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El Shaddai: Ascension of the Metatron – Der Test

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Veröffentlicht 27. September 2011 | 21:52 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 28. Februar 2012

El Shaddai Titel

Japanische Entwicklerstudios sind dafür bekannt gerne mal richtig verrückte und absurd Spiele zu entwickeln. Von der U-Bahn bis zur Datingsimulation gibt es im Land der aufgehenden Sonne viel zu entdecken was es niemals bis zu uns auf den Markt schafft. Ab und zu kommen jedoch auch westliche Zocker in den fragwürdigen Genuss einiger dieser Perlen der Absurdität. Eine Minderheit an Spielern jauchzt ab solcher Veröffentlichungen, der Gross der Gemeinschaft schüttelt jedoch nur fragend den Kopf.

Der japanische Action-Adventure/Plattforming Genremix mit dem kryptischen Namen El Shaddai: Ascension of the Metatron erfüllt eigentlich alle Kriterien für die Aufnahme ins fernöstliche Kuriositätenkabinett. Schräger Spielname? Check! Religiöse und biblische Geschichte? Doppelcheck! Optik die scheinbar aus dem Kopf einer Person auf einem Acid Trip ist? Verdammt ja! Die Mischung klingt schon mal völlig abgedreht, was jedoch noch fraglich ist, wie sich El Shaddai denn spielt. Wir haben uns auf einen psychedelischen Trip gewagt, unseren Geist geöffnet und das Spiel sich entfalten lassen.

Für etwaige Nebenwirkungen wenden Sie sich an den Spieletester ihres Vertrauens oder lesen sie diesen Test!

Anruf bei Gott

Sieben von Gottes Engeln haben es satt unter ihrem göttlichen Papa im Himmel zu leben. Sie haben beschlossen auf die Erde zu ziehen, sich dort menschliche Frauen zu nehmen, Kinder zu zeugen und sich selbst als Götter feiern zu lassen. Der Allmächtige findet dieses Vorhaben jedoch nicht ganz so toll wie die Engel selbst, weshalb er jemanden losschickt um die feiernden wieder zurückzuholen. Diese Person ist Enoch, ein Gelehrter der von Gott und den vier Erzengeln mit den richtigen Fähigkeiten ausgestattet wird um die ausgebüxten Engel wieder einzufangen. Die Engel selbst verstecken sich im Turm von Babel, in welchem sie vor Gott selbst verborgen bleiben. Auf seiner Reise in der Welt der Menschen wird Enoch von den Erzengeln begleitet die ihm mit Rat zur Seite stehen und den grossen Meister per Telefonanruf auf dem Laufenden halten.

Die Geschichte von El Shaddai ist erfrischend anders. Sie behandelt ein Thema das so eigentlich noch kaum in einem Spiel gebraucht wurde, nämlich Religion. Wer sich jedoch nicht mit dem christlich-jüdischen Glauben auskennt, wird oft nur Bahnhof verstehen. Das Spiel basiert nämlich (zumindest lose) auf dem Buch Enoch. Das Buch Enoch gehört zu den apokryphischen Schriften. Diese wurden irgendwann im Laufe der Zeit aus der Bibel verbannt, da sie nicht dem eigentlich göttlichen Sinne entsprechen. Wer sich jedoch auf die Geschichte einlässt, sich eventuell sogar einige Informationen der Vorlage aneignet, der wird mit einer spannenden und mitreissenden Geschichte belohnt die man so bisher kaum erleben konnte.

Himmel oder Hölle?

