Dreamcast Collection - Die 128Bit-Sammlung im Test - insidegames
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Dreamcast Collection – Die 128Bit-Sammlung im Test

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Veröffentlicht 15. März 2011 | 15:54 Uhr von Miranda

Letzte Änderung 3. Mai 2015

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Die Dreamcast Collection ist eine Erinnerung an eine Zeit, in der Spiele noch bunt, ihre Geschichten noch unschuldig und man die Polygone noch einzeln abzählen konnte. Kann diese Sammlung Retrofreunde überzeugen? Können sich diese Spiele überhaupt heute noch sehen lassen? Oder sollte man lieber komplett einen Bogen darum machen?

Segas letzte Konsole und seine Spiele überzeugten durch Kreativität und frische Ideen, doch hatten keine Chance gegen die übermächtige Marketingmaschine der PlayStation 2. So war diese Einführung in die sechste Generation der Spielekonsolen, zu der auch der GameCube und die erste Xbox gehörten, Segas Abschied aus dem Konsolengeschäft. Nun erschien dieser Tage die Dreamcast Collection, eine Sammlung von vier Dreamcast-Spiele für PC und Xbox 360, bestehend aus Sonic Adventure, Crazy Taxi, Space Channel 5 Part 2 und Sega Bass Fishing.

Menü-Schock

Schon beim Start erwartet einem die erste Enttäuschung: Statt die Disc liebevoll mit Hintergrundwissen, Packshots, Werbespots oder ähnlichen Extras zu füllen, wird man nur mit einem einfachen Menü abgespeist, der als Hub für die vier Acrade-Spiele dient. Ja, richtig gelesen, Sega hat sich nicht die Mühe gemacht die Spiele für diesen Release nochmals anzupassen, sondern hat einfach die erschienenen bzw. demnächst noch erscheinenden Xbox Live Arcade-Titel draufgepackt. Auch die Spiele selber sind einfache Portierungen. Keine neuen Texturen, keine verbesserten Modelle oder ähnliches. Nur die Auflösung ist nun High Definition und, abgesehen von Sonic Adventure, lassen sich die Spiele erstmals in Breitbild bewundern. Wenigstens erlebt man so die Spiele in ihrer ursprünglichen Fassung, würde der Retropurist anerkennend nicken.

It’s time to make some crazy money!

In Crazy Taxi muss man in einer fiktiven Stadt als Taxifahrer schnellstmöglich Passagiere von A nach B bringen. Dabei ist man ständig unter Zeitdruck und umso schneller man ist, desto mehr wird man mit Kohle und wertvollen Sekunden belohnt. Durch riskantes Fahren, Drifts und Sprünge kann man sich zudem sein Trinkgeld aufpäppeln.

Crazy Taxi ist gut gealtert. Die Grafik ist bunt und das Spielprinzip rasant wie eh und je. Nur hat irgendjemand vergessen, die Sichtweite im Spiel heutiger technischer Möglichkeiten anzupassen. Gebäude poppen sichtbar auf und man wundert sich, ob Sega überhaupt irgendetwas bei der Portierung verändert hat. Selbst ein durchschnittlicher Emulator kann das besser. Zudem hat man wegen Lizensierungsproblemen die realen Marken wie Pizza Hut, Levi’s und andere aus dem Spiel genommen, sowie die Musik von Bad Religion und The Offspring durch unbekanntere, aber immerhin ähnlich passende Bands ersetzt.

Sonic’s the name, Speed’s my game!

Sonic Adventure war Sonics erster Auftritt in den 3D-Welten der 128Bit-Ära. Zum ersten Mal konnte man den blauen Igel frei in alle drei Dimensionen bewegen und seinem typischen Geschwindigkeitsrausch fröhnen. Zudem existiert versteckt ein Chao Garten, eine Art Pokémon für Sega-Fans.

Auch hier kratzt man sich aufgrund der technischen Umsetzung verwirrt den Kopf: Sonic Adventure ruckelt gelegentlich. Zwar ist das nicht allzu störend, sollte aber bei einer kräftigen Maschine wie der Xbox 360 nicht der Fall sein.

Obwohl die Dreamcast Collection eine Sammlung von den Dreamcast-Titeln der Xbox Live Arcade ist, ist das DLC „Sonic Adventure DX Upgrade“ nicht zu finden, dass das Spiel zu Sonic Adventure DX upgradet. Hat man es einfach vergessen oder erhofft man sich dadurch ein paar zusätzliche Euros in die Taschen zu bekommen?

Chu chu chu!

Ein Gastauftritt von Michael Jackson? Eine tanzende Reporterin mit pinken Haar die gegen Aliens kämpft? Ein Spiel von dem Kerl, der u.a. Rez, Sega Rally und Lumines farbriziert hat? Das kann nur Space Channel 5 bzw. dessen Nachfolger sein. Space Channel 5 Part 2 ist ein recht klassisches Musikspiel, indem man, ähnlich wie bei Senso, vorgegebene Befehle im Rhythmus nachtanzen muss. Jedoch muss man sich dabei vollkommen auf sein Gedächtnis und Rhytmusgefühl verlassen, da nicht wie bei Dance Dance Revolution und Konsorten die Befehle auf dem Schirm erscheinen. Der verwöhnte Guitar Hero-Spieler wird sich am Anfang schwer tun.

That’s a big one!

Angeln ist die für ein spannendes Videospiel wahrscheinlich ungeeigneste Sportart der Welt. Man sitzt öde rum, wartet darauf, dass etwas anbeißt und schaut in’s Wasser. Trotzdem schaffte es Sega 1997 daraus einen aufregenden Arcadeautomaten zu machen, der später auch für die Dreamcast umgesetzt wurde. Und so wirft man im Spiel die virtuelle Angel aus, wählt vorher den richtigen Köder, bewegt auf passende Weise den Köder und kämpft schließlich gegen die trotzigsten Fische seit Spielbergs weißen Hai. Mit der richtigen Mischung aus Gefühl und Aggressivität muss man den sich windenden Fisch in sein Boot ziehen, denn die Uhr tickt unaufhaltsam. Angeln war noch nie so spaßig. (Nein, es war eigentlich doch lustiger. Nämlich mit dem Angelcontroller bei der Dreamcast-Fassung. Aber das sei nur am Rande erwähnt.)

Unser Fazit

50 %

Wer eine Art definitives Best-Of der Bibliothek der Dreamcast sucht, ist hier an der falschen Stelle. Highlights wie Rez oder Shenmue sind hier nicht zu finden, sondern gerade nur vier einsame Titel ohne jegliches Bonusmaterial. Die 40 bis 50 Euro, die hierfür im Handel verlangt werden, sollte man lieber in eine gebrauchte Dreamcast samt zugehöriger Spiele stecken.

Pro

  • HD-Auflösung
  • Erfolge

Kontra

  • Alte technische Mängel nicht korrigiert
  • Keine grafischen Verbesserungen
  • Keine Extras
  • Veränderter Soundtrack und Locations bei Crazy Taxi

Unsere Bewertung

Grafik
 
50 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
50 %

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Kommentare

  • Sweet dreams are made of this? sagt:

    [...] (zugegeben mittelprächtige) Text erschien ursprünglich auf insidegames.ch, unter Verwendung eines von Sega bereitgestellten Rezensionsexemplar. Das Foto stammt von [...]

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