Dragon's Dogma - Test/Review - insidegames

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Dragon’s Dogma – Test/Review

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Veröffentlicht 3. Juni 2012 | 14:43 Uhr von Lucardis

Letzte Änderung 5. Juni 2012

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Mit Dragon’s Dogma wagt man sich bei Capcom in ungewohntes Terrain – westliche Rollenspiele. Ob die Resident Evil und Devil May Cry-Schöpfer hier gute Arbeit geleistet haben, oder ob Dragon’s Dogma doch eher unspektakulär zu spielen ist, haben wir natürlich für euch herausgefunden.

ps3_dragonsdogmaf In Dragon’s Dogma schlüpft man als Spieler in die Haut eines selbsterstellten Protagonisten. An einem Tag wie jedem anderen geht ihr eurem Tageswerk nach, doch plötzlich erscheint ein riesiger Drache und greift euer kleines Dorf an. Alles verfällt in Panik, doch euch packt der Mut und mit einem Schwert in der Hand, welches in der Unruhe jemand verloren haben muss, stürmt ihr auf den Drachen los und stecht ihn in eine seiner Pfoten.  Die Wirkung hält sich zugegebenermaßen in Grenzen, doch nun hat man als Spieler unglücklicherweise die volle Aufmerksamkeit der Riesenechse auf sich gezogen, welche einem kurzum ohne mit der Wimper zu zucken mit seiner Kralle das Herz aus der Brust reißt. Komischerweise bekommt man aber sogar noch mit, wie der Drache es anschließend auffrisst und weg fliegt, denn man ist gar nicht tot!

Das kann man natürlich nicht auf sich sitzen lassen und um der Sache auf den Grund zu gehen und natürlich das eigene Herz wiederzuholen macht man sich also von nun an auf den Weg sein Herz vom Drachen zurückzuverlangen.

Und mit dieser kurzen Einleitung, wird man in seinem verwüsteten kleinen Heimatdorf Kassardis ins kalte Wasser geworfen und kann von nun an, wie es sich für Rollenspiele gehört Städte und Umland erkunden, mit Leuten sprechen und sich natürlich kleineren und größeren Anliegen der Bewohner annehmen, und davon gibt es in der Welt von Gransys reichlich. Natürlich gibt es die klassischen Quests ala „Sammel fünf hiervon und sechs davon“, allerdings gibt es in Dragon’s Dogma auch einige etwas aufwändigere Nebenquests, welche einiges an Abwechslung bieten und sogar oft eine aufwändige Zwischensequenz als Belohnung bereithalten. So muss man z.B. Einwohner beschatten oder Betrügereien aufdecken.

Hat man die einem aufgetragene Aufgabe erfüllt winkt eine Belohnung in Form von Geld, Erfahrungspunkten und sogenanntem „R“, welches einem erlaubt Begleiter anzuwerben, welche im folgenden Vasallen genannt werden. Doch Vasallen sind nicht einfach nur irgendwelche Begleiter, sondern sind nicht menschlich und kommen aus einer Art „Anderen Welt“, dem Rift. An bestimmten Steinen, aber auch in der im übrigen riesigen frei begehbaren Welt von Dragon’s Dogma kann man maximal drei von ihnen für die eigene Truppe anwerben. Ein Hauptvasall, den man sich zu Beginn auswählen darf, wird einen das ganze Spiel über begleiten, während man die anderen beiden auswechseln kann und auch sollte, aber dazu später mehr.

ps3_dragonsdogmaa Ein schönes Feature ist, dass man den Hauptvasallen ganz nach dem eigenen Geschmack im sehr ausführlichen Charaktereditor erstellen kann. Von Einstellungen wie Frisur, Schminke, Gesichtsbehaarung, Augenfarbe und Gesichtsform kann man ebenfalls noch die Stimme festlegen, die Größe, die Statur, den Gang, Charakterzüge und und und, hier kann man sich also richtig austoben. Dazu kann man auch beim Hauptvasallen die Klasse bestimmen, als welche Art Kämpfer er uns beisteht. Zu Beginn kann man zwischen einem Kämpfer, einem Bogenschützen und einem Magier wählen, wobei später noch Krieger, Erzmagier und eine erweiterte Form des Bogenschützen hinzukommen und zum Repertoire des eigenen Helden kommen sogar noch drei Hybridklassen, wie z.B. der mystische Ritter, der neben schlichtem draufhauen auch noch ein paar Zaubersprüche in Petto hat. Daraus ergibt sich auch, dass man die übrigen Vasallen der Gruppe öfter mal wechseln sollte um immer eine der Situation angepasste Truppe zu haben, da man die Klasse der übrigen Begleiter nicht selbst bestimmen kann.

