DmC Devil May Cry - Review / Test - insidegames

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DmC Devil May Cry – Review / Test

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Veröffentlicht 19. Januar 2013 | 20:29 Uhr von Sandra

DmC Devil May Cry - Breit

Es ist an der Zeit ein Machtwort zu sprechen, unverblümt, gerade heraus – auch wenn wir damit das Fazit sozusagen sowas wie ein Stück vorne weg nehmen, aber was sein muss, muss sein! Wer dem neuen, verjüngten Dante aus falsch verstandener Solidarität oder Gründen des „früher war alles besser“ verschmäht, stattdessen dem gealterten Weißkopf von einst die vermeintliche Treue hält, bringt sich – da sind wir uns sicher – um die coolste Wiederauferstehung unter der Sonne! Vergesst eure Schimpftiraden und Unkenrufe, Dante sehe jetzt aus wie ein verpeiltes Emu-Kind. Nix da, Dante ist ne verdammt coole Type, eine wenn auch virtuell Drecksau – im positiven Sinn, versteht sich, mit der es einfach nur geil ist, den Dämonen  gehörig den Arsch zu versohlen.

Flucht nach vorne!

Ihr kennt das sicher, chinesische und sonstige darnieder geschriebene, für die Ewigkeit festgehaltene Weisheiten verkünden davon, dass ein Schritt zurück oftmals zu größerem Erfolg beitrage, die Sicht auf die Fehler freigebe, blablabla … Ja, das ist wirklich gequirlter, verbaler Quatsch, denn es gibt einen ganz frischen, virtuellen Beweis dafür, dass die Flucht nach vorne – ohne Rücksicht auf Verluste – der einzige Weg aus der Misere ist. „Butter bei die Fische“, der in die Jahre gekommene Dante mit fliegendem Rotkäppchen-Gedächtnis-Mantel und weiß-grauem Flatterhaar taugte allenfalls noch dafür in ‚guten, alten Retro-Erinnerungen‘ zu schwelgen, aber keinesfalls dafür Dämonen zu erschrecken. Zumal die Ausstrahlung daran krankte, dass Dante müde, ausgelaugt und verbraucht wirkte. Ein Faktum, dass wir uns beileibe nicht aus den Fingern saugen, sondern eine Tatsache, die Capcom selbst erkannte hatte. Unlängst erklärte der Dante-Eigner, dass man keine Zukunft mehr für die Devil May Cry Serie gesehen habe, hätte man sie nie nicht ausgelagert, zu treuen Händen an die britische Schmiede Ninja Theory. Eben die Flucht nach vorne, die Dante neu belebt und die Serie vor dem sicheren Tod bewahrt hat!

DmC Devil May Cry -09

Gestatten, das ist Dante!

Schmeißt eure Vorurteile, sofern vorhanden, über Board und lasst euch auf den arroganten Kurzhaartypen mit der losen Schnauze ein. Macht das Schwert Rebellion zu eurem besten Freund und lasst die bleiernen Argumente von Ebony and Ivory nachhaltig sprechen. Taucht ein in die abstrakte, skurrile Welt, die Ninja Theory geschaffen hat, in der das – flapsig formuliert – Gute und Böse ineinander verwoben die Menschheit nach seinem Vorstellungen lenkt. Müßig sicher zu erwähnen, dass das Böse die treibende als auch stärkere Kraft ist. Eine Tatsache jedoch, welche Dante mehr als klar ist. Und wisst ihr noch was? Die sozusagen frisch gewaschene, allerdings gar nicht weichgespülte neue Dante-Figur hat weitaus mehr menschliche Züge als seine Vorgängerkollegen in den Teilen 1-4. Er ist sympathisch, er nimmt einen mit, lässt einen tief blicken, in seine Vergangenheit, seine Herkunft, seinen inneren Zwist. Auf der andere Seite präsentiert er sich als riesengroßer Arsch, dem man nur zu gerne einen in Fresse schlagen möchte, dem man wünscht, er möge an seiner Arroganz, seiner „ich krieg euch eh alle und wickle euch um den Finger“ Attitüde ersticken. Diese Form macht Dante, eigentlich – mal simple runter gebrochen, nur eine Projektion aus Nullen und Einsen, ein virtuelles, fiktives Abbild eines 2013 tauglichen Catwalk-Typen sehr human. Sich mit ihm nicht identifizieren zu können, geht fast gar nicht.

