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EA Sports UFC 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 28. November 2016 | 16:51 Uhr von Thomas Pfnür

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Nachdem sich EA Sports mit ihrem Erstlingswerk zur UFC und dem Kampf im Octagon sichtlich schwer tat, dafür auch sehr viel Kritik von uns Spielern einstecken durfte, hatten sich die kanadischen Entwickler für den Nachfolger natürlich viel vorgenommen. Mehr Umfang, bessere Technik und vor allem deutlich leichterer Zugang sollte er bieten. Doch ist das auch die Realität in der finalen Version? Fast, doch dazu mehr im folgenden Test.

UFC ist und bleibt eine Sportsimulation

Das große Manko des Vorgängers war ohne Zweifel der fehlende leichte Zugang. Gelegenheitsspieler, also jene, die sich nicht Stunden, Tage oder gar Monate mit dem Spiel beschäftigen wollten, hatte es schwer, sehr schwer sogar. Eigentlich also ein guter Ansatzpunkt um hier einige Verbesserungen für den Nachfolger auf den Weg zu bringen und endlich eine Umsetzung für alle Spielertypen anzubieten. Doch die Realität sieht leider etwas anders aus. UFC bleibt, auch im zweiten Versuch, ein Spiel, das vor allem jene anspricht, die bereit sind, sich intensiver mit den Titel auseinanderzusetzen. Simulation einer sehr facettenreichen Sportart war und ist das Ziel der Entwickler von Electronic Arts und das ist ihnen weitestgehend auch wieder sehr gut gelungen.

Nicht zuletzt auch wegen den durchaus vielen sinnvollen Erweiterungen im Bereich Gameplay. Wie etwa durch das dynamische Grapplingsystem, welches euch nun durch mehr Reaktionsschnelligkeit und größerer Vielfalt in den Aktionen noch mehr Freiheiten im Bodenkampf bietet. Oder durch die spürbar geänderten Submissions, die euch neben einigen neuen Griffen und Hebeln, erwähnt sei hier exemplarisch die Variante aus dem Stand, auch eine deutliche Überarbeitung der bestehenden Aktionen bietet. Gegner mit einem Flying Armbar aus dem Clinch zu überraschen oder einen schnellen Positionswechsel aus einer Kneebar in einem Heelhook durchzuführen sind in UFC 2 nun ohne Probleme möglich. Sehr gut gelungen ist auch das verbesserte Verteidigungssystem. Dank deutlich direkterer Kontrolle der Kopfbewegungen könnt ihr Schlägen noch schneller und geschickter ausweichen. Überhaupt geben sich die Abwehraktionen sehr intuitiv und lassen neben geschicktem Blocken, mittlerweile auch schnelle Gegenangriffe zu. Absolutes Highlight ist aber die realistisch integrierte Physik-Engine. Intensiver wurden Trefferreaktionen und Niederschläge bisher wohl noch in keinem Kampfspiel implementiert.

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Insgesamt geht die Steuerung bei EA Sports UFC 2 sehr gut von der Hand und sämtliche Aktionen werden ohne jegliche Verzögerung ausgeführt. Man ist eigentlich immer Herr der Lage, oder besser kann es sein, wenn einem alle Kniffe ins berühmt berüchtigte Spielerblut übergegangen sind. Schön auch, dass es nun kleine Hilfestellungen gibt und man wählen kann, ob grafische Tipps in bestimmten Kampfszenen aufgeblendet werden sollen oder nicht. Ersteres werden gerade Neueinsteiger im Fight gegen die KI mehr als begrüßen.

Apropos KI. Die CPU-gesteuerten Gegner agieren durchwegs klug, sind gerade in den höheren Schwierigkeitsgraden extrem fordernd und stellen sich auf sämtliche Kampfsituationen realistisch ein. Liegt der Gegner etwa nach Punkten aussichtslos zurück, wird er durch aggressive Aktionen versuchen einen vorzeitigen Erfolg, z. B. durch einen Knockout, einzufahren. Andererseits gibt sich die KI eher defensiv und zurückhalten, wenn die Kampfrichter den CPU-gesteuerten Protagonisten vorne sehen. Schön auch, dass zwar alle integrierten Kämpfer einen gewissen Kampfstil besitzen, nicht aber stur daran festhalten. Merkt ein MMA-Kämpfer, dass er mit seiner normalen Taktik keinen Erfolg hat, dann ändert er seine Vorgehensweise. Für euch bedeutet das, dass ihr euch eigentlich immer auf neue Situationen einstellen müsst und somit durchgängig gefordert werdet. Aber genau das bringt dann, zumindest unserer Meinung nach, auch enormen Spielspaß.

