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The Evil Within – Test / Review

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Veröffentlicht 20. November 2014 | 14:31 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 11. Dezember 2014

The-Evil-Within-Screenshot-02

Das Horrorgenre ist tot. Das ist eine weitläufige Meinung was AAA-Spiele in diesem Bereich angeht. An ihre Stelle sind Indies getreten, mit Fanfavoriten wie dem ersten Amnesia oder Outlast. Was für ein Glück das sich mit Shinji Mikami, der Altmeister des Gruselns, wieder zurück meldet. Das neuste Werk von ihm und seinem Team heißt The Evil Within und verspricht, zumindest auf dem Papier, wieder einmal richtiges Old School Horrorfeeling. Wieso das leider nicht ganz stimmt, haben wir auf der Xbox One heraus gefunden.

Alles begann mit einem Leuchtturm

Detective Sebastian Castellanos hatte bestimmt schon leichtere Aufgaben, als diesen einen Job der ihn und seine beiden Partner in eine Irrenanstalt führt. Dort angekommen, findet er die Eingangshalle übersät mit Leichen. Über eine Kamera kann er beobachten wie ein mit Brandnarben übersäter Mann mit Leichtigkeit drei weitere Polizisten tötet und sich scheinbar teleportieren kann. Denn wie aus dem Nichts taucht er hinter Sebastian auf, schlägt diesen nieder und befördert ihn in die Hölle auf Erden.

Das klingt zwar gemein, verdient hat es Sebastian aber auch. Er ist einfach kein interessanter Protagonist. Viel mehr wirkt er oft sogar ziemlich dämlich, sogar abschreckend. So verhält es sich auch mit der Story selbst. Sie wirkt an einigen Stellen wirr und zusammenhangslos. Glücklicherweise ist nicht alles nur schlecht, ganz im Gegenteil. Extrem gelungen ist nämlich die Atmosphäre. Von der versifften Irrenanstalt am Anfang des Spiels über die oft bizarren Orte die man im Verlauf des Spiels aufsucht. The Evil Within setzt nicht auf billige Jump Scares. Statt dessen ist die Atmosphäre so dicht, das man sie fast schneiden kann. Das Design der Gegner ist absolut widerlich und das nur im positivsten Sinn. Sie sind abscheulich und völlig bizarr. Die Szenerie bricht nicht selten vor den Augen des Spielers auseinander. Oder Abstecher in eine Nervenanstalt, wo man von einer hübschen Schwester erwartet wird, bei der es Upgrades für den Charakter gibt. Was ist noch real? Was passiert hier überhaupt?! Das sind Fragen die sich nicht nur der Protagonist stellt, sondern auch der Spieler selbst.

The-Evil-Within-Screenshot-01

 

Je offener, desto besser

Wie zu erwarten, wird hier nicht auf pausenlose Action gegen Hunderte von Gegnern gesetzt. Viel mehr wird durch die Absenz von Gegnern gesetzt, wenn man sie am ehesten erwartet. Nur um dann doch noch attackiert zu werden, wenn man es gar nicht mehr erwartet. Oder eben doch nicht. Zumindest am Anfang ist das noch so. Das Spiel führt einen in die Kunst des Schleichens ein, denn außer ein paar Streichhölzern, einem Revolver mit ein paar Schüssen und einer Laterne sieht es in Sachen Ausrüstung ziemlich düster aus. Deswegen ist es wichtig sich schleichend zu nähern, um sie dann mit einem einzigen Angriff auszuschalten. Wirklich viele Angriffe hält man nicht aus, weswegen es essentiell ist, nicht aufzufallen. Eine weitere Möglichkeit sich Gegnern sauber zu entledigen, sind die in der Spielwelt verteilten Fallen. Diese können zwar einem selbst verflucht weh tun, man kann sie aber auch dazu nutzen seine Gegner in den Tod zu locken.

Je weiter man im Spiel aber vorstösst, desto weniger wichtig wird das. Was wirklich Schade ist. Man erhält neue Waffen, eine Schrotflinte oder eine Armbrust die mit den unterschiedlichsten Bolzen ausgerüstet werden kann. Ab und zu müssen gewisse Punkte vor den herannahenden Gegnern beschützt werden. Hier entsteht das Gefühl der Panik eher durch die eher spärlich vorhandene Munition und Gesundheitsspritzen.

Richtig gut ist The Evil Within besonders dann, wenn man in eher offen angelegte Areale kommt. Dort muss man nämlich schnell und schlau agieren. Welche Gegner können problemlos und leise ausgeschaltet werden? Wo befinden sich Fallen in die Gegner gelockt werden können wenn man überrumpelt wird? Gibt es eine Möglichkeit die Gegner gezielt an einen Punkt zu locken um sie mit explosiven Argumenten oder Feuer schnell und sauber zu entsorgen? Es macht mächtig viel Bock sich mit Hilfe der Umgebung auszutoben und es diesen heimtückischen Gegnern zu zeigen.

Nicht ganz so gelungen sind die Bosskämpfe. Die laufen eher nach dem Trial & Error Motto ab. Sie sind fantastisch gestaltet, das steht außer Frage. Wirklich unterhaltsam (oder auch fordernd) sind die Kämpfe gegen die besonderen Gegner aber selten. Das kann auch über die Rätsel gesagt werden. Diese sind nämlich in der Regel kinderleicht. Man wird wenig gefordert und sie stören den Spielfluss.

The-Evil-Within-Screenshot

 

Ein zweischneidiges Schwert

Wie schon mehrfach erwähnt, ist die Gestaltung von Flora und merkwürdigen Gegnern sehr gut ausgefallen. Viele besorgniserregende Details sorgen dafür, das man sich so richtig ekeln kann. Besonders wenn man einen eher sowieso schwachen Magen hat und mit den regelmäßigen Gewaltspitzen in Kontakt kommt.

Was die Technik selbst angeht, ist die Xbox One Version eher zweigeteilt. Es mag zwar gut gestaltet sein, es kommt aber immer wieder vor das Texturen in die Spielwelt hinein ploppen, die Bildrate leicht ins stocken gerät oder Animationen irgendwie ziemlich abgehackt aussehen. Der Soundtrack auf der anderen Seite ist wirklich gut ausgefallen, was zur sowieso schon schönen Stimmung passt. Die deutsche Sprachausgabe, bietet sowohl gute, engagierte und glaubhafte Sprecher wie auch eher unpassende und wenig begeisternd wirkende Akteure.

Unser Fazit

75 %

Ist The Evil Within eine Rückkehr zum alten Horrorgenre? Nicht wirklich, nein. Dafür sind die Rätsel zu leicht, die Story zu lahm und die Action zu regelmäßig. Das heißt aber nicht das es ein schlechtes Spiel ist. Es ist durchaus kompetent in dem was es macht und die Atmosphäre die erzeugt wird, kann dem ein oder anderen bestimmt auch das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Pro

  • + Geniale Atmosphäre
  • + Herrlich groteskes Gegnerdesign
  • + Keine billigen Jump Scares
  • + Horror und Angst wird durch verschiedene Methoden erzeugt
  • + Gelungener Soundtrack
  • + Offene Areale bieten Spielraum zum ausprobieren

Kontra

  • - Nerviger Protagonist
  • - Oft wirre Story
  • - Schleichen je länger, je weniger nützlich
  • - Probleme mit ladenden Texturen, Framerate und Animationen
  • - Schlechte Bosskämpfe

Unsere Bewertung

Grafik
 
82 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
74 %
Gameplay
 
72 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
71 %

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