Dante ist auf der Suche nach sich selbst – sozusagen zurück zu Adam und Eva. Ein durchaus passender Vergleich, vereint Dante sowohl himmlische als auch teuflische Gene in sich. Damit klar zu kommen ist verdammt harte Arbeit! Aus dem Waisenhaus kommend, ohne Wurzeln scheint es wenig verwunderlich, dass Dante dem Alkohol zugetan ist, ständig neue Chics an seiner Seite, und keinen blassen Plan hat, wie er seine eigentlich vorhandene menschliche Seele finden soll. Dazu flucht Dante ununterbrochen! Immer gern genommen das böse, böse F-Wort. Ninja Theory ist es dabei gelungen, seine Hasstiraden, die er oftmals zu den unmöglichsten Momenten in einem einzigen, kernigen Satz zusammenfassen kann, nicht nervig werden zu lassen. Im Gegenteil, es passt wie der berühmte Arsch auf Eimer und nicht selten kann man sich ein süffisantes Grinsen nicht verkneifen und denken: „Alter, du hast so verdammt recht“.

Lebende Visionen und Zeitmaschinen

Wir werden nicht müde zu wiederholen, euch nicht an dem anderen Look zu stoßen – er ist passend, super stimmig – vor allem auch und gerade wenn ihr euch Step by Step bewusst werdet, dass das Kernige, die Verderbtheit, das Kämpferische, was Dante von jeher ausgemacht hat, nach wie vor da ist – es sieht halt einfach nur anders aus. Schon am Anfang des Spiels wird klar, dass Dantes Suche nach sich selbst erst einmal warten kann. Stellt euch eine Priese H.G. Wells vor, etwas George Orwell und dazu einen guten Schuss John Carpenter und fertig ist die allgegenwärtige Bedrohung. Dante muss sich nicht erst Level für Level durch eine eher fade Geschichte ohne Tiefe schnetzeln, sondern bekommt von Anfang an die Gefahr brühwarm auf dem Silbertablett serviert, allerdings ohne in der Lage zu sein etwas dagegen zu unternehmen. Mundus ist allgegenwärtig, ein mieser Geldsack, dem nichts mehr Spaß macht als die Menschen in die Schuldenlast zu treiben und sich daran zu erfreuen. Stetig vorhandene Botschaften, die sich wie Speerspitzen in das Unterbewusstsein der Menschen bohren und sie antreiben auch ihren letzten Penny auszugeben, sind stetig vorhandene Manifestationen, ohne dass man selbige jedoch bewussten Verstandes wahr nimmt. Der Mensch kann sie auch nicht sehen – Dante allerdings schon. Er erkennt den Limbo, die alles in sich vereinende, verdorbene zweite Welt, welche die Menschheit aussaugt wie ein Vampir.

Auf Dantes Rachefeldzug werdet ihr nicht allein zugange sein. Ninja Theory stellt euch die junge Kat an die Seite. Obwohl der Zauberei mächtig und an vielen Stellen eine wirkliche Hilfe, hat auch Kat ihre verdammt schweres Paket zu tragen. Kat hat Böses erlebt und die Entwickler haben dafür überaus sensible Themen ausgegraben, diese jedoch ohne Tränendrüsen-Drück-Mechanismus verpackt. Kat ist Mensch pur und sowas wie der „heilige Geist“ im Verlauf der Geschichte.