Die Story an sich ist zwar erfrischend im Bereich von  Videospielen, spielerisch bewegt sich El Shaddai jedoch auf bekannten Pfaden. Einerseits kämpft man in begrenzten Arenen gegen einen oder mehrere Gegner in altbekanntem Action-Adventure Stil. Dabei greift man auf eine von nur drei Waffen zurück. Der Arch ist eine Art Nahkampfwaffe und wird ähnlich wie ein Schwert benutzt um den Feinden Saures zu geben. Der Veil besteht aus zwei übergrossen Handschuhen die mächtig Schaden austeilen aber nur sehr langsame Angriffe raushauen. Zu guter Letzt gibt es noch den Gale, eine Fernkampfwaffe. Die Waffen an sich muss man aber zuerst den Gegnern abnehmen um sie im Anschluss zu reinigen. Im Gegensatz zu anderen Spielen mit ähnlichem Gameplay in Kämpfen gibt es hier aber eigentlich nur einen einzigen Knopf um Attacken auszuführen. Man kann zwar auch noch blocken und ausweichen, für den Angriff reicht jedoch ein einzelner Knopf. Viel mehr basiert das Combo-System darauf wie man denn diesen einen Angriffsknopf denn auch benutzt. Je nach dem wie schnell man die Taste hintereinander drückt, ob man Pausen zwischen den Angriffen lässt oder die Taste gedrückt hält, verschiedene Angriffe gibt es durch geschicktes Knöpfchendrücken. Wer also einfach nur immer auf der Taste herum hämmert wird auch immer und immer wieder die gleichen Angriffe ausführen. Dadurch fühlt sich das Kampfsystem sehr organisch und nicht künstlich an. Neben den normalen Gegnern trifft man immer wieder auf die verschiedenen geflohenen Engel die als Bossgegner dienen. Sowohl die Bosskämpfe als auch die normalen Kämpfe spielen sich dynamisch und trotz den eigentlich nicht allzu umfangreichen Angriffen sind sie herausfordernd und spannend. Ausserdem springt, schlitzt und prügelt sich Enoch sehr akrobatisch durch seine Feinde was toll anzusehen ist. Da komplett auf Bildschirmanzeigen wie eine Gesundheitsanzeige verzichtet wurde, hat man auch immer die volle Übersicht über das Spielgeschehen.

Neben den Action Einlagen gibt es regelmässig Sprungeinlagen, sowohl in 2D als auch in 3D. Die Plattforming Sequenzen in 3D spielen sich ein wenig ungenau, da es nicht immer zu 100% klar ist wo Enoch denn genau hin springt. Vergeigt man jedoch einen Sprung ist das gar nicht so schlimm, denn man wird gleich an den Anfang der Sequenz zurück gesetzt. Deutlich besser umgesetzt wurden die Plattforming Abschnitte in klassischer, zwei dimensionaler Ansicht. Diese versprühen ganz viel Retrofeeling und machen mächtig Spass.

Ein ganz besonderes Erlebnis

Wer El Shaddai richtig geniessen will, muss sich definitiv auf das Spiel einlassen. Die Qualität der Grafik an sich ist weder bahnbrechend noch besonders herausragend, der Stil ist jedoch einmalig und kann einen vom ersten Moment an völlig gefangen nehmen. Man läuft durch ein Meer aus Farben, es wird mit der Tiefe förmlich gespielt und man kann seinen Augen oft nicht wirklich glauben. Worte, Bilder oder Videos werden dem Spiel niemals gerecht, denn El Shaddai ist viel mehr als nur ein Spiel. Es ist viel mehr ein Erlebnis das einen mit auf eine aussergewöhnliche Reise nimmt. Das liegt nicht nur an der fantastischen Optik, sondern auch am genialen Soundtrack. Der orchestrale Soundtrack erinnert, logischerweise, an Kirchenmusik und schafft es einen noch viel mehr ins Spiel hinein zu ziehen. Dazu kommt eine gute englische Sprachausgabe.

Unser Fazit

90 %

Wie schon erwähnt, es ist eigentlich unmöglich dem Erlebnis namens El Shaddai: Ascension of the Metatron mit einem Test gerecht zu werden. Jeder sollte sich selbst ein Bild dieses audio-visuellen Spektakels machen. Klar ist, der normale Zocker wird wohl nicht wirklich mit dem Spiel warm werden, dafür ist es zu abgedreht. Wer jedoch offen für ein Game der anderen Art ist, wird viel Spass mit El Shaddai haben. Denn das Gameplay an sich ist gut, mit seinen Stärken und Schwächen, und die Technik dahinter ist ebenfalls auf hohem Niveau. Lasst euch einfach nicht durch einen einfachen Trailer oder bewegtes Gameplay Material abschrecken. Gebt dem Spiel eine Chance und lasst euch gefangen nehmen!

Pro

  • Ein ganz besonders Erlebnis
  • Interessante und selten da gewesene Story
  • Spezieller optischer Stil
  • Genialer Soundtrack
  • Gute Sprachausgabe
  • Simples aber einnehmendes Gameplay
  • Charmante 2D Sprungpassagen
  • Ordentlicher Umfang

Kontra

  • Minimalistische Grafik
  • Garantiert kein Spiel für Jedermann
  • Ein Spiel das man selbst spielen muss um einen guten Eindruck zu bekommen
  • Ungenaue Steuerung in den 3D Plattforming Abschnitten

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
100 %

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