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Die Sims 4 – Ein Schritt vor, zwei zurück

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Veröffentlicht 20. Oktober 2014 | 14:48 Uhr von eJUNKI3

Die-Sims-4-Screenshot

Es sind jetzt satte fünf Jahre nach dem Erfolg der Lebenssimulation Die Sims 3 vergangen. Der Nachfolger ist seit einigen Wochen auf dem Markt und wir wollten wissen, ob der vierte Teil der Serie uns wie versprochen mit echten Emotionen und einer verrückten Story fesseln kann.

Was zuvor geschah

Mit einem bitteren Beigeschmack wagen wir uns an das von Maxis produzierte Spiel, denn dieses wurde schon Wochen vor Release von der Community zerrissen. Beworben wurde der Baumodus, welcher ungeahnte Möglichkeiten bieten soll, sowie der Sims-Generator, welcher gleich mehrfach durch die Werbetrommel gerührt wurde. Im Vorfeld wurden keine besonderen Versprechungen gemacht, was bei dem Erfolg von Sims 3 auch nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Leider wurde aber verschwiegen, das Die Sims 4 ordentlich kastriert und um einige Features beschnitten wurde, welche beim Vorgänger selbst ohne Add-ons zum guten Ton gehörten.

Die inoffizielle Fanseite ts4news.com veröffentlichte eine Liste mit insgesamt 89 Features, welche für den Release des neuen Ablegers gestrichen wurden. Scheinbar lapidare Dinge wie fehlende Pools, Kleinkinder, Krankheiten, Ängste, unebenes Gelände und mehr, veranlassen User auf Metacritic dazu, Die Sims 4 mit lediglich 3,7 von durchschnittlich 10 Punkten zu bewerten. Ärger und Unmut sind durchaus nachvollziehbar, doch wie wir alle wissen, sind rein subjektive Meinungen pures Gift in dieser Branche.

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Das Spiel des Lebens

Das Spielprinzip der Lebenssimulation ist im Grunde altbacken, aber dennoch bewährt. Der Spieler erstellt sich einen oder mehre Charaktere, welche zusammen in einem Haushalt leben. Da die virtuellen Protagonisten eher schlecht als recht durchs Leben ziehen, liegt es in der Hand des Spielers, den Tagesablauf ordentlich zu planen. Damit ein Sim seinem Hobby nachgehen kann, sind grundlegende Dinge wie der Gang zur Toilette, Körperpflege, das täglich Brot, ausreichend Schönheitsschlaf und der Arbeitsalltag minuziös zu planen. Der Traum vom Eigenheim soll Realität werden, doch da wir wie im echten Leben von ganz unten anfangen, sind fertige Prunkbauten für uns unerschwinglich. So beziehen wir ein Grundstück und richten uns hier unserem Budget entsprechend ein. Sobald die Hütte ausgebaut ist, geht der Alltag erst richtig los. Die Wünsche eines Sim sollten zeitnah berücksichtigt werden, um Bambule im Dorf zu vermeiden.

Neben den grundlegenden Bedürfnissen haben die Sims ein nachdrückliches Bestreben. So möchte sie zum Beispiel ein Meisterkoch werden, ein Computergenie oder einen Literatur-Bestseller veröffentlichen. Diese Intentionen sind meist an einen Berufszweig gekoppelt. Um in der Karriereleiter weiter aufsteigen zu können, müssen so manche Fähigkeiten erst erlernt werden. Doch eins nach dem anderen, legen wir erstmal los.

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Ein Spiel mit Charakter

Mit Recht wurde der Sims-Generator ordentlich beworben. Die Erstellung eines virtuellen Egos macht wahrlich Spaß und bietet im Vergleich zum Vorgänger, einen buchstäblich intuitiven Workflow. Per Drag and Drop lassen sich die Körper der Sims nahezu grenzenlos formen, wodurch auch sehr – sagen wir gewöhnungsbedürftige – Körperbautypen ermöglicht werden. Frisuren, Tattoos, Accessoires wie Hüte, Uhren, Brillen und Co., geben dem kreativen Freigeist freie Hand. Wenn gewollt, kann mittels grüner oder blauer Hautfarbe für ein ungewöhnliches i-Tüpfelchen gesorgt werden.

