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Dying Light – Mmh … lecker, Zombies!

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Veröffentlicht 16. Februar 2015 | 16:17 Uhr von Sandra

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Zombies sind im wahrsten Sinn des Wortes nicht tot zu kriegen. Die mehr oder weniger noch an Menschen erinnernden Wesen, deren einzige Bestimmung darin besteht menschliches Fleisch zwischen die Kiemen zu bekommen, sind immer wieder für eine Film- bzw. Spiel-Geschichte gut. Dass dabei meistens nicht unbedingt Tiefgang oder ein philosophischer Ansatz vorhanden ist, liegt offenkundig auf der Hand. Es ist mehr das Drumherum, das Ambiente und die Aktionsmöglichkeiten, die in der Lage sein sollten Spieler bei der Stange zu halten. Vor diesem Hintergrund sollte die polnische Entwicklertruppe Techland durchaus wissen was sie tun, ist Dying Light ihr mittlerweile dritter Ausflug ins Zombie-Thema. Wir haben uns unter die Untoten gemischt und für euch heraus gefunden, ob dieser Trip erneut geglückt ist.

Outbreak: Lautlose Killer

Irgendwo in der Türkei in einem fiktiven Städtchen namens Harran ist eine Seuche ausgebrochen, welche die Menschen binnen kürzester Zeit in willenlose, nach Menschenfleisch darbende Kreaturen verwandelt. Wer bisher nicht gebissen und mit dem unbekannten Virus infiziert wurde, verschanzt sich allein oder in Gruppen und versucht das Unglück so gut es geht zu überstehen. Rettung könnte schließlich nahen, denn Kadir Suleiman soll eine Datei besitzen, die entscheidend Aufschluss darüber geben kann ob und wie die Menschen den Ausbruch des Virus überleben. Aber der gute Suleiman ist verschwunden, so dass die GRE (Global Relief Effort) ihren besten Mann, den Elitensoldaten Kyle Crane, entsendet den Vermissten und damit die Infos aufzuspüren. Kaum in Harran angekommen, wissen die Infizierten Crane jedoch als Happenpappen für zwischendurch sehr zu schätzen. Und während Cranes Sinne schwinden und er sich darauf vorbereitet seinem Schöpfer gegenüberzutreten, tauchen Überlebende auf und bringen ihn in den Turm und damit erst einmal in Sicherheit …

Dying Light

 

Dawn of the Dead

In der Rolle Cranes schlagt ihr euch fortan durch Harran. Im weiteren Verlauf der Geschichte werdet ihr durchaus erleben was es heißt zwischen den Fronten zu stehen, da ihr einerseits mit den Leuten aus dem Turm sympathisiert und andererseits euer Ziel verfolgen müsst. Zweifelsfrei eine Gratwanderung die Aufrecht zu erhalten aber mehr und mehr schwer fallen wird. Im Verlauf des Spiels erlangt ihr einiges an Hintergrundwissen, erfahrt Zusammenhänge und könnt viele Infos in Form von Sammelgegenständen, u.a. Voicemails oder auch Tagebuchseiten, in die Finger bekommen. Umschauen und zuhören ist angesagt! Nicht zuletzt auch, weil euch genau dieses Vorgehen helfen wird generell wichtige Items zu erlangen, die ihr fürs erfolgreiche Weiterkommen benötigt. Scheinbar banales Zeug wie Zigaretten, Kaffee oder Schmuck und Geld sind überdies sehr brauchbare Objekte und lassen sich in Kisten, Mülleimern, Schreibtischschubladen oder auch an den Zombie-Kadavern finden – vorausgesetzt ihr habt sie vorher erledigt. Mittels simplen Knopfdruck, der eine Art Scanner kurzzeitig aktiviert, könnt ihr euch die Suche nach brauchbaren Sammelobjekten erleichtern. Benutzt ihr diese Anzeige, bekommt ihr Gegenstände markiert, die sich in der Nähe eures jeweiligen Standorts befinden. Die verschiedensten Items lassen sich natürlich versilbern und mit dem gefundenen als auch gemachten Geld könnt ihr Waffen kaufen, mögliche Erweiterungen dafür bedürfen jedoch verschiedener Baupläne, die ihr, wenig verwunderlich, erst finden müsst. Und während ihr jeden Winkel nach grundlegend Brauchbarem absucht, erledigt ihr gleich noch die zahlreichen zentralen Haupt- sowie Nebenquests. Die Mehrheit der Quests erweist dabei als Stangenware, da es sich vorzugsweise um Hohl- bzw. Bring- sowie Säuberungsaufgaben handelt. Und je mehr Quests ihr erledigt, desto mehr Bereiche werden für euch zugänglich sein.