Ein Lob gebührt Ninja Theory auch für die Integration realer Vorkommnisse, oder anders, sie haben sich an tatsächlich in der echten Welt vorkommenden Dinge, Personen und Geschehnissen bedient. Wer genau hin schaut, bekommt viele satirische Seitenhiebe zu Gesicht, die zusammenfassend stimmiger nicht sein können. Beispiel gefällig? Wie wäre es mit dem Nachrichtensprecher Bob Barbas von Raptor News Network?! Bob ist fleischgewordene Konservative vom Feinsten, einer, der „Gottes Werk“ verrichten, sich von den Dämonen als Propaganda-Maschine missbrauchen, und Dante einfach nur mies aussehen lässt. Wer sich hier an einen CNN-Nachrichtensprecher erinnert fühlt, ist auf der richtigen Fährte. Und keine Sorge, auch in Videogames gibt es so etwas wie Karma – Bob bekommt sein Fett weg und ihr werdet sichtlich Spaß dran haben! Gleiches gilt auch für eine Parodie auf „Das Super-Talent“ bzw. „Britan‘s got Talent“; Wir geben den Tipp: Lasst euch überraschen und gebt euer Bestens!

DmC Devil May Cry -02

Wenn der Engel mit dem Teufel…

… nein, nicht was ihr vielleicht jetzt denkt, ganz falsche Ecke. Teuflische Engel oder engelhafte Teufel sind Dantes lebendig gewordener Widerspruch. Der immerwährende Kampf im tiefsten Inneren ist unterm Strich aber gar nicht mal so übel zu bewerten, beschert diese Doppelhaftigkeit eine wahre Freude hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Waffenarsenals. Denn was wäre Dante ohne gescheites Equipment? Genau – nichts! Aber dank Ebony and Ivory, Rebellion und natürlich die göttliche Sense (Osiris) nebst einer Art Shurikans (Aquilla), sowie der diabolischen Streithammer/Axt (Arbiter), gepaart mit glühenden Stahl-Fäusten (Eryx) – für jeden Gegner gibt es auf alle Fälle überzeugende Argumente. Im direkten Einsatz gilt es auch zu wissen, dass die eine Seite (Teufel) eher schwerfällig, behände einzusetzen ist, die andere wiederum von Schnelligkeit und Agilität geprägt ist. Schlussendlich liegt es am Gegner, welche Waffe wie zum Einsatz kommt. Stumpf mit einer mal gewählten Waffe wie irr einzuhämmern, bringt null, niente, nada, nichts! Dämonen sind eben wählerisch und wissen, womit sie ihre düsteres Dasein ausgeschlagen bekommen wollen.

Wobei die Überzeugungslieferanten natürlich immer nur so gut sind, wie eure Befehle an Dante. Zum Erreichen des – sagen wir – annähernd perfekten Verkloppungsgebaren empfiehlt es sich, die scheinbar gleich anmutenden, aber doch sehr verschiedenen Moves und Kombos, die in Kombination mit den jeweiligen Waffen stehen, zu verinnerlichen, ja geradezu zu meistern. Upgrade-System sei Dank könnt ihr aus anfänglich eher Wattebauschtupfern eine gehörige Tötungswumme zimmern.

Egal ob ihr euch dem göttlichen Segen oder dem teuflischen Werkzeug annehmt, beide Seiten sind – je nach Situation – in der Lage, wahlweise eine anrückende Armada von Widersachern in seine Schranken zu weisen, ebenso wie man mit größeren, einzelnen Opponenten hart ins Gericht gehen kann und gezielt vorhandene Fähigkeiten einsetzt. Dabei ist nicht nur der gekonnte Umgang mit der Waffe an sich gefragt, auch Dante selbst bietet eine große Palette, sagen wir, Körperlichkeit, die förmlich darum bettelt genutzt zu werden.  Na ja, nicht zuletzt auch deshalb, weil es einfach geil aussieht, wenn ihr euch mit Dante in gefühlte unendliche Höhen schraubt, eingezwirbelte Vernichtungsschläge niederprasseln lasst, ganz nebenbei anmutig und mit perfekter Grazilität die Kunst des Lasso-Schwungs nutzt, um im nächsten Moment wieder eine Mörder-Pirouette zu drehen und gleichzeitig fliegt euer Blei zielsicher in die Eingeweide der Dämonen-Gegner. Das ist eine Schau, das macht Spaß, dass will trainiert werden. Weniger für die ersten drei Schwierigkeitsstufen; Diese dürft ihr getrost als warm machen betrachtet, zum Kennenlernen der Umgebungen, zum Handhaben von Dante und seinen Waffen. Ihr werdet in den vielen Kämpfen gefordert, und trotzdem gleicht es einer Art Spaziergang. Es fühlt sich einfach gut an, mit dem rotzigen Kerl, seiner arroganten Art, gepaart mit seinen partiell grenzwertigen Flüchen durch den sehr lebendig wirkenden Limbo zu ziehen. Dämonen zu verdreschen, Boss-Gegner zu filetieren oder kleineres Viechzeugs wie umherschwirrende Teufelsbabys servierfertig zu zerbröseln.

