insidegames

Escape Dead Island – Die spinnen, die Zombies

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 4. März 2015 | 16:13 Uhr von Sandra

Escape-Dead-Island-Screen

Die Schweden mal wieder … bisher kennen Spieler Fatshark, ansässig in Stockholm, ggf. für Titel wie Bionic Commando Rearmed 2 (PS3, Xbox 360) oder auch War of the Rose und War of the Vikings (beide PC/Steam). Warum also nicht mal was Neues versuchen und – wie originell – ein Zombiespiel aus dem Boden stampfen? Gesagt – getan und heraus gekommen ist ein Dead Island Spin-Off getauft auf den Namen Escape Dead Island, welches vom deutschen Publisher Deep Silver veröffentlicht wurde. Escape Dead Island heißt zu Deutsch so viel wie „Entkomme der Toteninsel“. Das könnte allerdings schwierig werden, vor allem dann, wenn ihr das Gefühl bekommt, dass ihr augenscheinlich euren Verstand verliert.

Wochenend‘ und Sonnenschein

Der Auftakt in Escape Dead Island könnte nicht vielversprechender sein. Bei der Durchsuchung eines Forschungslabors stoßt ihr auf Ungeheuerliches: Fiese Experimente, an dessen Ende Zombies stehen. Potzblitz und Schockschwerenot! Das muss die Welt erfahren, also nix wie raus hier … Szenenwechsel.

Irgendwo im Banai-Atoll lockt die Urlaubsinsel Narapela. Das auserkorene Ziel von Reporter Cliff Calo und seinen beiden Freunden, die genau dort einen schweren Umweltskandal aufdecken wollen. Nachdem die Gruppe ein paar merkwürdigen Hinweisen gefolgt und einige Fotos geschossen hat, soll’s zurück gehen. Aber einem Beben sei Dank wird draus erst einmal nichts und die Freunde stranden im wahrsten Sinn des Wortes auf der Insel – verstreut in alle vier Himmelsrichtungen. In der Rolle von Calo müsst ihr nun versuchen nicht nur eure Gefährten aufzuspüren, sondern auch erst recht herauszufinden, was zum Teufel eigentlich vor sich geht.

escape-dead-island-screenshot-02

 

Urlaub fürs Gehirn

Escape Dead Island macht keine Ausnahme und bedient die gängigen Zombie-Klischees, da ihr als Spieler natürlich herausfinden müsst was passiert ist und wie ihr heil aus der Sache wieder raus kommt. Interessant wird die Standard-Story jedoch dadurch, dass die Entwickler die Hauptfigur mit einer gehörigen Portion Wahnsinn ausgestattet hat. Das Coole dabei ist, dass ihr erst zum Ende hin effektiv erfahrt, ob Cliff tatsächlich einen Sockenschuss hat und an permanenter Einbildung leidet oder seine Erlebnisse und Erfahrungen doch der Realität entsprechen. Leider ist das Vorgehen, um eben zu dieser Auflösung zu gelangen stellenweise mehr als zäh. Auch die eigentlich offen erscheinende Spielwelt grenzt eure Bewegungsabläufe hier dort immer wieder ein, da ihr bestimmte Bereiche erst dann betreten könnt, wenn ihr beispielsweise eine Taschenlampe oder den Enterhaken gefunden habt. Cliff steuert ihr während dem weitestgehend linearen Ablauf aus der Verfolgerperspektive.

Zu Beginn des Spiels seid ihr zuerst einmal nur mit eurer Kamera bewaffnet, die sich im Kampf gegen die Untoten als denkbar unbrauchbare Waffe erweist. Dafür ist die Kamera euer bester Freund hinsichtlich der Aufklärung, fühlt euch frei Bilder zu machen und offenkundig Wichtiges zu dokumentieren. Weitere Aktionsmöglichkeiten folgen, da ihr Umherliegendes im Kampf gegen die Zombies verwenden könnt, z.B. Schraubenzieher oder auch Schießeisen. Hier und da stehen auch explosive Fässer herum, die ihr ebenfalls zum Zombie vernichten verwenden könnt. Alternativ schubst ihr die schlurfenden Verfolger in Elektrozäune oder grillt sie mit Stromkabeln. Steht euch der Sinn weniger nach Kampf, schleicht euch an den Untoten vorbei und lenkt sie ggf. von euch mit einem der zahlreich zu findenden Radios ab, die ihr einfach nur aufdrehen müsst. Oder ihr stellt euch einfach neben ein Telefon, welches urplötzlich zu klingeln beginnt und somit die Aufmerksamkeit der Zombies sicher hat. Ganz mutige wiederum suchen die direkte Konfrontation und teilen eine gepfefferte Rechte oder einen gut platzierten Tritt aus. Eure Angriffe verstärken sich immer dann, wenn ihr neue Waffen findet, eine gute Handvoll lässt sich im Verlauf der Geschichte auftun. Um mehr Treffer eurer Widersacher einstecken zu können, solltet ihr die überall auf der Insel versteckten Medipacks finden und einsammeln.