Dying Light

 

Braindead in Zombieland

Und während ihr all die Aufgaben erledigt und Harran Stück für Stück umkrempelt, heißt es auch den Zombies den Garaus zu machen. Die Untoten scheinen anfänglich leichte Beute zu sein, aber lasst euch von diesem Eindruck nicht täuschen. Von Lernfähigkeit zu sprechen wäre wohl zu viel des Guten, aber die Untoten reagieren auf euch, wenn ihr beispielsweise Lärm verursacht. Aber auch der Strahl eurer Taschenlampe kann euch verraten. Könnt ihr euch zu Beginn des Spiels noch auf höhere Ebenen vor den Zombies in Sicherheit bringen, wird euch das irgendwann nicht mehr zwingend etwas nützen, denn nirgends steht geschrieben, dass die Moderheinis nicht auch klettern können. Und ja, das tun sie! Außerdem werden sie, nicht nur bei Nacht, schneller und angriffslustiger. Allen voran die Schattenjäger oder auch die Flüchter oder Schreihälse, die sich, sobald sie euch entdeckt haben, ungehemmt an eure Versen heften werden. Wohl dem, der viele Items gesammelt und sich gescheite Waffen gebastelt hat. Nebenbei bemerkt: Fast alles kann nicht nur als Waffe verwendet werden, sondern darüber hinaus – je nach Grundmaterial – gepimpt und verstärkt werden. Es wird allerdings auch Momente geben, da selbst die beste Wumme, der beste Schlagstock nichts mehr auszurichten vermag und euch nur noch die Flucht bleibt. Und nein, davon laufen ist keine Schande – im Gegenteil, es sichert euch am Ende garantiert das Überleben, zumindest einmal für diese Nacht!

Apropos, wenn ihr es einmal nicht mehr schaffen solltet zurück in den sicheren Turm zu kommen, könnt ihr euch Sicherheitszonen schaffen. Allerdings müsst ihr dafür erst einmal was tun. Auf der verfügbaren Übersichtskarte lassen sich diese so weit sicheren Orte leicht ausmachen. Dort angekommen heißt es die betreffenden Bereiche von Zombies bereinigen und – ganz wichtig – Storm anschalten nicht vergessen. Die Sicherheitszonen sind jedoch nicht nur dafür gut, dass ihr ein bisschen Luft holen könnt. Ihr findet dort auch beispielsweise NPCs, die Aufträge für euch haben und ihr könnt im ebenfalls vorhandenen Shop einkaufen gehen oder den Inhalt eurer Sporttasche anpassen.

Dying Light

 

Diary of the Dead

Entwickler Techland hat sich für Dying Light bezogen auf die spielerischen Elemente sehr im MMO-Segment bedient, wenngleich sie den Multiplayer-Aspekt außen vor gelassen haben. Suchen, finden, sammeln, kombinieren, zusammenbasteln und am Ende viel, viel grinden sind die Grundpfeiler eines jeden MMOs und sie stehen Dying Light in Kombination mit der großen, offenen Welt sehr gut zu Gesicht. Diese zu durchkämmen, auf den Kopf zu stellen und vor allem auch, wann immer es geht, von Zombies zu befreien macht Spaß, vor allem wenn man durchhält und die Slums, das eher langweilige erste Gebiet, hinter sich bringt. Die eigentliche Stärke des Spiels, das Parcouring, offenbart sich vollumfänglich, wenn ihr in der Altstadt angekommen seid. Sind die Slums eher mit Hütten versehen, kleinen Gebäuden und großen Abständen dazwischen, so dass ihr auch sehr häufig einfach auf der Straße unterwegs seid, bietet die Altstadt – wie der Name es vermuten lässt – all das, was ihr für die groß angelegte Querfeldein-Klettertour benötigt. Es geht für euch wahrlich über Stock und Stein, über große und kleine Gebäude, über Seilbahnen rutschend von einem Ort zum anderen und das ohne einmal den Straßenboden berühren zu müssen.

