insidegames

Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 1. Oktober 2017 | 19:37 Uhr von Luca

dishonored-2-artwork

Dishonored 2 – Das Vermächtnis der Maske ist die Fortsetzung des erfolgreichen Actiontitels von Arkane Studios aus dem Jahr 2012. Dishonored 2 bietet wieder neun weitläufige Missionen, welche wir genau so spielen können, wie wir es vorziehen. Zudem können wir neu neben Corvo Attano auch seine Tochter, Kaiserin Emily, spielen und uns somit neben den bereits aus dem ersten Teil bekannten Fähigkeiten Corvo Attanos neu auch die übernatürlichen Kräfte Emilys zunutze machen.

Die Handlung beginnt 15 Jahre nach den Ereignissen von Dishonored – Die Maske des Zorns. Nach dem Tod von Kaiserin Jessamine regiert in der Hauptstadt des Kaiserreichs der Inseln nun Emily Kaldwin, welche von ihrem Vater Corvo Attano, kaiserlicher Schutzherr, unterstützt wird. In Dunwall geht ein Mörder um, bekannt als Kronenmeuchler, welcher gezielt Gegner der Kaiserin ausschaltet, damit es so aussieht, als stecke sie selbst hinter den Morden. Zu Beginn des Spiels wird Emily Kaldwin Opfer eines Staatsstreichs, wodurch, unterstützt durch den Herzog Luca Abele von Serkonos, ihre angebliche Tante Delilah Copperspoon die Macht übernimmt. Nun geht es darum, entweder als Emily Kaldwin oder Corvo Attano nach Karnaca, der Hauptstadt von Serkonos, zu reisen, um einerseits die Identität des Kronenmeuchlers, sowie die Pläne und die Vergangenheit der Verbündeten Delilahs, etwa eines exzentrischen Erfinders, aufzudecken und diese Personen zu neutralisieren, mit dem Ziel, das Geheimnis von Delilahs Macht zu lüften und sie vom Thron zu stürzen. Die Story ist in neun Missionen unterteilt, welche meist von Kapitän Meagan Fosters Schiff, welches die Missionsbasis darstellt, starten und das Ziel haben, eine bestimmte Person zu neutralisieren. Die Missionen sind dieselben, egal, ob wir Corvo oder Emily spielen. Am Ende jeder Mission erhalten wir einen Rückblick mit Statistik über unsere Leistungen. Je nach dem, wie wir gespielt haben, erhöht sich das Chaos in der Spielwelt. Je nach Chaos-Wert unterscheidet sich das Ende. Die Story ist insgesamt eher schwach und oberflächlich, reicht jedoch als Anlass, die Ziele erreichen zu wollen, wenn auch nicht für mehr.

dishonored-2-sm-screenshot-05

Glücklicherweise ist es auch nicht die Story, die Dishonored 2 zu dem macht, was es ist. Es sind die schier endlosen Möglichkeiten, die das Spiel uns bietet, während wir nach und nach verschiedene Orte in Karnaca infiltrieren. Wir können wild auf unsere Gegner stürmen, drauflosballern und sie niedermetzeln, oder wir können sie schleichend nach und nach ausschalten. Oder aber wir entscheiden uns dafür, die Gegner einfach links liegen zu lassen und schleichen an ihnen vorbei. Wir merken schnell: Jede Spielweise fühlt sich super an. Dabei helfen die verschiedenen Waffen, die uns zur Verfügung stehen, nämlich Klinge, Pistole, Armbrust mit mehreren Munitionstypen wie Brandbolzen oder Narkosepfeilen, verschiedene Minen, Granaten und, wenn wir wollen, magische Fertigkeiten. Je nach dem, ob wir Corvo oder Emily spielen, unterscheiden sich diese Fertigkeiten. Emily besitzt etwa die Fähigkeit «Weitreichen», mit der sie sich schnell an sonst nicht erreichbare Orte ziehen, sowie, im Gegensatz zu Corvos «Teleportation», telekinetisch Objekte oder Gegner zu sich ziehen kann. Mit «Domino» kann Emily nach Upgrades bis zu vier Gegner miteinander verbinden – sollte nun einer ohnmächtig werden oder sterben, müssen die anderen drei auch dran glauben. Dagegen kann Corvo etwa die Zeit verlangsamen oder, indem «Beherrschung» voll ausgebaut wird, Menschen bis zu einem gewissen Grad kontrollieren. Beide haben außerdem noch passive Fähigkeiten.

