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Far Cry 3: Blood Dragon – Test/Review

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Veröffentlicht 30. April 2013 | 18:00 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 6. Mai 2013

Far Cry 3 - Blood Dragon

Wie Far Cry 3: Blood Dragon der Welt zum ersten Mal präsentiert wurde, kann als bizarr bezeichnen. Am 1. April hat Ubisoft ein erstes Video und eine passende Internetseite dazu veröffentlicht. Die Aufmachung dieser beiden Teaser und die Veröffentlichung am weltweiten Tag der Scherzbolde, sorgten für viel Verwirrung im Internet. Doch in den darauffolgenden Tagen schien sich das Projekt als echt zu manifestieren. Eine Liste der Erfolge tauchte auf, in Australien erhielt Blood Dragon eine 18+ Altersfreigabe und das Musikerduo Power Glove veröffentlichte Teile des Soundtracks bei Soundcloud. Keine zwei Wochen später war es dann eine Tatsache und Ubisoft veröffentlichte einen offiziellen Trailer zu diesem Spin-Off Downloadspiel.

Far Cry 3: Blood Dragon ist eine Hommage, ein virtueller, spielbarer Liebesbrief an die Actionfilme der 80er-Jahre. Und ja, mit meinen 23 Jahren habe ich diese Zeit nicht direkt miterlebt. Doch dank grandiose Eltern und grossen Brüdern (vielen Dank an dieser Stelle!), wuchs ich mit den grössten Actionhelden aller Zeiten auf. Stallone, Schwarzenegger, Norris, van Damme und wer auch immer euch in den Sinn kommt, sie sind ein Teil meiner Kindheit. Deshalb ist das Konzept von Blood Dragon für mich auch besonders spannend. Doch kann das Download-Spiel auch halten was es verspricht? Wir haben uns intensiv mit der 360-Version beschäftigt und wisst ihr was? Blood Dragon ist verflucht gut!

Alles ist besser mit ein bisschen Neon

Sergeant Rex Colt (im Original gespielt und gesprochen von Film-Star Michael Biehn) ein Mark IV Cyber-Kommando ist der ultimative, sprücheklopfende und schiessfreudige Badass der post-apokalyptischen Erde im Jahr 2007. Ihm gegenüber steht niemand geringeres als Colonel Ike Sloan, sein ehemaliger Ausbilder. Mit Hilfe der Elite-Einheit Omega Force hat Sloan Amerika verraten und droht mit einem vernichtenden Raketenangriff. Nur Sergeant Rex Cole kann, mit der Hilfe der sexy Wissenschaftlerin Dr. Darling, ihn jetzt noch aufhalten. Nur mit massiver Feuerkraft, jeder Menge Sprengstoff und den coolsten Sprüchen jenseits des einsteigen Mississippi. Das ist auch bitter nötig, denn auf Sloans Insel erwarten Rex Colt nicht nur die Soldaten der gefürchteten Omega Force. Ausserdem warten nicht nur übel gelaunte, kybernetisch veränderte Wildtiere auf den unvorbereiteten Cyber-Kommando. Tief in den Schatten warten und lauern die gefürchteten Blutdrachen. Oh ja, ihr habt richtig gelesen. Blutdrachen. Muahahaha!

Far Cry 3: Blood Dragon ist eine Hommage und eine Parodie. Dieser Fakt ist den Entwicklern nicht nur klar, sie nutzen es als stilistisches Mittel und ergreifen die Chance dieses Mittel auch effektiv einzusetzen. Es ist schon fast eine Checkliste für all die üblen Klischees aus Actionfilmen von gestern und heute.

  • Ein Bösewicht der eine Vergangenheit mit dem Protagonisten teilt? Check!
  • Eine heisse, kesse Wissenschaftlerin als Sidekick? Check!
  • Eine Trainingssequenz mit einem Soundtrack der einen selbst anspornt? Check!
  • Bogen? Flammenwerfer? Minigun? Check, check und verdammt nochmal, check!
Far Cry 3: Blood Dragon - Screenshot

