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Family Guy: Back to the Multiverse – Test / Review

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Veröffentlicht 21. Januar 2013 | 21:14 Uhr von Philipp Fanchini

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Seth MacFarlane reitet derzeit auf einer Welle des Erfolgs und hat es mit „Ted“ kürzlich sogar in die Kinos geschafft. Zudem wird er die kommende Verleihung der Academy Awards vom 24. Februar 2013 moderieren. Seinen Durchbruch erzielte der amerikanische Komiker, Schauspieler, Synchronsprecher und Regisseur aber mit Comic-Serien fürs Fernsehen: American Dad und Family Guy wurden rasch zum Kult. Vor allem wegen des derben Humors, der stets tief unter die Gürtellinie reicht – im Vergleich dazu wirken die Simpsons wie eine amerikanische Musterfamilie. Insidegames.ch widmet sich in diesem Review dem neuesten Videogame-Ableger von Family Guy mit dem Titel „Family Guy – Zurück ins Multiversum“. Mal sehen, ob sich diese Reise durch verschiedene Realitäten lohnt.

Sie sind zum Schrecken aller Gamer geworden: Offizielle Lizenzen bekannter TV-Serien und Kino-Filme. Blickt man zurück, dann sind „Spiele zum Film“ oder eben zur Serie fast schon ein Garant für miserable Videogame-Umsetzungen. Auch hier bestätigen aber Ausnahmen die Regel und letztens konnten gerade Spiele wie „Batman – Arkham City“ begeistern (ist eigentlich kein Spiel zu einem bestimmten Film, aber wir wollen das einmal nicht so eng sehen). Aufgrund der Gesetze der Wahrscheinlichkeit stehen die Chancen also schlecht, dass es sich bei „Family Guy – Zurück ins Multiversum“ um ein Klasse-Game handelt. Mal sehen.

„Third-Person Jump’n’Shoot“ mit Baby und Hund

Bei Family Guy haben wir es eigentlich mit einem Third-Person Jump’n’Shoot Game zu tun. Wir steuern dabei den gebildeten aber alkoholabhängigen Familienhund Brian oder das übellaunige und grössenwahnsinnige Baby Stewie Griffin. Zwischen den beiden Charakteren kann während des Story-Modes jederzeit hin- und hergewechselt werden. Das Abenteuer von Baby und Hund beginnt damit, dass vor den Augen der beiden Bertram erscheint – ein Alter Ego von Stewie und gleichzeitig dessen Erzfeind. Der in der Fernsehserie vermeintlich von Stewie besiegte Bertram kündigt an, sich mittels einer speziellen Fernbedienung durch verschiedene Realitäten zu zappen und dabei eine Armee zur Vernichtung unserer Welt – oder zumindest Quahog – zu rekrutieren. Klar, dass Stewie und Brian den Bösewicht aufhalten müssen. Stewie öffnet also kurzerhand seine im Kleiderschrank (wo sonst?) versteckte Waffenkammer. Darin finden wir eine Fernbedienung, wie sie Bertram besitzt, und – natürlich – Waffen. Brian und Stewie verfügen je über ein eigenes Arsenal, das mit fortlaufendem Spiel erweitert werden kann. Das erklärt auch den Sinn des Charakterwechsels: Stewie und Brian unterscheiden sich eigentlich nur hinsichtlich ihrer Bewaffnung: So verfügt das misanthropische Baby beispielsweise über Strahlenkanonen, Flammenwerfer und Stinkbomben (sprich: Windeln), während Köter Brian mit Colt .45, Scharfschützengewehr und Schrotflinte aufwartet.

Studenten, Amish und Behinderte

Im ersten Level meistern wir auf einem Uni-Campus allerlei Aufgaben, um die Party der jüdischen Studentenverbindung besser dastehen zu lassen. Die pickelgesichtigen Nerds müssen also gegen die Football-Proleten der Sportlerverbindung verteidigt werden und es gilt die Cheerleader davon zu überzeugen, dass es bei den Juden eben doch rockt. Das klingt jetzt abwechslungsreich, ist es aber nicht. Man rennt und springt von Missionspunkt zu Missionspunkt und sammelt nebenbei seltene Gegenstände und Geld ein. Im Wesentlichen heisst es aber: Schiessen, schiessen und schiessen. Nach zehn Minuten ist das Spielprinzip also verinnerlicht und erfährt auch bis zum Schluss des Spiels keine wesentliche Änderung. Sinn dieser ersten Mission ist es, die eigene (kaputte) Fernbedienung von den jüdischen Eierköpfen reparieren zu lassen, um Bertram in die zahlreichen Realitäten zu folgen und dessen Pläne zu vereiteln.

In der ersten, alternativen Realität sind die weltweiten Erdölvorkommen längst aufgebraucht, und die Amish-People sind zur herrschenden Klasse aufgestiegen, da sich diese schon seit jeher ohne fossile Brennstoffe zu behelfen wissen. Klingt eigentlich logisch, oder? Auch in diesem Level gestaltet sich das Spiel in Sachen Inszenierung noch relativ harmlos. In der Welt der Amish streift man durch üppige Kornfelder, vorbei an Scheunen und Heuhaufen. Die Levelstruktur ist im Übrigen sehr linear gehalten, Freiheiten gibt es so gut wie keine. Am Ende des Levels angekommen, zerstört man den riesigen Roboter, den die Amish für Bertram gebaut haben.

