Dirt 3 - Der XBox 360 Test - insidegames

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Dirt 3 – Der XBox 360 Test

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Veröffentlicht 31. Mai 2011 | 19:38 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. Februar 2012

dirt3titel

Der Schotte Colin McRae war bis zu seinem tragischen Unfalltod im Jahr 2007 eine der bekanntesten Personen im Rallye Sport. Dadurch war es schon im Jahr 1998 nicht verwunderlich das ein Videospiel unter der Legende erschienen ist. Colin McRae Rallye 1 bis 3 erschienen für die unterschiedlichsten Konsolen und Handhelds der letzten Generationen. Mit Colin McRae: Dirt erfuhr die Serie auf den aktuellen Konsolen eine Wiedergeburt. Der direkte Nachfolger Dirt 2 wurde entwickelt als Colin McRae bei einem Helikopter Unfall ums Leben kam. Deshalb wurde das Spiel dann auch seinem Schöpfer gewidmet.

Codemasters neuestes Rennspiel verzichtet auf den Namenszusatz und heisst einfach nur noch Dirt 3. Während sich der Name vom Ursprung entfernt, war es das Ziel der Entwickler die Rallye Disziplin wieder in den Fokus zu stellen.

Einmal Gymkhana mit Ketchup bitte

Dirt 2 setzte stark auf einen coolen und hippen Aufbau der Karriere. Zwischen den Rennen befand man sich in seinem Fahrerlager wo Fernseher und Laptop als Menü dienten während lauter Rock aus den Lautsprechern dröhnte. Das Fahrerlager teilte man sich mit Extremsportgrössen wie Travis Pastrana und Dave Mirra, zu welchen man im Spielverlauf auch eine Freundschaft aufbauen konnte. Dirt 3 verzichtet auf diese, mehr oder weniger, coolen Elemente. Das Menü ist wieder klassisch gehalten, wurde jedoch Codemasters typisch sehr stylisch und frisch gestaltet.

Das Herzstück von Dirt 3 ist die altbekannte Dirt-Tour. Diese ist in vier Saisons unterteilt die zunehmend anspruchsvoller werden. Obwohl der Disziplin Rallye wieder mehr Beachtung gewidmet werden soll, werden dennoch mehrere andere aus dem Vorgänger bekannte Rennvarianten geboten. Beim Rallye-Cross fährt man mit Rallye Wagen normale Rennen auf Rundkursen mit regelmässig wechselndem Untergrund. In Trailblazer Events fährt man mit hochgezüchteten Supersportwagen mit Tempo 300 gegen die Uhr. Im Landrush Modus fährt man Rennen auf Rundkursen, hier dienen aber Trucks und Buggies als Fahrzeuge. Die letzte Rennvariante nennt sich Head2Head und bietet genau das was der Name verspricht: Duelle gegen einzelne Fahrer auf engen, meist betonierten Strecken. Ganz neu dabei ist das Gymkhana, ein von Ken Block präsentierter Spielplatz für alle Fahrer die mehr aus ihren Autos herausholen wollen.

In den Gymkhana Arenen geht es darum mit möglichst sauberen Tricks so viele Punkte wie möglich zu erzielen. Man kann aber nicht einfach nach Lust und Laune durch die Gegend driften oder über Rampen springen. In den verschiedenen Levels ist fest vorgegeben wo man was machen kann. Alle Trickmöglichkeiten werden durch auffällige Farben und Gegenstände markiert. Über blaue Rampen können beeindruckende Sprünge gemacht werden. Durch orange markierte Tore sollte man nach Möglichkeit elegant durchdriften. In quadratischen, violett markierten Zonen muss man sich hingegen unter Einsatz der Handbremse um die eigene Achse drehen. Dann gibt es noch Donuts. Um grün leuchtende Säulen muss man im richtigen Abstand herumschleudern indem die Front des Wagen nach innen zeigt während das Heck aussen „nachgezogen“ wird. Zu guter Letzt gibt es gelbe Blöcke die man zerschmettert indem man durch sie hindurch brettert. Je nachdem wie sauber und lange man die Tricks ausführt, kann man pro Trick bis zu 10‘000 Punkte verdienen. Wer es schafft mehrere, verschiedene Tricks aneinander zu hängen ohne die Wände oder andere Objekte zu berühren, kann sich 2-fach und 3-fach Multiplikatoren verdienen um noch mehr Punkte abzusahnen. Der Trick besteht also darin sich die richtige Route auszusuchen und abwechslungsreiche Moves abzuliefern ohne irgendetwas zu touchieren. Sobald man den Dreh im Gymkhana einmal raus hat, macht dieser Modus extrem viel Spass. Wenn man in der Lage ist viele Tricks aneinander zu reihen und die Punkte nur so in die Höhe schiessen, ist dieser Modus unglaublich motivierend.

