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Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals – Test / Review

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Veröffentlicht 12. Oktober 2018 | 21:01 Uhr von Ewelyn

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Das Dragon Quest-Franchise kann auf eine äußerst lange Geschichte zurückblicken: 1986 erschien bereits der erste Teil der Reihe in Japan. Viele Jahre zogen ins Land, und 20 Jahre später erschien dann mit Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs der erste Ableger der Serie in Europa und lies die Herzen der Fans höher schlagen. Der achte Teil der Reihe war der Wegweiser für diverse Erstveröffentlichungen der älteren Teile im westlichen Gefilde und sorgte für eine immer größer werdende Fan-Base. Doch nach der Veröffentlichung von Dragon Quest IX im Jahr 2010 war es sehr still geworden. Umso mehr hat es uns gefreut, dass Publisher Square Enix sich dazu entschieden hat, den neusten Ableger auch im Westen zu veröffentlichen. Ob uns die Geschichte rund um den Lichtbringer fesseln und das traditionelle Gameplay überzeugen konnte, erfahrt ihr hier in unserem Bericht!

Die Reinkarnation des Lichtbringers

Dragon Quest XI entführt uns in die facettenreiche Fantasy-Welt Erdria. Um genauer zu sein starten wir unsere Reise in Kieslingen, einem kleinen Dorf im Königreich von Heliodor. Gemeinsam mit unserer Kindheitsfreundin Sandra müssen wir uns einer Prüfung unterziehen. Es ist hier üblich mit Erreichen des Erwachsenenalters den Ortsansässigen Berg zu erklimmen und die fantastische Aussicht zu genießen. Doch gerade als wir die Spitze erklommen haben und völlig gebannt von dem Ausblick waren, hat uns ein riesiger Vogel angegriffen, der Sandra beinahe abstürzen lies. In diesem Moment leuchtete das mysteriöse Mal auf der Hand des Protagonisten auf und erlegte das Monster mit einem einzigen, gewaltigen Blitz. Verwirrt von den jüngsten Ereignissen berichteten sie alles dem Dorfältesten. Hierbei stellte sich heraus, dass unser Held für Größeres bestimmt ist, denn der Dorfälteste erzählte uns, dass wir die Reinkarnation des sagenumwobenen Lichtbringers seien und nur der König von Heliodor uns in diesen Belangen weiterhelfen könnte.

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Oder doch der Spross der Finsternis?

Kaum hat uns die Botschaft erreicht, schon haben wir uns auf unser treues Pferd geschwungen und sind zum König in die Hauptstadt geritten. Doch die Freude sollte nicht lange währen, denn nachdem wir unser Anliegen verdeutlicht hatten, wurden wir vom König persönlich als Spross der Dunkelheit bezichtigt. Er fackelte nicht lange und beförderte uns geradewegs in das örtliche Gefängnis, ohne Aussicht auf Anhörung oder einer Freilassung. In dunklen Zeiten sind treue Gefährten rar gesät, doch unser Zellennachbar stellt sich als solcher heraus, und uns beiden gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Ab jetzt beginnt die Hetzjagd nach dem Spross der Finsternis und der Suche nach der Wahrheit des Lichtbringers.

Stimmungsvolle Synchronisation aber..

Doch auf dieser Reise bleiben wir nicht lange allein. Nachdem sich unser Zellengenosse Erik, aller Widerlichkeiten zum Trotz, unserer Sache angeschlossen hat, sollen auch schon bald weitere Charaktere zu uns stoßen. Jeder von ihnen hat eine einzigartige Persönlichkeit, die ausgezeichnet von den Synchronsprechern eingefangen wurde. Speziell die Synchronisation zahlreicher Schlüssel- und Nebenfiguren lässt das Spiel stimmig, atmosphärisch und lebendig wirken. Jedoch bleibt auch im 11. Teil der Reihe der Protagonist stumm und leblos. Leider wurden ihm keine nennenswerten Emotionen in die Wiege gelegt, sodass er wirklich sonderbar und komisch in einigen Szenen wirkt. Zudem beißt sich die englische und deutsche Lokalisationen sehr. Denn so gut die Vertonung der Charaktere geklappt hat, so hat die Lokalisation nicht das selbe Schicksal erfahren dürfen. Wenn die englischen Sprecher andere Namen oder Ortschaften nennen, wie sie in den Untertiteln zu finden sind, dann wird die Harmonie des Spiels komplett ausgehebelt. Anfangs noch äußerst störend, so wird es mit voranschreiten im Spiel mehr zu einer Nebensache. Wir hätten es uns dennoch anders gewünscht, denn wenn selbst die Hauptcharaktere bei einem anderen Namen gerufen werden, ist da etwas schief gelaufen.

