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Eventide: Slavic Fable – Test / Review

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Veröffentlicht 7. November 2016 | 18:51 Uhr von Alexander Winkel

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In aller Regelmäßigkeit liefert Artifex Mundi Umsetzungen ihrer beliebten Wimmelbild-Abenteuer für die Konsole und begeistert mit jeder neuen Geschichte, die liebevoll inszeniert und wundervoll animiert erzählt wird. Mit Eventide tauchen wir erstmals in die Mythen slawischer Fabeln und Märchen ein und erleben in einem düsteren, wenn auch für Artifex recht typischen Abenteuer hautnah, welch schweres Los die Fabelwesen gezogen haben.

Weg von wilden Piratenabenteuern (Nightmares from The Deep), thematisierenden Steampunk (Clockwork Tales) oder Detektivgeschichten (Enigmatis), hin zu slawischen Märchen tauchen wir ein in ein fabelhaftes Abenteuer mit wilden Lebewesen und uralten Mythen. Noch ahnt die junge Mary, ihres Zeichens Botanikern, nichts von den Verstrickungen ihrer Großmutter mit einer Welt, die aus heutiger Sicht wohl eher als Hirngespinst abgestempelt werden würde. Ein Hilferuf ihrer Großmutter führt Mary dennoch zurück in die Welt ihrer Kindheit, einem Park, der mit seinen Attraktionen die slawischen Mythen aufleben lässt. Es sollte nicht lange dauern, bis auch sie sich eingestehen muss, dass an den Märchen mehr dran ist, als man als Erwachsener gerne glauben möchte.

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Als sie am Park ankommt, muss sie unweigerlich feststellen, dass ihre Großmutter entführt wurde und böse Machenschaften am Werk sind, um ganz egoistische Ziele zu erreiche. Auf der Reise durch eine teils recht düstere Welt des weitläufigen Parks entdeckt Mary nicht nur Erinnerungen an ihre Kindheit, sondern auch viele Freunde, die ihr im Laufe des Abenteuers zur Hand gehen und gar märchenhafte Ideen parat haben. Ihr taucht ein, in ein nett geschriebenes Märchen, welches zahlreiche Figuren herausarbeitet, die alle ihren eigenen Charme mit sich bringen. Dabei bedient sich Eventide der slawischen Mythologie und bringt diese bis zu einem gewissen Grad zauberhaft auf den Bildschirm. Die Geschichte ist zwar wieder recht typisch für ein Artifex Mundi Spiel erzählt und erinnert auch stark in ihrem Verlauf an Grim Legends, aber sie ist ausreichend gefüllt und liebevoll inszeniert, so dass man sich gerne einige Stunden darin verliert.

Aufgrund der Fülle an Wimmelbild-Abenteuer, die uns Artifex Mundi seit ihrem ersten Titel für die Konsole geliefert hat, sollte sich eigentlich eine gewisse Sättigung einstellen und doch schaffen sie es immer weder, dass man sich in die fabelhaften Welten verliert. Eventide kommt bisweilen recht düster daher, liefert aber wieder zahlreiche wundervolle Schauplätze und Möglichkeiten, die Welt zu erkunden und kaum sind die ersten Schritte am Eingangstor zum Park erledigt und ist die Erkenntnis gereift, dass man einmal mehr wieder jemanden befreien muss, ist man trotz aller Parallelen zu den vorangegangenen Titeln wieder dem Zauber dieser Spiele unterlegen. Dies liegt sicherlich auch an der Liebe zum Detail, die Artifex einmal mehr unter Beweis stellt. Wundervoll gezeichneten Szenen, die harmonisch animiert und mit tollen Lichteffekten ausgestattet wurden, erwecken die handgezeichneten Welten zum Leben.

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Wer bereits eines der Artifex Mundi Spiele genossen hat, weiß auch ganz genau, was auf ihn letztendlich trotz slawischer Mythen zukommt. Wie gewohnt spielt ihr euch Szene für Szene durch das Abenteuer und müsst in aller erster Linie die Umgebung bis ins letzte Detail inspizieren. Neben einigen schriftlichen Hinweisen, welche die Story Stück für Stück mit Leben füllen und auch so manch Lösung eines Rätsel offenbaren, gilt es vor allem zahlreiche Objekte zu finden, um diverse Hürden zu meistern. Es wird an kniffligen Aufgaben gerätselt, Splitter eines Bildes wie ein Puzzle zusammengesetzt und auch so manches Minispiel wieder gespielt. Die Rätselkost ist im typischen Stil gehalten und dennoch unterhaltsam. Dies sorgt zusammen mit der herrlich eingängigen, seichen Hintergrundmusik für ein erholsames Abenteuer. Aufgelockert wird die Jagd nach dem Entführer der Großmutter wie gewohnt mit den Suchbildern (Wimmelbilder), in denen entweder die gegebenen Begriffe oder dargestellten Objekte innerhalb eines überfüllten Bildes gesucht werden müssen. Die Rätselkost ist typisch und dennoch unterhaltsam, auch wenn Eventide sicherlich kein allzu komplexes Abenteuer ist.

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Unser Fazit

82 %

Artifex Mundi kehrt zurück und liefert gewohnt gute Kost und damit ein gelungen inszeniertes Point & Click Abenteuer. Dies liegt natürlich wieder einmal an den wundervoll animierten, handgezeichneten Welten, aber auch der neuen Thematik slawischer Märchen und Mythologien. Die Geschichte pikt sich einige Fabelwesen heraus und arbeitet diese gekonnt in ein fabelhaftes Abenteuer ein. Wer dabei seine Aufmerksamkeit auch auf nebensächliche Dinge lenkt, wird auch Anspielungen auf die heutige Zeit finden und warum die Mythologien immer mehr an Bedeutung verlieren. Die Geschichte selber ist recht typisch für Artifex Mundi und erinnert im Ablauf auch ein wenig an Grim Legends, aber ist dennoch wundervoll inszeniert und unterhält dabei viele Stunden. So auch die typischen Rätsel und Wimmelbilder. Kenner wissen genau was auf sie zukommt und dennoch macht auch Eventide: Slavic Fable wieder genauso viel Spaß wie all die anderen Titel aus diesem Hause.

Pro

  • + Mit slawischen Mythen ein völlig neues Thema für die Artifex Mundi Spiele
  • + Wundervolle Inszenierungen mit handgezeichneten und detaillierten Szenarien.
  • + Niemals überfordernd, dennoch auf einen guten hohem Niveau angesiedelt, machen die Rätsel viel Spaß.
  • + Sehr gute Synchronsprecher, die sich wirklich viel Mühe geben.
  • + Für schmales Geld ein recht umfangreiches Abenteuer.

Kontra

  • - Typische, mittlerweile gewohnte Rätselkost
  • - Geschichtlich ein durchaus bekannter Verlauf mit rotem Faden
  • - Leider nur englische Synchronsprecher mit deutschen Bildschirmtexten.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
83 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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