Far Cry 3: Blood Dragon – Jetzt kommt es knüppeldick im Review

Die ganze Herangehensweise ist absolut auf Fans klassischer Action-Filme zugeschneidert. Ein Zeichen dafür sind auch die unzähligen Anspielungen auf diese Zeit. Die Pistole sieht aus wie die von RoboCop, ein Lied aus Jean-Claude van Dammes erstem grossen Filmauftritt Karate Tiger untermalt eine Zwischensequenz und die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. Diese Momente im Spiel selbst zu erleben ist aber ein grosser Teil des Charmes. Wer das, auf Grund von mangelnder Vorkenntnisse, nicht so miterleben kann, verpasst auf jeden Fall etwas. Das bedeutet aber nicht, dass eher jüngere Spieler oder Spielerinnen, keinen Spass haben können. Die lustige, sinnfreie und absurd lächerliche Story ist speziell, verspricht aber auch viel Unterhaltung, Lacher und Action. Wieder einmal richtig lobenswert ist die Liebe zum Detail wenn man bestimmte Themen in der spielinternen Datenbank nachschlagen will. Sie sprühen nur so von Witz und sollten definitiv von allen gelesen werden, da die Texte ganz offensichtlich mit viel Liebe gestaltet wurde. Meine Empfehlung? Die Beschreibung des Bogens, einfach genial!

Wie Skyrim… mit Blutdrachen?

Wieso Blood Dragon das Far Cry 3 im Namen hat, wird schnell klar wenn man zum ersten Mal direkte Kontrolle über Rex übernimmt. Es fühlt sich nämlich genauso an wie Far Cry 3. So gut wie alle Aktionen die man im grossen Bruder machen kann, sind auch in Blood Dragon möglich. Auch das Schiessen an und für sich, fühlt sich sehr ähnlich an. Und das ist ganz klar nichts schlechtes. Noch immer fühlt es sich gut an seine Gegner mit dem futuristischen Waffenarsenal aufs Korn zu nehmen, von Deckung zu Deckung zu sprinten und seine Gegner im Nahkampf mit Takedowns schnell auszuschalten. All diese Mechaniken, wurden eins zu eins übernommen was auch gut so ist. Wieso etwas reparieren das nicht kaputt ist?

Doch unser Cyber-Kommando hat doch einige Vorteile auf seiner Seite die Jason Brody nicht hatte. Er sprintet deutlich schneller, sogar so schnell das man zu Fuss fast so schnell ist wie mit einem Auto an Land bzw. einem Jetski im Wasser. Auch Sprünge sind einfacher auszuführen als mit dem mickrigen Bubi der gegen Vaas und Hoyt angetreten ist. Die Storymissionen bieten eine gute Mischung aus abwechslungsreichen Aktivitäten. Mal ist es empfehlenswert eher schleichend seine Gegner mit dem Bogen auszuschalten, ein anderes Mal ist es ein offener Krieg gegen etliche Gegner. Man schwingt sich in Fahrzeuge um aus explodierenden Gebäuden zu flüchten, nachdem man diese natürlich fachmännisch infiltriert hat. Besonders die letzten beiden Storymissionen haben es in sich. Sie machen richtig viel Spass und spielen richtig mit dem Flair der 80er-Jahre. Wir wollen dazu aber nicht zu viel verraten, das wäre nämlich eine Schande für alle die es wirklich miterleben wollen.

Far Cry 3: Blood Dragon - Bei uns im kritischen Test

Far Cry 3: Blood Dragon – Bei uns im kritischen Test

Neben den Storymissionen gibt es noch andere Aktivitäten auf der kleinen Insel zu erledigen. Wo man in Far Cry 3 noch Aussenposten übernehmen konnten, sind es dieses Mal Garnisonen der Omega Force. Diese Übernahme-Aktionen sind auch dieses Mal ein absolutes Highlight. Man kann nämlich so vorgehen wie man es will (auch wenn eine bestimmte Methode die Aufgabe relativ einfach macht, doch das muss ja nicht sein). Man schleicht sich durch die Garnison, erledigt Gegner mit dem Bogen oder im Nahkampf. Bei der nächsten packt man die Minigun aus und pustet einfach alles um was einem im Weg steht. Oder man deaktiviert die Schilde der Garnison, wodurch sofort ein Blutdrache angelockt wird. Dieser richtet Verwüstung unter den Soldaten an, kann einen aber auch schnell selbst erledigen. Sie sind, bis auf eine kleine Schwachstelle am Bauch, nämlich sehr gut gepanzert und können mächtig austeilen. Hier ist also Vorsicht geboten!