Hat man also seine Begleiter ausgewählt wartet natürlich noch das Ausrüsten. Zwar findet man auch viel Equipment auf Reisen, so muss man doch auch ab und an etwas in Läden kaufen. Hat man dann aber was gefunden hält sich die Waffe oder auch das Kettenhemd eine Weile, da man seine Kleidung mit Items, die man gefunden hat, verbessern kann, was bei Dragon’s Dogma sehr gut funktioniert und ebenfalls sehr wirksam ist. Verbessert man seinen Gegenstand nur um eine Stufe (von maximal drei) macht sich das schon im Kampf bemerkbar.

ps3_dragonsdogmah Doch neben dem Verbessern der Ausrüstung kann man seine Items selbst „kombinieren“, also aus zwei Items ein (hoffentlich) besseres machen. Als ich das gehört hatte musste ich sofort an die Alchemie-Fertigkeit der Elder Scrolls-Reihe denken, doch leider hat man hier einiges an Potenzial verschenkt. Oft hat man durch teils undurchsichtige Menüführung nur einen schlechten Überblick über Gegenstände, die man besitzt, andererseits sehen viele Items einfach zu gleich aus, sodass man jedes Kraut, das man irgendwo mal gepflückt hat anwählen muss um zu sehen, welches es ist und was es bewirkt. Den einzelnen Items hätte man ein Aussehen mit einem höheren Wiedererkennungswert geben sollen aber so kommt beim mischen einfach nicht wirklich Spaß auf, wohingegen ich in Oblivion und Skyrim mit wachsender Begeisterung Tränke hergestellt habe, bis der Rucksack voll war – Apropos Rucksack voll, das geht auch bei Dragon’s Dogma viel zu schnell. Sammelt man von jedem Gegner fallengelassene Items auf, pflückt fleißig Kräuter und baut vielleicht noch an ein paar Schürfstellen Mineralien ab kann man nach fünf Minuten eigentlich schon wieder umdrehen und den Krempel verkaufen oder im Lager ablegen und selbst dann ist der Rucksack immer noch halbvoll. Man kann zwar auf seine Vasallen einiges an Gewicht auslagern, trotzdem nervt es irgendwann, wenn man immer denken muss:  „Hoffentlich finde ich jetzt nicht noch was tolles und ich muss es liegen lassen.“. Eine größere Tasche würde einen doch durchaus etwas entspannter spielen lassen, zumal man auch immer eine gewisse Menge an Heilung dabei haben muss, da die Fauna von Gransys doch schon mal ganz schön hart zuhauen kann.

ps3_dragonsdogmad Kleinere Standardgegner lassen sich eigentlich ohne großen Aufwand über den Jordan schicken, allerdings haben die Entwickler sich auch einige „größere“ Standardgegner ausgedacht, welche dann schon eine andere Hausnummer sind. Oger zum Beispiel. Schon recht früh im Spiel begegnet man dem ersten dieser Art und muss wahrscheinlich erst mal schlucken, wenn man merkt, dass man mit einfachem draufhauen nicht soweit kommt. Vom Zeitaufwand könnte man fast meinen man hat es mit einen Gebietsboss zu tun, aber dem ist nicht so.

Mit etwas Taktik (und genügend Heilung im Gepäck) lassen sich dann aber die meisten Gegner, wenn man sich nicht gerade im falschen Gebiet herumtreibt, in die Knie zwingen. Der Oger zum Beispiel hasst Frauen, weshalb man also eine Vasallin an die Front schicken sollte, die ihn eine Weile beschäftigt, während man von weiter hinten zaubert, oder an ihm hochklettert und ein paar ordentliche Treffer landet.

Das Hochklettern an Gegnern erinnert etwas an bekannte Titel, wie „Shadow of the Colossus“ oder „Castlevania: Lords of Shadow“ und macht riesig Spaß, zumal man so wirklich die Möglichkeit hat mit Strategie an die Sache heranzugehen und zum Anderen macht es die Kämpfe, die generell schon sehr actionlastig sind nochmal spannender.

ps3_dragonsdogmae Das Kampfsystem ist den Entwicklern wirklich sehr sehr gut gelungen. Als Nahkämpfer hat man neben Standardangriffen noch die Möglichkeit diverse Spezialangriffe zu erlernen. Magier können natürlich ebenfalls immer mächtigere Zauber erlernen, welche nach einiger Zeit auch grafisch schwer was her machen. Die ebenfalls (meist) recht gut gelungene KI der Vasallen trägt natürlich zum dynamischen Kampfsystem bei, wodurch auch Auseinandersetzungen mit Nicht-Bossen zum echten Erlebnis werden. Wenn der Oger nach einem harten Kampf dann endlich zu Boden geht hat man schon das Gefühl etwas geschafft zu haben. Ebenfalls sehr schön ist, dass schwere Kämpfe auch mit angemessen vielen Erfahrungspunkten belohnt werden, was ja leider auch nicht immer der Fall ist.

