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Dungeons 3 – Test / Review

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Veröffentlicht 13. Februar 2018 | 18:45 Uhr von Fabrice

Dungeons-3-artwork

Einfach mal böse sein. Es ist eine Fantasie, die wir dank vielen Games ausleben können. Besonders im Rollenspielbereich hat man heute oft die Möglichkeit, seinem eigenem moralischen Pfad zu folgen.

Die Kontrolle über das absolute pure Böse zu übernehmen ist jedoch weiterhin überraschend selten in Spielen. Die Dungeons-Reihe von den deutschen Entwicklern Realmforge Studios aus München lässt einen genau diese Fantasie ausleben. Der neuste Teil, Dungeons 3, ist erstmals für Konsolen erschienen und lässt einem mit dem Controller die Kontrolle über seine eigenen Verliese übernehmen.

In der 20 Missionen umspannenden Kampagne übernimmt man die Kontrolle über den Bau und die Kontrolle eines eigenen Verlies des Bösen, deren Truppen und ihrer Anführerin, die korrumpierte Elfe Thalya. Gemeinsam gilt es alles Gute auf einem fernen Kontinent zu vernichten und dem Bösen zum Aufstieg zu verhelfen. Die Geschichte selber ist dabei typisches Fantasy-Gedöns, welches man zwar kennt, aber durchaus unterhaltsam sein kann. Zumindest aus unserer Sicht steht der Geschichte aber etwas im Weg: der körperlose Erzähler der Geschichte und die Hauptfigur selber. Diese lassen nämlich unentwegt Sprüche, Witze und furchtbare Kalauer vom Stapel. So gut wie jeder Satz der von irgendwem geäußert wird, ist mit einem oder mehreren Witzen gespickt. Die meisten dieser Witze fallen völlig flach aus und zünden nicht. Die wirklich guten Sprüche gehen dabei leider völlig in der endlosen Barrage an Sinnlosigkeit unter. Die beiden wichtigsten deutschen Synchronsprecher leisten dabei exzellente Arbeit, wenn die Vorlage nicht passt, kann jedoch jede Motivation nicht weiter helfen.

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Der Ablauf einer Mission läuft eigentlich immer gleich ab. Man startet unter der Erde und fängt mit der Hilfe der treuesten aller Helfer, den arbeitenden Schnodderlingen, an, Gänge und Räume auszuheben. Die freigelegten Räumen werden danach mit Kasernen, Geflügel-Farmen und anderen Anlagen gefüllt. Es wird Gold und Mana gesammelt, damit man sein Verlies immer weiter und weiter aufbauen kann. Dazu erstellt man nebenbei eine immer grösser werdende Armee aus Orks, Skeletten und weiteren Kreaturen aus der Hölle. Ist diese Armee groß genug, geht es an die Oberfläche, um die Bewohner der umliegenden Lande zu terrorisieren. Es wird geraubt, getötet und gebrandschatzt. In klassischer Echtzeitstrategie führt man seine Truppen über die Karte und kämpft gegen die Mächte des Lichts. Diese Truppen können jedoch in das eigene Verlies eindringen, weshalb dessen Eingang mit Fallen und Zaubersprüchen verteidigt werden muss.

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Die Steuerung funktioniert auf dem Controller relativ gut. Der Bau des Verlieses braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis man verinnerlicht hat, welche Tastenkombinationen die gewünschten Menüs aufrufen. Die Gefechte werden leider sehr schnell sehr unübersichtlich und schwer zu kontrollieren. Das liegt nicht nur an der Steuerung mit einem Controller, sondern auch an der Darstellung von Dingen wie dem Gewinn von Erfahrungspunkten, welcher Übergroß dargestellt wird. Allzu großes Mikromanagement ist glücklicherweise jedoch gar nicht nötig, denn die Einheiten agieren ziemlich smart im Kampf und nutzen auch ihre Spezialfähigkeiten.

Die Missionen selbst bleiben immer schön abwechslungsreich. Mal müssen nur einige Gegner erledigt werden, oft gibt es jedoch deutlich abwechslungsreichere Missionsziele. Es müssen gefährliche Stoffe des Guten entsprechend entsorgt werden oder es wird auch mal ganz auf das Verlies verzichtet, wodurch man mit den Einheiten auskommen muss, die man halt zur Verfügung hat. Je weiter man in der Kampagne voran kommt, desto mehr Einheiten und Räume werden freigeschaltet. Deshalb bleiben die Level hauptsächlich frisch. Störend dabei ist nur, dass in jeder Mission mit einem Verlies immer wieder komplett von vorne gestartet werden muss. Sämtliche Räume müssen immer und immer wieder frisch aufgebaut werden. Man wird zwar beim Bauen immer effizienter und schneller, es ist und bleibt aber eine langatmige Angelegenheit.

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Technisch ist viel Liebe zum Detail zu sehen. Jede Einheit geht in den Verliesen ihren eigenen Aufgaben und Abläufen nach, was dank süßen und tollen Animationen einfach schön anzusehen ist. Wie eingangs schon erwähnt, leisten die deutschen Synchronsprecher eine außergewöhnlich gute Arbeit. Sie erwecken das Spiel mit ihren Stimmen noch mehr zum Leben und das ihre Texte nicht allzu prickelnd ausgefallen sind, ist nicht ihr Fehler.

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Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

77 %

Besonders spielerisch kann Dungeons 3, trotz einiger Mängel, überzeugen. Besonders im Konsolenbereich gibt es leider kaum Alternativen, noch weniger gute Alternativen. Die Steuerung funktioniert gut genug für einen Controller, solange man sich ein wenig Zeit zum eingewöhnen lässt. Der Humor ist aus unserer Sicht meistens leider gar nicht gut ausgefallen, was anhand der vorhandenen Übermenge als Negativpunkt angesehen werden muss. Wer aber Lust auf ein von Dungeon Keeper inspiriertes Aufbauspiel mit Echtzeitstrategiekämpfen hat, der macht mit Dungeons 3 auch auf der Konsole nichts falsch.

Pro

  • + Abwechslungsreiche Kampagne
  • + Gut angepasste Controller-Steuerung
  • + Fantastische Synchronsprecher
  • + Guter Nischenvertreter auf Konsolen

Kontra

  • - Sehr fragwürdiger Humor
  • - Monotone Anfangsphase in jeder Mission
  • - Unübersichtliche Kämpfe

Unsere Bewertung

Grafik
 
79 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
69 %
Gameplay
 
73 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
71 %

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