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Dishonored – Test/Review

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Veröffentlicht 8. Oktober 2012 | 6:00 Uhr von Fabrice

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Was Bethesda intern an Spielen entwickelt wird, völlig zurecht, sowohl bei der Fachpresse als auch bei den Konsumenten immer mit Lobgesang in den Videospielolymp empor gehoben. Wenn es aber um Bethesda als Publisher geht, kann das Team nicht ganz so grosse Erfolge vermelden. Spiele wie Wet, Hunted – Schmiede der Finsternis oder Brink sind zwar keine Totalausfälle, erreichen qualitativ aber nicht einmal annähernd das Niveau der eigens entwickelten Spiele.

Dishonored, entwickelt von den Arkane Studios, soll eine Kehrtwende für diesen Negativtrend darstellen. Bethesda hat keine Kosten und Mühe gescheut um das Spiel in die Köpfe der Massen zu bringen. Unzählige Entwickler-Tagebücher, Gameplaydemos sowie anderes Bildmaterial haben den Titel allgegenwärtig gemacht. Am 12. Oktober erscheint das Spiel um den Meisterassassinen Corvo Attano für PC, PlayStation 3 und Xbox 360. Wir hatten jetzt schon die Chance nicht nur die PC Version, sondern auch die für die Xbox 360 ausgiebig zu testen. Lohnt es sich das Spiel gleich zu kaufen wenn es erscheint oder solltet ihr lieber noch ein wenig warten? Wir haben es für euch herausgefunden und können, nein müssen, jetzt schon sagen das Dishonored ausserordentlich und spektakulär ist!

Verrat führt zu Rache

Der Stadt Dunwall geht es gar nicht gut. Eine üble Plage hat einen Grossteil der Bevölkerung infiziert und tötet sie nicht nur, sondern verwandelt sie in aus den Augen blutende Infizierte welche auf alles los gehen das nicht bei drei auf den Bäumen ist. Während die normale Bevölkerung um ihr Leben auf den Strassen bangen muss, isolieren sich die Reichen von diesen Problemen und geniessen ihr Leben wie gewohnt weiter. Das totalitäre Regime nutzt die Krankheit um die Bevölkerung noch weiter zu unterdrücken und Gewalt, Angst und Verachtung herrschen über Dunwall.

Corvo Attano ist der Bodyguard der Kaiserin Jessamine und kehrt gerade von einer mehrmonatigen Mission zurück, auf welcher er nach einem Heilmittel für die Seuche gesucht hat. Doch die Suche blieb ergebnislos und bei seiner Ankunft überschlagen sich die Ereignisse. Die Kaiserin wird von Attentätern getötet und die Thronfolgerin, die kleine Emily, wird von diesen entführt. Corvo muss das alles nicht nur mit ansehen, sondern dient als Sündenbock und wird gefangen Dishonored - Aristocrat and Prostitutes genommen, gefoltert und zum Tode verurteilt. Doch eine Gruppe von Kaisertreuen rettet in aus der Gefangenschaft und bietet ihm Hilfe an, sich an all denen zu retten die dieses Komplott geplant haben. Gleichzeitig wird auch der so genannte Outsider auf Corvo aufmerksam. Der Outsider ist ein mystisches Wesen, weder gut noch böse, welches Corvo mit seinem Mal versieht. Dieses gibt ihm die Kontrolle über magische Fähigkeiten, welche ihm helfen sollen seine Mission auszuführen.

