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The Elder Scrolls Online: Summerset – Test / Review

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Veröffentlicht 9. August 2018 | 17:47 Uhr von Luca

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Nach The Elder Scrolls Online: Morrowind und dem Clockwork City DLC ist Am 21. Mai, bzw. am 5. Juni für PS4 und Xbox One mit dem Summerset-Kapitel die neueste Erweiterung für The Elder Scrolls Online erschienen, welche die Geschichte des MMORPG aus dem Jahr 2014 weiterspinnt. Es ist dabei das erste Mal seit The Elder Scrolls: Arena und somit das erste Mal seit 24 Jahren, dass wir die hochelfische Insel Summerset betreten – wobei dies so nicht ganz stimmt, denn wir durften ESO: Summerset bereits vor Release auf den Testservern der geschlossenen Beta für unser Preview anspielen. Beeindruckt hat uns dabei insbesondere die neue Spielwelt, welche grösser ist, als jene des Morrowind-Kapitels, während wir dem mysteriösen Psijic-Orden, welcher in ESO: Summerset erstmals näher behandelt wird, sowie den altbekannten Schwächen des Basisspiels, nämlich oberflächlichen und gameplaytechnisch wenig abwechslungsreichen Quests, eher skeptisch gegenübergestanden sind. Rund 50 Spielstunden später soll es in diesem Review also unter anderem darum gehen, inwiefern sich unser Ersteindruck  von The Elder Scrolls Online: Summerset verändert hat.

Steigen wir direkt mit dem Summerset-Kapitel in The Elder Scrolls Online ein, spielen wir, nachdem wir unseren Charakter erstellt haben, zunächst eine Tutorial-Quest durch, in welcher uns sämtliche Spielmechaniken erklärt werden. Außerdem treffen wir bereits auf ein zentrales Element der späteren Geschichte. Darauf werden wir nach Summerset entlassen, wo wir auf den exzentrischen Khajiit Razum-Dar treffen und die Hauptquestline starten können. Alternativ suchen wir die Magiergilde auf (je nach Fraktion in Vulkhelwacht, Davons Wacht oder Dolchsturz) und starten dort die Prolog-Quest, in welcher wir bereits einen Eindruck bekommen, was in Summerset auf uns wartet. Am Ende der Prolog-Quest schickt man uns nach Summerset. Das ist ja nun möglich, seit Königin Ayrenn des Aldmeri-Dominions die Häfen der hochelfischen Insel für die anderen Völker öffnen ließ. Dies ist außerdem der Grund für das auf Summerset herrschende Chaos.

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Unser erster Auftrag ist es, herauszufinden, warum Neuankömmlinge auf Summerset massenweise spurlos verschwinden. Das riecht streng nach dem Werk der Daedra, den «Anti-Göttern», wenn man so will. Zusammen mit Valsirenn, einem Mitglied des Psijic-Ordens, machen wir uns auf Spurensuche.

Der Psijic-Orden auf der versteckten Insel Artaeum, welche irgendwo in einer Taschenebene Nirns (oder ausserhalb) durch Raum und Zeit schwebt, macht einen Großteil unseres Spielerlebnisses aus. Der Psijic-Orden besitzt eine Reihe an Nebenquests, in welcher wir etwa die im Preview kurz vorgestellte neue Fähigkeitenlinie freischalten, die es uns erlaubt, die Zeit zu manipulieren (ganz im Rahmen des spielerisch Möglichen sind damit etwa Verlangsamungseffekte gemeint). Auch während der Hauptquest kehren wir als neuestes Mitglied des Ordens immer wieder auf Artaeum zurück.