Neu ist auch die Möglichkeit, durch die Genetik-Funktion, automatisch einen Bruder, eine Schwester, einen Eltern- oder Großelternteil zu generieren. Dabei wird passend zum bereits erstellten Sim ein männlicher oder weiblicher Charakter erschaffen. Der Begriff Genetik lässt dabei vermuten, dass die Charakteristika des Sim vererbt werden könnten, doch leider ist dem nicht so. Eigenschaften und Lebenswünsche werden nicht übertragen und somit bleibt der durch diese Funktion erstellte Sim ledig ein optisch angepasster Klon. Grundsätzlich ist der Editor wirklich sehr gut gelungen und bietet dem Spieler die Möglichkeit, seine persönliche Note mit einfließen zu lassen. Der Funktionsumfang kann unter Umständen dafür sorgen, dass man sich gut und gerne eine Stunde mit der Fertigstellung eines einzelnen Charakters beschäftigt, bevor es dann auf in das „echte“, virtuelle Leben geht.

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Open World war gestern

Fast ungeahntes Potential hat uns die offene Spielwelt von Die Sims 3 geboten. Der Schritt zur aufgeschlossenen Welt war seinerzeit ein Sprung auf der Evolutionsleiter. Aus diesem Grund ist es schier unverständlich, warum in Die Sims 4 auf genau dieses Feature verzichtet wird. Dafür scheint es fast so, als seien die zwei Dörflein, welche dem Spieler jetzt zur Verfügung stehen schlichtweg in sich instanziiert. Es ist zwar jederzeit möglich zu reisen, doch bekommen wir dafür jeweils einen Ladebildschirm zu sehen, welcher uns schon nach ein paar Ausflügen den Spaß an einem Kurztrip nimmt. Selbst der Besuch beim Nachbarn wird durch eine Ladepause unterbrochen. Das drollig bunte Treiben der Sims, wird dadurch immer wieder künstlich ausgebremst.

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Der virtuelle Arsch der Welt

Im gehobenen Alter träumt jeder davon, seine Rente an einem besonnen und schönen Ort durchbringen zu können. In einer heilen Welt, wo man seine Seele baumeln lassen kann und das Drumherum einfach idyllisch ist. Eine Bibliothek, ein Fitness-Studio, ein paar Parks zum Grillen und chillen, ein paar Clubs um mal einen draufmachen zu können, mehr braucht der moderne Rentner wahrlich nicht. Schade nur, das Maxis uns diesen Traum schon jetzt erfüllt. Es ist einfach nichts los in Oasis Springs und Willow Creek. Feucht fröhlich Poolpartys waren wir aus dem Vorgänger gewohnt, Feiern ohne Ende, auf denen man seine virtuelle Herzdame treffen konnte. Unweigerlich müssen wir beim Spielen von Die Sims 4 an die scheinbar heile Welt des Denver Clans oder den übercolorierten Ergüssen einer Rosamunde Pilcher denken.

Ein großer Nachteil des Vorgängers sind die endlosen Ladezeiten gewesen, welche grad auf älteren Rechnern sehr frustrierend sein konnten. Diesen zugunsten wurde die offene Welt eingestampft und das Angebot an Möglichkeiten stark eingeschränkt. Es gibt keinen Friedhof mehr, es gibt keine Müllhalde, keine Restaurants, keine Geschäfte oder sonst was. Es wäre sehr schön, wenn man mangels Pool einen See zum Planschen nutzen könnte, doch all diese Eventualitäten sind nicht gegeben. Im wahren Leben würde manch ein Bauer hier vergeblich nach seiner Frau suchen, weil niemand im Arsch der Welt leben möchte, wenn auch nur virtuell.

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Was nicht passt wird passend gemacht

Neben dem Sims-Generator ist der Baumodus für viele Spieler der Dreh- und Angelpunkt der Lebenssimulation. Das Bebauen des Grundstücks geht einem leicht und zügig von der Hand. Komplette Räume können als Viereck aufgezogen und via Drag-and-drop bearbeitet werden. Wer kein Interesse daran hat den Bauherren zu mimen, oder sich nicht dazu berufen fühlt den Raumausstatter zu spielen, der hat Zugriff auf vorgefertigte Räumlichkeiten. Diese werden inklusive Möblierung in unterschiedlichen Designs angeboten.

