Dungeon Siege 3 - Der Testbericht - insidegames

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Dungeon Siege 3 – Der Testbericht

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Veröffentlicht 27. Juni 2011 | 21:03 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. Februar 2012

dungeonsiege3titel

Hack&Slay Rollenspiele wie z.B. das grandiose Diablo 2 leben nicht unbedingt von einer ausgefallenen Geschichte oder einer fantastischen technischen Umsetzung. Vielmehr sind es eine Vielzahl an unterschiedlichen Ausrüstungsgegenständen, abwechslungsreiche Charakterklassen und ein tolles Kampfsystem die eine hohe Suchtgefahr darstellen. Nur noch schnell die Quest abschliessen, nur noch schnell den Dungeon säubern und Gegenstände abstauben…

Mit Dungeon Siege 3 kommt endlich wieder einmal ein Action Rollenspiel für die heimischen Konsolen auf den Markt. Es bietet vier gänzlich unterschiedliche Charakterklassen mit denen man gegen allerlei Fantasy Gegner in den Kampf zieht und eine grosse Welt die es zu bereisen gilt. Ausserdem bietet es genug Umfang um etliche Stunden in der Welt von Ehb zu versinken. Doch hat Dungeon Siege 3 den gleichen Suchtfaktor wie die Vorgänger mit denen es nur noch wenig zu tun hat?

Schwerter, Gewehre und magische Zaubersprüche

Dungeon Siege 3 spielt wie die Vorgänger im magischen Königreich von Ehb und konzentriert sich auf das Schicksal zehnten Legion. Die 10. Legion agierte für mehrere Jahrhunderte als Schild und Schwert für die Bevölkerung des ganzen Reiches. Doch dann kam die grosse Wende. Jeyne Kassynder beschuldigte die 10. Legion zu Unrecht den König verraten zu haben. Jeyne führte eine grosse Armee gegen die Legion in den Kampf und bezwang sie schlussendlich auch in einer grossen Schlacht. Die Legion wurde Jahrzehnte lang für tot gehalten, während sie im geheimen jedoch weiterbestand. Die Nachkömmlinge der einstigen Legion wurden versteckt weiter ausgebildet, damit die 10. Legion vielleicht irgendwann zu altem Glanz zurückkehren kann. Als Spieler übernimmt man die Rolle über einen von vier Nachfahren der berühmten 10. Legion.

Für ein Action Rollenspiel ist die Geschichte wirklich ziemlich umfangreich ausgefallen. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern bietet Dungeon Siege 3 eine Hintergrundgeschichte mit vielen gut vertonten und im Comicstil gehaltenen Zwischensequenzen. Ausserdem bekommt man immer wieder die Möglichkeit selbst zu entscheiden wie es weitergeht. Verschont man einen mächtigen Gegner und lässt ihn ziehen oder lässt man ihn hinrichten? Leider ist die Geschichte nicht wirklich konsequent genug. Die Figuren werden zu wenig beleuchtet, wodurch es fast unmöglich ist eine Beziehung zu ihnen aufbauen zu können. Auch der eigentliche Hauptbösewicht, Jeyne Kassynder, wird einfach nicht gut genug in die Geschichte eingebunden.

Gemeinsam sind wir stark

Die vier spielbaren Figuren unterscheiden sich spielerisch ziemlich stark. Jede Klasse hat dabei zwei verschiedene Angriffshaltung sowie eine defensive Haltung. Lucas ist ein Nahkämpfer der alten Schule. Er kämpft mit Schwertern (1-Hand oder 2-Hand) und Schilden, wodurch auch seine Spezialattacken alle mit seinen Nahkampffertigkeiten zu tun haben. Anjali ist eine Archon, welche entweder mit einem Speer kämpft oder sich in eine Feuergestalt verwandeln kann. Reinhart ist der Magier der Vierertruppe. Zu guter Letzt gibt es noch Katarina, welche im Nah- und Fernkampf auf Schusswaffen zurückgreift.