Dabei scheint sich die Sorge, welche wir im Preview bereits geäußert haben, zunächst zu bewahrheiten – nämlich, dass der bisher so mysteriöse Psijic-Orden im Rahmen des ESO-typischen, oberflächlichen Storytellings banalisiert wird, damit daraus eine Questline gebastelt werden kann. Einerseits platzt das «versteckte» Artaeum wegen den unzähligen herumwuselnden Spielern beinahe aus allen Nähten, andererseits werden wir mit der Rechtfertigung des Ritenmeisters Iachesis, der Orden brauche eine Sichtweise von außen, kurzerhand zum Schüler des Ordens – zusammen mit all den anderen Spielern. Dass unsere erste Quest für den Orden ebenso gerade unsere Abschlussprüfung ist, macht die Sache auch nicht besser (doch die Zeiten sind hart und Handeln ist gefragt…). Dennoch hat uns die Story positiv überrascht, denn sie nimmt zunehmend Fahrt auf. Zwar gibt es durchaus hängende Passagen (insbesondere eine bestimmte Quest, welche mit ihren Plotholes, dem falschen Pacing und dem unnötig langen Questdesign völlig fehl am Platz scheint), doch storymäßig und nicht zuletzt allgemein ist das Summerset-Kapitel das Beste, was wir bisher in The Elder Scrolls Online erleben durften.

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Die Story an sich ist spannend und überraschend komplex, auch wenn das Komplexe daran oft einfach nur in Dialogen angerissen wird, wobei gelegentlich auftauchende Widersprüche jeweils mit einer einfachen Rechtfertigung zugepflastert werden. Die Quests der Hauptgeschichte bleiben weiterhin eher oberflächlich und gameplaytechnisch eintönig. Wir werden zwar an viele fremde und interessante Orte entführt, doch die Quests sind oftmals gleich aufgebaut. Dialog, Kampf, Dialog, Objekt finden und an Punkt A, B, C und D einsetzen (bzw. Ort erreichen und E drücken), Dialog, Kampf, etc. Zwischendurch werden wir vor durchaus interessante und scheinbar weitreichende Entscheidungen gestellt, welche schließlich doch keinen wirklichen Unterschied machen. Beispiel: In einer Quest dürfen wir vermeintlich zwischen zwei Vorgehensweisen entscheiden. Wir entscheiden uns, jedoch heißt es, diese Vorgehensweise sei zu gefährlich, also geht man anders vor. Besonders nervig ist dies, weil sich später nämlich herausstellt, dass diese von uns vorgeschlagene, zu riskante Vorgehensweise der einzige Ausweg sein wird, was man uns mitteilt. Leider wird uns mit der einzigen Dialogoption, mit der wir auf diese Entscheidung antworten können, eine kritische Sichtweise aufgezwungen (das ist doch viel zu gefährlich). Dabei hätten wir uns schon so sehr darauf gefreut zu sagen: «Told ya». Eine Erwähnung wert, weil es eine der Schwächen von The Elder Scrolls Online als RPG widerspiegelt und eine weitere Oberflächlichkeit ist, welche mit nicht allzu viel Aufwand in ein nettes, aber gewichtiges Detail hätte verwandelt werden können.

Die einzelnen Quests in Summerset scheinen länger zu sein, als gewohnt. Je nachdem, worin der Grund für die Länge liegt, ist dies mehr oder weniger erfreulich. Einige Quests werden durch ihren Aufbau etwas zu sehr in die Länge gezogen. Es ist zwar schön, sich durch eine sagenumwobene, riesige Untergrundbibliothek zu metzeln, weil der andere, kürzere Weg aus irgendeinem Grund nicht zur Auswahl steht – müssen wir uns jedoch durch endlose Tunnel mit Wellen von respawnenden Gegnerhorden kämpfen, und bestehen diese Tunnel abgesehen von den vielen Bücherregalen aus denselben wiederverwendeten Höhlenlayoutbausteinen, nagt dies, insbesondere bei voller werdendem Inventar, oftmals am Spielspaß. Dauert eine Quest jedoch länger, weil wir nur mit einigen Zeilen einer kryptischen Forschungsnotiz in der Hand durch einen verzauberten (und sich in der Theorie ständig verändernden) Wald navigieren müssen (und dies den Acht sei Dank ohne Questmarker), oder wir auf eine Party der hochelfischen Elite eingeladen werden und dort mit den Gästen über die jüngsten Ereignisse plaudern und verschiedene Sichtweisen kennenlernen, während wir im kleinen Garten mit Sicht auf das Meer an unserem Sektglas nippen (Emote: «/drink2»), dann trägt dies immens zur Atmosphäre und Immersion bei. Gerade die Immersion vermag das Summerset-Kapitel besser als je zuvor in The Elder Scrolls Online herzustellen. The Elder Scrolls Online: Summerset überzeugt also vor allem im Detail.

