen relativ leicht beantworten: Defiance ist ein riesiger Open-World Third-Person-Shooter, mit dem Potential einen sehr hohen Suchtfaktor bei Spielern zu erzeugen. Nur noch hier ein wenig Waffe modifizieren, dort eine Nebenmission abholen, das Inventar aufräumen, die Straßensperre aufheben, fix zum Händler gehen, den Archenfall auch noch mitgenommen … So ein Shitkram, schon wieder eine Stunde rum – ich wollte doch ins Bett gehen … Ja, so kann es gehen!

Zugegeben, der Einstieg ins Spiel fällt etwas ernüchternd aus und kann vor allem (MMO-Neulinge sowas wie abschrecken. Große Menüs, die fürs Erste richtig unübersichtlich wirken, mit der Zeit jedoch eine gewisse Logik präsentieren. Auch werdet ihr damit konfrontiert, wenig bis keine Erklärungen in Sachen Spielhandhabung per se zu erhalten. Ihr werdet ein Stück weit ins kalte Wasser geworfen mit dem Auftrag: Nu schwimm, sonst säufst du ab. Aber wisst ihr was? Wenn ihr euch davon nicht beeindrucken lasst und euch Stück für Stück durch fuchst ist alles nur noch halb so wild. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint – oder, ums im Tenor der Einleitung zu sagen: „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“.

Lasst euch auf Defiance ein, genießt die ersten Massenschlachten, probiert euch darin aus und kostet den Sieg aus, wenn ihr den ersten riesigen Boss-Gegner überlebt habt. Lust verführt zu werden, vielleicht von einer oder zwei, drei Koop-Instanzen, da ihr im Team spielt – selbst wenn ihr allein aufbrecht, eure Gefährten werden euch Online zugeteilt und meistens wissen diese zufällig ausgewählten Kollegen auch sehr gut wo es lang geht. Defiance ist am Ende dieses sich gemein von hinten einschleichende „nur noch ein bisschen“ Gefühl, das sich breit macht und dafür sorgt, dass ihr so schnell den Controller nicht aus der Hand legen wollt. Wer von euch diesen Punkt erreicht, hat verloren – nein, Spaß … Fakt ist: Spätestens an diesem besagten Punkt angekommen, wird sich euch offenbaren, welches Potential in Defiance schlummert – vor allem und ganz besonders abseits einer Krach-Boom-Bang-Bombast-Optik, die nur allzu gerne mehr Schein als Sein in einem Spiel vorzutäuschen vermag.

Waffen, Waffen … überall Waffen!

Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen, aber es sei nochmals darauf hingewiesen, dass Defiance zwar – vollkommen richtig – ein MMO ist, aber eben kein RPG (Rollenspiel), sondern ein Shooter – Peng-Peng, du bist tot! Genau darum geht es: Töten und wenn es blöd läuft getötet werden, virtuell versteht sich. Um die Vielzahl als auch immer stärker werdenden Gegner in Schach zu halten, ist in Defiance natürlich ein wichtiger Aspekt das Waffenarsenal. Wobei das Finden von Waffen per se kein Problem darstellt. Vielmehr stellt sich die Aufgabe in Form des konsequenten Weiterentwickelns der Waffenfähigkeiten als auch der Waffen-Modifizierungen.

Anfänglich mag das Ganze „was kann ich mit Wummen jeglicher Art alles anstellen“ etwas undurchsichtig erscheinen. Aber lasst euch versichern, im Laufe der Zeit entwickelt sich ein Art Automatismus, eine gewisse Form der Intuition, wie man mit welcher Waffe umzugehen, diese weiter entwickelt oder wann das gute Stück final dann doch ausgedieht hat. Hier hat Trion Worlds ein durchaus sehr interessantes System einfallen lassen, welches zweifelsfrei nicht nur zu motivieren versteht, sondern sich auch ein Stück weit an eure Kreativität richtet, da ihr aufgefordert seid zu testen was wie funktioniert, etc.. Spätestens dann wenn ihr langsam aber sicher anfangt mit den vorhandenen Synergien zu experimentieren, entfalten die Waffen ihr volles Potential.

