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Enslaved: Das Review

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Veröffentlicht 12. Oktober 2010 | 9:40 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. März 2011

Ein ungleiches Duo zieht gegen Westen

Der neuste Titel der Spieleschmiede Ninja Theory hört auf den Titel Enslaved: Odyssey to the West. Diese Entwickler sollten vorallem PlayStation 3 Zocker kennen, da ihr letztes Spiel, Heavenly Sword, exklusiv für Sonys Konsole erschienen ist und durchwegs gute Bewertungen einheimsen konnte. In Ninja Theories neustem Streich übernimmt man die Kontrolle über den Einzelgänger Monkey, der gezwungenermassen mit der eher schwächlichen Trip durch eine von Mechs beherrschte Welt Richtung zieht. Dabei kämpft und hüpft der starke sowie agile Monkey durch atmosphärische Areale, während im Hintergrund eine spannende Geschichte erzählt wird. Enslaved ist ein echter Hit geworden und wieso das so ist, erfahrt ihr in unserem Test der PlayStation 3 Version.

Affenmensch? Check! Kampfstab? Check! Fliegende Wolke? Check!

Bevor wir zum eigentlichen Review kommen, gibt es hier noch einen kleinen geschichtlichen Einschub, der auch die Parallelen zu Son-Goku aus der Manga- und Animeserie Dragonball erklärt. Enslaved: Oddyssey to the West (bzw. der Charakter Monkey) ist an eine chinesische Geschichte aus dem Roman „Die Reise nach Westen“ angelehnt. Dabei geht es um den Affenkönig der, wie der Titel schon sagt (und genau so wie es Monkey und Trip machen) nach Westen reist. Wie Monkey ist er ein geschickter Kletterer, ein ausgesprochen talentierter Kämpfer mit einem Kampfstab und als Transportmittel dient eine Wolke. All diese Eigenschaften vereint auch Monkey in sich, doch dazu mehr im eigentlichen Test. Im asiatischen Raum ist die Legende weit verbreitet, bekannt und schon oft in Film und Fernsehen adaptiert worden. Der bekannteste Ableger in Europa ist mit Sicherheit Akira Toriyamas „Dragonball“, wodurch sich der Kreis schliesst und wir endlich zum eigentlichen Test kommen.

Zu Beginn des Spiels ist der erste (spielbare) Hauptcharakter von Enslaved zu sehen, wie er auf einem Sklavenschiff in einer winzigen Zelle steckt. Selbst der vor Muskeln nur so strotzende Hüne kann nichts gegen sein metallenes Gefängnis ausrichten. Ganz im Gegensatz zur zweiten (nicht direkt steuerbaren) Hauptfigur Trip. Dank ihres grossen Technikverständnisses gelingt es ihr zu entkommen und die Zerstörung des Schiffs einzuleiten. Durch die daraus resultierende Explosion kommt auch Monkey frei. Das Sklavenschiff ist das erste von 14 Kapiteln und dient gleichzeitig als grosses Tutorial. Springen, hangeln, blocken und kämpfen werden verständlich erklärt und können schnell umgesetzt werden. Mit etwas Glück schaffen es sowohl Trip als auch Monkey vom abstürzenden Schiff zu fliehen. Mit einer Rettungskapsel setzten sich die beiden in die Ruinen von New York ab, während das Schiff im Sturzflug gerade die Fackel der Freiheitsstatue streift. Bei der holprigen Landung prallt Monkey hart auf dem Boden auf wodurch er sein Bewusstsein verliert, was die findige Trip sofort zu ihrem Vorteil ausnutzt. Während Monkey friedlich vor sich hin schlummert, setzt sie ihm ein Sklavenkontrollband auf, welches durch Trips Stimme gesteuert wird. So kann sie ihn dazu zwingen, ihr auf ihrem weiten Heimweg zu helfen wo und wie er nur kann. Gehorcht er nicht oder versucht zu flüchten, gibt es eine ordentliche Ladung Elektroschocks. Eine weitere unangenehme Bedingung: sollte Trip sterben, wie auch immer, verliert auch Monkey sein Leben. So macht sich das ungleiche Duo auf die lange Reise in die Richtung von Trips Heimatdorf, wo sie unterwegs unzählige Abenteuer erleben. Die Beziehung besteht anfangs nur aus Zwang, doch nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft. Auf der Reise wird ausserdem auch noch eine dritte Person dazu stossen, was aus dem ungleichen Duo ein noch viel ungleicheres Trio macht.

