Dragon Age 2 - Review: Das Ende eines Epos? - insidegames
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Dragon Age 2 – Review: Das Ende eines Epos?

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Veröffentlicht 15. März 2011 | 22:34 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 3. Mai 2015

Dragon Age 2 Review-Screenshot - 0003

Stolze fünf Jahre werkelte das kanadische Entwicklerstudio BioWare an Dragon Age: Origins. Der RPG-Titel schlug ein wie eine Granate und wurde zurecht mit Preisen überhäuft. BioWare ist bekannt für seine gewichtigen RPGs und die Erwartungen sind hoch an der direkten Fortsetzung. Mit einer Entwicklungszeit von 18 Monaten ist es heute endlich so weit, Dragon Age 2 verspricht eine grandiose Fortsetzung der epischen Geschichte. Die Frage ist reichen, 18 Monate um ein Meisterwerk wie Dragon Age: Origins einen würdigen Nachfolger zu geben?

Die Geschichte beginnt für jede Charakterklasse gleich: In kurzen Videofetzen wird das Geschehen vom Ende des ersten Teils zusammengefasst. Die Familie des angehenden Helden Hawke flüchtet aus Lothering vor der Verderbnis. Nach einer langen und gefahrvollen Flucht verschlägt es Hawke und seine Familie in die Hafenstadt Kirkwall in den freien Marschen. Hawke hat es nicht leicht als Fereldener Fuß in der von Krisen erschütterten Stadt zu fassen. Außerhalb der Tore warten die Flüchtlingsmassen auf Obdach und Hilfe, die verschiedenen Stadtstaaten kämpfen um die Vorherrschaft und Hawkes Onkel hat das letzte Erbe der Familie verschleudert. Die Hauptstory wird nicht von der Klassenwahl beeinflusst. Man hat lediglich die Wahl zwischen den drei Klassen Magier, Krieger und Schurke, sowie dem Geschlecht und ein paar optischer Anpassungen. Verschiedene Charaktereigenschaften oder sowie z.B. Sternzeichen und Rasseneinflüsse gibt es leider nicht. Besonders RPG-Fans merken das BioWare zwar einiges an Möglichkeiten anbietet um seinen Charakter optisch zu verfeinern, aber nichts was sich auf die Entwicklung auswirkt. Neulinge des Genres haben zwar einen leichten Einstieg, aber man hätte wenigstens komplexere Möglichkeiten offen halten können für fortgeschrittene Spieler. Drei Klassen sind auch unter dem heutigen Genrestandard zu wenig; selbst Action-Hack n’ Slay-Titel bieten da oft mehr.

Kirkwall, eine Weltstadt!

Sehr überraschend für ein Rollenspiel-Epos wie Dragon Age 2, ist die Tatsache, dass die Spielwelt fast gänzlich auf die Stadt Kirkwall begrenzt ist. Hin und wieder reist ihr zwar dank diverser Quests auch in die Außenumgebung von Kirkwall oder in Dungeons, aber im Vergleich zum Vorgänger müsst ihr stark an Bewegungsfreiheit einbüßen. Das Konzept einer modularen Welt wie hier in Dragon Age 2 kann natürlich funktionieren und einem Spiel Tiefe und Struktur verleihen, nur leider begeht BioWare einen entscheidenden Fehler, denn immer wieder wird der Spieler durch die Haupt- und Nebenquests an die gleichen Orte und Dungeons befördert. Einzelne Gebiete, Verstecke und Höhlen werden zu oft recycelt. Die Kulissen kommen oftmals nicht über eine durchschauliche Fassade hinaus.

Die Metropole Kirkwall wird in Viertel aufgeteilt, die man nicht traditionell zu Fuß an einem Stück durchläuft, sondern automatisch über Klicks. Dadurch entsteht kaum ein Gefühl für die Größe der Stadt, denn man teleportiert sich somit immer nur von Schauplatz zu Schauplatz. Alles wirkt wie modulares Stückwerk, der Spieler wird einfach in eine Kulisse geworfen und durchlebt die Szenen. Auch wenn man auf eigene Faust die Stadt erkunden mag, erkennt man schnell das es trotz des Umfangs doch sehr wenig Anspruch existiert. Die einzelnen Personen, die nicht an eine Quest gebunden sind, haben wenig zu sagen und auch in den Gassen und begehbaren Innenbereichen gibt es sonst wenig zu erkunden. Nachts verwandelt sich die Stadt wie in einen Friedhof mit leergefegten Straßen, aber auch tagsüber stehen die NPCs fixiert auf einem Punkt oder laufen vorgegebene Wegpunkte ab. Abgeschlossene Gebiete oder große leere Bereiche wie z.B. den “freien Marsch” hätte man wenigstens etwas ausschmücken können. Die gesamte Spielwelt fühlt sich einfach nicht wie aus einem Guss an, sondern besteht mehr aus einer Kette von kleinen Szenarien. Auch das Tag- und Nachtwechselsystem bringt wenig Einfluss aus das Spielempfinden mit sich. Anstelle das man das Gefühl hat den Tag und die Nacht sinnvoll planen zu müssen, kann man einfach per Knopfdruck zwischen hell und dunkel umschalten. Es gibt also keinen normalen Ablauf der Zeit, was dem schnellen Vorankommen zwar hilft, aber durch seinen Zwang dem Spiel auch wieder einen Teil seiner Glaubwürdigkeit nimmt. So rauscht man als Spieler durch das Spiel, richtet seine Beachtung nur auf alles was glitzert und klickt sich fast wie in einem Online-RPG von Quest zu Quest auf der Jagd nach Erfahrungspunkten und neuen Equipment.