Ihr erlebt das Auf und Ab, das Mittendurch als auch das Zombies schlachten aus der Ego-Ansicht. Dass sich Crane dabei weitestgehend smooth und akrobatisch bewegt, geht auf Pioniere des virtuellen Kletterns, Springens und Hangels zurück, u.a. beispielsweise auf Tomb Raider, Assassin’s Creed oder auch Prince of Persia: Sands of Time. EAs Entwicklertruppe Digital Illusion präsentierte überdies bereits 2008 mit Mirror’s Edge, dass eine solche Kombination, Kletterkünstler treffen auf Ego-Perspektive, gut funktionieren kann. Generell wichtig ist, vor allem wenn es darum geht schnell und effektiv einen Parcours zu meistern, dass die Steuerung funktioniert und euch, dem Spieler, wenig Frustmomente beschert. Und ja, dies ist Techland zweifelsfrei gelungen. Mit etwas Übung verinnerlicht sich die Handhabung Cranes fast von alleine, so dass ihr geschmeidig eure Routen abspulen könnt. Einzig die Taste zum Rennen (L3) finden wir etwas unglücklich belegt und – je nach Situation – nicht gut in den sonst flüssigen Steuerungsablauf eingebunden. Auch kann es passieren, dass ihr trotz gut getimtem Sprung, etc., mal an Kanten, Vorsprüngen oder ähnlichem hängen bleiben könnt. Ja, es kommt vor – selten, aber es passiert, dass sich auf diese Weise zeigt, dass die Kollisionsabfrage nicht immer einwandfrei geraten ist. Behaltet darüber hinaus ab und an eure Ausdaueranzeige im Auge, denn Crane hat, zumindest bis er vollständig aufgebaut ist, nicht unendlich Puste zur Verfügung und muss daher ab und an mal ein Päuschen zum Verschnaufen einlegen.

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Devil‘s Playground

Optisch servieren Techland ein Stück weit eine Zweiteilung. Während die Slums einen Mix aus Details und stellenweise wahrlich hässlicher Kargheit präsentieren, erweist sich die Altstadt als vergleichsweise fülliger Garten Eden mit einer dicken Portion Abwechslung. Beiden gemein ist wieder, dass die Texturen hin und wieder schwächeln. Überhaupt sind die Texturen sehr wechselhaft, fast so wie das Wetter. Stellenweise werdet ihr auch mit nachladenden, verzögernden Texturen konfrontiert und es gibt Bereiche, in denen die gesamte Darstellung etwas grieselig und rau wirkt. Clippings sowie schwebend Objekte können euch ebenfalls begegnen. Dafür punkten beide Gebiet mit einer ordentlichen, zum Teil sehr schönen, stimmigen Weitsicht. Auch die enthaltenen Wetterwechsel wissen zu gefallen und sind gut gemacht. In einen Moment rennt, jumpt und killt ihr noch bei strahlendem Sonnenschein und im nächsten Moment zieht ein Gewitter auf, verdunkelt die Szenerie und es beginnt zu regnen. Allgemein sind die recht zahlreich vorhandenen Licht- als auch Schatteneffekte hübsch anzusehen, wobei Techland der Nacht ein bisschen mehr optische Aufmerksamkeit hätte schenken können. Während der Tag mit gleißendem Sonnenlichtspiel seine Schatten an die Wand malt, erweist sich die Nacht meistens als simples Dunkel mit etwas Mondlicht. Auch die Lagerfeuer, ideal (eigentlich) für tolle Effektspielereien dümpeln belanglos vor sich hin. Das gilt, so nebenbei bemerkt, auch für die Zombies – zumindest einmal in den Slums. Die Untoten sehen einfach mies und immer wieder gleich aus. Ihnen gemein sind auch hässliche, kantige Animationen. Mit dem Auftauchen von anderen Zombie-Typen in der Altstadt wandelt sich das Bild und die menschlichen wandelnden Überreste sehen etwas besser aus und bewegen sich auch geschmeidiger. Witzig: Wenn ihr die Taste zum Scannen verwendet, um Sammelobjekte in eurer unmittelbaren Umgebung sichtbar zu machen, könnt ihr auch Zombies sichtbar machen (auch durch Wände hindurch) und sie als Skelett, ähnlich einem Röntgenbild, erkennen.