Der ewige Kampf: (Affen-) Mensch gegen Maschine

Enslaved: Odyssey to the West ist ein klassisches Action-Adventure in einem frischen Endzeitgewand. Das Gameplay lässt sich dabei grob in drei grosse Teilbereiche aufteilen: Kampf, Puzzles und (meist simple) Geschicklichkeitseinlagen. Im Kampf wird auf wenige unterschiedliche Angriffe und Manöver zurückgegriffen. Schwache und starke Schläge werden zu Kombinationsangriffen miteinander verknüpft. Es gibt aber keine ellenlange Liste von unterschiedlichen Combos, denn diese sind in der Tat nur die einzelnen Angriffe hintereinander. Feindliche Angriffe werden entweder per Schild abgeblockt oder aber eine Ausweichrolle bringt Monkey aus dem Angriffsbereich der Mechs. Mit dem Raum-Angriff werden die Gegner zurückgedrängt, während der aufladbare Stun-Angriff Feinde kurzzeitig ausser Gefecht setzten kann. Im weiteren Spielverlauf lassen sich noch Konter, Ausweich-Angriffe oder Fokusattacken freischalten. Durch die wenigen Attacken und Kombinationen wird der Kampf jedoch nach einer gewissen Spielzeit ein wenig uninteressant. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad stellen die Gegner keine grosse Herausforderung dar, solange man regelmässig blockt, kontert und ausweicht. Ähnlich verhält es sich da mit den Geschicklichkeitseinlagen, die vom Schwierigkeitsgrad her auch viel zu einfach ausfallen. Um zu klettern, zu hangeln, zu schwingen oder für was auch immer, das einzige was benötigt wird ist die A-Taste. Ausserdem kann man nicht abstürzen. Sucht man sich also die falsche Absprungposition aus und würde ins Leere springen, bleibt Monkey immer an der Kante stehen. Das macht diese Einlagen viel zu einfach und uninspiriert, auch wenn sie eigentlich Spass machen würden. Erst in den letzten Kapitel steigen die Anforderungen leicht, da man Zahnrädern oder ähnlichen Objekten während dem klettern ausweichen muss, was zeitlich gut abgestimmte Sprünge voraussetzt. Doch auch hier verliert Monkey nur ein wenig Energie, welche sich, die richtigen Talente vorausgesetzt, schnell wieder von selbst regeneriert. Einzig die Puzzles können durch das gesamte Spiel hinweg begeistern, da sie im Schwierigkeitsgrad angenehm schwieriger werden, ohne unmöglich lösbar zu werden. Leider gab es während unserer Testsession einen so groben Bug, das das Kapitel neu gestartet werden musste, da es nicht möglich war, von einem Ort zum anderen zu springen. Nach dem Neustart und etwa 10 Minuten später funktionierte die Stelle absolut einwandfrei. Da hätte doch noch ein wenig Feinarbeit nicht geschadet liebe Entwickler von Ninja Theory, denn so etwas sollte in einem so linearen Spiel einfach nicht passieren!