In Sachen Gegnerdesign haben sich die Entwickler auch nicht Lumpen lassen und so eine Fülle an abwechslungsreichen Gegnern in Gransys auf Patroullie geschickt. Auch aus etlichen Fabeln, Sagen und Märchen hat man sich bedient, sodass einem Harpyen, Zyklopen oder auch Greife, um nur ein paar zu nennen, begegnen.

ps3_dragonsdogmac An dieser Stelle möchte ich allerdings nochmal auf die KI der Vasallen zurückkommen. Zwar benehmen sie sich im Kampf meist recht ordentlich, zumal sie lernfähig sind, also irgendwann wissen, was einem Gegner richtig zusetzt, so können sie doch ab und an auch etwas hinderlich sein, zumeist ist das der Fall in kleineren Räumen. Entweder sie laufen los, springen wie wild über Tische und Stühle, öffnen Kisten und sammeln alles Mögliche auf, was sie finden können, sodass für einen selbst kaum noch was übrig bleibt, oder aber sie stehen im Weg und sammeln nichts ein, auch nicht das, was man selbst nicht braucht, sodass man alles selbst aufnehmen muss und über das Menü die Gegenstände verteilen muss. So oder so irgendwie noch nicht ganz ausgereift. Allerdings möchte ich die Vasallen auf Reisen nicht missen, denn sie geben immer nützliche Tipps zur Gegend und wissen auch oft nützliche Hinweise zu aktuellen Quests zu geben. Hat man eine Internetverbindung kann man sogar anderen Spielern seinen Vasallen für kurze Zeit ausleihen, welcher dann mit neuem Wissen aus abgeschlossenen Quests zurückkehrt und dann bei eigenen Aufgaben hilfreicher sein kann.

Das war es in Sachen „Multiplayer“ dann aber auch schon. Obwohl es sich bei diesem Titel wirklich angeboten hätte, hat man auf einen Coop-Modus verzichtet, was wirklich schade ist. Gransys zu zweit, lokal oder über das Internet, zu erkunden wäre super gewesen, nein episch! Aber warum auch immer hat man es weggelassen, vielleicht nimmt man sich die Kritik ja für einen Nachfolger zu Herzen.

ps3_dragonsdogmag Eine andere Sache, die man bei Capcom mal überschlafen sollte ist die Schnellreisefunktion, die es bei Dragon’s Dogma nur in abgespeckter Form gibt. Es gibt zwar Reisesteine, die in winzigen Stückzahlen zu Wucherpreisen angeboten werden, aber nach einmaligem Benutzen kaputtgehen, aber eine Option, wie in anderen RPGs, dass man bereits besuchte Orte schnell erreichen kann, gibt es nicht. Es ist wirklich die Regel, dass man eine Ewigkeit zum gewünschten Ort unterwegs ist, was den Spielfluss etwas ausbremst und einen manchmal wirklich überlegen lässt, ob man das eine Quest jetzt wirklich macht, weil man keine Lust hat 20 Minuten einen Weg zu laufen, den man vorher bereits gefühlte tausendmal zurückgelegt hat, zumal alle Gegner wieder da sind, auch die, die man mittlerweile mit dem kleinen Finger besiegt.

Bei dieser Größe der Spielwelt kann man den Spieler einfach nicht überall hinlaufen lassen, das kann man einfach nicht schön reden.

Wiederum gut gelungen ist die Tatsche, dass man dem Spieler die Möglichkeit gegeben hat zu Klettern, sodass man wirklich jeden noch so kleinen Winkel der Welt erkunden kann und der Spieler sogar belohnt wird, wenn er das tut, denn überall sind Truhen oder Geldbeutel verstreut, die man nur findet, wenn man wirklich in alle Ecken kriecht. Manchmal kann die Steuerung etwas bockig sein beim springen, ansonsten gibt es in der Hinsicht allerdings nichts auszusetzen.

ps3_dragonsdogmab Des Weiteren erwarten einen, wenn man viel unterwegs ist immer wieder unvorhersehbare Ereignisse oder Begegnungen, wie etwa, dass einen Leute um etwas bitten oder plötzlich aus heiterem Himmel ein Greif über einem kreist und man sich schnell auf einen Kampf einstellen muss.