Die Geschichte an und für sich ist nicht wirklich weltbewegend. Ein meisterhafter Kämpfer schwört Rache an einer Gruppe von Verschwörern und kann dabei auf ein grosses Arsenal an Magie zurückgreifen. Dishonored bietet neben Corvo noch eine illustre Schar an Nebenfiguren, wie die verschiedenen Personen die zu den Kaisertreuen gehören, mehrere Aristokraten oder eine Gruppe von tödlichen Assassinen. Der Cast an Figuren ist fast schon zu umfangreich, weswegen viele potentiell interessante Personen viel zu schnell abgefertigt werden. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn was wirklich heraussticht ist das Setting und die Stadt Dunwall. Man mische den Hit Bioshock mit einer gehörigen Portion Steam-Punk, versetzt das ganze in eine Stadt die von einer Seuche heimgesucht wird und schon bekommt man ein phänomenales Setting präsentiert. Die Gebäude, die Maschinen und die Bewohner dieser Welt wirken glaubhaft und man kann sich schnell in dieses Höllenloch hineinversetzten. Ständig wird man vom Regime über riesige Lautsprechern mit leeren Phrasen und vielen Drohungen beschallt, was sehr zur Stimmung beiträgt. Viele sammelbare Bücher geben Einblicke in die Menschen und die Kultur dieser Welt und wer sich die Zeit nimmt diese Werke zu lesen, erlebt noch ein viel immersiveres Spielerlebnis.

Die Grenzen der eigenen Kreativität

Obwohl man es auf den ersten Blick für einen simplen Ego-Shooter bzw. Ego-Brawler halten könnte, bietet Dishonored viel mehr als man vielleicht erwartet. Es bietet ein offenes Spielerlebnis und was man sich, zumindest in den Grenzen des vorgegebenen Gameplays, vorstellen kann, genau das kann man auch machen. Das Spiel ist in 9 weitläufige Missionen aufgeteilt, wobei die meisten das Ziel haben ein bestimmtes Ziel auszuschalten. Der Weg zu diesem Ziel und wie man es schlussendlich erledigt, liegt ganz am Spieler selbst. Corvo besitzt, im Gegensatz zu den meisten Videospielhauptfiguren, nicht über so etwas wie eine Hauptwaffe. Was die persönlich Hauptwaffe ist, liegt schlussendlich in den Händen des Spielers.

So kann man seine Missionen im Hau-Drauf Stil angehen. Mit gezogenem Schwert und einer Pistole im Anschlag kann man Anwesen von Aristokraten stürmen und sein Ziel mit purer Waffengewalt erledigen. Das ist weder leise, noch sauber aber effektiv. Man kann seine Aufträge aber auch aus dem Schatten ausführen. Man schleicht über Häuserdächer, erledigt gezielt Wachen lautlos mit einer Armbrust und kann sein Ziel ausschalten ohne das man überhaupt entdeckt wird. Gadgets wie explosive Granaten oder Springminen sorgen für noch mehr Möglichkeiten. Einen grossen Einfluss auf den Erfolg (oder Misserfolg) einer bestimmten Herangehensweise, liegt in den magischen Fähigkeiten. Man kann per Teleport schwer Dishonored - Combat first Boyle erreichbare Orte wie im Flug erreichen, kann Ratten, Fische oder andere Personen übernehmen und so noch einmal andere Wege erreichen die man als Corvo nicht erreicht oder man verlangsamt die Zeit um im Nahkampf einen enormen Vorteil zu haben. Oft spielt sich eine Mission auch nicht so ab wie geplant und als Spieler muss man geistig und körperlich immer voll da sein um auf die gegebenen Situationen reagieren zu können. Verstärkungen strömen beim kleinsten Geräusch aus allen Ecken heran, Verteidigungstürme scannen ganze Gebiete oder ein gewünschter Weg führt doch nicht so ans Ziel wie man es sich wünscht. Ein oft genanntes und schon in Videos gezeigtes Beispiel ist ein Maskenball, auf welchem man sein Ziel ausschalten muss. Wer das Ziel jedoch ist, weiss man vorher noch nicht. Man hat also die Möglichkeit die Party aufzumischen und einfach alle möglichen Ziele zu erledigen, bevor diese flüchten können. Oder man spricht mit anderen Partygästen um herauszufinden wer das eigentliche Ziel ist. Erneut hat man jetzt mehrere neue Möglichkeiten: Erledigt man sein Ziel mit einem schnellen Angriff und flüchtet? Versucht man sein Ziel zu isolieren, damit man es still und heimlich erledigen kann? Wenn ja, wie isoliert man das Ziel am besten? Per Ablenkungsmanöver? Verfolgt man sein Ziel bis es an einem isolierten Platz, wie der Toilette ist? Die Möglichkeiten sind gigantisch und das ist nur eine der neun verfügbaren Missionen! All diese Möglichkeiten haben auch ihren Preis. Denn besonders in den ersten ein bis zwei Stunden könnte man nämlich glatt überfordert sein, mit den vielen Arten wie man Missionen angehen kann. Dank der hervorragenden Steuerung und dem prinzipiell eher linearen Levelaufbau, findet man sich jedoch schnell in das Spiel ein und kann kaum mehr davon loskommen.