So zieht man entweder alleine zusammen mit einem von der KI gesteuerten Partner oder mit bis zu drei menschlichen Mitspielern los um Jeyne in ihre Schranken zu weisen. Das Kampfsystem präsentiert sich dabei sehr flott und eingängig. Es wird beispielsweise komplett auf gewisse, etablierte Genrekonventionen verzichtet. Heil- oder Manatränke sucht man hier vergeblich. So etwas wie einen Manabalken sucht man hier überhaupt vergeblich, stattdessen setzt man auf die Fokusanzeige. Wer einen Gegner mit seinen normalen Angriffen trifft, stellt einen gewissen Teil der Fokusanzeige wieder her. Wer also seine Spezialangriffe vom Stapel lassen will, muss zwangsläufig in den Kampf eingreifen. Wie schon erwähnt gibt es auch keine Heiltränke im klassischen Sinne. Stattdessen verfügt jede der vier Figuren in der Defensivhaltung über eine Fähigkeit die über einen gewissen Zeitraum ein wenig Energie wiederherstellt. Teilweise hinterlassen jedoch besiegte Gegner farbige Sphären, welche zumindest einen Teil des entsprechenden Energiebalken bzw. Fokusbalken wieder auffüllt. Durch diese Massnahmen spielen sich die Kämpfe wirklich extrem dynamisch und wer nicht auch mal Angriffen ausweicht oder sie abblockt beisst schnell ins Gras, selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Zwar verlangt das Kampfsystem einiges an Konzentration, wer sich jedoch darauf einlässt bekommt spannende und fordernde Massenkämpfe geboten.

Logischerweise ist man am Anfang des Spiels noch ein schwächlicher Kämpfer ohne beachtliche Fähigkeiten und mit einer mehr als mangelhaften Ausrüstung. Wenn man durch das abschliessen von Quests und das erledigen von Monstern Erfahrungspunkte bekommt, kann man auch im Level aufsteigen. Danach hat man mehrere Möglichkeiten seinen Charakter in unterschiedlichen Bereichen zu verbessern. Als erstes gibt es neun unterschiedliche Fähigkeiten, jeweils drei für jede der Kampfhaltungen. Für jedes Level das man aufsteigt bekommt man einen Fähigkeitspunkt um diese Fähigkeiten zu verbessern. Dabei hat man jeweils die Qual der Wahl. Nehmen wir den Schildschlag von Lucas als Beispiel. Man hat zwei Möglichkeiten um diese Fähigkeit zu verbessern. Entweder erhöht man den Schaden den die Fähigkeit anrichtet. Oder man entscheidet sich dafür dass man durch den Schildschlag seine Gegner auch betäuben kann. Pro Fähigkeit kann man jedoch nur fünf Punkte investieren. Das heisst man muss sich genau entscheiden was man den nun verbessern will. Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit die Fähigkeiten zu verbessern. Je häufiger man diese nutzt, desto stärker werden sie. So trifft der schon erwähnte Schildschlag nach genügend Anwendungen nicht nur einen, sondern gleich mehrere Gegner die nahe beieinander stehen. Als letztes gibt es alle paar Level einen weiteren Punkt den man dazu kann die allgemeinen Werte der eigenen Figur zu verbessern. So erhöht man den Schaden des Charakters, bekommt einen höheren Verteidigungswert oder man kann sich eine automatische Gesundheitsregeneration zulegen. Der Rollenspielanteil ist also relativ gering, da man nicht allzu viele Möglichkeiten hat seine Figur weiterzuentwickeln.

Wie es sich für ein ordentliches Hack&Slay gehört, findet man bei besiegten Gegnern, in zerstörbaren Objekten und in gut versteckten Schatztruhen jede Menge Gegenstände. Vom unnützen Kronleuchter der ein paar Goldstücke einbringt bis zu legendären, verzauberten und äusserst mächtigen Kriegswaffen gibt es fast unendlich viele Gegenstände zu finden. Leider unterscheiden sich sowohl Rüstungen als auch Waffen gerade optisch nicht wirklich von einander. Schnell ist die Hatz nach besseren Gegenständen eigentlich nur noch dazu da um seine Werte zu erhöhen. Man sucht sich im Menü die Waffe aus die die besten Werte hat, nur um sie 10-20 Minuten gegen die nächst bessere auszutauschen. Der Suchtfaktor ist hier also nicht allzu hoch, da sich die Gegenstände einfach zu wenig voneinander unterscheiden.

