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Donkey Kong Country: Tropical Freeze – Test / Review der Switch Version

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Veröffentlicht 8. Mai 2018 | 17:18 Uhr von Marc Wunder

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DK ist zurück!

Bei Donkey Kong Country: Tropical Freeze handelt es sich zwar um ein vier Jahre altes Wii U-Spiel, allerdings belebt Nintendo den Titel jetzt für die erfolgreiche Switch neu – und verpasst ihm noch einige nette neue Features. 

Die Affenbande in Gefahr

Zunächst ein kurzer Abriss der Geschichte: das Leben könnte so schön sein auf Kong Island! Doch am Horizont droht Unheil. Fiese Wikingertiere fallen mit ihrem fliegenden Schiff und begleitet von einem eisigen Sturm über die Insel her. Die Kongs werden davon geweht und müssen sich nun durch dutzende Level, aufgeteilt auf sechs Welten ihren Grundbesitz zurück erobern! Dabei verschlägt es die Familie in blühende Mangrovenwälder, luftige Gebirge und in die Tiefen von Meer und Seen. Man merkt schnell: die Story ist nur Mittel zum Zweck, um einen Rahmen abzustecken. Was zählt, ist das Gameplay.

Gesteuert wird dabei Familienoberhaupt Donkey Kong bzw. Funky Kong im neuen Spielmodus – dazu später mehr. Die anderen Mitglieder der Affenbande lassen sich in Fässern finden und werden vom Oberaffen huckepack getragen. Während man dank Diddys Raketenrucksack eine kurze Zeit schweben kann, katapultiert uns Dixies Haarpropeller sogar ein kleines Stück weiter nach oben. Der alte Zausel Cranky Kong hat seinen Krückstock dabei, mit dem man ohne Probleme Stacheln oder die Spitzen Wikingerhelme der Eindringlinge bespringen kann. Sammeln wir einen Kumpanen auf, verdoppeln sich unsere Trefferpunkte von zwei auf vier. Auf Wunsch kann man das Abenteuer sogar kooperativ zu zweit bestreiten.

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Beim Spiel selbst handelt es sich um ein klassisches 2D-Jump’n'Run, welches immer wieder von kleinen Perspektivwechseln und Kamerafahrten aufgelockert wird. Vergleicht man es mit modernen Vertretern des Genres, könnte man fast zu dem Schluss kommen, bei DKC handelt es sich um das Dark Souls der Plattformspiele. Ist ein Rayman Legends eher dafür ausgelegt, den Spieler mit einem gewissen Flow durch die Levels rennen und dabei kleine Fehler verzeihen zu lassen, so ist Donkey Kong Country: Tropical Freeze da wesentlich unnachgiebiger. Spätestens ab Welt 3 zieht der Schwierigkeitsgrad deutlich an. Sprünge müssen perfekt getimt und die Positionen der Gegner genau beobachtet werden. Das Spiel verzeiht einem nichts, allerdings ohne jemals unfair zu wirken. Jede Situation kann mit etwas Übung gut gemeistert werden, allerdings kann es durchaus passieren, dass man nach einem Level mal 20 Extraleben los geworden ist. Gerade die Loren- und Raketenwagenabschnitte verlangen ein ungeheures Maß an Präzision und Reaktion, machen gleichzeitig aber auch wahnsinnig Spaß. Dies liegt unter anderem an der gelungenen Präsentation. Jedes Level ist anders und bietet neue optische Eindrücke. Einstürzende Tempel, dunkle Unterwasserhöhlen, saftige Wiesen, verschneite Berge – das Game geizt nicht mit seinen Reizen.