Let’s get dirty

Die Dirt-Tour bietet pro Saison vier Meisterschaften, wobei jede Meisterschaft auf eine Region ausgelegt ist und mehrere Events aus den verschiedenen Disziplinen bieten. Die Meisterschaften sind so ausgelegt, dass nicht alle Events abgeschlossen werden müssen. Wer also keine Lust auf das Gymkhana hat, muss in der Regel auch keine solchen Events absolvieren. Die einzigen Events die zwingend erledigt werden müssen, sind die Saisonfinale. Wer in den Tour-Events erfolgreich ist und Rennziele erfüllt, bekommt dafür begehrte Rufpunkte. Wer genügend Rufpunkte sammelt, steigt im Level auf wodurch wiederum neue Autos freigeschaltet werden. Davon gibt es dieses Mal mehr als 50 aus den letzten fünfzig Jahren. Besonders im Rallye Bereich ist die Auswahl gross, denn dort kann man die Autos aus den verschiedenen Dekaden auswählen. Zur Auswahl steht z.B. ein Mini Cooper S aus den 60er Jahren oder den deutlich aktuelleren Mitsubishi Lancer Evolution X.

Was Dirt 3 neben den abwechslungsreichen Spielmodi besonders auszeichnet, ist das fantastische Fahrgefühl das Neulinge wie auch alte Rennspielveteranen gleichermassen überzeugen kann. Wer (noch) kein guter Fahrer ist kann sich für unterschiedliche Fahrhilfen entscheiden. Wenn die Lenk- und Bremshilfen aktiviert sind, fahren sich die Autos im Prinzip von alleine. Das ist aber schon zu einfach, denn eigentlich reicht es aus wenn die Ideallinie angezeigt wird und das ABS aktiviert ist. Erfahrene Spieler können natürlich sämtliche Hilfen deaktivieren. Zudem stehen fünf Schwierigkeitsgrade zur Auswahl. Egal auf welche Stufe man sie einstellt, die Gegner-KI fährt keineswegs perfekt und immer der Ideallinie entlang. Die Gegner rammen sich gegenseitig, verbremsen sich in Kurven und fliegen auch schon mal von der Strecke ab. Ausserdem setzt Dirt 3 nicht auf ein künstliches Gummiband um die Rennen spannender zu machen. Wer auf einer tiefen Schwierigkeit spielt und gut fährt kann seine Gegner klar abhängen. Wenn man auf den höheren Stufen spielt kann konsequenterweise ein Rennen schon durch einen kleinen Fehler in den Sand gesetzt werden. Egal für welche Einstellungen man sich entscheidet, das Fahrgefühl ist immer toll. Dirt 3 ist aber auch ohne Fahrhilfen keine Simulation sondern ein sehr arcadeiges Rennspiel.

Zusammen über Stock und Stein

Im Gegensatz zu den Vorgängern bietet Dirt 3 endlich einen lokalen Splitscreen-Modus für zwei Spieler. Zusammen und mit bis zu 6 computergesteuerten Fahrern kann man sich in allen Modi austoben. Selbst im Gymkhana kann man zu zweit Duelle ausfechten, was extrem unterhaltend sein kann. Man könnte jetzt zwar bemängeln das es „nur“ für zwei Spieler ausgelegt ist, dennoch ist es toll das auch in der heutigen Zeit überhaupt noch Wert auf den lokalen Mehrspielermodus gelegt wird.

Online kann Dirt 3 wieder richtig auftrumpfen. Es werden alle aus dem Einzelspieler bekannten Modi in Mehrspielerform geboten. Neu sind Party-Modi wie „Katz und Maus“ oder „Invasion“, welche gerade zusammen mit Freunden unglaublich motivierend sind. Ebenfalls wurde eine Hardcore Option integriert. In diesem Modus sind sämtliche Fahrhilfen ausgeschaltet, das Schadensmodell ist aktiviert und die perspektive erfolgt zwingenderweise aus dem der Fahrersicht im Cockpit.

