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Dragon Ball FighterZ – Test / Review

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Veröffentlicht 23. März 2018 | 17:16 Uhr von Marc Wunder

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Arc System Works, die Köpfe hinter genialen Beat´em Ups wie Guilty Gear und BlazBlue, haben sich dank Bandai Namco die Dragon-Ball-Lizenz gekrallt, um damit einen fulminanten Prügler zu erschaffen. Ob ihnen das gelungen ist?

Kame….

Nach Start des Spiels erwartet uns im Hauptmenü erst einmal Genre-Standardkost – allerdings schick verpackt in einem begehbaren Lobby-Hub. Neben den obligatorischen Arcade-, Versus-, und Onlinemodus erwartet uns auch ein Storymodus. Wer möchte, kann sich ebenfalls in einem Trainingsmodul austesten. Nach Auswahl eines der Modi müssen sich Fans der Dragon Ball Videospiele erst einmal umgewöhnen. Denn statt weitläufigen 360-Grad-Umgebungen, in denen man sich die meiste Zeit fliegend fortbewegt, erwarten uns klar abgegrenzte 2D-Arenen und klassisches Prügelgameplay ala Tekken und Konsorten. Dragon Ball FighterZ unterscheidet sich somit schon einmal grundlegend von den meisten anderen DB-Games. Wem jetzt allerdings die Angst beschleicht, dutzende Kombos und Specialmoves auswendig lernen zu müssen, der kann beruhigt aufatmen. Dragon Ball FighterZ ist betont einsteigerfreundlich gestaltet und sorgt bereits mit wenigen Tastenkombinationen für Effektegewitter auf dem Bildschirm.

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Zwar haben die Entwickler auf das aus der Reihe bekannte Fliegen weitestgehend verzichtet, trotzdem lassen sich relativ einfach Attackenstakkatos abfeuern, die euch samt Gegner hoch in die Luft katapultieren. Ein Tribut an die Anfängerfreundlichkeit: auch wenn die meisten Animationen und Spezialmanöver je Charakter individuell dargestellt werden, so steuern sich die meisten der etwas über 20 Figuren (ein paar Weitere sind freischaltbar) grundsätzlich sehr ähnlich. Somit kommt man zwar bei jedem Charakter sehr schnell zu Erfolgserlebnissen, eine Spezialisierung zur Meisterung eines bestimmten Helden ist dafür aber nicht nötig. Dies könnte gerade auf Genreprofis eher abschreckend wirken.

Man kombiniert also munter leichte, mittlere und schwere Angriffe zu Komboketten und sammelt nebenbei sogenannte KI-Energie, mit deren Hilfe man anschließend besonders mächtige Attacken auf den Gegner einprasseln lassen kann. Aber auch das Blocken funktioniert ausgesprochen gut. Anders als bei anderen Genrevertretern kommt man fast nie in eine Situation, in der man hilflos mit ansehen muss, wie der Gegner einem durch eine ausweglose Kombokette die Fetzen aus dem Gesicht prügelt.

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…hame…

Doch kommen wir nun zu den verschieden Spielmodi. Im Trainingsmodus üben wir die Bedienung unserer Kämpfer und bei Versus versohlen wir unseren Freunden den Hintern. Hier gibt es sogar einen lokalen Tuniermodus für bis zu 16 Spieler. Das Kämpferfeld kann aber natürlich bei Bedarf auch durch KI-Kameraden aufgefüllt werden. So weit, so gut.

Der Arcademodus ist weitestgehend eine Aneinanderreihung von Kämpfen bis hin zu einer Endsequenz, wie es schon seit Jahrzehnten im Genre Standard ist. Abwechslung wird hierbei allerdings durch eine Baumstruktur herein gebracht. Je nachdem, wie gut man nach dem Kampf bewertet wird, trifft man im Anschluss auf andere Gegner. Nur wer gut und schnell austeilt und dabei wenig einsteckt bekommt am Ende die beste Sequenz zu sehen. Gekämpft wird jeweils in Dreierteams, wobei sich zwei Kämpfer immer auf der Ersatzbank befinden. Auf Knopfdruck lassen sich die Kämpfer tauschen, damit sich angeschlagene Kollegen langsam erholen können oder um kurze Teamkombos auszuführen.