Die Herausforderung, die scheinbar endlose Fülle an Kämpfen erledigen zu wollen ergibt sich nicht nur aus der Geschichte, vielmehr kratzt Dante am eigenen Ego, an der Persönlichkeit, denn jede Mission wird knallhart leistungs-technisch bewertet. Pusteblumenpuster sehen dabei sicher alt aus und dürfen allenfalls ein „D“-Wertung erwarten. Buuuhhhh … Knallharte Jungs und Mädels unter euch, die wissen wie man eine gestählte Klinge zu führen weiß, da sich diese butterweich durch Extremitäten der Widersacher ziehen lässt, da ihr mit gestählter Faust des Gegners Lunge zum Lüften raus prügelt oder mit dem Streithammer dämonisches Hau-den-Lukas spielt und den Kopf bis zu den Kniekehlen einschlagt, dürfen auf eine „A“-Wertung oder besser hoffen. Das Maß aller Dinge ist eine Tripple-S (SSS) Wertung. Es gibt also viel zu tun, schlagt nur kräftig zu.

Allein Waffenkraft reicht heute nicht mehr aus, dass der frisch modernisierte Held von heute als cooler Sieger aus dem Ring steigt. Die eigenen Fähigkeiten selbst sind es, die das Zünglein an der Waage sind. So vielfältig die Möglichkeiten, so einfach selbige zu erlernen. Ihr müsst kein Joypad-Finger-Akrobat sein Dantes Optionen voll auszuschöpfen. Nichts desto weniger gilt: Je kreativer, abwechslungsreicher ihr euren Kampf gestaltet und damit sozusagen aus dem Vollen schöpft, desto genialer wird das Geschehen auch fürs Auge. Wenn man so will ein optischer sowie spielerischer Ritterschlag, der euch mit Dante – wenn ihr richtig gut seid – verschieden, kurzzeitige Boni im Kampf zuspielt. Das zu erreichen heißt aber auch sich keine verpassen lassen. Beherrscht das Ausweichen, vorhanden in zwei unterschiedlichen Varianten, mit akkurat getimtem Einsatz. Andernfalls bekommt ihr gescheit auf die Schnauze.

DmC Devil May Cry

Vom Niemand zur obercoolen Drecksau

Ganz klar, Dante muss sich erst einmal beweisen. Fähigkeiten hin, Optionen her – begonnen wird bei Null, wobei man Ninja Theory schon bescheinigen kann, dass sie den Wiederspielwert von DmC Devil May Cry besser hätten nicht gestalten können. Es ist ein unabdingbares Muss mit Dante den Limbo mehrfach zu bezwingen, so dass ihr für die wirklich harten Durchgänge gewappnet seid. Klar, ihr könntet das auch von Anfang an versuchen – sagt aber nicht, wir hätten euch nicht gewarnt, denn als Dante-Noob sich mit Dämonen und dem Limbo auf hohen Schwierigkeitsgrad („Dante must die“, „Nephilim“ oder Heaven or Hell-Modus“) anzulegen ist keine gute Idee – die bezahlt ihr schnell mit eurem virtuellen Leben. Gut Ding will Weile haben, ergo kämpft euch mit Spaß an der Schnetzelei durch und nehmt mit, was ihr kriegen könnt. Haltet die Augen offen nach verschiedenfarbigen Orbs, die ihr in den Aufbau der eigenen Fertigkeiten als auch der Modifizierung der Waffen steckt. Erkämpft euch Punkte, die ihr ebenfalls für euren Aufstieg investiert. Bock auf ein paar Extra-Einlagen? Klar, die gibt es zur Genüge – ihr müsst sie nur finden. Genauer gesagt müsst ihr zumeist saugut versteckte Schlüssel finden, die euch immer wieder Türen zu sogenannten Challenge-Räumen aufsperren – sofern ihr diese Türen dann auch findet, denn die können auch, wie die Schlüssel dazu, überall und nirgendwo sein. In diesen könnt beweisen, dass Dante nicht nur ein Großmaul ist, sondern das hinter dem Gelaber auch was steckt. Verschiedene Aufgaben, meist mit Zeit- und sonstigen Limits, Vorgaben und Beschränkungen warten darauf von euch für ein paar Extra-Gimmicks erledigt zu werden. Aufpassen, in diesen Räumen kann man Stunden zubringen – weil’s einfach geil ist und Spaß macht! Und wenn ihr nicht gerade mal am Kämpfen und Kombo basteln seid, warten hin und wieder Plattform-Einlagen auf euch, die Zeit genug lassen sich für den nächsten Fight zu wappnen. Ach ja, habt hin und wieder ein Herz und befreit verlorenen Seelen, die auch an den partiell unmöglichsten Orten im Limbo gefangen gehalten werden.