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EA stärkt den Umfang

Wurde letztes Jahr noch am Umfang des Vorgängers vollkommen zu Recht herumgemeckert, kann man dieses Jahr schon nach einem ersten Blick in das immer noch sehr aufgeräumt wirkende Menü feststellen, wenig Inhalt bietet UFC 2 ganz sicher nicht mehr. Da wäre etwa der Karriere-Modus, der sich nun einen Deut tief gängiger, vor allem aber authentischer gibt. So könnt ihr mit eurem im mittlerweile enorm umfangreichen Editor erstellten Fighter nicht mehr nur um die Krone der UFC kämpfen, nein es geht im aktuellen Titel auch darum sich einen Platz in der Hall of Fame zu ergattern. Auf dem Weg dorthin wird jetzt weniger auf stupides Abspulen der Kämpfe gesetzt, sondern eben auch ein stimmiges Trainingslagersystem, sowie der eine oder andere mitreißende Karrieremoment geboten. Alles untermalt durch passende Zwischensequenzen, die zumindest versuchen das weiterhin meist triste Sportlerleben etwas aufzupeppen.

Ultimate Team, ein Modus, der mittlerweile praktisch in jeder Franchise von EA Sports zu finden ist, hat nun auch den Weg in UFC 2 gefunden. Analog zu den bekannten UT-Abläufen geht es auch beim aktuellen Kampfspiel darum, mit einem Team bestehen aus bis zu 5 Kämpfern in On- und Offline-Wettkämpfen möglichst viele Münzen zu verdienen. Der erspielte, oder besser erkämpfte Reichtum wird dann wiederum in die obligatorischen Kartenpacks investiert. Hauptziel hierbei ist natürlich, mit diesen Karten ein unschlagbares UFC-Teams zu formen. So weit, so bekannt. Das Beste allerdings, ähnlich wie bei FIFA und Co. geht das Spielprinzip auch in UFC 2 komplett auf. Ultimate Team macht auch hier enormen Spaß, birgt eine gewisse Suchtgefahr und ist schlicht ein richtiger Zeitfresser.

Ihr wollt aber noch mehr Spielmodi? Kein Problem. Neu sind ebenfalls die fordernden Online-Championships, der eher kurzweilige K.O.-Modus, die 12 Minigames in der Spielvariante Skill Challenges und der deutlich umfangreichere Trainingsmodus. Abgerundet wird der Inhalt durch die Möglichkeit komplett eigene Events, Meisterschaften, sowie Kämpfe zu gestaltet und hierbei nicht nur die Teilnehmer selbst zu bestimmen, sondern auch die Austragungsorte, die Ringrichter und das Reglement. Eher ein Gimmick, das wohl vor allem den wahren UFC-Fan ansprechen soll, ist das Feature Live Events, in welchem ihr bevorstehende Veranstaltungen nachspielen könnt und vorab auf den Sieger mit entsprechenden Einsatz wetten könnt. Als Preise warten hierbei ein vorderer Platz in der Bestenliste, sowie diverse Ingame-Boni unterschiedlichster Art.

Dass der Umfang von EA Sports UFC 2 das Gebotenen des Vorgängers um ein Vielfaches überbietet, dürfte jetzt schon klar sein. Noch klarer wird das Ganze dann aber, wenn man die Originalinhalte vergleicht. Ganze 250 Kampfsportler aus Vergangenheit und Gegenwart sind in der aktuellen Version integriert und stellen allein in Bezug auf diese Zahl die letztjährige Umsetzung des Kampfsportes komplett in den Schatten. 

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Detailreiche Kämpfer und optische Schwächen 

Betrachtet man sich die lebensechten Kämpfer, deren realistische Animationen und vor allem auch die Spuren, die die Schläge, Tritte und Griffe hinterlassen, ist man begeistert. Unter der Haut pumpende Adern, eine mitreißende Mimik, tropfender Schweiß, unterschiedlich stark blutende Cuts, Verfärbungen der Haut und entsprechende Schwellungen im Gesicht und auf dem Körper lassen schnell die Grenze zwischen Realität und Virtualität verschwimmen. Und auch was die Bewegungen angeht, kommt ihr durch die bekannte Ignite-Engine in den Genuss von authentischen und flüssig ablaufenden Animationen, die kaum Anlass zur Kritik geben. Schön auch, dass das unrealistische Gleiten über den Mattenboden praktisch nicht zu sehen ist und Clippingfehler nur sehr selten das optische Gesamtbild stören. In punkto Design und Umsetzung der Kämpfer kann man den Entwicklern von EA Sports also wirklich nichts vorwerfen.