escape-dead-island-screenshot-05

 

No Brain, no Pain

Die für Escape Dead Island gewählte Cellshading-Comic-Optik bietet einen schönen Kontrast zur gemeinhin eher düster modrigen Untoten-Thematik und überzeugt vor allem auch mit einer guten Portion bunter Abwechslung. Allerdings vermag der durchaus konstant gut geratene grafische Anstrich nicht über die leider vorhandene spielerische Durchschnittlichkeit hinweg zu täuschen. Während sich auf der einen Seite viele hübsch gemachte Details entdecken lassen, sind auf der anderen Seite tumbe Kreaturen ohne sprichwörtliches Hirn – und das im doppelten Sinn – unterwegs. So spielt es am Ende nur eine untergeordnete Rolle, ob ihr euch effektiv Mühe gebt die Untoten zu beseitigen oder ob ihr, frei nach dem Motto „ab durch die Mitte“, agiert. Den weitestgehend linearen Spielverlauf können und wollen wir Escape Dead Island gar nicht vorwerfen, dafür aber die Passagen, in denen gefühlt ewig nichts passiert und ihr nichts weiter macht als von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Die gelegentlich zu lösenden Rätsel sind ein nettes Gimmick, aber auch nicht mehr. Immerhin gibt es noch ein paar Sammelobjekte in Form von Postkarten oder auch Audiofiles, die zwar der Aufklärung dienen sollen, es aber leider nicht so wirklich tun. Abseits der allgegenwärtig anzurichtenden Zombie-Schlachtplatte sind vor allem Cliffs geistige Ausflüge, stellenweisen ins Absurde, euer Ansporn weiterzumachen. Vor allem da sie immer mit der Frage einhergehen, erlebt ihr das jetzt wirklich oder entspringt das Ganze einer verrückten Fieberfantasie.

escape-dead-island-screenshot-10

 

Unser Fazit

70 %

Escape Dead Island ist ein klassischer Fall von „nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut“. Das kunterbunte Zombiespektakel bietet durchaus eine gute Optik, die mit Details inklusive ordentlicher Sequenzen auffällt. Spielerisch allerdings ist es eine Gratwanderung, da die Story nicht zwingend eine Triebfeder darstellt. Dafür können die Wahnvorstellungen Cliffs irgendwie bei der Stange halten und dafür sorgen, dass ihr das Ende doch erleben wollt. Vor diesem Hintergrund müssen stellenweise Leerläufe als auch langweilige Abschnitte geschafft werden. Unterm Strich empfehlen wir Escape Dead Island denen, die Spaß am Sammeln haben, die verrückte Gedankenausflüge cool finden und die am Ende auch nicht abgeneigt sind einer Vielzahl an Zombies den fauligen Hintern zu versohlen. Wer zudem Bock auf verhältnismäßig einfache Erfolge/Trophäen hat, ist überdiese ebenfalls gut bedient und binnen ca. 10-15 Stunden um eine Platin- bzw. 1000 Gamerscore auf dem Konto reicher.

Pro

  • + schöner, optischer Mix aus Celshading & Comic-Look
  • + Cliffs Wahnvorstellungen
  • + ordentliche Steuerung
  • + faires Checkpoint-System
  • + viel Items zum Sammeln
  • + recht einfach für Erfolge/Trophäenjäger

Kontra

  • - unschöne Clipping-Fehler
  • - matschige und grobe Texturen
  • - Sprachausgabe wirkt teilweise aufgesetzt
  • - recht langweiliges Missionsdesign
  • - Wegstrecken wiederholen sich
  • - Sammelgegenstände haben praktisch keinen Nutzen
  • - 08/15-typische Zombie-Story sehr banal erzählt

Unsere Bewertung

Grafik
 
72 %
Sound
 
69 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
68 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • escape dead island auflösung

  • escape dead island enterhaken


- ANZEIGE -


*