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Jedoch überzeugt es nicht immer. Oftmals macht das neue Kapitel Dinge unglaublich gut. Manchmal jedoch macht es dieselben Dinge genauso oberflächlich wie eh und je, was aufgrund des nun herrschenden Kontrastes zu dem, was sein könnte, umso deutlicher auffällt. Dies soll hier an den Dialogen, die wir mit den unzähligen Persönlichkeiten auf Summerset führen, veranschaulicht werden:

Jeder einzelne NPC ist vertont und hat einige Sätze mit uns zu teilen. Auch die Quests bestehen aus schätzungsweise 20 bis 30% Dialog. Ist die Quest spannend, lustig, komplex oder atmosphärisch wie die erwähnte Gartenparty-Quest, oder sind die Charaktere vielseitig und charismatisch oder auf eine lustige Art tollpatschig oder süß, strotzt das Spiel nur so von der oft erwähnten Immersion. Glücklicherweise gehören die meisten Gespräche in Summerset zu dieser Kategorie, vor allem jenes mit einem gewissen Mehdze, welcher grandios geschrieben und gesprochen wurde.

Dies gilt leider nicht für alle Gespräche. Etwa jene mit Ritenmeister Iachesis, wohlgemerkt dem Oberhaupt des Psijic-Ordens(!). Nicht nur ist dieser Iachesis ein zerstreuter Professorentölpel aus dem Bilderbuch, der vor strohdummen Aktionen nicht zurückscheut, sondern auch spricht er, während eigentlich gerade die Hölle los sein müsste, seine verschachtelten Nebensätze so langsam, dass wir den Text lediglich überfliegen und weiterklicken wollen. Im Grunde passt diese Sprechweise zwar sehr gut zu einem Ritenmeister des Psijic-Ordens, der bestimmt in jeder Situation Ruhe bewahren kann… Dumm ist es nur, dass gerade bei diesem wichtigen Charakter der schwierige Spagat zwischen «so viel erklären, dass dem Spieler klar ist, worum es geht» und «das Objekt x, (um welches sich die Hauptquest seit einem Dutzend Stunden dreht), von dem y meint, es stamme aus z», also dem «Falls-du-es-immer-noch-nicht-begriffen-hast-Infodump», völlig misslungen ist. Andernorts wird dieses Problem mit einer einfachen, professionellen Lösung umgangen – wir können unseren Questgeber optional darum bitten, uns auf die Sprünge zu helfen, sollten wir etwas verpasst oder seit einem Weilchen nicht mehr gespielt haben. «Worum ging es noch gleich?»

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Ähnlich enttäuschend ist es, wenn dem Spieler ein weiterer wichtiger Charakter vertraut gemacht werden soll, indem an unpassender Stelle mit «als ich so und so alt war passierte Schicksalsschlag x» nach Sympathie gefischt wird. In diesem Beispiel hat sich dies für die Story dennoch als wichtig herausgestellt (was aufgrund des nicht allzu subtilen und viel eingesetzten Foreshadowings schnell offensichtlich wurde), jedoch ist es auch hier wie sooft nicht das Konzept, bei dem es hapert, sondern die Umsetzung, aus welcher man mehr hätte machen können. Dies lässt sich auf die gesamte Hauptquest übertragen – Konzept top, Umsetzung oftmals auch, aber manchmal eben auch nicht.

