Dragon's Dogma: Dark Arisen - Test / Review - insidegames

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Dragon’s Dogma: Dark Arisen – Test / Review

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Veröffentlicht 26. Mai 2013 | 21:15 Uhr von Lucardis

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„Dark Arisen“ heißt die erste große Erweiterung zu Capcoms Rollenspiel-Hit Dragon’s Dogma, welche die offene Spielwelt von Gransys um ein neues Gebiet, die Insel Finstergram, erweitert. Doch nicht nur ein neues Areal will erkundet werden: Capcom verspricht neue Monster, Fähigkeiten oder auch brandneue Ausrüstung und Items. Um herauszufinden, ob sich die Anschaffung lohnt, haben wir uns auf Finstergram umgesehen und wollen unsere Eindrücke natürlich mit euch teilen.

Bevor wir anfangen sei vielleicht noch erwähnt, dass „Dark Arisen“ ausschließlich als Retail-Fassung beim Spielehändler eures Vertrauens zu haben ist. Außerdem ist die Erweiterung nicht separat zu erwerben, sondern nur im Paket mit dem Hauptspiel. Sicherlich praktisch für Neueinsteiger, die bisher noch nicht in Gransys unterwegs waren, weniger erfreulich aber für alle, die den Titel schon ihr Eigen nennen, denn so muss man sich ein und dasselbe Spiel quasi doppelt kaufen. Warum sich Capcom so entschieden hat bleibt wohl ein Geheimnis, ich persönlich finde es schade, denn so werden viele Veteranen eventuell zunächst verzichten Finstergram zu erforschen. Um aber den Dragon’s Dogma Fans der ersten Stunde wohl nicht ganz auf den Schlips zu treten erhält man als Besitzer der „alten, normalen“ Version des Spiels beim Import seines Spielstandes (was übrigens ganz automatisch passiert) einige Extras obendrauf. Zum einen gibt es 100.000 Riftkristalle zum auf den Kopf hauen, einen ewigen Reisestein und außerdem 6 Kostüme, jeweils 3 für die Herren und 3 für die Damen, die bekannten Bewohnern aus Gransys nachempfunden sind, wie beispielsweise Madeleine. Richtig nützlich sind diese Outfits allerdings nicht, denn ihre Rüstungsqualitäten lassen leider etwas zu wünschen übrig. Wer aber nur was fürs Auge sucht könnte hier möglicherweise fündig werden.

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Wie anfangs bereits erwähnt bereichert ab sofort die Insel Finstergram, welche an der Küste von Kassardis aufgetaucht ist, die große Spielwelt von Dragon’s Dogma. Begeben wir uns bei Nacht zum Pier fällt einem sofort eine junge Frau auf, die auf das Meer hinausblickt. Spricht man sie an, bittet sie uns um Hilfe. Worum es aber eigentlich genau geht weiß die Gute selbst nicht genau, aber wir sollen uns mal in den düsteren Ruinen des ominösen Eilands umsehen. Nachdem wir in einer Nussschale übergesetzt haben stellen wir schnell fest, dass ein Geheimnis um vergangene Erweckte diesen Ort umgibt, denn nur, diejenigen, die in Verbindung mit dem Drachen stehen nehmen Finstergram überhaupt erst wahr.

Zunächst bleibt die Geschichte um den Ort tatsächlich eine gute Weile im Dunkeln. Erzähltechnisch sollte man neben einigen verhältnismäßig kurzen Gesprächen und nach und nach aufzufinden Geschichtsbrocken im Verlauf nicht allzu viel erwarten. Dennoch laden auch diese “Informationsbrocken” zum immer weiterzocken ein, sodass man hier ruhig ein Auge zudrücken kann.

Neulinge im Dragon’s Dogma Universum sollten allerdings einen großen Bogen um die düstere Insel machen, denn wie einen das Spiel auch des Öfteren drauf hinweist, ist die Erweiterung nur etwas für “erfahrene Abenteurer”. Hat man seine ersten Schritte gemacht, weiß man auch warum. Mit Level 80 fühlte ich mich eigentlich ganz gut gerüstet und auf dem Festland machen einem nur noch einige große Widersacher wirkliche Probleme, die einem regelmäßig über den Weg laufen. Auf Finstergram ist das anders, wie ich feststellen musste. Die meisten Monster warten mit locker über 10 Energieleisten auf und können einen nicht selten mit nur einem guten Treffer über den Jordan schicken. Wer sich also mittlerweile gelangweilt hat, kommt hier sicher auf seine Kosten und Dark Arisen hat sich das Prädikat „Endgame Content“ wirklich verdient.

