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Enigmatis 2: The Mists of Ravenwood – Test / Review

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Veröffentlicht 27. Februar 2017 | 13:16 Uhr von Alexander Winkel

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Wer bereits das eine oder andere Wimmelbild-Abenteuer von Artifex Mundi hinter sich gebracht hat, wird bei Enigmatis 2: The Mists of Ravenwood wohl kaum böse Überraschungen erleben. In gekonnter Manier und bekannter Rezeptur wird wieder ein typisches Point & Click Adventure serviert, welches wie so viele Geschichten vorher mit viel Liebe zum Detail und filigraner Arbeit entwickelt wurde. Ein rundum gelungenes Spiel, jedoch nicht ohne gewisse Abnutzungserscheinungen.

Die Fortsetzung führt die Ereignisse aus Maple Creek fort, ohne jedoch Neueinsteiger vor den Kopf zu stoßen. Gewisse Parallelen bzw. die eine oder andere Überraschung basierend auf Enigmatis: The Ghosts of Maple Creek bieten den Fans eine gewisse geschichtliche Tiefe und lassen uns mitfiebern. Aber auch wenn man die Ereignisse aus Maple Creek nicht kennt, bietet der zweite Teil durchaus viel Spielspaß und eine Story, die in sich durchaus schlüssig ist.

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Zwei Jahre sind seit den Ereignissen von Maple Creek vergangen und die Detektivin ist nach wie vor auf der Suche nach dem unheimlichen Prediger, der ihr einst nahezu den Tod bescherte und bereits im ersten Teil so einige Seelen gar auf dem Gewissen hatte. Einer heißen Spur folgend gelangt sie letztendlich in die abgeschiedenen Redwood-Wälder Nordkaliforniens und stößt hier auf einige Ungereimtheiten. Ein Caravan steht halb zerstört vor dem Eingang eines Reservoirs, die Habseligkeiten ein wenige verstreut und das Fass zum Überlaufen bringend findet sie ein kleines, verängstigtes Mädchen, welches wohl einen unheimlichen Angriff nur knapp entkommen ist. Ganz und gar ein Fall für die Meister-Detektivin, die sich sogleich auf die Suche nach den vermissten Eltern macht.

Kaum den Park betreten, kommt man ihr zwar freundlich entgegen, über die unheimlichen Ereignisse wollen die Betreiber aber nichts wissen. Zugeknöpft, reserviert gibt sich die Ticket-Verkäuferin und der Besitzer setzt gar ein wirklich falsches Lächeln auf. Es dauert auch nicht lange, bis die Detektivin sich plötzlich in einer anderen Welt wähnt und ungläubig mit ansehen muss, wie der einst schöne Park nun heruntergekommen, verwüstet und so gar nicht mehr einladen wirkt. Dunkle Schatten lauern und sorgen für ein unheimliches Ambiente. Die zentrale Frage bleibt: Wo sind Beckys Eltern und welche dämonische Machenschaften sind hier mal wieder am Werk? Das gilt es mit Nachforschungen heraus zu finden.

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Nachforschungen, die in erster Line zu einem typischen Artifex Mundi Spiel führen. Die detaillierte Umgebung wird bis in den letzten Winkel abgegrast und es zeigen sich nicht nur unheimliche Visionen, welche zwei Parallelwelten offenbaren, sondern vor allem zahlreiche Rätsel und Aufgaben, die gelöst werden müssen. Wie üblich werden dabei zahlreiche Gegenstände gesammelt, in gewisser weise kombiniert oder an anderer Stelle angewandt, um des Rätsels Lösung und dem Dämon von Ravenwood näher zu kommen. Ob nun der Verband besorgt wird, der mit Desinfektionsmittel gereinigt, gewaschen und dann über dem Ofen zum trocken aufgehängt wird, oder eben ein Dietrich, mit dem eine Türe geöffnet werden kann, die typischen Point & Click Aufgaben sind wieder mit von der Partie und gekonnt in die detaillierte Umgebung integriert.

Wie so oft muss man den Künstlern Tribut zollen, denn die Welt ist filigran, mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und macht dank Lichteffekten und einer lebendig wirkenden Umgebung sehr viel her. Auch die Videosequenzen gehen wieder fließend in den Spielablauf ein und bereichern die gut erzählte Geschichte. Aufgelockert wird das Detektiv-Abenteuer einerseits wieder mit den typischen Suchbildern, andererseits tritt die Heldin ein wenig in die Fußspuren von Sherlock Holmes. Zahlreiche Beweise werden gesammelt und nach und nach Schlüsse gezogen. Dabei ist es durchaus möglich, dass mal der eine oder falsche Gedankengang an der Pinnwand ausgetüftelt wird, letztendlich sorgt der Ablauf aber dafür, dass die korrekten Schlüsse das eine finale Ende finden.

Die Detektivarbeit ist jedoch auch das einzige Element, welches sich gehörig von allen anderen Artifex Mundi Spiele absetzt. Selbst die gelungene Sounduntermahlung klingt beim genaueren hinhören doch recht bekannt, als ob die Musikstücke bereits mehrfach Verwendung fanden. Das ist letztendlich auch darauf begründet, dass sich das Spielprinzip nach etlichen Ablegern doch so langsam aber sicher abnutzt. Enigmatis 2: The Mists of Ravenwood ist mit Sicherheit nicht schlechter als seine anderen Vertreter, aber man hat das Prinzip leider auch schnell wieder durchschaut.

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Unser Fazit

80 %

Artifex Mundi geht keinerlei Risiko ein und experimentiert wirklich viel herum. Es ist ein typisches Wimmelbild-Spiel in gewohnt guter Qualität geworden. Die Geschichte wird gekonnt weiter erzählt, steht aber auch separat für sich und ist somit auch für Quereinsteiger genießbar. Das Spielprinzip ist bekannt, jedoch auch ziemlich knackig, sofern keine Lösung verwendet wird. Manches Rätsel lässt gewaltig die grauen Hirnzellen qualmen! Doch nach einigen Spielen aus dem Hause weiß man leider auch ein wenig wie der Hase läuft und da können die netten Schlussfolgerungen am Reißbrett im Stile von Sherlock Holmes nur bedingt eine Auflockerung des Alltags bieten. Langsam aber sicher zeigt sich eine gewisse Abnutzung für all diejenigen, die schon etliche Spiele von Artifex Mundi gespielt haben. Wie gesagt, die Qualität ist wie üblich hoch und das Spiel rundum ein nettes Abenteuer - somit ist Enigmatis 2 auch kein schlechter Zeitvertreib.

Pro

  • + Gekonnte Weiterführung der Geschichte, aber durchaus auch für Quereinsteiger ohne Vorkenntnisse spielbar.
  • + Wundervolle Inszenierungen mit handgezeichneten und detaillierten Szenarien.
  • + Niemals überfordernd, dennoch auf einen guten hohem Niveau angesiedelt, machen die Rätsel viel Spaß.
  • + Sehr gute Synchronsprecher, die sich wirklich viel Mühe geben.
  • + Für schmales Geld ein recht umfangreiches Abenteuer.

Kontra

  • - Typische, mittlerweile allzu gewohnte Rätselkost.
  • - Geschichtlich ein durchaus bekannter Verlauf mit rotem Faden.
  • - Leider nur englische Synchronsprecher mit deutschen Bildschirmtexten.
  • - Langsam aber sicher zeigen sich Abnutzungserscheinungen für all diejenigen, die schon andere Titel gespielt haben.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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