Immer schön sauber bleiben!

 

Ein gutes Rollenspiel wird besonders durch seine Dialoge ausgezeichnet. Genau wie in Dragon Age: Origins sind auch hier wieder moralische Fragen und Reaktionen entscheidend für den Spielablauf. Das Dialogsystem wurde vereinfacht und nimmt dem Spieler das Denken ab, jede Antwort wird markiert durch ein Symbol:  gute, neutrale oder böse Antwort. Der Spieler bleibt zwar somit immer im Bilde des Dialogsverhaltens, muss aber dem Gespräch selbst wenig Beachtung schenken. Auch in einem höheren Schwierigkeitsgrad besteht die Hilfestellung. Trotz der Stützen, sind die Dialoge reizvoll und bieten einige überraschende Wendepunkte die an euer Gewissen appellieren. Dragon Age 2 bietet im Gegensatz zu seinem Vorgänger mehr Bezug zu seinen Gruppenmitgliedern. Eure Taten wirken sich direkt auf das Empfinden einzelner Mitglieder aus und schmiedet so das Verhältnis zwischen euch. Je nach Stimmung kann das nicht nur eindeutige Bemerkungen eurer Gefährten aufweisen, sondern auch zu Romanzen und blutiger Feindschaft führen. In den meisten Punkten geht Dragon Age 2 einen Schritt zurück, das lebendige Partyinteraktionssystem wurde dagegen sinnvoll erweitert.

Der ewige Kampf mit der Kamera.

Im wilden Kampfgetümmel wird der Spieler besonders im ersten Akt kaum auf taktische Wichtigkeit treffen was Rüstung, Waffen, Reichweite und Heilung betrifft. Hinzu kommt das die knappe Kamera besonders in engen Innenbereichen eine strategische Sicht auf das Vorgehen fast gänzlich verwehrt. Eine Navigation in der Vertikalen ist nahezu unmöglich und öfters erkennt man nur einen Teil der Schlacht, nur mit etwas Glück kann man durch neigen oder heben des Blickwinkels eine bessere Sicht erzielen. Stumpfsinnige Action ohne Taktik überwiegt in den Kämpfen am Anfang, gegen Akt Zwei ändert sich das Ganze. Die Gegnergruppen werden fordernder und die einzelnen Fähigkeiten und Zauber eurer Charaktere werden wichtiger. Auch das Nutzen von Mana-, Heil- oder Bufftränken bekommt eine strategische Note durch die Abkühlphasen, besonders die Bossfights verlangen eine überlegte Vorbereitung der Ausrüstung, Gruppe und Waffen. Hier schafft es Dragon Age 2 endlich warm zu laufen, jedoch leider etwas spät. Spieler, die sich an höhere Schwierigkeitsgrade wagen, bekommen in den Kämpfen strategisch mehr geboten ohne jedoch das das Spiel nie unfair wird.

Grafisch nicht mehr ganz Frisch.

Auf den ersten Blick ist es schwer Grafikunterschiede zwischen Dragon Age: Origins und Dragon Age 2 zu erkennen. Verbesserungen zeigen sich aber deutlich in Bewegungsanimationen und Gesichtszügen der Charaktere. Die Mimik ist das Hauptaugenmerk von Dragon Age 2, die Gesichter und Darstellung der Gefühle wirken sehr authentisch und verleihen dem erzählerischen Geschehen der Story Leben. Während man in Kampfanimationen deutliche Verbesserungen sieht, besonders in den Bewegungsmustern des Kampfstils, wirkt der Rest altbacken. Die Laufbewegungen unserer Helden wirken steif und fixiert, als seien die Beine gleichermaßen  austariert. Trotz der vielen kleinen Verbesserungen ist die Grafik von Dragon Age 2 nicht mehr aktuell. Auch die Außenlandschaft von Dragon Age 2 wirkt sehr leer und detailarm, es gibt nur wenige Stellen in der sich die großzügige Weitsicht sehen lassen kann. Die Stadt Kirkwall selbst, die als Mittelpunkt des gesamten Spiels dient, weiß mit ihrer Architektur und ihrer Fülle an Menschen und Geschehnissen zu beeindrucken. Auch einige Farb- und Lichtspiele in der Stadt und in den Dungeons sorgen für ansehnliche Momente. Dragon Age 2 hat definitiv seine grafischen Höhepunkte und bewegt sich in der gehobenen Mittelklasse.

Dragon Age 2 – Erfolge & Trophäen Leitfaden.