Auch die Flora von Gransys bietet einiges an Abwechslung, dass man auf seinen Reisen unterschiedliche Landstriche durchquert. Doch mit seinen Vasallen ist man nicht nur unter freiem Himmel unterwegs sondern es muss auch die ein oder andere Höhle erkundet werden, welche den Entwicklern auch durchaus gut gelungen sind. Da es dort logischerweise sehr finster ist und man gezwungen ist eine Lampe zu benutzen wird eine sehr dichte Atmosphäre erzeugt, die einen richtig in das Spiel eintauchen lässt. Dazu kommt, dass man immer aufpassen muss, dass man genug Öl für sein Lämpchen dabei hat, dass man nicht irgendwann im Dunkeln steht, denn hat man wirklich ein Problem.

In grafischer Hinsicht kann Dragon’s Dogma durchaus überzeugen. Leider ist die Umgebung manchmal etwas karg und hätte ein paar mehr Details und bessere Grafiken vertragen können. Die Charaktere dagegen können in Sachen Vielfältigkeit und Animationen überzeugen, obwohl die durchweg Synchronisierten Dialoge und Kommentare leider nicht gerade Lippensynchron sind. Auch die Zwischensequenzen, von denen ich gerne noch mehr gesehen hätte, sind sehr gelungen und schön anzusehen, schade nur, dass der Protagonist nie etwas sagt.

ps3_dragonsdogmai Sehr erfreulich ist auch, dass alle Dialoge, Kommentare etc. Synchronisiert sind. Zwar bietet der Titel nur eine englische Sprachausgabe, die dafür aber sehr gut geworden ist. Untertitel kann man natürlich auf Deutsch dazuschalten.

Obwohl Dragon’s Dogma ein westliches RPG geworden ist, merkt man dem Soundtrack doch seine japanischen Wurzeln an. Er fängt zwar mit ruhigem Klavierspiel an, geht dann aber in die eher rockige Richtung, welche irgendwie eher unpassend ist. Hat man sich das Intro allerdings einmal angehört, wird man es so schnell auch nicht wieder los.

Im Spiel selbst hat man eine passendere Musikauswahl getroffen und unterstützt mit mittelalterlichen, heroischen Stücken gekonnt die  Atmosphäre. Leider sind die Stücke seltsamerweise extrem kurz und so hat man meist nur Musikuntermalung, wenn man einen gerade einen Dungeon verlässt oder z.B. eine Stadt betritt und dann hört sie nach einigen Minuten auf und man lauscht nur noch den zwar guten, aber halt eben doch „nur“ den Nebengeräuschen – sehr schade!

Unser Fazit

90 %

Capcom hat mit Dragon’s Dogma ein wirklich gelungenes westliches RPG auf den Markt geschickt. Die Spielwelt ist riesig, die Gegner sind aufregend und vielfältig, es gibt massig Aufträge , die Atmosphäre ist toll, die Kämpfe sind actiongeladen, das einfallsreiche Vasallen-System macht Spaß und und und. Allerdings hat das Mammutwerk auch die einen oder anderen Ecken und Kanten, über die man so leicht nicht hinwegsehen kann. Da wäre die fehlende Schnellreisefunktion oder das zu überarbeitende Item-Kombinier-System und die unübersichtliche Menüführung, leider ist auch die Grafik nicht immer einwandfrei. Kann man sich allerdings mit diesen Makeln arrangieren, und man sollte es auf jeden Fall mal versuchen, kann man mit Dragon’s Dogma unglaublich viel Spaß haben, denn wenn man einmal angefangen hat mag man den Controller eigentlich gar nicht mehr aus den Händen legen. Und wenn man in Dragon’s Dogma wirklich alles erledigen will braucht man gute 100+ Stunden, die man gut unterhalten ist. Wer also etwas mit Rollenspielen anfangen kann, und Skyrim vielleicht schon durch hat, für den wäre Dragon’s Dogma keine schlechte Wahl.

Pro

  • tolle Atmosphäre
  • Charaktereditor
  • große Spielwelt
  • tolles Gegnerdesign
  • epische Kämpfe
  • viele Quests

Kontra

  • zu kurze Musikuntermalung
  • lange Laufwege
  • unübersichtliches Menü
  • Größe des Rucksacks

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
78 %
Steuerung
 
83 %
Gameplay
 
92 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
93 %

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