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Gory Gory Hallelujah

Wer im Zombie Segment zuhause ist, sprich Filme und Spiele gleichermaßen kennt und mag, wird sich angesichts der Ereignisse in Dying Light nicht wirklich gruseln. Was nicht heißt, dass wir dem Spiel nicht eine gewisse Atmosphäre bescheinigen können. Vergleicht man Dying Light mit Zombie-Filmen, wurde eher die Ecke Horror-Komödie angesteuert und recht zielsicher erreicht. Ob und in wie weit die deutsche Sprachausgabe ihren Beitrag dazu leistet, solltet ihr am Besten selbst entscheiden. Allein die Tatsache, dass mehrheitlich mit einer Art russischer Akzent gesprochen wird, wirkt stellenweise – je nach Situation – lustig, komisch oder auch unpassend. Gemeinhin sind die Dialoge jedoch auf die vorhandene Story angepasst. Der rote Faden als auch die Entwicklung, die ihr mit Crane erlebt, präsentiert sich von Anfang bis Ende und ist klar als solcher erkennbar.

Wer von euch Spaß am Entdecken hat, dem seien die vielen Easter Eggs ans Herz gelegt. Es lassen sich in Dying Light einige Areale finden, die – mal mehr, mal weniger – an andere nicht nur Zombie-Spiele sowie Filme angelehnt sind. Das reicht von Hinweisschildern bis hin zu spielbaren kleinen Levelabschnitten, da ihr beispielsweise einen Parcours in bester Mario-Manier bewältigen müsst. So ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass die enthaltenen Musiken ein Stück weit an Chris Hülsbeck Kompositionen oder an Titel aus Lucio Fulci Filme erinnern. Solltet ihr darüber hinaus ausprobieren wollen wie es ist ein Zombie in Harran zu sein, dann nutzt den Be the Zombie-Modus, der euch erlaubt als Untoter in das Spiel von anderen einzusteigen und ihnen das Leben schwer zu machen – vorausgesetzt, dieser Modus wurde aktiviert und freigegeben.

Unser Fazit

82 %

Ja, Dying Light macht vieles richtig und ist vor allem für Freunde des Zombie-Genres ein gefundenes Fressen. Könnt ihr euch darüber hinaus mit MMO-Anleihen, d.h. vor allem viel Suchen, Finden und Grinden, anfreunden, seid ihr in Harran gut aufgehoben. Dass die Optik nicht immer astrein ist und die Story nebst ihrer Missionen eher dünn wie Butterbrotpapier ist, sei es drum – das ist für Zombie-Geschichten in der Regel normal und stört einen Fan des Segments nicht im Geringsten. Zweifelsfrei gelungen und Spaß bringend ist das Spiel bestimmende Parcouing, da ihr auch scheinbar unwegsames Gelände und Häuserschluchten sportlich überwinden könnt – Tarzan kann angesichts dessen nur noch neidisch drein blicken. Und so ganz nebenbei bastelt ihr MacGyver gleich coole Waffen, mit denen ihr den vielen Zombies z.B. die Rübe von den untoten Schultern splattert oder ihr sie in eine Elektro-Brutzel-Falle laufen lasst, um sie danach noch gepflegt zu plündern. Kurz, zu tun gibt es genug und wer – wie gesagt – Spaß an der Thematik hat, wird es auch dank dem flüssigen Gameplay eine ganze Weile mit Dying Light haben.

Pro

  • + große Spielwelt, in der es viel zu entdecken gibt
  • + viele Waffen und noch mehr Modifikationsmöglichkeiten
  • + tolle und gut funktionierende Kletterfähigkeiten
  • + Zombies reagieren auf Licht und Geräusche
  • + faires Checkpoint-System
  • + schöne Lichteffekte bei Tag und gelungene Weitsicht
  • + intuitive Steuerung
  • + reiner Singleplayer ohne aufgesetzten Mehrspielermodus

Kontra

  • - mies aussehende Zombies, vor allem in den Slums
  • - teils arg matschige und sehr pixelige Texturen
  • - stellenweise fehlerhafte Kollisionsabfrage beim Klettern
  • - Nacht-Präsentation ist langweilig
  • - FX Sounds wenig abwechslungsreich
  • - Deutsche Synchronisation wirkt uninspiriert

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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