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KI überzeugt mit klugen Entscheidungen

Neben dem traditionellem Soundtrack und dem unverkennbarem Akira Toriyama-Zeichenstil wird auch auf ein klassisches Gameplay gesetzt. In der offenen Welt könnt ihr jeden Winkel erkunden und eure Gegner zu jeder Zeit sehen, sodass ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr gerade Lust auf Kämpfe habt, oder eben nicht. Wenn ihr euch für einen Kampf entschieden habt, werdet ihr in ein klassisches, rundenbasierte Kampferlebnis hineinversetzt, bei dem die Figur mit der höchsten Geschwindigkeit auch als erstes eine Aktion ausführen darf. Hierbei könnt ihr all eure Züge strategisch planen und selbst ausführen oder überlasst alles der KI. Wir haben uns zu Beginn für die Variante entschieden nur den Protagonisten zu steuern und die anderen Charaktere der KI zu überlassen. Dabei waren wir doch sehr erstaunt, wie gut und eigenständig die KI die Situation analysieren konnte und dementsprechend handelte. Neben den gängigen Befehlen, wie das Wirken von Zaubern oder das Einsetzen von gelernten Fähigkeiten, konnten auch jederzeit die passiven Gruppenmitglieder eingewechselt werden, geflohen werden oder die Ausrüstung angepasst werden – sofern die jeweiligen Gegenstände im Gepäck der jeweiligen Figur verstaut war. Nach einer gewissen Dauer waren auch die Charaktere in der Lage in den Zustand der „Kräftigung“ überzugehen. Das bedeutet, dass jede Figur gewisse Boni erhält und in der Lage ist Koop-Manöver mit seinen Gefährten auszuführen. Einige Fähigkeiten können die Gruppe heilen und stärken, und wieder andere können bei den Gegner massiven Schaden anrichten. Humorvoll und amüsant, wie die wiederkehrenden Statusleiden wie zum Beispiel das notorische Tanzen oder Lachen der Gefährten sowie der Versuch der Gegner ohne MP zu zaubern. Leider wird auf hoher See noch auf Zufallskämpfe gesetzt, die das ein oder andere mal äußerst nervtötend sein konnten.

Klassische Mechaniken währen am längsten

Mit jedem gewonnenen Kampf bekommt ihr mal mehr, mal weniger Erfahrungspunkte, die jedoch alle irgendwann zu einem Level-Up führen. Mit dem Aufstieg bekommt ihr nicht nur weitere Statusboni, sondern auch Punkte für euren Charakter-Baukasten. Hierbei könnt ihr eure Professionen meistern, weitere Verbesserungen für eure Werte erhalten oder spezielle Fähigkeiten und Zauber erlernen. Mit diesen neu erlernten Fähigkeiten schalten sich auch automatisch weitere Koop-Fähigkeiten frei, die ihr dann mit den richtigen Charakteren im Kampf nutzen könnt. Falls euch beim Leveln mal ein Fehler unterlaufen sein sollte, verzagt nicht, denn in jeder Kirche und Göttinnen-Statue im Spiel könnt ihr eure Punkte wieder zurücksetzen und geschwind neu verteilen. Diese Statuen sind auch, wie in den Vorgängern auch, eure Ankerpunkte. Neben dem Entledigen von diversen Statusleiden, das neu verteilen der Punkte, könnt ihr euer Spielstand hier auch speichern – alles eben ganz klassisch gehalten.

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Der pfiffige Schmied

Eines der wichtigsten Aspekte in Dragon Quest XI ist der pfiffige Schmied. Durch ein kleines Minispiel könnt ihr euch neue und stärkere Ausrüstungsgegenstände und Waffen schmieden. Voraussetzung hierbei ist das Lesen von Büchern für die entsprechenden Rezepte und das Besitzen der notwendigen Materialien. Die notwendigen Mittel können entweder durch Nebenaufgaben, das Plündern von Truhen, zerstören von Töpfen oder das Lesen von roten Büchern erhalten werden. Je nachdem, wie gut ihr euch in dem Minispiel angestellt habt, können entweder äußerst starke Gegenstände hergestellt werden oder welche, die nur einen minimalen Bonus liefern. Aber verzagt nicht, denn mit euren gewonnen Perfektionistenperlen könnt ihr eurem misslungenen Gegenstand immer noch die nötige Stärke verleihen, die es verdient hat, bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass erneute Spielen des kleinen Minispiels.