Schön ist auch, dass man die altbekannten Monster selten einfach nur in “stark” wiedertrifft, sondern auch ganz neue Biester designt wurden. Um nicht zuviel zu verraten möchte ich hier als Beispiel nur den schätzungsweise 10 Meter großen Sensenmann nennen, dem man schon ziemlich früh über den Weg läuft. Das Design ist wunderbar düster und furchteinflößend, sodass man das Gefühl hat, kaum eine Chance zu haben (was unter Umständen auch durchaus stimmen kann), was für mich Dragon’s Dogma ausmacht, nach dem Anfang vom New Game + leider aber etwas abhanden gekommen ist.

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Aber nicht alle Kreaturen sind den Entwicklern völlig neu eingefallen. Zyklopen sind alte Bekannte, auf Finstergram jedoch unter Umständen stärker, größer und die Ausrüstung hat sich optisch leicht verändert. Ähnlich verhält es sich mit den Giganten, die aussehen wie Oger, kämpfen wie Oger, aber eben etwas stärker sind.

Auch die Angriffe der Widersacher sind zumeist wieder sehr einfallsreich. So hat der Sensenmann beispielsweise eine Laterne dabei, die, wenn sie lila scheint, die gesamte Gruppe in tiefen Schlaf fallen lässt. Also am besten wieder die Taschen mit allen möglichen Gegenmittelchen vollstopfen, sodass man gegen jegliche Eventualitäten gewappnet ist… was mich auch direkt zu den neuen Gegenständen der Erweiterung kommen lässt. Zwar gibt es reichlich neuer Heil- und Stärkungsmittel, doch verliert man auch hier, wie beim Hauptspiel, schnell den Überblich darüber, was neu ist, was man dabei hat und was überhaupt gegen welches Leiden hilft, sodass man wieder einige Zeit im Inventar mit sortieren verbringen muss und der Rucksack schneller voll ist, als man gucken kann.

Neben den Items gesellen sich auch hochkarätige Waffen und Rüstungen ins Inventar, die allerdings fast immer erst gegen eine Riftkristallgebühr von einem Fluch befreit werden müssen, bevor man sie benutzen, oder gar erst sehen kann, was man da überhaupt gefunden hat. Generell wird auf Finstergram weniger mit Gold gehandelt, als mit Riftkristallen. Diese werden wie gewohnt gefunden, beim Vasallenverleih erhalten oder, was neu ist, im Internet gekauft.

Auch bereits von Drachen veredelte Waffen und Rüstungen können nun mit oft sehr raren Materialien über die silberne und goldene Veredelung weiter verstärkt werden.

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Bezüglich der versprochenen neuen „Fähigkeiten“ war ich allerdings etwas enttäuscht. Als ich davon hörte dachte ich an neue Zauber für Erzmagier oder mächtige Angriffe für Krieger und ähnliches, allerdings habe ich nach etlichen Spielstunden nicht eine solche Fähigkeit gefunden, sondern nur „Charakterverbesserungen“, die den Kernfertigkeiten ähnlich sind. Diese „Geheimfähigkeiten“, wie sie genannt werden, können durch Schriftrollen erlernt werden, die man in den Ruinen der Insel findet.

Finstergram an sich macht seinem Namen alle Ehre und ist kein Ort an dem man sich eigentlich freiwillig aufhalten möchte. Atmosphärisch erinnert es ein wenig an den Grabenbruch, ist allerdings um einiges abwechslungsreicher, wobei ich sagen muss, dass einem die ewige Dunkelheit schon etwas auf das Gemüt schlagen kann. Manchmal war es eine regelrechte Entspannung mal wieder auf das Festland zurückzukehren und einen einfachen Eskorte-Auftrag bei Tageslicht zu erledigen.

Auf Finstergram wird ausschließlich das heruntergekommene Steinbauwerk, welches für ein Erweiterungspaket ordentliche Ausmaße bietet, erkundet, es handelt sich also quasi um einen einzigen, dafür aber sehr großen, Dungeon. Nach und nach dringt man immer tiefer in das Labyrinth vor und die Gegner werden zunehmend stärker und die Atmosphäre immer düsterer. Was außerdem eine schöne Idee der Entwickler war, ist das plötzliche Auftauchen von starken Monstern, die von den Leichen anderer Widersacher angezogen werden. Theoretisch kann hinter jeder Ecke etwas auftauchen. Beim ersten durchqueren von Gebieten ist es meist auch tatsächlich eine Überraschung, passiert man aber bereits bekannte Abschnitte tauchen die Gegner meist an vorhersehbaren Stellen auf.