Es ist serviert: Twilight Zone „dämonische Art“

Da reden wir die ganze Zeit vom diesem Limbo – aber Sack-Zement-nochmal, was ist das? Der Limbo ist eine auffällig bunte, fast schon schmerzend grell-farbige Dämonen-Welt, welche die Menschen zu Grunde richtet und – wer hätte es gedacht – für Dante selbst auch nicht viel übrig hat. Im Gegenteil, der Limbo lebt und versucht das seine, Dante an seinem Fortschritt zu hindern. Seid euch gewahr, dass wie aus dem Nichts Bodenplatten verschwinden können, Räume sich in sich zusammenfalten oder ganze Gebäudekomplexe sich komplett neu sortieren. Der Limbo, er lebt, tut alles, um euch mit Dante aufzuhalten.

Ach ja, der Limbo ist eine alternative Dimension, die prächtig neben der eigentlichen menschlichen Welt größer, voller, diabolischer existiert, geführt von einer schienbar alles umspannende Macht. Und so mies dieser Limbo auch ist, er sieht dabei auch noch richtig, richtig gut aus! Während die reale Welt, die Menschenwelt, ein tristes Grau ist, ein scheinbar düsterer, trauriger Ort, ist der Limbo, das weltlich gewordene Teufelsareal, gigantisch bunt, farbenfroh, beinahe schon grell und heftig. Ein Regenbogen in der Hölle als abgewandeltes Stroboskoplicht für auf stampfenden Beat abhottende Dämonen? Warum nicht – zumindest wenn es nach den Vorstellungen von Ninja Theory geht. Aber gerade diese extrem überzeichnete Darstellung, das extreme Bunte macht den Limbo und damit die Welt, in die Dante eindringen muss, zu etwas Außergewöhnlichem. Es sieht – um es mal ganz simple auszudrücken – Hammer aus. Der Limbo ist surreal, übergriffig und seine Bösartigkeit ist greifbar, fühlbar, allgegenwärtig. Und mit Dante seid ihr der sich ins innere fressende Parasit, das Geschwür, das mit allen Mitteln entfernt werden muss. Nur logisch, dass ihr verdammt nochmal saumäßig was dagegen habt und euch zur Wehr setzt.

Dass euch die Geschichte mit Dante gefallen wird, dessen sind wir uns sicher – ihr müsst euch einfach nur ein bisschen darauf einlassen, der Rest kommt von ganz allein. Auch das ihr vor allem Bock haben werdet zuzuhören, zu erleben und final auch wissen wollt, was alles im Limbo abgeht, ist dem Drehbuchauto Alex Garland geschuldet. Garland, der Mann hinter der Story von u.a. 28 Days later versteht sein Handwerk. Erwartet nicht die große Tragik, ein Highend-Drama mit sinnigem, unheilschwangerem Tiefgang – aber erwartet einen ordentlichen roten Faden, eine Charakter-spezifisch zugeschnitte Erzählweise, die immer wieder in der Lage ist gewisse Szenen markant in den Vordergrund zu holen. Dante nimmt sich, auch im Vergleich zu seinem alten Alter-Ego endlich einmal selbst ernst, allerdings mit loser Schnauze und viel dreckigem Witz.