Für PlayStation 3 und Xbox 360 Zocker die auf ihrem Weg durch die blutige und düstere Welt auch auf die Erfolge jagt machen, haben wir in unserer Leitfadensektion einen umfangreichen Guide. Hier wird euch Stück für Stück im einzelnen Rubriken jeder Erfolg erklärt. Mit hilfreichen Beschreibungen für die Sammelobjekte und nützlichen Videos einzelner Erfolge. Falls ihr Fragen zu den Erfolge/Trophäen oder zu dem Spiel selber habt postet sie als Kommentar unter den Leitfaden.

Unser Fazit

70 %

Dragon Age 2 wird die Meinung Vieler spalten. Manche werden sich über den actionreichen und sehr einstiegsfreundlichen Verlauf des Spiels freuen, die RPG-Fans dagegen werden sich mit Dragon Age 2 beschnitten fühlen. Dragon Age 2 spielt sich wie Fastfood: Reinschlingen und fertig. Genau wie bei Fastfood bleibt eine Leere zurück. Die Hauptstory und ihre Charaktere kommen zwar gut davon, aber der Rest des Spiels bleibt auf der Strecke. Immer wieder werden die gleichen Schauplätze aufgetischt, das Charakterdesign wiederholt sich ständig und die leere Umgebung zieht an einem im Schnelldurchlauf vorbei. Für den richtigen Rollenspieler gibt es fast keinen Tiefgang. Dafür hat BioWare mehr Leben und Persönlichkeit dem Zwischenspiel der Figuren in der eigenen Gruppe eingehaucht. So fühlt man sich nicht alleine auf seinen Weg durch die mehr oder weniger epische Geschichte. Auch die Möglichkeiten mit den moralischen Entscheidungen ist in Dragon Age 2 stellenweise sehr ausgereift und sogar interessant für einen zweiten Spieldurchgang. Grafisch gibt es nur bedingt Verbesserungen; die Mimik der Hauptcharakter sowie die Kampf- und Zaubereffekte zeigen aber eine deutliche Verbesserung. Leider kann man das von der Umgebung nicht behaupten, besonders die Außenlandschaft ist trist und detailarm. Das Kampfsystem wurde vereinfacht und ist leichter zugänglich für Neulinge oder Spieler, die auf ein umfangreiches RPG-System gerne verzichten. Öfters entstehen leider auch Kameraprobleme, die das Gefecht unfreiwillig fummelig machen. Unterm Strich bleibt ein gutes Action-RPG für Spieler die eine packende Story erleben wollen und nur bedingt in eine Welt eintauchen möchten. RPG-Fans sollten erst einmal Probespielen, aber bitte die Vollversion, denn die Demo sagt sehr wenig über das gesamte Spiel aus.

Pro

  • detaillierte Gesichtszüge
  • schöne Zauber- und Kampfanimationen
  • bombastischer Orchestersound
  • stimmige Geräuschkulisse bei Schlachten
  • Gute Sprecher
  • vier wählbare Schwierigkeitsgrade
  • Einstiegsfreundlich für Neulinge
  • düstere und blutige Fantasywelt
  • dichte Atmosphäre
  • gut erzählte Story
  • viele Nebenquests
  • moralische Entscheidungsmöglichkeiten
  • realistisches Verhalten der Gruppe
  • teils vielschichtige Begleiter
  • gute KI
  • zehn Jahre Geschichte
  • pausieren der Kämpfe
  • taktische Planung im späterem Verlauf
  • Handwerks-Funktion
  • Rezepte zum selber brauen
  • gute Integration alter Speicherstände

Kontra

  • Gesamte Grafik altbacken
  • detailarme Umgebung
  • wenig Abwechslung im Design
  • matschige Texturen
  • Umgebung bezieht sich nicht in das Geschehen
  • Diebstähle ohne Konsequenzen
  • Wachen/Bewohner reagieren nicht auf Kämpfe
  • Niveau zwischen einzelnen Quests schwangt
  • Gebiets-Recycling
  • wiederholendes Bewohner-Design
  • liebloses Menü
  • schlechte Kameraführung
  • unübersichtliche Schlachten
  • anfangs wenig taktisches Verlangen
  • nur drei Klassen spielbar...
  • und nur eine Rasse
  • keine Charaktereigenschaften wählbar
  • wenig Tiefe im eigenen Charakter
  • Geschichte wenig episch
  • nur eine Stadt
  • mittelmäßige Spielzeit
  • steriles Icondesign
  • Begleiteroptionen häufig unnötig
  • wenig Ausrüstungsauswahl
  • beschränkte Rüstungswahl für Begleiter

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
70 %

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Kommentare

  • M. sagt:

    “erst einmal Probespielen, aber bitte die Vollversion”
    Das macht eine Rückgabe bei nicht-gefallen allerdings schwierig.

  • Keysjore sagt:

    Videothek oder vielleicht Freunde. Also man findet schon eine Möglichkeit das Spiel mal für ein paar Euro 1-2 Tage zocken zu können. Weil die Demo wirklich wenig über das Spiel sagt.

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