dishonored-2-sm-screenshot-31

Nicht nur dem Spielstil, sondern auch der Route, die wir durch die unvergleichlich gut designten Level nehmen, sind keine Grenzen gesetzt, es gibt dutzende Wege, für die wir uns entscheiden können. Wir können etwa über Dächer und Balkone huschen, quer durch Wohnungen und Treppenhäuser schleichen und dabei allerlei Wertgegenstände mitnehmen, uns auf den Straßen oder im Untergrund bewegen. Durch die sogenannten Lichtwände, welche bewacht werden und die wir nicht passieren, aber auf verschiedene Arten umgehen oder ausschalten können, regt uns das Spiel noch mehr dazu an, zu improvisieren und alternative Routen auszuprobieren. Auch Sammler kommen hier nicht zu kurz – es gibt auf jeder Karte Runen zu finden, mit welchen wir Fähigkeiten freischalten können, Knochenartefakte, welche uns passive Boni gewähren und die wir außerdem selbst herstellen können, sowie viele andere Sammelobjekte. Um diese alle zu erhalten, müssen wir oft einen Umweg machen, etwa indem wir eine Möglichkeit finden, wie wir einen der Schwarzmärkte, in denen wir zum Beispiel die Möglichkeit haben, Waffenverbesserungen zu kaufen, ausrauben können, oder indem wir in der Welt verteilte Briefe lesen, welche uns Hinweise geben, wie und wo wir Tresorcodes finden können, welche sich mit jedem Spieldurchlauf ändern. Neben Briefen geben uns auch Gespräche, die wir belauschen, Hinweise auf alternative und oft witzige Wege, unsere Ziele zu eliminieren. Dishonored 2 kann, soll und muss also auf verschiedene Arten gespielt werden, für jede Art von Spieler ist etwas dabei. Es gibt außerdem unzählige Einstellungsmöglichkeiten, sodass auch der Allerletzte das bestmögliche Spielerlebnis herausholen kann. Neben den fünf Schwierigkeitsgraden gibt es etwa die Möglichkeit, anhand dutzender Kriterien den Schwierigkeitsgrad zu individualisieren. Wer beim Schleichen eine größere Herausforderung will, ohne jedoch gleich zu sterben, wenn es dann doch zu einem Kampf kommt (die Gegner hauen nämlich schon auf den unteren Schwierigkeitsgraden ordentlich drauf), kann etwa die Entfernung, in der Gegner den Spieler entdecken und die Lautstärke der Schritte erhöhen und festlegen, dass nur zwei Gegner aufs Mal angreifen und diese weniger Schaden austeilen. Die verschiedenen Einstellungen und deren Konsequenzen werden sehr verständlich und detailliert erklärt. Auch während dem Spiel lassen sich sämtliche Tutorials durchlesen.

dishonored-2-sm-screenshot-18

Die Steuerung ist sowohl mit Gamepad als auch mit Tastatur und Maus intuitiv und fühlt sich gut an. Die vielen Funktionen können zuerst etwas unübersichtlich erscheinen, in einem Tutorial wird uns aber erklärt, wie wir schleichen, die Gegner im Kampf ins Taumeln bringen, indem wir ihre Angriffe im richtigen Moment abblocken, damit wir sie entweder in Ohnmacht fallen lassen oder mit einem tödlichen und toll animierten Stoß erledigen können. Am meisten Spaß macht es aber immer noch, aus einem Sprint auf die Gegner zuzurutschen damit wir sie dann auf einen Schlag erledigen können, oder von oben auf sie draufzuspringen, um ihren Kopf auf den Boden zu knallen. Das Klettern funktioniert wunderbar, das Spiel hilft uns außerdem, wenn wir auf ein Geländer springen wollen, sodass wir uns nicht allzu stark darum kümmern müssen, punktgenau zu landen. Lediglich das Hervorspähen aus der Deckung ist etwas hakelig.