Das alles klingt noch relativ idyllisch, das Spiel ist aber keineswegs etwas für Kinder – genauso wie die TV-Serie auch nicht. Spätestens ab der zweiten alternativen Realität wird klar, wo in Sachen Humor der Hammer hängt: Aufgrund der zu intensiv betriebenen Unterstützung körperlich beeinträchtigter Menschen, haben diese nämlich die Weltherrschaft an sich gerissen. Fortan ballert man also keine Studenten oder Amish nieder, sondern dürre Gestalten an Krücken und fette Rollstuhlfahrer. Auch das Vokabular der beiden „Helden“ Stewie und Brian wird zunehmend expliziter. Die Scherze der beiden Protagonisten sind derart derb, dass man sich auch als Erwachsener auf einiges gefasst machen sollte. Uns lag zum Test zwar nur die englische Sprachversion vor. Aber wenn Begriffe wie „interracial lesbian porn“ fallen, ist wohl jedem klar, dass dieses Spiel nichts für jüngere Gamer ist. Wie schon geschrieben: Der Humor reicht bisweilen sehr tief unter die Gürtellinie. Gerade dies macht aber eben auch den Reiz der Serie aus und Freunde derselbigen werden sich beim Spielen amüsieren. Am Humor von Seth MacFarlane findet man Gefallen, oder eben nicht.

Grafik, Sound und Steuerung

Bewertet man die technische Seite von Family Guy mit den gängigen Kriterien, dann liegt der Titel bestenfalls im unteren Durchschnitt. Allerdings bleibt hier zu berücksichtigen, dass dem Spiel die engen ästhetischen Grenzen der Fernsehserie auferlegt sind. Dies gilt vor allem für den naiv-infantilen Comic-Stil, der im krassen Gegensatz zum derben Humor für Erwachsene steht. Nimmt man also die Fernsehserie als Referenz, dann ist das Spiel visuell und akustisch durchaus gelungen. Bei Spielbeginn flimmert gar das Original-Intro der Serie über den Bildschirm. Für eine hohe Grafik-Wertung reicht das aber trotzdem nicht.

In Sachen Steuerung und Spielmechanik kann man dem Game diesen Bonus nicht einräumen und gerade bei diesen Aspekten patzt Family Guy teils gehörig. Wie in anderen Third-Person-Spielen auch, verfügt man über eine mit LT auszulösende Funktion, um Gegner automatisch anzuvisieren. Das klappt aber nur in rund 75 Prozent der Fälle. Es kann also durchaus vorkommen, dass man nicht den nahenden Gegner aufs Korn nimmt, sondern den Fokus auf eine Wand oder ein sonstiges Hindernis richtet. Das kann dann schnell zu einem gewissen Frust führen. Zudem sollte man es tunlichst vermeiden, auf nahe Gegner schiessen zu wollen. Diese trifft man so gut wie nie, Stewie und Brian verfügen aber je über eine Nahkampfwaffe (bei Brian übernimmt diese Funktion natürlich eine Whiskey-Flasche), die in solchen Fällen zum Einsatz kommen sollte. Im Nahkampf verliert man aber so gut wie immer auch selber Lebensenergie. Ganz bitter wird es, wenn man von Gegnern in eine Ecke gedrängt wird. In solchen Situationen reduziert sich die Lebensleiste schneller auf Null, als man „Lois Pewterschmidt Griffin“ sagen kann und die Kamera rotiert orientierungslos um das dramatische Geschehen. A propos Lois Griffin: Die anderen Charaktere der TV-Serie wie Chris, Meg oder Peter Griffin sind nur im Multiplayer-Modus spielbar. In diesem können sich bis zu vier Spieler an einer Konsole ein Death-Match oder ähnliches liefern. Zudem kann der Story-Mode auch zu zweit in Angriff genommen werden – ein Charakterwechsel dann nicht mehr möglich: Ein Spieler übernimmt Brian, der andere Stewie.

Unser Fazit

65 %

Die Befürchtungen, dass es sich bei Family Guy aufgrund der Original-Lizenz um ein durchweg schlechtes Spiel handelt, haben sich nicht bestätigt. Technisch ist das Abenteuer von Stewie und Brian zwar alles andere als eine Glanzleistung und vor allem die Steuerung kann für frustrierende Momente sorgen. Vielleicht sollte man dem Spiel aber auch so begegnen, wie der TV-Serie selber: Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Galgenhumor. Anders sind Seth MacFarlanes Gags sowieso nicht zu begreifen. Wer dieser bitterbösen Komik etwas abgewinnen kann, findet sich immer wieder vergnügt schmunzelnd mit dem Controller in der Hand vor dem Fernseher. Dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass es sich bei Family Guy – Zurück ins Multiversum nicht um ein vollwertiges Videospiel handelt. Eine amüsante Ergänzung zur Fernsehserie ist es zwar. Die Frage ist nur, ob man für diesen kurzen und nur teils spassigen Ausflug in die Welt von Family Guy so tief ins Portemonnaie greifen möchte, wie für ein AAA-Game vom Format eines Assassin’s Creed III oder Halo 4. Wenn’s dann auf dem Game-Grabbel-Tisch auftauchen sollte, kann man sich aber durchaus für einen Kurztrip nach Quahog wagen.

Pro

  • + Derber Humor (wer ihn mag)
  • + ...welche die Ästhetik der TV-Serie gut einfängt
  • + Family Guy Atmosphäre

Kontra

  • - Derber Humor (wer ihn nicht mag)
  • - Veraltete Grafik...
  • - Steuerung sorgt für Frust
  • - Bietet zu wenig für den vollen Kaufpreis

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
70 %

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