Wer lieber selbst Hand anlegen möchte, dem wird wie schon beim Sims-Generator viel Freiheit geboten. Wände lassen sich ohne Probleme ziehen, verlängern oder in der Höhe verändern. Das Platzieren von Fundamenten und Dächern ist kinderleicht. Auch Bauten mit mehreren Stockwerken sind schnell gezimmert, wenngleich diese in Die Sims 4 auf maximal drei Etagen begrenzt wurden. Raumausstatter kommen voll auf ihre Kosten. Tapeten in vielen Farben und Designs, Möbel, Lampen, Elektrogeräte, einfach alles, was das Herz begehrt. Die Auswahl ist relativ breit gefächert und dürfte vom Umfang her ungefähr mit Die Sims 3 gleichziehen. Der Katalog an Gegenstände lässt sich dank Filter und Suchfunktion zügig und bequem durchforsten.

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Blick in die Zukunft

An Die Sims 4 scheiden sich die Geister. Nach dem umstrittenen Release von Sim City, muss sich Maxis nun auch mit der grundsätzlich guten Lebenssimulation harscher Kritik, sowie dem Unmut der Community stellen. Maxis hat sich dahingehend geäußert, dass es ein Die Sims 5 nur dann geben wird, wenn Die Sims 4 erfolgreich werden sollte. Doch warum wird das Spiel dann so derb beschnitten?

Umso schöner ist die Nachricht, das Die Sims 4 mit drei kostenlosen Inhalts-Updates versorgt wird. Diese implantieren Geister, Pools, weitere Outfits und neue Karrierepfade in das Spiel. Besonders der Badespaß in den Pools dürfte viele User wieder glücklich stimmen.Wer sich zu Halloween verkleiden möchte, der darf dank dieser Updates in Star Wars-Kostüme von Luke Skywalker, Darth Vader, Prinzessin Leia oder Yoda schlüpfen. Ganz gewiss hätte man diese Inhalte auch schon zu Release liefern können, dennoch darf man sich jetzt dennoch ruhig über die kostenlose Zugabe freuen.

Die Unterstützung von Mods lässt auf viel Content der loyalen Fanbase hoffen. Klar, dass der No Moasic bzw. Nude Patch schnell in der Mache war und dafür sorgt, dass die Sims sich nun so durch die Welt bewegen, wie der User sie schuf.

Unser Fazit

76 %

Die Sims 4 ist kein schlechtes Spiel, es ist optisch ansprechend, läuft äußerst geschmeidig, bietet einen sehr guten Editor und Baumodus. Wer nie zuvor einen Teil der Serie gespielt hat, der bekommt ein grundsolides Spiel geliefert, welches viele Stunden fesseln kann. Wer von Die Sims 3 zum Nachfolger wechselt, der wird höchstwahrscheinlich aufgrund falscher Erwartungen enttäuscht sein. Diese Enttäuschung ist berechtig, ändert aber nichts an der Tatsache, das Maxis neues Machwerk im Grunde ein gutes Spiel ist. Der Test dieses Spiels stellt für uns eine Zwickmühle dar, denn wir fühlten uns sehr gut unterhalten. Dennoch muss Die Sims 4 dem Vergleich zu seinen Vorgängern standhalten. Es fällt schwer zu vermitteln, das dieses Spiel wirklich gut ist, aber aufgrund der fehlenden Features, welche der Vorgänger per Default geboten hat, auch eine Enttäuschung sein kann. Wir versuchen daher diesen Titel tunlichst objektiv zu bewerten, auch wenn der allgemeine Tenor und die teils unberechtigten – da subjektiven - User-Wertungen dem entgegenwirken.

Pro

  • + exzellenter Sims-Generator
  • + Baumodus weckt Kreativität
  • + butterweiche Animationen
  • + motivierende Karriereleiter
  • + witzige Simlisch Dialoge
  • + intuitiver Workflow
  • + sehr viel Humor

Kontra

  • - matschige Texturen
  • - keine offene Spielwelt
  • - gestrichene Features
  • - KI Wegfindungsprobleme
  • - Spielwelt recht klein
  • - wenig Nebenschauplätze
  • - häufige Ladepausen

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
70 %

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