Die Grafik ist bei Dishonored 2 eher zweckmäßig. Spielmenü und Benutzeroberfläche sehen sehr hübsch aus, das einzigartige Steampunk-Setting ist außerordentlich stimmig, insgesamt wird die Welt fabelhaft präsentiert. Die Texturen sind jedoch oft verwaschen und unscharf, selbst Wände direkt vor unserer Nase werden erst scharf, nachdem wir sie zwei Sekunden lang angestarrt haben (was eine Schwäche der Engine ist). Insbesondere die Weitsicht, bzw. die Hintergründe sehen aus, als wären sie aus Pappe und flackern unaufhörlich. Trotzdem wird eine authentische Atmosphäre hergestellt, wobei etwa die stimmigen Lichteffekte helfen. Die Gesichter der leicht comichaft anmutenden Charaktere sind unscharf und sehen aus wie Knete. Zudem sind die Mundbewegungen oft verzögert. Die Performance könnte besser sein.

Die Synchronisation ist ganz in Ordnung, manchmal etwas kitschig, was aber zum Spiel passt. Mit einem schönen Soundtrack und gut eingesetzten Ambiente-Geräuschen wird die stimmige Atmosphäre noch verstärkt. Die Kampf-Sounds hören sich gut an. Zudem gibt uns das Spiel eine Menge auditives Feedback, wir hören also sofort, wenn unser Mana sich regeneriert hat oder wenn Feinde uns entdeckt haben.

dishonored-2-sm-screenshot-27

 

Getestete Version: PC (Steam)

 

Unser Fazit

89 %

Auch wenn Story und Grafik insgesamt wenig überzeugend sind, macht Dishonored 2 vor allem eins – einen Riesenspaß! Die Steuerung fühlt sich äußerst gut an, sodass wir flink an Hauswänden herumklettern und Angriffe abblocken, als hätten wir das schon immer getan. Getoppt wird dies nur durch das spektakuläre Leveldesign und die Tatsache, dass wir Dishonored 2 genau so spielen können, wie wir es möchten – beim Spielstil gibt es keine Grenzen, ob wir schleichen, metzeln, ballern oder einfach nur herumexperimentieren, es fühlt sich einfach großartig an. Dadurch, dass wir entweder Corvo oder Emily spielen können, wird der bereits enorme Wiederspielwert noch einmal erhöht – kein Wunder also, hat es mit unserem Test so lange gedauert.

Pro

  • + Leveldesign setzt Maßstäbe
  • + zwei Charaktere und alternative Handlungsstränge
  • + endlose spielerische Freiheit
  • + intuitive Steuerung welche viele Möglichkeiten bietet
  • + gutes Kampfsystem
  • + schöne, atmosphärische Präsentation der Welt
  • + spannende magische Fähigkeiten
  • + viele Sammelobjekte
  • + versteckte Wege und alternative Lösungen
  • + viele Einstellungsmöglichkeiten
  • + hilfreiche und detaillierte Tutorials
  • + Spielstil hat Einfluss auf Ende
  • + enormer Wiederspielwert
  • + motiviert, zu experimentieren und Dinge auszuprobieren

Kontra

  • - oberflächliche Story
  • - Charaktere mit fehlender Tiefe
  • - zweckmäßige Grafik
  • - beim Spielstart lange Ladezeit
  • - einige Aspekte der Steuerung etwas hakelig
  • - leblose Gesichter der Figuren bewegen sich asynchron
  • - Flimmern und Flackern
  • - Performance
  • - Navigation im Journal manchmal etwas unübersichtlich

Unsere Bewertung

Grafik
 
74 %
Sound
 
87 %
Steuerung
 
91 %
Gameplay
 
96 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


Es ist noch kein Keyword vorhanden

- ANZEIGE -


*