DmC Devil May Cry

Dante glänzt die Monster in den Schatten

Ach, wie sollte es auch anders sein – wo Licht ist, fällt Schatten. Na ja, wir könnten die Rubrik auch „jammern auf sehr hohem Niveau“ nennen, denn am Ende fallen diese Schwachpunkte, die wir – kritisch wie wir sind – ausgemacht haben, genau in eine solche Rubrik. Während Dante und, bezogen auf die Animationen ebenso die Monster, eine weitestgehend astreine Animation an den Tag legen, smooth, geschmeidig, agil, Profi-Tänzer gleich über den Bildschirm laufen, fliegen, kämpfen, rollen, springen, töten und Dante dabei aussieht wie aus dem Ei gepellt, alles fast schon überstrahlt, wirken die Dämonen mit der Zeit sehr Einheitsbreiig. Ninja Theory hat, aus welchem Grund auch immer, in Sachen Design und Abwechslung bei den Monstern offenbar wenig Lust auf Vielfältigkeit gehabt. Nicht falsch verstehen, das Gesocks schaut schon unterschiedlich aus und alles, aber es sind die Details, das Auffällige, sozusagen die Anpassung an den krass bunten, schillernden Limbo, fehlt einfach.

Gespinnert erweist sich hin und wieder auch die Kamera zusammen mit der automatischen Zielfunktion. Habt ihr es mit mehreren Gegnern zu tun, setzt die eigentlich sonst gute Funktionalität der beiden aus. Da weiß die Kamera nicht wo hin sie zeigen soll und der Zielsucher rastet hilflos umher. Da heißt es dann beherzt nachfassen, nachjustieren und Dante wieder auf die richtige Spur bringen.

Test basiert auf einer Xbox 360 Version!

Unser Fazit

90 %

Jawohl – Dante ist zurück, und das besser, cooler, arroganter und einfach geiler als jemals zuvor. Ninja Theory hat zusammen mit Capcom eine fast schon hoffnungslos wirkende Kehrtwende mit Dante geschafft. Eine der coolsten virtuellen Typen unter der Sonne zeigt wieder, was ne starke Harke ist. Die Verjüngungskur steht der Devil May Cry Reihe perfekt zu Gesicht, die Technik spielt in allen Belangen mit – bis auf das „hohe Niveau Geflenne“, und es macht einfach Spaß sich mit Dante gegen den Limbo auf fast bestmögliche stylische Weise zur Wehr zu setzen. Dazu eine Story, die unterhält und Charakter gerichtet zusätzliche, gezielte Drehmomente bietet, ist ein Sahnehäubchen. Dante und die Devil May Cry Serie hat endlich wieder eine Richtung – mehr noch, endlich wieder eine Zukunft, auf die wir schon jetzt sehr gespannt sind!

Pro

  • + deutlich verjüngter Dante - überzeugt zu 100%
  • + vielfältige Kampf- und Kombo-Optionen
  • + reichhaltiges Waffen-Aresnal inkl. Upgrade-Funktion
  • + genial grell inszenierte Dämonen-Welt (Limbo)
  • + gutes Story-Telling mit sehr Charakter-spezifischen Spitzen
  • + sehr gute Steuerung
  • + flüssige Animationen
  • + stimmiger, auf Situationen abgestimmter Soudtrack
  • + rotzige Sprüche und Dialoge mit Humor
  • + Wiederspielwert allein schon durch Aufbausystem gegeben
  • + Spiele-Wiederholungen bieten neue Schwierigkeitsstufen und neue Goodies

Kontra

  • - Zielfunktion reagiert manches Mal ungenau (viele Gegner)
  • - stellenweise unruhige Kamera (viele Gegner)
  • - Monster kranken optisch ein wenig in Sachen Abwechslung

Unsere Bewertung

Grafik
 
88 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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