Visuell ist Dirt 3 ein echter Augenschmaus. Die Levels sind wunderschön gestaltet, ob man nun durch einen herbstlichen Wald in Michigan düst oder durch das verschneite Finnland. Die Umgebungen sehen fantastisch aus und es gibt abseits der Strecke immer etwas zu sehen. Auch die Zuschauer die am Streckenrand stehen sehen nicht aus wie Pappaufsteller, sondern bewegen sich, jubeln einem zu oder werfen sich schützend nach Hinten wenn man die Absperrung berührt hinter der sie sich befinden. Das Schadensmodell der Autos ist ebenfalls eine echte Augenweide. Scheiben zersplittern realistisch, Türen verbeulen oder Räder fliegen einfach über die Piste, je nach Crash den man fabriziert. Die Cockpits der Autos sind abwechslungsreich und realitätsgetreu dargestellt. Wenn man in seinem Buggy über eine verschneite Piste düst, während starker Nebel herrscht und das vor einem fahrende Fahrzeug einem Schnee vor den Latz ballert, sieht das einfach nur toll aus und fühlt sich auch so an. Dirt 3 bietet neuerdings die Möglichkeit Replays aus dem Spiel direkt bei YouTube hochzuladen. Leider kann man nur 30 Sekundenclips hochladen und das nur in einer Qualität von 480p. Dadurch ist die Funktion zwar eine nette Idee, durch relativ hohe Uploadzeiten und die geringe Qualität ist das jedoch nur ein kleines Gimmick. Durch die tiefe Auflösung kommt auch die grandiose Optik des Spiels überhaupt nicht zur Geltung. Nicht nur die Optik kann überzeugen, auch der Sound kommt richtig gut. Die Motorensounds wirken echt und treiben einen förmlich an. Je nach gewählter Perspektive hört sich das Ganze auch unterschiedlich an. Der Soundtrack den es nur in den Menüs und in den Wiederholungen zu hören gibt ist frisch und passt perfekt zu dieser Art von Spiel. Etwas nervig sind die Stimmen der eigenen Crew die einen vor und nach einem Rennen mit Infos versorgen. Besonders doof ist der Typ der einen nach jedem Rennen darauf hinweist wie toll das Rennen war (auch wenn das nicht unbedingt immer stimmt) und das man es doch bei YouTube hochladen soll.

Unser Fazit

91 %

Dirt 3 ist ein richtig tolles Arcade-Rennspiel. Es bietet viele abwechslungsreiche Spielmodi, umfangreiche Mehrspieleroptionen und einen ordentlichen Umfang. Technisch wird das Spiel auf hohem Niveau präsentiert: die Optik der Strecken und Fahrzeuge ist beeindruckend, während die Soundkulisse kräftig aus den Boxen peitscht. Dirt 3 mag kein Spiel für Rennpuristen sein, wer aber auch nur ansatzweise etwas mit dem Renn- oder dem Rallyesport anfangen kann, wird etliche spannende Stunden in diesem Spiel verbringen können. Schlussendlich wird der Disziplin Rallye dennoch zu wenig Beachtung geschenkt, denn dieser Disziplin wird nicht mehr Beachtung geschenkt als jeder anderen Rennvariante.

Pro

  • Abwechslungsreiche Spielmodi
  • Ordentlicher Umfang
  • Geniales Fahrgefühl
  • Viele Optionsmöglichkeiten
  • Geeignet für Neulinge und Profis
  • Wunderschöne Grafik
  • Kräftiger Sound
  • Spannende Mehrspielermodi
  • Flüssiger Splitscreen-Modus

Kontra

  • Nervende Crew
  • Magere YouTube-Integration
  • Nicht speicherbare Wiederholungen
  • Wenige Simulationsansprüche

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
81 %

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Kommentare

  • Homunculus sagt:

    Da ich noch an Dirt 2 hänge, kommt der dritte Teil nicht so schnell in meine Sammlung.Ich weiß aber, dass ich auch zukünftig ein Spiel auf mich wartet, wenn ich den Zweiten fertig habe. Ich fand es auch eine nette Geste vom Entwickler, Colin McRae im zweiten Teil noch mal zu ehren.

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