Glücklicherweise gibt es auch nicht allzu viele, welche The Elder Scrolls wegen der Hauptquest spielen. Es ist die Spielwelt, die alle bezaubert. Und egal, ob The Elder Scrolls Online nun ein The Elder Scrolls oder lediglich ein MMORPG im Elder Scrolls-Universum ist – bereits im Preview hat uns die Spielwelt vom Hocker gehauen. Die saftigen Wiesen, die schroffen Berge, die rauen Strände und blühenden Wälder, durch die glitzernde Kaskadenbächlein plätschern – beeindruckend und einfach nur schön. Und auch die Sorge, dass dies dann doch eher langweilig werden würde, wenn man sich sattgesehen hat, ist verflogen. Erstens haben wir uns auch nach fünfzig Stunden nicht sattgesehen. Und zweitens sind sie überall, an allen Ecken und Enden: Diese kleinen, liebevoll gestalteten Orte, die abermals verdeutlichen, wie sehr Summerset im Detail glänzt und überzeugt. Nicht weniger zahlreich sind die Nebenquests, welche uns noch tiefer in die Welt führen und uns noch mehr unvergessliche Schauplätze offenbaren – eine Pirateninsel, ein Gruselhaus auf einer Klippe, ein verwilderter Gebirgspass, eine vom Meer verschlungene Stadt, ein Weingut, in dem ein Mörder umgeht (und in dem es Becken mit Weintrauben gibt, in denen wir herumstampfen können. Das Pflatschgeräusch ist dabei das I-Tüpfelchen). Viele Nebenquests lösen wir bereits, während wir der Hauptquest folgen, will meinen, dass an Orten, an die uns die Hauptquest führt, jeweils auch parallel spielbare Nebenquests existieren, die uns mit ihren kleinen Geschichten verzaubern. Jede Nebenmission hat ihre eigene Stärke, seien es die Handlung, der Schauplatz, ein Rätsel, unsere Begleiter, die Atmosphäre, oder auch einfach alle zusammen.

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Apropos alle zusammen: The Elder Scrolls Online kann genauso gut alleine wie auch mit Freunden gespielt werden. Das überraschend immersive Summerset-Kapitel mit seiner Spieltiefe und seinem Detailreichtum – vorausgesetzt, man sucht an den richtigen Orten – spielt sich teilweise überraschend ähnlich, wie The Elder Scrolls V: Skyrim. Der Unterschied ist aufgrund des unterschiedlichen Genres natürlich immer noch offensichtlich, dennoch lässt sich das Spiel komplett im Einzelspielermodus genießen, was aufgrund der nicht gelevelten Welt (seit dem One Tamriel-Update) etwas anspruchsvoller ist, da sämtliche Gegner auf Championlevel 160 skaliert sind. Dies hat jedoch zum Vorteil, dass wir uns voll und ganz von Provinz zu Provinz treiben lassen können und uns vor allem keine Sorgen machen müssen, die richtigen Quests im richtigen Gebiet mit dem richtigen Charakterlevel zu spielen. So können wir auch mit unseren Freunden eine Gruppe erstellen und uns treffen, um gemeinsam Tamriel unsicher zu machen. Auch hier spielen unsere Charakterlevel keine Rolle und wir können ungehindert die Welt erkunden und Quests bestreiten. Wurde eine Quest von einem Gruppenmitglied bereits beendet, ist das auch nicht schlimm. Zusammen kämpfen und Abenteuer erleben geht genauso gut, nur fehlen dann eben je nach Spielstand die Questobjekte und -Charaktere. Nur in ganz wenigen, kleinen Gebieten kann es vorkommen, dass ein Mitspieler plötzlich verschwindet. Dies hat offenbar auch mit dem Stand der abgeschlossenen Quests zu tun.

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Definitiv am meisten Spaß beim Spielen mit Freunden macht das Bestreiten von wiederholbaren Gruppendungeons zu viert oder den sogenannten «Prüfungen» mit zwölf Mann. Nervenaufreibende und erinnerungswürdige Abenteuer, sowie pures Sword Art Online-Feeling garantiert. Und wenn wir blutig und stinkend, aber euphorisch wieder an die Oberfläche klettern, begeben wir uns in die nächstgelegene Taverne und lassen bei Speis und Trank (und tonnenweise Emotes) den ESO-Abend ausklingen.

The Elder Scrolls Online: Summerset punktet mit einem grandiosen Soundtrack, ebenso trägt die Vertonung zur soliden technischen Präsentation bei, so auch die deutsche. Allerdings wird die geringe Anzahl der deutschen Sprecher aufgrund der schieren Menge an Dialog bald deutlich. Gefühlt zwei Drittel der männlichen NPCs haben dieselbe Stimme. Glücklicherweise gehört diese mit Martin Sabel einem hervorragenden Sprecher. Doch wenn eine der Hauptfiguren dieselbe Stimme hat wie der Bauernjunge, mit dem wir eben geplaudert haben, nagt dies schon an der Immersion. Andere Probleme sind Sätze und Begriffe, die wortwörtlich aus dem Englischen übersetzt oder falsch betont wurden (aus dem Kontext ersichtlich). Diese zu vermeiden dürfte wegen der unzähligen Stunden an Dialog jedoch ein Ding der Unmöglichkeit sein.