Aber das ist, wenn man so will, Gott sei Dank nicht das einzige was in Defiance zu überzeugen weiß. Wer eventuell mit dem MMO-RPG Rift, erschienen für PC und ebenfalls von Trion Worlds Bekanntschaft gemacht haben sollte, wird sich vor allem an die ordentlich zahlreich vorhandenen dynamischen als auch zufallsgenerierten Events erinnern, welche – wenn wundert es wirklich – auch in Defiance zu finden sind. Irgendwo in der richtig anständig großen Spielwelt von Defiance startet ein Außerirdischen-Angriff. Erst sind es nur ein paar kleine Schlachten, gefühlt mit links und geschlossenen Augen zu erledigen bis, ja bis es zu einem riesigen Kampf kommt, an dem nicht selten augenscheinlich alle menschlichen Spieler teilnehmen, die sich gerade auf dem Spielserver tummeln. Ein durchaus imposantes Bild, und vor allem auch technisch betrachtet, wahrlich nicht schlecht umgesetzt. Klar, müsst ihr im Zweifel mit Framerate-Einbrüchen rechnen, das bleibt bei einem solchen Event, an dem sich „Massen an Spielern beteiligen“ nicht aus. Dem sei hinzu gefügt, dass wir während unseren Test-Sessions (verschiedene Tage + unterschiedliche Zeiten) mitnichten Bekanntschaft mit Unspielbarkeit während der Events machen mussten, geschweige denn, dass die ganze Kampfaction zu einer Slideshow verkam. Weder das eine noch das andere ist uns passiert!

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Allein, zu zweit, Gruppe, Clan … alles kann, nichts muss!

Bei Defiance stellt sich auch ein wenig die Frage danach, wie ihr spielerisch tickt – und nein, ihr müsst nicht lieb gewonnene Gewohnheiten über Board werfen. Seid ihr beispielsweise der berühmt-berüchtigte „Lonely Wolf“, nur ihr und eure Waffe, dann fühlt euch frei und seid genauso unterwegs. Alle vorhandenen Missionen (Haupt-, Neben- und Extra-Aufgaben, Hotspots, usw.) des Spiels lassen sich problemlos alleine absolvieren. Solltet ihr doch mal als einsamer Ranger in die Bredouille kommen, seid euch sicher, dass in der Nähe garantiert andere Spieler sind, die fix aus der Patsche helfen können. Davon ab, dass diese Gesellen gerne so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind.

Steht euch eher der Sinn eine der zahlreichen Koop-Instanzen zu spielen, auch kein Thema – selbst wenn ihr auch dann den einsamen Wolf in euch nicht brüskieren wollt. Ihr werdet automatisch, sobald ihr eine Instanz ausgewählt habt, in Gruppen a vier Spieler zusammen gestellt. Das hat auch einen guten Grund, denn die Instanzen haben es in sich, bieten einen höheren Schwierigkeitsgrad als die Kampagne selbst. Wer also auf Herausforderungen steht, zudem seine Reputation verbessern will, die nicht selten den Weg zu besseren, cooleren, kräftigeren Wummen freigeben, ist im Koop bestens aufgehoben.

Sollte euch das alles noch nicht reichen, gibt es ergänzend zum Single- oder Gruppenspiel natürlich noch Versus-Matches für euch. Diesbezüglich könnt ihr euch entweder in den angeschlossenen Mehrspieler-Bereich begeben, oder ihr wagt euch an eine der vorhandenen Schattenmissionen – eben jedem so wie es ihr bzw. ihm beliebt.

Abgesehen von den vielen spielerischen Möglichkeit steht noch die Spielerei mit dem eigenen Alter Ego an, welches durch Erfahrungspunkte stetig verbesser werden kann. In welche Richtung, dass müsst ihr entscheiden und euch selbst fragen, welche Art des Spieles das eure ist und darauf aufbauend die Frage, welche ergänzenden Skills dazu am besten passen. Ihr werdet wohl kaum die Unsichtbarkeit wählen, wenn ihr lieber Berserker gleich die Gegner im direkten Nahkampf in der Luft zerreißen wollt, oder?! Somit tut ihr daran, wenn ihr eure Figur am Anfang des Spiels kreiert weniger auf die Waffe zu achten, welche die Protagonisten bieten, denn das könnt ihr jederzeit im Spiel anders handhaben. Eine einmal zugewiesene Fähigkeit jedoch bleibt erst einmal unverändert und kann erst mit dem Ego-Aufbau variiert werden.

Defiance-33

 

Alles Werbetext, oder was?

Wer jetzt nach den augenscheinlich in höchsten Tönen geschmetterte Lobesgesängen denkt, wir würden Werbung für Defiance machen, dem sei gesagt, sorry, aber das ist ein gedanklicher Holzweg. Denn die banale Physik lehrt doch schon: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Davon abgesehen, ein perfektes Spiel gibt es schlichtweg nicht – irgendwas lässt sich am Ende immer finden, selbst wenn der grundlegende Tenor auf „saugut“ rauszulaufen scheint.