Das wirklich geniale daran ist, dass all diese Elemente erstklassig funktionieren! Das Nahkampfsystem ist von der ersten Sekunde an packend und funktioniert einwandfrei. Man schwingt sein Schwert, blockt feindliche Angriffe im richtigen Moment ab um Gegner ins taumeln zu bringen und feuert im richtigen Moment seine Schusswaffe ab um den Gegnern den Rest zu geben. Sobald mehr als zwei Gegner auf einmal attackieren, muss man ganz genau aufpassen was man tun will um nicht selbst erschlagen zu werden. Die Steuerung funktioniert wirklich grandios und das Feeling der Kämpfe ist geschmeidig und befriedigend. Das gleiche gilt aber genauso für das Stealth-Gameplay. Man schleicht durch die Schatten, erledigt isolierte Gegner mit schnellen Angriffen von hinten, lenkt Patrouillen mit geworfenen Gegenständen ab und muss seine Gegenspieler genau beobachten. Wird man entdeckt, weiss man das es nicht wegen der Steuerung oder wegen einer übermenschlichen K.I. ist, sondern weil man selbst einfach einen Fehler gemacht hat. Als Spieler muss einfach auf der Hut sein was man macht, egal welchen Pfad man einschlägt. Denn das Gameplay funktioniert überraschend gut und der geduldige Spieler wird durch ein tolles Spielgefühl belohnt.

Als wäre das noch nicht genug, werden eifrige Sammler und Jäger mit neuen Upgrades belohnt. Zwei der wichtigsten Items die man finden kann sind Runen und Knochenartefakte. Die Artefakte sind passive Verbesserungen, von welchen man jeweils nur eine bestimmte Anzahl ausrüsten kann. So erhöht man die Effektivität von Tränken, macht seine Schwertangriffe schneller oder verbessert die Schleichfähigkeiten. Runen wiederum werde genutzt um neue magische Fähigkeiten Dishonored - Pendleton freizuschalten oder um diese zu verbessern. Aus der Fähigkeit die Zeit zu verlangsamen, wird mit genug investierten Runen daraus die Fähigkeit die Zeit komplett anzuhalten. Dadurch kann man im Nu an seinen Gegnern vorbei rennen, wird von Verteidigungsanlagen nicht entdeckt oder kann noch teuflischere Scherereien aushecken. Stoppt man genau in dem Moment die Zeit in der ein Gegner seine Pistole abfeuert, sieht man wie die Kugel noch in der Luft schwebt. Habt man zusätzlich die Fähigkeit Menschen zu übernehmen, kann man seinen Gegner steuern und vor seiner eigenen Kugel platzieren, wodurch sich dieser durch seine eigene Kugel erledigt. Es macht einfach Spass diese Fähigkeiten auszuprobieren und miteinander zu kombinieren. Ausserdem lässt sich auch massig Bargeld finden. Dieses wiederum investiert man in neue Ausrüstung oder in Verbesserungen der vorhandenen Ausrüstung. Schnellere Nachladezeit für Pistole oder Armbrust, Schuhe die weniger Geräusche beim schnellen Laufen verursachen und die Möglichkeit von verschiedenen Munitionsarten eine grössere Anzahl mitzunehmen, bieten jeder Art von Spieler genau die richtigen Möglichkeiten sich zu verbessern.

