Duke Nukem Forever - Review - insidegames

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Duke Nukem Forever – Review

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Veröffentlicht 12. Juli 2011 | 22:56 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 29. Februar 2012

DKF - 019

Als rüstiger Rentner hat man es nicht leicht. Nachdem der Duke 14 Jahre durch das Entwicklungschaos dümpelte, schafft er nun endlich seine Veröffentlichung. Comeback oder Todschlag für die Videospiellegende? Ist der Duke gameplaytechnisch dieser Tage überhaupt noch relevant? Diese und weitere Fragen werden in der Review beantwortet.

Aus dem Ruhestand

Der Duke ist seit den Ereignissen im Vorgänger zum stinkreichen Superstar geworden, der von Talkshow zu Talkshow tingelt, Autogramme gibt und durch Merchandising-Produkte, Fastfoodketten und Stripclubs tonnenweise Kohle scheffelt. Tja, der Duke ist eben der King und da ist es nicht verwunderlich das die vollbusigen Groupies Schlange stehen. Doch auch der schönste Ruhestand endet irgendwann und so fallen erneut widerliche Aliens über Amerika her, mit nur einem Ziel vor Augen – geile Weiber kidnappen. Und so entstaubt der Duke seine Knarren und zieht erneut in einen persönlichen Feldzug gegen den fiesen außerirdischen Abschaum. Die wilde Hatz über ca. zehn Stunden bringt euch ins umkämpfte Las Vegas, durch die staubige Wüste Nevadas und schließlich ins große Finale am Hoover-Damm mit dazugehörigem Stausee, wo sich die Führung der Außerirdischen niedergelassen hat. Dass dem Duke natürlich kein Arsch bei seiner derben Zerstörungstour reinquatschen darf, versteht sich von selbst. Lediglich der verpennte Präsident der USA versucht ab und zu, dem Duke in die Suppe zu spucken.

Auch wenn die Story sicherlich keinen Preis abräumt, könnte man dennoch von derber Action mit dicken Wummen und prallen Titten ausgehen. Der Duke bolzt sich seinen Weg durch die außerirdischen Unholde, abstruserweise jedoch sehr actionarm. Dabei begegnen uns die gleichen Spitzbuben wie schon in Duke Nukem 3D: Fliegende Riesenhirne, die Tentakeln am Deckel haben, Echsendinger mit Raketenrucksack und die allseits beliebten Schweine-Bär-Männer in allen modischen Varianten. Genauso eintönig wie die Alien-Schergen, sind auch die Waffen. Anders wie in den Vorgängern oder anderen Vertretern der Art wie z.B. Serious Sam, darf, wie es schon seit Halo Standard ist, man nur mit zwei Waffen gleichzeitig losziehen. Den kläglichen Versuch durch eine begrenzestes Waffenarsenal dem Spiel eine taktische Note zu verleihen, geht nach hinten los. Anstelle ein kultiges Arcade-Feeling mit skurrilen Waffen aufkommen zu lassen, wird man gezwungen durch den Spielverlauf die Waffenvorlage zu erdulden. An spaßigen Knarren mangelt es DNF dennoch nicht: Eisstrahler, Devastator oder der Schrumpfer, funktionieren in der heutigen Zeit genauso gut wie in der Vergangenheit. Hätte man nur mal einen ordentlichen Gegneransturm, anstatt immer nur vereinzelte Trüppchen, könnte man sich man mit dem Waffenarsenal mehr austoben. Duke Nukem Forever wirkt erschreckend leer und langweilig. Die Schrumpfnummer benutzt Gearbox immer wieder, um ein wenig Abwechslung in den simplen und leeren Spielablauf des Titels zu bringen. Was anfangs noch ganz lustig ist, wird später einfach nur noch nervig. Regelmäßig stolpern wir in versteckte Verkleinerungsfallen und müssen uns anschließend als Mini-Macho mit den kleinen, großen Dingen von alltäglichen Objekten herumschlagen. Mixer, Maschinen mit tödlichen Zahnrädern oder brutale Walzen, das Sortiment ist abwechslungsreich aber immer das gleiche und haut 2011 keinen mehr aus den Stiefel. Besonders interessant ist die Dauer der Schrumpffalle, denn um wieder auf die normale Größe zu gelangen muss der kleine Duke einiges tun. Dieser Hindernisparkour zieht sich jedoch leider wie Kaugummi. Hier einen Schalter umlegen, da über ein paar Fallen springen, nebenbei die Mini-Monster auslöschen und dann das ganze bitte noch dreimal. Ähnlich verhalten sich die Strecken mit dem Monstertruck: Mit dröhnenden Motorensound über ein paar verblödete Aliens bollern macht zwar die ersten zehn Minuten richtig Laune, aber nach einer gefühlt erzwungenen Verlängerung ist die Luft raus. Und so kommt einem der Gedanke auf, dass man den Duke problemlos auf die Hälfte der Spielzeit hätte einschrumpfen können. Da retten auch die zahlreichen Bosskämpfe nicht mehr den das Spiel, denn auch hier gilt es einfach draufzuballern bis der Boss umfällt. Von Taktik oder Strategie fehlt jede Spur.