Punkt eins ist schon einmal, dass Defiance definitiv kein Spiel für Grafik-Fetischisten bzw. optische Feingeister darstellt. Die postapokalyptische Erde unter Alien-Einfluss und all seinen Archenjägern ist im Gesamten eher zweckmäßig ausgefallen, stellenweise grob, fast schon morbide, altertümlich anmutend, aber nichts desto weniger weitestgehend sauber in Szene gesetzt. Das was augenblicklich von der gesamten Spielwelt zugänglich ist, stellt sich generell als abwechslungsreich dar: Ödnis wechselt sich mit Ruinen, Farmen und anderen Gebäude-Typen ab, ebenso wie sich Berglandschaften, kahle wie bewaldete mit Wasserlandschaften und Co. die Klinke in die Hand geben. Interessant dürfte werden, was sich Trion Worlds für die zukünftigen, und schon angekündigten Erweiterungen wird einfallen lassen bzw. sicher schon in Petto haben wird. Bezogen auf den optischen Auftritt müssen wir hier und da ein wenig in der B-Note abziehen, denn Pop-Ups zieren nicht selten die Spielwelt und auch die ein oder andere nicht ganz so astrein gelungene Textur lässt sich bei aller Liebe nicht schön reden. Aber, und das ist trotz der eher allgemein gültigen Einfachheit in Sachen Grafik Defiance zu Gute zu halten: Drohendem Augenkrebs oder gar rückwärtiges Essen müsst ihr nicht befürchten. Stellt euch auf Spartanisches ein, denkt daran, dass die zu Grunde liegende Hardware auch schon nicht mehr die Jüngste ist, und dann wirkt das von Trion abgelieferte Material, auch vor dem Hintergrund, dass immer mehr als nur eine Handvoll Spieler in Paradies unterwegs ist, durchaus solide. Sicher, mehr geht immer – aber mehr heißt auch in dem Fall, dass mehr Ressourcen vorhanden sein müssten, die dann auch sofort gefressen würden. Stellt sich auch die Frage: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Punkt zwei, der uns weniger gefällt ist die Soundkulisse, vor allem die Deutsche Synchronisation, die wir, noch geschmeichelt formuliert, als totalen Griff ins Klo bezeichnen müssen. Ehrlich, wir haben schon viel gehört, unsere Lauscher haben schon jede Menge ertragen, aber die Sprachausgabe in Deutsch in Defiance ist alles andere als Hitverdächtig. Vielleicht sind wir dahingehend zu sehr verwöhnt oder zu „Englisch geprägt“ – den Schuh ziehen wir uns dann gerne an. Es ändert jedoch nichts daran, dass viele Dialoge vollkommen uninspiriert, dahin geschludert gesprochen wirken und wir den Eindruck gewinnen mussten, dass die verpflichteten Stimmgeber wenig bis keine Lust auf dieses Schaffen hatten. Warum? Wir verstehen es jedenfalls nicht und raten daher auf jeden Fall zur englischen Tonspur, die in vorbenannten Belangen bei Weitem nicht so trantütig und emotionslos daher kommt.

Nach Adam Riese und Eva Zwerg folgt nun konsequent und logisch Punkt Drei der Dinge, die uns an/in Defiance nicht so wirklich gefallen. Oder anders ausgedrückt passt auch der Ausspruch: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht, denn in Sachen Menüführung muss sich Trion Worlds nen dezenten Tritt den Allerwertesten gefallen lassen. Warum? Für Konsolen-Zocker mag die Struktur des ganzen Menüs und seine Unterfunktionen, etc. noch in Ordnung gehen, gesamt auch da schon etwas mehr oder weniger umständlich, aber generell mal o.k.. Für PC-Spieler hingegen sind es eindeutig paar Klicks zu viel, welche für oftmals eine Mini-Aktion ausgeführt werden müssen. Ohne jede Frage einfach eine Sache der Übung, aber bitte, bitte Trion Worlds, das geht auf jeden Fall besser, zugänglicher, einfacher. Denkt dabei schlicht auch diejenigen welchen, die vielleicht zum ersten Mal ein MMO spielen. JA, sowas soll es tatsächlich noch geben.

Den größten Fauxpas, und damit last but not least Punkt Vier, hat sich Trion Worlds unserer Meinung nach mit der Weltkarte geleistet. Ihr bekommt zwar in der Regel schön angezeigt, wo man welche Quests finden kann, aber ihr werdet euch den Wolf suchen, wenn ihr Ausschau nach bestimmten Orten haltet, denn die wurden schlicht vergessen. Was nützen Tages-, Wochen- sonstige Aufgaben, Challenges, Koop-Aufträge und weiß der Teufel noch alles, wenn man da steht wie der Ochs vorm Berg, weil die einzelnen Orte namentlich nicht auf der Karte auszumachen sind. So was nennen wir mal gelinde ein „böses Foul“ und wir hoffen sehr auf Nachbesserung – damit nicht Kollege Zufall immer mal wieder eingreifen muss, sondern der Spieler seine eigene Route wieder ganz in die eigenen Hände nehmen kann.