Ansonsten gibt es ein paar Ballerpassagen wo entweder mit einem montiert Geschütz geballert wird oder aber es gibt Munition für Monkeys Stab, der auch als Schusswaffe gebraucht werden kann.  Munition dafür ist rar gesät, ausser in speziellen Arealen wo der Gebrauch der Schusswaffe dringend vorausgesetzt wird. In einigen wenigen Gebieten kann Monkey auch auf Cloud zurückgreifen. Cloud ist eine schwebende Energiescheibe, wodurch man mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Gebiete düsen kann. In den regelmässigen Bosskämpfen wird auch davon Gebrauch gemacht, um den riesigen Mechs hinterher zu düsen. Natürlich muss auch permanent auf Trip aufgepasst werden, doch auch sie hat einige nützliche Tricks auf Lager. So kann sie mit einem Hologramm feindliche Fernkampfmechs ablenken oder Gegner mit einem EMP ausser Gefecht setzten. Da sie sich immer schön aus den Kämpfen heraushält, wirkt sie nie wie ein sinnloses Gamefeature. Sie gehört zur Geschichte und hat sich ihren Platz redlich verdient. Ausserdem ist Trip doch verdammt schnuckelig. Die letzte Funktion die Trip bereit hält ist ebenfalls überlebensnotwendig. Auf Knopfdruck können Monkeys Fähigkeiten, Gesundheit und Kampfmoves verbessert und freigeschaltet werden. Sehr nützlich ist die automatische Gesundheitsregeneration, die besonders auf der höchsten Stufe extrem wertvoll ist. Verbessern lassen sich die Fähigkeiten mit den sogenannten Tech-Orbs, die erledigte Gegner hinterlassen oder einfach in der Gegend herumliegen.

Maue Technik, tolle Atmosphäre

Zu Beginn ist zu erwähnen das Enslaved unglaublich bunt und farbig daherkommt. Der Stil ist wohl nicht jedermanns Ding, kommt aber schön und überzeugend daher. Besonders die ersten paar Kapitel in den Ruinen von New York sehen absolut fantastisch aus, mit schönen Weitblicken und allem drum und dran. Im weiteren Spielverlauf werden auch noch einige anderen, ebenfalls sehenswerte, Areale besucht wie etwas ein alter Mechschrottplatz oder das Heimatdorf von Trip das in windigen Höhen liegt. Leider ist die Technik dahinter nicht ganz so überzeugend. Die Texturen wirken matschig und oft werden sie, direkt sichtbar, nachgeladen. Genial sind jedoch die Bewegungen der Hauptfiguren, die ob nun beim klettern oder beim kämpfen fantastisch animiert sind und vollends überzeugen können. Hören lassen kann sich Enslaved ebenfalls denn die Hintergrundmusik passt hervorragend, ob nun im Kampf oder beim traumhaften Anblick der überwachsenen Ruinen von New York, die Musik ist dezent und passt immer hervorragend zur Umgebung. Die englische Sprachausgabe ist ebenfalls fantastisch ausgefallen. Der durch seine Motion Capture Darstellung von Gollum in Herr der Ringe weltweit bekannte Andy Serkis hat Monkey seine Stimme geliehen und ist ebenfalls in einigen Realfilmsequenzen zu sehen. Die deutsche Sprachausgabe ist ebenfalls ganz ordentlich, kommt aber wie meistens auf keinen Fall an den Originalton heran. Ein wenig unglücklich ist die Abmischung der Stimmlautstärke ausgefallen. Die ist nämlich viel zu leise, was es teilweise in den actionreichen Abschnitten schwer macht, alles zu verstehen. Da hilft es nur die Untertitel in den Optionen einzuschalten, wenn man auch wirklich alles mitbekommen möchte.

Einfaches Gameplay das zu begeistern weiss

Enslaved: Odyssey to the West hat viele Fehler und ist in eigentlich allen Bereichen zu simpel und einfach. Die matschige Grafik, die kinderleichten Kletterpassagen und die mageren Kämpfen wissen dennoch von Anfang an bis zum tollen Ende trotzdem zu begeistern. Dafür sorgen die tollen Charaktere Monkey und Trip, die einem sofort ans Herz wachsen. Die genialen Charakteranimationen und die gelungene Geschichte tun ihr übriges .Somit kann Enslaved jedem empfohlen werden, der auch nur in geringsten etwas mit dem Genre anfangen kann. Bleibt nur zu hoffen das Enslaved nicht in der Flut der anderen grossen Titel wie Assassins Creed: Brotherhood oder dem neuen Call of Duty untergeht und keine, eigentlich verdiente, Anerkennung bekommt.

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Unser Fazit

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Kontra

Unsere Bewertung

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Kommentare

  • admin sagt:

    Ich kann dir nur zu stimmen. Mich haut das Spiel völlig weg. Ich hoffe Enslaved bekommt die Beachtung und es wird einen möglichen Nachfolger geben :-)

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