Opa Duke und die Technik

Nach 14 Jahren Entwicklung war abzusehen, dass am Ende daraus kein technischer Überflieger werden kann. Dennoch finde ich, dass Gearbox einen ordentlichen Job abgeliefert hat. Bump Mapping, Kantenglättung und andere Kaschierungsmittel verdecken gekonnt die Altersflecken. Besonders die Modellesind angenehm plastisch und detailfreudig drgestellt. Das große Manko an Forever ist jedoch die Detailarmut und schlichte Leerheit der Level. Alles sieht lieblos, matschig und verlassen aus. Besonders der Abstecher mit dem Monstertruck in die Wüste tischt einem die ungeschönte, veraltete Optik auf. Unterm Strich ist Duke Nukem Forver kein Grafikkracher, aber auch für sein Alter nicht unansehnlich. Die PC-Version ist eindeutig die Ursprungsplattform und überzeugt nicht nur mit einer besseren Optik, sondern auch mit viel kürzeren Ladezeiten. Während auf der Konsolenfassung nach jedem Ableben ein ca. 15 Sekunden langer Ladenbildschirm erscheint, können PC-Zocker einen sofortigen Spieleinstieg genießen. Wer Duke Nukem Forever auf Deutsch spielt, wird sich schnell fragen, was Bruce Willis auf einmal im Spiel treibt. Der Duke wird in der hiesigen Version nämlich von seinen Synchronsprecher Manfred Lehmann gesprochen. Lehmann macht seine Arbeit sehr gut, nur verbindet man mit Duke Nukem nun mal die rauchige Stimme von Jon St. John, der schon bereits seit 15 Jahren dem Blondschopf seine Stimme verleiht und auch die Fortsetzung wieder übernimmt. Mit der Sprache ändert sich auf das Humorempfinden. Viele Sprüche klingen im Deutschen einfach plump und sogar etwas unangebracht und man merkt schnell, dass sich in 14 Jahren einiges geändert hat. Der Duke ist einfach nicht mehr so der Brüller wie früher…

Unser Fazit

58 %

Erst einmal großes Lob an Gearbox, es ist sehr mutig ein so riskantes Projekt, wie ein 14 Jahre altes Videospiel aufzugreifen und zu veröffentlichen. Ganz klar, in erster Linie wurde an die Fans gedacht. Duke Nukem Forever ist schweinealt und in den geringen Zeitraum, in dem Gearbox das Spiel von 3D Realms übernahm und fertig klöppelte, kann man nicht mehr als ein kleines Facelifting erwarten. Auch wenn man merkt, dass der blonde Sprücheklopfer nicht mehr ganz der Jüngste ist, haben die Leute von Gearbox einiges aus der Engine rausgekitzelt. Es rettet den Duke aber nicht vor der blanken Wahrheit, dass das Gameplay tote Hose ist. Immer wieder muss man sich durch den gleichen Mist boxen, ballert die gleichen Gegner über den Haufen und bewegt sich in einer detailarmen Welt. Deckungssystem, Waffeneinfluss oder wenigstens Zwischensequenzen gibt es nicht. Fans können zugreifen, alle anderen sollten es sich zweimal überlegen. Duke Nukem Forver ist ein Relikt aus einer anderen Zeit und die wenigen Anpassungen an heute können das Spiel nicht retten. Hoffen wir, dass das nächste Abenteuer vom Duke schneller an den Mann kommt und ganz besonders über besseres Gameplay verfügen wird.

Pro

  • passable Beleuchtung
  • einige nette Grafikeffekte
  • rockiger Soundtrack
  • original englische Duke Stimme
  • kultige Sprüche
  • gute deutsche Vertonung
  • vier Schwierigkeitsstufen
  • viele unterschiedliche Waffen
  • eingebaute Cheats
  • nettes Ego-Energiesystem
  • zahlreiche Gags
  • cooler Held
  • eingängige Steuerung
  • ordentliche KI
  • einige interessante Features
  • solider Mehrspieler-Modus
  • ca. 10-12h Spielumfang

Kontra

  • schreckliche Animationen
  • Spielfiguren wiederholen sich oft
  • matschige Umgebungstexturen
  • schwache Soundkulisse
  • Humor geht im Deutschen verloren
  • künstlich gestreckt
  • wenig Abwechslung
  • kein freies Speichern
  • nur 2 Waffen im Arsenal
  • nur ein Spielstand
  • kein Wiederspielwert
  • leere Spielwelt
  • wenig unterschiedliche Feinde
  • geringer Gegneransturm
  • keine neuen Waffen
  • schwaches Ende
  • fehlen von Nebencharaktere
  • keine Zwischensequenzen

Unsere Bewertung

Grafik
 
55 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
74 %
Gameplay
 
39 %
Multiplayer
 
69 %
Spielspaß
 
53 %

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