Obwohl es Liftsteine gibt, die ähnlich wie Reisesteine funktionieren, und uns wieder an die Oberfläche bringen, muss man viele Abschnitte immer wieder durchlaufen, da die Steine nur in eine Richtung beamen können, nämlich nach draußen. Das führt nicht nur dazu, dass nach dem gefühlt 100sten Mal durch ein und die selben Gänge laufen eine gewisse Eintönigkeit aufkommt, zumal die Laufwege (wie typisch für Dragon’s Dogma) recht weit sind, sondern auch, dass das Problem auftaucht, dass Feinde schnell respawnen und die (sehr zahlreichen) Truhen ebenso schnell wieder wie von Geisterhand gefüllt sind. Klingt erstmal nicht schlecht, aber sammelt man wieder alles ein und ist dort angekommen, wo man eigentlich hinwollte sind die Taschen wieder voll und man könnte direkt wieder einen Liftstein benutzen um am Eingang sein Lager zu verwalten – ein Teufelskreis.

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Öffnet man zum ersten Mal die Verpackung fällt dem aufmerksamen Spieler sofort auf, dass da 2 Disks drin sind. Eine ist zum spielen, die andere ist zum installieren der japanischen Sprachausgabe und des verbesserten Texturen Pakets, von dem ich aber zugegebenermaßen nicht allzu viel gesehen habe. Die Grafik hielt ich bereits ohne dieses Paket für durchaus hübsch anzusehen und mit dieser Installation ist mir kein bahnbrechender Unterschied aufgefallen. Im Inneren der Insel ist es eh meist stockfinster und der Blick reicht nur soweit, wie das eigene Lämpchen leuchtet. Ist man bei Tageslicht wieder im Umland von Gran Soren unterwegs sind einige Texturen der Umgebung, wie Wege oder Steinmauern verbessert worden, was mir aber auch erst aufgefallen ist, als ich wirklich drauf geachtet habe. Mag sein, dass sowas Grafik-Fanatikern eher auffällt, ich finde es ist eine nette Zugabe, aber, wie gesagt, „bahnbrechend“ hat sich nichts verändert. Trotz der Dunkelheit sind aber auch die Umgebungen von Finstergram detailreich gestaltet, genauso wie die zahlreichen Gegner und Rüstungsgegenstände. Lediglich die Architektur einzelner Abschnitte wiederholt sich hin und wieder, was sich aber bei einem alten Bauwerk durchaus zutragen kann und deshalb ein Auge zugedrückt wird.

In Sachen Ton und Musik verhält sich alles wie beim Hauptspiel auch. Die neue Musik für Finstergram ist passend und unterstreicht die Atmosphäre. Synchronisation der Vasallen und NPCs, sowie die der Widersacher (insofern man das noch Synchronisation nenne möchte) sind auch durchweg sehr gut gelungen und die japanische Sprachausgabe dürfte für Freunde eben dieser auch eine Bereicherung sein, denn auch hier ist solide Arbeit geleistet worden. Auch die Titelmusik beim Spielstart wurde ausgetaucht und kommt nun etwas weniger japanisch daher.

Lässt man den Titelbildschirm hinter sich fallen einem im Hauptmenü direkt 2 neue Optionen auf, die bereits vor dem Erscheinen von Dark Arisen als DLC erhältlich waren. Der Speedrun-Modus und der „Schwer-Modus“. Beide lassen schon durch ihren Name erahnen, worum es geht: Im Speedrun-Modus muss das Spiel von vorne bis hinten möglichst schnell erledigt werden, es gibt allerdings keine Möglichkeit zu speichern oder gesammelte Items und ähnliches danach zu behalten. Als Belohnung winkt wertvolle Ausrüstung, aber auch hier sollte man sich erst mit viel Übung, sprich einem hohen Level ran wagen. Dieser Modus ist sicher Geschmackssache, meiner Meinung nach geht im Speedrun alles vom Charme des Titels verloren, um aber die Belohnung einzusacken sicherlich einen Blick wert. Der Schwer-Modus macht die Sache kniffliger indem wir mehr Ausdauer verbrauchen und mehr Schaden nehmen. Nach Beendigung des Durchgangs winken auch hier Belohnungen in Form von Outfits, allerdings wird, wenn man den Hard-Mode anwählt, der aktuelle Spieldurchgang abgebrochen und ein neues New Game+ gestartet.