Für das Königreich!

Wer keine menschlichen Mitstreiter zur Verfügung hat, kann zusammen mit einem einzelnen KI gesteuerten Partner losziehen. Dabei hat man stets die Auswahl zwischen allen bisher verfügbaren Figuren, selbst steuert man jedoch immer nur den zu Beginn gewählten Charakter. Wer gerne im lokalen Mehrspielermodus loszieht kann das zusammen mit einem Mitspieler machen. Wer jedoch lieber online spielt kann sogar mit bis zu drei weiteren Personen auf Monsterjagd gehen. Logisch das gerade der Spassfaktor so deutlich steigt, denn man kann in den Kämpfen richtig taktisch vorgehen und untereinander Ausrüstungsgegenstände tauschen. Schade ist die Tatsache, dass der Fortschritt jeweils nur beim ersten Spieler abgespeichert wird. So kann man nicht mit seiner Figur aus dem Einzelspielermodus bei einem Freund einsteigen. Die Charaktere sind wirklich nur in einem Spielstand vorhanden, was das Vergnügen ein wenig schmälert.

Das Königreich Ehb ist toll gestaltet. Man reist durch verwunschene Sümpfe, besucht verfallene Geisterstädte, kämpft in heruntergekommenen Anwesen voller Geister und schlendert durch mystische Wälder. Auch die Gegner sind abwechslungsreich gestaltet und bietet alles was das Fantasygenre so zu bieten hat. Skelettkrieger, eklige Riesenspinnen oder Hexen inklusive. Leider ist Dungeon Siege 3 in Sachen Technik nicht ganz so gut ausgefallen. Die Figuren sehen gut aus, ob in der nahen oder der fernen Kameraperspektive. Die Umgebungen, so abwechslungsreich sie sind, sehen nicht ganz so gut aus. Die Texturen sind verwaschen und Details sucht man vergeblich. Die zwei Kameraperspektiven sind auch nicht allzu gut gewählt. In der nahen Ansicht vermisst man den Überblick, vor Allem in grösseren Schlachten gegen viele Gegner oder harte Bossgegner. In der weiter entfernten Ansicht entpuppt sich jedoch die Grafik als durchschnittlich und nicht ganz so überzeugend. Die Hintergrundmusik ist jedoch wieder sehr toll gelungen. Sie klingt sanft und mystisch aus den Lautsprechern wenn man durch neblige Sümpfe wandert oder hämmert episch auf einen ein wenn man gegen 20-30 Gegner gleichzeitig kämpft. Die deutsche Sprachausgabe greift auf einige mehr oder weniger bekannte Synchronsprecher zurück und ist durchaus gelungen.

Unser Fazit

85 %

Es ist wirklich schön das es mit Dungeon Siege 3 endlich mal wieder ein Action Rollenspiel auf die grossen Konsolen geschafft hat. Mit einer einigermassen interessanten Geschichte, einem Dialogsystem das dem von Mass Effect ähnelt und dem Fehlen von Heiltränken werden auch neue Elemente in das Genre eingeführt. Das Kampfsystem ist fordernd und spannend. Die Rollenspielanteile sind eher gering und können nicht ganz überzeugen. Der Coop-Modus ist zwar spassig aber nicht allzu sinnvoll umgesetzt. Alles in allem ist Dungeon Siege 3 gerade für Genreliebhaber ein Muss. Wer jedoch z.B. nur ein Rollenspielfan ist wird wohl nicht allzu warm mit dem Titel.

Pro

  • Forderndes und unterhaltsames Kampfsystem
  • Glaubhafte Spielwelt
  • Abwechslungsreiche Gegner und Umgebungen
  • Gelunge Geschichte für dieses Genre
  • Spassiger Coop-Modus
  • Viele Gegenstände zum sammeln und benutzen
  • Ansprechendes Missionsdesign
  • Extrem passender Soundtrack
  • Gelungene deutsche Synchronisation

Kontra

  • Vergebenes Potential im Coop-Modus
  • Wenig motivierende Suche nach Items
  • Durchschnittliche grafische Umsetzung
  • Zu wenig Optionen in Sachen Fähigkeiten

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
85 %

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