Schon mehr gibt es da am optischen Rest zu kritisieren. Ob es nun die gesamte Präsentation ist, die zwar Intros, Ringsprecher und viele Einblendungen bietet, trotzdem aber weiterhin sehr farblos und langweilig daherkommt. Ob es die fehlenden Details außerhalb des Octagons sind, die außer mit ein paar Kameramännern, ziemlich schnell verschwimmenden Zuschauern und steril gezeichneten Hallen mit nur wenig Mitreißendem dienen können. Oder ob es die teilweise ewig langen Ladezeiten sind, die die Nerven schon arg strapazieren können. Von Electronic Arts hätten wir gerade technisch dann doch deutlich mehr erwartet.

Zumindest ist aber der Sound wieder sehr hörenswert. Sowohl die integrierten englischen Sprecher als auch die ständig feiernden Fans liefern einen sehr guten Job ab und sorgen dafür, dass akustisch, die richtige Stimmung ins Wohnzimmer transportiert wird. Und auch der Soundtrack hat zumindest unseren Geschmack komplett getroffen.

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Unser Fazit

82 %

EA Sports UFC 2 wird uns vor allem wegen seiner enorm umfangreichen Steuerung, die wohl fast jede Facette der Kampfsportart abbildet, im Gedächtnis bleiben. Die Stunden, die wir damit verbracht haben, bestimmte Schläge, Tritte oder Blocks einzuüben, bis wir sie im Kampf endlich fehlerfrei einsetzen konnten, werden wir nicht vergessen. Und auch die ersten Minuten im Octagon, in welchen uns ein gewisser Rothwell diverse blutende Cuts, Schwellungen und einen frustrierenden Knockout beibrachte, haben sich in unsere Gehirnzellen eingebrannt. Schade nur, dass UFC auch in der zweiten Auflage für Gelegenheitsspieler einige ziemlich hohe, wahrscheinlich zu hohe spielerische Hürden bietet. Weiterhin fehlt der leichte Zugang, stattdessen wird euch auch mit der aktuellen MMA-Umsetzung eine extrem fordernde Simulation geboten. Lässt man sich darauf ein und nimmt sich die nötige Einarbeitungszeit, gibt es allerdings Spielspaß pur. Schön auch, dass in EA Sports UFC 2 nun auch der Umfang begeistern kann. Eine erweitere Karriere, der Einzug des bekannten Ultimate Team-Modus, die verbesserten Möglichkeiten im Online-Spiel und das Anbieten von kurzweiligen Spielvarianten lassen mittlerweile eigentlich kaum mehr Kritik zu. Technisch überzeugen vor allem die Kämpfer selbst. Schön gezeichnet Körper, realistische Blessuren und passende Animationen können von den ersten Minuten an sofort überzeugen. Schade nur, dass der optische Rest dieses Niveau kaum halten kann. Verschwommene Hintergründe und nur wenige Details abseits des Ocatgons lassen eigentlich kaum große Begeisterung aufkommen. Dass man dann wieder ewig lang den Ladebildschirm betrachten darf, ist in diesem Zusammenhang dann eigentlich schon fast eine Frechheit.

Pro

  • + sehr umfangreiche Steuerung
  • + forderndes Gameplay
  • + klug agierende KI
  • + gute Erweiterungen im Karrieremodus
  • + UT-Modus
  • + Online-Meisterschaften
  • + lebensechte und sehr detaillierte Kämpfer
  • + tolle Mimik
  • + realistische Animationen
  • + passendes „Schadensmodell“ (Cuts, Schwellungen usw.)
  • + gute akustische Stimmung in den Arenen

Kontra

  • - Steuerung kann überfordern
  • - weiterhin kaum etwas für Gelegenheitsspieler
  • - teilweise langweilig inszenierter Karrieremodus
  • - seltene Clippingfehler
  • - teilweise lange Ladezeiten
  • - detailarme Hintergründe und Halle
  • - schnell verschwimmende, kaum zeitgemäße Zuschauer

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
82 %

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Als arbeitender Familienvater hat Thomas natürlich nur wenig Zeit, aber wenn dann halt mal doch, schreibt er mit großer Begeisterung mehr oder weniger Sinnvolles über alles was auch nur annähernd mit Sport zu tun hat.

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