Noch eine Stufe weiter geht der Storymodus. Dieser ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Kämpfen. Auf einer Art Spielbrett könnt ihr euch zwischen den Fights im begrenzten Umfang bewegen, um andere Charaktere zu befreien, besonders starke Feindteams zu umgehen und den klügsten Weg zum jeweiligen Boss zu finden. Die Story wird hierbei von coolen Animesequenzen weitererzählt, so dass richtiges Dragon-Ball-Feeling aufkommt. Auch wurde eine Art rudimentäres Levelsystem implementiert, welches sich allerdings nur auf die maximale Gesundheit auswirkt. Es ist für geübte Spieler somit kein Problem, auch Gegner zu besiegen, die weit über dem eigenen Level liegen. Man startet eben nur mit einem kleinen Health-Handicap. Zumal beim Schwierigkeitsgrad des Storymodus im Gegensatz zum Arcademodus stark die Handbremse angezogen wurde. Nichts destotrotz bietet die Kampagne genug Substanz, um nicht nur füllendes Beiwerk zu sein.

Zu guter Letzt kann man natürlich auch Unbekannten aus aller Welt online die Rübe einhauen. Das Balancing klappt im freien Spiel ganz gut, bei den Ranked Matches bekommt man es aber noch zu oft mit Gegnern zu tun, die im Leaderboard weit über einem stehen. Hoffentlich wird dies noch gepatched, bis dahin kann man es zumindest als gute Lehrstunde benutzen.

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…ha!

Optisch gibt sich das Game keine Blöße. Der Cell-Shading-Look und die fein animierten Polygonkämpfer geben den Look des Animes gut wieder. Auch die Sequenzen könnten direkt aus der Serie stammen. Relativ einfach lassen sich zudem optisch beeindruckende, bildschirmfüllende Effektegewitter generieren.

Akustisch kommt der Titel aber nicht ganz so gut weg. Die Hintergrundmusik besteht hauptsächlich aus uninspiriertem Gitarrengeschrammel und eine Synchronisation ist auch nicht vorhanden – die Sprachausgabe ist japanisch, wodurch man gezwungen wird, Untertitel zu lesen. Die Soundeffekte könnten auch mehr Druck und Varianz vertragen. Dies wertet die Präsentation leider ziemlich ab. Natürlich hat sich auch das aktuelle Krebsgeschwür der Videogamebranche – Lootboxen – eingeschlichen. Diese können durch die Ingame-Währung gekauft werden, die man für verschiedene Aktivitäten erhält – oder man gibt eben Echtgeld aus. Sie enthalten zum Glück nur rein kosmetische Items , um beispielsweise euren Lobbyavatar zu personalisieren. Acht weitere DLC-Charaktere werden übrigens demnächst gegen Echtgeld nachgeschoben.

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Getestete Version: Playstation 4

Unser Fazit

81 %

Dragon Ball FighterZ ist ein spaßiger 2D-Prügler in 3D-Optik, der vor allem durch seine Einsteigerfreundlichkeit aus der Masse heraussticht. Dies kann man sowohl positiv, als auch negativ bewerten. Das Spiel bietet genug Inhalt und Abwechslung, um auch Nicht-Dragon-Ball-Fans gut zu unterhalten. Wer etwas für schnelle, effektgeladene Prügelspiele übrig hat, sollte einen Blick riskieren. DB-Fans sowieso! Denn was passt besser zu dem Franchise, als ein Beat´em Up!?

Pro

  • + einsteigerfreundlich
  • + gutes Balancing
  • + lokal bis zu 16 Spieler als Turnier
  • + schönes Artdesign
  • + umfangreicher Storymodus

Kontra

  • - zu einsteigerfreundlich
  • - schwache KI im Storymodus
  • - keine Synchronisation; Musik nervig
  • - Lootboxen und Echtgeldtransaktionen
  • - Matchmaking nicht optimal

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
82 %
Spielspaß
 
78 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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