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Spielerisch hat The Elder Scrolls Online: Summerset dieselben Stärken und Schwächen wie das Hauptspiel. Negativ ins Gewicht fällt zunächst das nervige Inventarmanagement, selbst bei der maximal freischaltbaren Anzahl an Inventar- und Bankplätzen (welche äußerst teuer sind). Wer seine Handwerksskills leveln möchte, braucht tonnenweise Materialien, auch um das in ESO relativ wertvolle Geld zu verdienen, müssen Objekte und Materialien gesammelt und an NPCs oder über eine Handelsgilde (was deutlich mehr Profit bringt) verkauft werden. Der Preis dafür ist jedoch die ein- bis zweistündliche Reise zu Handwerkstischen und Bank. Wie auch die anderen Handwerke ist das für Summerset-Spieler exklusive Herstellen von Schmuck sehr einfach. Es gibt verschiedene Materialstufen (Zink, Elektrum…), welche zusammen mit anderen Items aus verschiedenen Kategorien kombiniert werden, um den Stil und die Eigenschaften zu bestimmen oder zu verbessern. Das Crafting an sich ist weiterhin eher trocken und das Analysieren, quasi das Erlernen verschiedener Eigenschaften wie „Robust“ (verstärkt Rüstung) oder „Lehrend“ (Töten von Gegnern bringt mehr Erfahrungspunkte), welche wir unseren Werken verleihen können, dauert ewig und muss für jede Objektkategorie separat gemacht werden.

Die neuen Rüstungssets und die Fähigkeiten der Psijic-Linie eröffnen Möglichkeiten für viele neue Builds. Die Sets sind zumeist gut ausbalanciert, lediglich einige Top-Boni hätten einen Tick stärker ins Gewicht fallen können. Allgemein ist für jeden Spielertyp etwas dabei. Die Psijic-Skills sind interessant und bringen nützliche Buffs, sind jedoch eher weniger in der Offensive einsetzbar. Mit der Ultimativen Fähigkeit setzen wir Ausdauer, Magicka und Gesundheit auf den Stand von vor vier Sekunden zurück.

Die Steuerung im Kampf ist sehr einfach gehalten. Ab Level 15 haben wir zwei Waffensets mit je fünf Fähigkeiten und einer Ultimativen Fähigkeit, zwischen welchen wir per Hotkey switchen können. Gewinnen wir Erfahrungspunkte, leveln wir neben den Fähigkeiten an sich jeweils die Skilllinien der ausgerüsteten Fähigkeiten des aktiven Waffensets. Im Kampf vollzieht sich die Steuerung sehr flüssig, das Interagieren mit Objekten scheint teilweise etwas hakelig.

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Getestete Version: PC/Steam

 