Eintauchen in eine fremdartige Welt

Auch wenn die Grafik vom technischen Aspekt her nicht bahnbrechend sein mag, so liegt es besonders am speziellen Stil das die Steam-Punk Welt erst richtig zum Leben erwacht. Das Design der Waffen, der Kleider und allen möglichen Apparaten wird auf eine fremdartige, aber glaubwürdige Art und Weise dargestellt. Das selbe kann man auch über den Sound sagen. Die musikalischen Stücke sorgen für noch mehr Atmosphäre und die Geräuschkulisse, von den Scharen der Ratten die sich an einem toten Körper laben bis zu den widerlich saftigen Klängen von einem Kopf der abgetrennt wird. Dishonored geizt nämlich auch nicht mit Gewalt, auch wenn diese nie übertrieben oder lächerlich ist. Es passt in diese fremde Welt und verstärkt die Glaubwürdigkeit dieser. Sehr gut ausgefallen ist ebenfalls die deutsche Sprachausgabe. Die Sprecher vertonen die Figuren gut und hauchen den manchmal etwas starren Gesichtern Leben ein. Die deutsche Sprachausgabe ist zwar selten wirklich lippensynchron, was aber nicht so schlimm ist wie bei anderen Spielen.

Unser Fazit

92 %

Trotz der viel betriebenen Promo seitens Bethesda, kann man Dishonored gut und gerne als absoluten Überraschungshit bezeichnen. Ein astreines Gameplay ob nun im Kampf oder beim Schleichen, fast schon unendlich viele Möglichkeiten, eine glaubwürdige Welt die man so noch selten zu sehen bekam und eine grösstenteils sehr gute Technik machen es zu einem echten Ausnahmetitel. Es gibt zwar Probleme mit der eher durchschnittlichen Hauptgeschichte, dem zu grossen Cast an Nebenfiguren oder einem eher zähen Einstieg in das Spiel, das ist aber Kritik auf hohem Niveau. Ob man als Spieler nun auf gute Kämpfe oder klassische Schleichmissionen steht, Dishonored bietet einem genau das, kombiniert mit einem genialen Spielgefühl in einem famosen Setting. Dieses Spiel sollte sich niemand entgehen lassen, ganz besonders die ewigen Nein-Sager die sich beklagen das heutzutage ja nur noch lahmer Kommerz-Mist mit Schlauchlevels auf den Markt geworfen wird. Wir haben es hier mit einem Spiel zu tun, welches den Titel Rollenspiel wahrlich verdient. Denn bei Dishonored wird man effektiv in die Rolle des Corvo hineinversetzt. Man spielt nicht als Corvo, man IST Corvo!

Pro

  • Genialer Gameplay-Mix
  • Fantastische Steuerung
  • Glaubwürdige, andersartige Spielwelt
  • Handlungspielraum wird nur durch die eigene Kreativität eingegrenzt
  • Interessante Fähigkeiten und Kombinationsmöglichkeiten
  • Spezieller grafischer Stil
  • Gelungener Soundtrack
  • Befriedigendes Gameplay, ob im Kampf oder beim Schleichen
  • Jeder kann das Spiel so spielen wie er will
  • Fordert (zumindest auf höheren Schwierigkeitsgraden) die adaptiven Fähigkeiten

Kontra

  • Anfangs fast zu viele Möglichkeiten besonders für Anfänger
  • Zu viele Nebenfiguren die kaum richtig präsentiert werden
  • Eher unspektakuläre Hintergrundgeschichte
  • Dt. Sprachausgabe asynchron zu den Lippenbewegungen

Unsere Bewertung

Grafik
 
81 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
96 %
Gameplay
 
94 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Autor: Fabrice

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