Viel zu tun in Erdria

Neben der Haupthandlung, den zahlreichen Kämpfen sowie das Lesen von Büchern gibt es auch diverse Nebenaufgaben zu bewältigen oder andere Unterhaltungsmöglichkeiten. So könnt ihr in der Wüstenstadt Gallopolis an dem berühmten Pferderennen teilnehmen und Preise gewinnen oder im Kasino euer Glück auf die Probe stellen. Auch im 11. Teil sind sich die Entwickler treu geblieben und haben die Minimedaillien sowie die beliebten „Oh-La-La-Mädchen“ wieder mit eingefügt. Die Nebenaufgaben boten Diversität und motivierten durch die verlockenden Preise, die man nach Beendigung bekommen hat. Abseits dessen kommen vor allem Entdecker auf ihre Kosten, denn um an die versteckten Schätze heranzukommen, könnt ihr in Brunnen hinabsteigen und auf Dächern und Seilen balancieren. Zudem gibt es viele liebevolle Details wie Charaktere, die sich beschweren, wenn man in ihr Haus kommt und ihre Sachen ungefragt durchwühlt. Doch wer schon zu Beginn denkt, dass ihm Dragon Quest XI zu einfach sein könnte, der kann die Drakonischen Regeln zu Beginn aktivieren. Hierbei könnt ihr euch selbst einige Steine in den Weg legen, um euer Spielerlebnis noch spannender zu gestalten. So könnt ihr beispielsweise nicht mehr aus den Kämpfen fliehen, keine Items einsetzen oder keine Einkäufe mehr tätigen. Entscheidet euch für eure bevorzugte Spielweise! Zwar können die Regeln im Spiel wieder entfernt werden, jedoch nicht wieder hinzugefügt werden.

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Getestete Version: PC/Steam

Unser Fazit

86 %

Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals zeigt deutlich das auch ein klassisches Gameplay in der heutigen Zeit Erfolg haben kann. In Punkto Lokalisation hat die Qualität etwas nachgelassen, da sich die englische und deutsche Lokalisation in einigen Punkten stark unterscheidet. Doch die Grafik hebt das Niveau der Serie auf ein neues Level, denn das Spiel wurde liebevoll und wunderschön gestaltet. In jedem Charakter erkennt man den typischen Toriyama-Stil und das ist charmant und schön anzusehen. Zudem ist die gesamte Welt äußerst abwechslungsreich gestaltet und bietet sehr viel zum entdecken. Neben dem gängigem Tag- und Nachtwechsel wurde auch ein Wettersystem eingebaut, wodurch die Flora und Fauna sich je nach Situation unterscheidet.Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals bringt altbekannte Mechaniken wieder und verbindet diese mit modernen Neuerungen. Dadurch können wir das Spiel jedem empfehlen der gerne JRPGs spielt, einen Einstieg in solche Spiele sucht und sich an einer klassischen Geschichtserzählung erfreuen kann, bei dem das Gute gegen das Böse kämpfen muss.

Pro

  • + Grafik der Spielreihe wurde auf ein neues Level gebracht
  • + Drakonische Spielregeln bieten diverse Herausforderungen
  • + Hauptcharaktere liebevoll gestaltet
  • + Klassisches JRPG
  • + Synchronisation äußerst gelungen
  • + Charmante Anime-Optik
  • + Unterschiedliche Reittiere
  • + Tag- und Nachtrhythmus sowie ein Wettersystem
  • + Motivierendes Crafting-System
  • + Tiefgreifende Spielatmosphäre
  • + KI überzeugt mit klugen Entscheidungen

Kontra

  • - Stummer Protagonist
  • - Unglückliche Lokalisationsunterschiede zwischen deutsch und englisch

Unsere Bewertung

Grafik
 
88 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
87 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
89 %

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Newsjunkie des iG-Teams. Verehrerin des JRPG-Genres und leidenschaftliche Shooter-Spielerin.

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