Unser Fazit

82 %

Im Preview stellten wir uns die Frage, zumal das Morrowind-Kapitel mit dem Vvardenfell-Setting einen dicken Nostalgiebonus hatte, ob The Elder Scrolls Online: Summerset auf neuem Terrain Fuß fassen kann. Und ob es das kann! Die Spielwelt ist weit und abwechslungsreich, überall warten gigantische und beeindruckende oder kleine und detailgefüllte Schauplätze darauf, von uns entdeckt zu werden. Trotz der Größe der Städte erscheinen diese keinesfalls leer, sondern bergen spannende Begegnungen und versteckte Orte. Wie erwartet sind die Quests in The Elder Scrolls Online: Summerset gameplaytechnisch nicht allzu abwechslungsreich, doch storymäßig ist dieses Kapitel überraschend komplex und spannend. Passend zur Story wird mit unseren Gefühlen gespielt, sodass nicht immer klar ersichtlich ist, wer unser Freund und wer unser Feind ist. Sowohl in Haupt- als auch Nebenquests begegnen wir vielen hervorragend geschriebenen und gesprochenen Charakteren, die oft tief und vielseitig sind. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, insbesondere einige der wichtigsten Charaktere sind enttäuschend. Darin liegt das Hauptproblem des Summerset-Kapitels. Qualitativ macht The Elder Scrolls Online: Summerset allgemein einen großen Schritt nach vorne. Diese Qualität konnte jedoch bei Weitem nicht konsequent durchgesetzt werden, wodurch die Ausnahmen, also hängende, unlogische Storypassagen, lustlos designte Quests und eindimensionale Charaktere umso stärker auffallen. Zumeist bietet das Summerset-Kapitel eine in The Elder Scrolls Online noch nie dagewesene Atmosphäre und Immersion, sowie solides Storytelling. Eine gewisse ESO-typische Oberflächlichkeit bleibt dennoch bestehen, aus vielen grandiosen Konzepten und Ideen hätte mit nicht allzu schwierigen Mitteln mehr gemacht werden können. In der Tiefe jedoch birgt Summerset jedoch einen großen Detailreichtum. Im Preview lautete unser Fazit: «Das neue «Kapitel» macht es zwar nicht unbedingt besser und auch nicht unbedingt anders, als die bisherigen ESO-Inhalte» und «bietet […] schlicht und einfach mehr ESO». Dieses Fazit soll an dieser Stelle korrigiert werden: Das neue Kapitel macht es zwar nicht unbedingt anders, als die bisherigen ESO-Inhalte – aber besser. The Elder Scrolls Online: Summerset ist das bisher Beste, was es für The Elder Scrolls Online zu spielen gibt. Eine Kaufempfehlung sei an dieser Stelle ausgesprochen.

Pro

  • + große und bezaubernde Spielwelt mit frischem Look (auch wenn böse Zungen behaupten, die Städte sähen aus, als stammten sie aus dem Disneyland)
  • + abwechslungsreiche und detailgefüllte Schauplätze
  • + tonnenweise Quests, welche einfallsreiche Geschichten erzählen
  • + professionelle technische Präsentation (Grafik, Soundtrack, Vertonung)
  • + spannende, komplexe Story
  • + sowohl alleine als auch mit Freunden spielbar
  • + spielen mit Freunden funktioniert auch bei unterschiedlichen Quest-Spielständen einwandfrei und sorgt für viele weitere spielerische Möglichkeiten und Spielstunden
  • + mindestens 30 Stunden Spielspaß auf Summerset (wer sämtliche Summerset-Quests abschließen will, braucht weit über 50 Stunden)
  • + hunderte weitere Spielstunden im Basisspiel
  • + interessante Psijic-Fertigkeiten
  • + solide Rüstungssets
  • + hübsche neue Behausungen
  • + Wolkenruh-Prüfung
  • + atmosphärisch und immersiv
  • + tägliche Quests und Belohnungen, große spielerische Freiheit (Builds, Spielwelt…), Mod-Support, sowie unzählige und vielfältige Community-Gilden sorgen für Langzeitmotivation und Beschäftigung
  • + zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten für das UI

Kontra

  • - Oberflächliche und gameplaytechnisch wenig abwechslungsreiche Quests
  • - Innovative Konzepte hätten mit nicht allzu schweren Mitteln besser umgesetzt werden können
  • - Qualitätsstandard nicht konsequent durchgesetzt
  • - Gerade einige wichtige Charaktere sind enttäuschend einseitig
  • - Offensichtliche Übersetzungsfehler
  • - Abermals wiederverwendete Höhlenlayouts
  • - Bugs (nicht beendbare Quest, selten auch fehlende Vertonung)
  • - Klassen, Rüstungen und Fertigkeiten nicht immer optimal ausbalanciert
  • - Unscharfe Texturen
  • - Nerviges Inventarmanagement (für Nicht-ESO-Plus-Besitzer)
  • - Psijic-Orden teils etwas gar banal (wenn auch weniger als befürchtet)
  • - Sehr lineare Quests
  • - Schlechtes oder klischeehaftes Foreshadowing macht wartende Ereignisse offensichtlich

Unsere Bewertung

Grafik
 
86 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
67 %
Multiplayer
 
95 %
Spielspaß
 
77 %

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