Unser Fazit

93 %

Capcom gelingt es hier ein durchaus gelungenes und dem „Hauptspiel“ an „Gameplayqualität“, wie ich es mal nennen möchte, ebenbürtiges Erweiterungspaket auf den Markt zu bringen. Die neue Insel bietet reichlich Content für alle, die das Hauptspiel bereits beendet haben und nach neuen Herausforderungen suchen. Es gibt viele neue Gegner, die abwechslungsreich und vor allem stark sind, und auch die versprochenen neuen Ausrüstungsgegenstände, wie Waffen und Rüstungen gibt es reichlich zu finden auf Finstergram. Und als wär das nicht schon genug kann man diese nun nach einer Drachenveredelung noch weiter verstärken. Auch viele neue Items, wie Heil- und Stärkungsmittel, Materialien zur Ausrüstungsverbesserung oder sonstiges Zeugs, was man so braucht und auch nicht braucht, gesellt sich dazu und füllt den Rucksack wie immer viel zu schnell. Die neuen Fähigkeiten, die auf der Rückseite des Covers versprochen werden halten sich allerdings etwas zurück und sind nur spärlich zu finden. Finstergram selbst stellt sich als ein großer und atmosphärisch dichter Dungeon heraus, der lange Zeit zum erkunden einlädt, obwohl hier und dort die Story leider etwas ins Hintertreffen gerät. Beim durchstreifen des Irrgartens fallen wieder die für diesen Titel typischen langen Laufwege auf, was zwangsläufig dazu führt, dass viele Abschnitte sehr oft durchlaufen werden müssen, was wiederum auf Dauer leider zu einer gewissen Eintönigkeit führen kann. Glücklicherweise sind aber die Umgebungen liebevoll gestaltet und es gibt hinter jeder Ecke die Möglichkeit von einem starken Monster überrascht zu werden. Grafisch gibt es also nichts zu meckern, zumal man bei Bedarf noch das auf der zweiten Disk mitgelieferte HD Texturen Paket installieren kann, welches Umgebungsdetails, wie z.B. den Schotter auf Fußwegen etwas klarer erscheinen lässt. In Sachen Ton wurde auch im Erweiterungspaket wieder ganze Arbeit geleistet und die Musikuntermalung auf dem Eiland unterstreicht die beklemmende Stimmung perfekt. Wer mag darf sich ab sofort auch von seinen Vasallen auf Japanisch Tipps geben lassen, denn die zweite Disk beinhaltet ebenfalls die japanische Sprachausgabe, welche erwartungsgemäß ebenfalls solide synchronisiert wurde. Die beiden neuen Menüpunkte, welche einen Speedrun- und Schwer-Modus anbieten sind zwar eine nette Dreingabe, allerdings keine wirkliche Bereicherung für das Spiel an sich. Als bereits großer Fan des „ursprünglichen“ Dragon’s Dogma war ich natürlich gespannt auf Dark Arisen und wurde nicht enttäuscht, da man hier wirklich ein großes und gelungenes Erweiterungspaket geboten bekommt, welches wieder viele Stunden Dragon’s Dogma-Feeling ins Wohnzimmer bringt. Wer den Titel schon kennt und mochte wird mit Dark Arisen garantiert nichts falsch machen und für alle Neulinge ist dieses Paket wohl der perfekte Einstieg in dieses großartige Rollenspiel.

Pro

  • + Wieder gelungene dichte und düstere Atmosphäre
  • + Lange Spielzeit für eine Erweiterung
  • + Viele neue Gegenstände & Materialien
  • + Reichlich neue Rüstungen und Waffen, sowie weitere Verbesserungsmöglichkeiten
  • + Epische und starke (!) neue Gegner
  • + Japanische Sprachausgabe

Kontra

  • - lange Laufwege werden schnell eintönig
  • - wenige neue Fähigkeiten
  • - Rucksack noch immer viel zu klein
  • - Menü auch noch immer etwas unpraktisch/umständlich

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
83 %
Gameplay
 
92 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
95 %

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