 

Unser Test basiert auf Solo- sowie Partner-Erfahrungen inkl. dem Spielen von Koop-Missionen mit einer XBox 360 Version. Vielen Dank Trion Worlds und der angeschlossenen Agentur für die Bereitstellung des Testmusters!

Unser Fazit

81 %

Unterm Strich lässt sich Defiance recht einfach zusammenfassen: Entweder man mag es oder man mag es nicht, ein dazwischen gibt es unserer Einschätzung nach nicht. Wir gehen davon aus, dass sich einige Spieler an der schlichten Optik stören werden, andere wiederum nörgeln ob der Missionen, die zusammengefasst meist recht ähnlich ausgefallen sind. Wieder andere empfinden vielleicht das Waffen-Aufbausystem zu kompliziert. Und wieder andere finden die Verbindung zwischen einem Spiel und einer zugehörigen, ergänzenden Fernsehserie zwar interessant, aber in der Ausführung nicht ausgereift genug. Ja, das alles mag in gewissem Rahmen zutreffend sein, und dennoch handelt es sich bei Defiance um ein zweifelsfrei sehr gutes Spiel, das seinen Charme, sein Potential erst nach einer gewissen Einarbeitung ins Spiel entfaltet. Einfach mal rein rennen und ein bisschen rumballern sorgt de Facto für Frust, aber nicht für Spiellust. Ihr solltet Defiance mit Ruhe angehen, die nötige Zeit und Aufmerksamkeit investieren, um das Potential des Titels zu entdecken. Wer beispielsweise ständig nur mit der gleichen Waffe durch die Lande zieht, und sich dann wundert dass nix vorwärts geht, kratzt nicht mal ansatzweise an der Oberfläche. Auch das vorhandene Skill-System, welches den eigenen Archejäger verbessert, sollte gut durchdacht sein und möglichst Hand in Hand mit der eigenen Spielweise gehen. Wer sich allerdings die Zeit nimmt in Defiance und vor allem in die gebotenen Möglichkeiten einzutauchen, der wird mit einem sehr guten, umfangreichen und vor allem spaßbringenden Spiel belohnt werden, vor allem einem Spiel, dass bisher kein Ende hat und so schnell auch keines bekommen wird. Wenn Trion Worlds es zukünftig noch schafft das ein oder andere Manko in den Griff zu bekommen – über eine bessere Kartenbeschriftung würden sich sicher viele freuen, und auch mit zusätzlichem Content den Faden nicht verliert, diesen schlüssig, technisch weitestgehend ordentlich implementiert, dann werdet ihr, die ihr euch mit dem MMO-Shooter anfreunden könnt sicher bis zur nächsten Konsolen-Generation ausreichend beschäftigt sein. Gebt euch einen Ruck und probiert es aus. In diesem Sinne, wir sehen uns in Paradise!

Pro

  • + große Spielwelt mit vielen Möglichkeiten
  • + vielfältiges und durchdachtes Skill-System
  • + interessantes und forderndes Waffenaufbau-System
  • + partiell interessante Story-Charaktere
  • + Spiel funktioniert auch prima ohne Serienkenntnisse
  • + auf Konsole gut angepasste Steuerung
  • + umfangreiches Menü – gut steuerbar mit Controller
  • + viele Haupt- und Nebenmissionen
  • + allein, zu zweit, in der Gruppe oder Clan, usw. spielbar
  • + stetig wechselnde Tages- und Wochenaufgaben
  • + jede Menge „Straßenmissionen“ vorhanden, die immer wieder gemacht werden können
  • + soweit abwechslungsreiche Umgebungen
  • + hohes Level-Cap, dennoch gut erreichbar
  • + sehr viele Challenges (nicht zu verwechseln mit Missionen)
  • + gute Kollisionsabfrage
  • + solide Fahrzeugsteuerung
  • + motivierendes Gameplay
  • + stabil laufende Server
  • + gut funktionierendes Schnellreise-System

Kontra

  • - Missionen können eintönig wirken
  • - Grafikfehler vorhanden: Pop-Ups, matschige Texturen, usw.
  • - deutsche Synchronisation weniger überzeugend
  • - für Einsteiger, MMO-Erstlinge kann das Menü zu überladen und undurchsichtig wirken
  • - Waffenaufbau / Modifizierung sehr komplex für MMO-Einsteiger
  • - sehr unübersichtliche Weltkarte
  • - Spiel-Einstieg kann langweilig und schwerfällig wirken, da anfänglich eher zäh im Verlauf
  • - trotz grafischer Abwechslung auch langweilige Gebiete dabei
  • - Munitionskisten teilweise strategisch deplatziert verteilt
  • - gesamt sehr wenig Hilfestellung für Einsteiger

Unsere Bewertung

Grafik
 
77 %
Sound
 
74 %
Steuerung
 
81 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
88 %
Spielspaß
 
88 %

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