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Auf moderne Gimmicks, wie Minispiele, wird weitestgehend verzichtet. Es gibt ein paar versteckte Abschnitte, in denen man auf Trampoline springend oder auf sich bewegenden Plattformen balancierend Bananen und Puzzleteile einsammelt, das wars dann aber schon. Ansonsten läuft man (meist) von links nach rechts, hangelt an Lianen entlang, besiegt putzige Feinde und lässt sich von Fässern durch die Gegend schießen. Rampi das Nashorn feiert ebenfalls sein Comeback, sodass man in einigen Abschnitten als alles plattwalzende Dampframme die Sau raus lassen kann. Dies entschädigt für so mach frustige Stelle, an der man das ein oder andere Leben verlor. Zum Glück gibt es viele Wege, seinen Lebenszähler im Plus zu halten. An vielen Stellen schweben rote Ballons, die uns ein Extraleben schenken. Durch das Sammeln von 100 Bananen erhalten wir ebenfalls einen Zähler hinzu. In jeder Welt hat zudem Funky Kong sein Lager aufgeschlagen und bietet gegen in den Levels sammelbare Münzen seine Ware feil. Zum Beispiel Extraleben, eine temporäre Unbesiegbarkeit oder eine „Vollkaskoversicherung“ für Loren und Raketenwagen. Somit lassen sich auch schwierigere Abschnitte meistern, ohne das Gefühl zu bekommen, Cheats zu verwenden.

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Alles neu macht die Switch

Kommen wir nun zu den Unterschieden zur Wii U-Version von Donkey Kong Country: Tropical Freeze. Am augenscheinlichsten hat sich natürlich etwas an der Auflösung getan. Lief das Game auf der Wii U noch in 720p, darf man im Dock-Modus am TV nun volle Full-HD-Auflösung bewundern. Und das dann auch noch in sagenhaften 60 FPS. So geschmeidig und scharf ist der gute DK wohl noch nie durch den Dschungel gesprungen. Gerade die Darstellung von Fell und Oberflächen profitiert von der höheren Auflösung. Im Handheldmodus werden zwar leider nur 648p geliefert, was allerdings durch die Größe des Bildschirms relativiert wird. Aber auch hier erhält man flüssige 60 Bilder pro Sekunde.

Radikal verkürzt haben sich die Ladezeiten. Dauerte es auf der Wii U gut und gerne 40 Sekunden, bevor man das Titelbild sah, reduziert sich die Zeit auf der Switch auf knappe 15 Sekunden. Aber auch Levels laden mehr als doppelt so schnell. Gut so!

Inhaltlich hat sich eher wenig getan. Mit Funky Kong hält eine Art Easy-Mode in das Spiel Einzug. Bevor jetzt eingefleischte Zocker sich über die Casualisierung beschweren: dieser Charakter ist völlig optional. Natürlich kann man das komplette Spiel auch „traditionell“ spielen. Geübten Spielern sei dies auch geraten! Denn Funky ist quasi der Superheld der Kong-Familie. Er kann unendlich lange rollen, kann Doppelsprünge ausführen, mit seinem Surfboard schweben und ist unempfindlich gegenüber Stacheln. Zudem geht ihm unter Wasser nie die Luft aus. Das Durchspielen wird somit nur noch zur Formsache. Schade eigentlich! Es ist löblich, auch dem schlechtesten Controllerakrobaten die Chance auf Beendigung des Spiels zu geben, aber hier hat man es leider übertrieben.

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Unser Fazit

86 %

Donkey Kong: Tropical Freeze hat der Plattformwechsel sichtbar gut getan. Schärfer, flüssiger, kürzerer Ladezeiten. Diese Punkte werten das erfrischend oldschoolige Jump’n'Run sichtbar auf. Das Spiel lässt die alten Zeiten des Genres, in denen sich alles um zentimetergenau Sprünge, perfekte Spielbarkeit, Reaktionsschnelligkeit und auch der ein oder anderen herausfordernden Passage drehte, wieder aufleben. Mit Funky Kong wurde zudem ein Charakter erschaffen, der auch Einsteigern ein Durchspielen ermöglicht – leider ist dieser viel zu stark geworden. Alles in Allem ist das Spiel aber definitiv eine Empfehlung für alle Freunde von kurzweiligen Jump’n'Runs.

Pro

  • + Tolles Leveldesign
  • + Schöne Optik
  • + Perfekte Steuerung
  • + Koop-Modus
  • + Coole Bosskämpfe
  • + Harter, aber fairer Schwierigkeitsgrad

Kontra

  • - Funky Kong zu mächtig
  • - Bessere Optik rechtfertigt für WiiU-Besitzer keinen Neukauf
  • - Kaum Geheimnisse, keine Minispiele

Unsere Bewertung

Grafik
 
82 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
92 %
Gameplay
 
91 %
Multiplayer
 
87 %
Spielspaß
 
87 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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