Zudem kann man sich in zwei weiteren Typen von Nebenmissionen austoben. In Jäger-Aufgaben muss man bestimmte Gegner mit bestimmten Waffen jagen. So erfordert eine der Aufgabe die Jagd auf Haie. Das Mittel zum Zweck? C4000, der Sprengstoff der weit entfernten Zukunft im Jahr 2007. In Rettungs-Aufgaben muss man immer einen Wissenschaftler aus den Klauen der Omega Force retten. Das muss möglichst leise von statten gehen, denn wird man von den Gegnern entdeckt, erledigen diese den Wissenschaftler. Brillant sind auch die freischaltbaren Upgrades für das persönliche Waffenarsenal. Sprengmunition für das Scharfschützengewehr verwandelt dieses in einen Raketenwerfer der besonderen Art und wem einer oder zwei Läufe bei der Schrotflinte zu wenig sind, der kann auch vier Läufe auf die Waffe packen. Zu guter Letzt sind auf der Insel jede Menge Sammelobjekte wie Tagebucheinträge oder VHS-Kassetten versteckt. Wer wirklich alles auf der Insel erledigen will, wird wohl für 5 bis 8 Stunden beschäftigt sein, je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad. Das klingt jetzt zwar nicht unbedingt nach viel, man darf aber auf keinen Fall vergessen das wir es hier nur mit einem Downloadspiel zu tun haben. Dafür bekommt man es mit einer guten Portion an Inhalt zu tun, welcher zu keiner Minute in die Länge gezogen oder Langweilig wirkt.

Der Sonntagmorgen Cartoon

Was Far Cry 3: Blood Dragon grafisch auf den Bildschirm zaubert ist, für die Dateigrösse von nicht einmal 1,5 GB, beeindruckend. Man darf zwar nicht die Viszeralität des Hauptspiels erwarten, dennoch hat es seine tollen Momente. Die grafische Pracht wurde durch den Kompromiss erreicht, das immer Nacht ist und die Sonne nie über der post-apokalyptischen Welt aufgeht. Die Entwickler sahen das aber keineswegs als Hindernis, sondern nutzen es geschickt um andere Elemente hervorzuheben. Das Spiel strotzt nur so von Neon. Es ist überall. Die Waffen sind mit Neonelementen übersät, die Rüstungen der Gegner sind eigentlich nur neonfarben und besonders die Blutdrachen blenden einen schon fast mit ihrer wechselnden (Neon-)Farbenpracht. Es ist ein starker Kontrast zur sonst so überaus düsteren Welt, doch es funktioniert. Dennoch ist die Grafik nicht nur so toll. Die Weitsicht ist nicht allzu ausgeprägt. Man kann zwar weit in die Spielwelt hinaus sehen wenn man beispielsweise auf einem Berg steht, doch Details gibt es erst zu sehen wenn man näher an die Objekte heran geht. Dies fällt besonders auf, wenn man mit einem Auto schnell unterwegs ist und man der Umgebung schon fast beim Aufbau zusehen kann. Dennoch, für einen Downloadtitel ist die Grafik beeindruckend!

Far Cry 3: Blood Dragon - Bei uns im Test

Far Cry 3: Blood Dragon – Bei uns im Test

Ein Lob verdienen auch die Zwischensequenzen. Diese sind in einem schlechten Cartoon-Look gehalten und sprühen nur so von Charme. Auf Animationen wird verzichtet, die Sprites der Figuren schweben durch die Zwischensequenzen und das ist auch gut so. Besonders amüsant ist eine Sequenz die sich kurz vor der letzten Mission zwischen Dr. Darling und Sergeant Rex Colt abspielt. Genial!

Der absolute Overkill stellt dann der Soundtrack dar. Dieser passt so gut zum Spiel, es ist schon fast unheimlich. Das australische Duo Power Glove (passenderweise benannt nach einem ziemlich obskuren Peripheriegerät für den NES) sorgt mit ihren Synthi-Sounds für den perfekten Sound für das Spiel. Alleine schon beim deutlich von Terminator inspirierten Intro, wird es wohl vielen Kennern die Haare vor Freude aufstellen. Die Musik passt jedoch auch perfekt zu den Kämpfen und als Ambientsound. Die deutsche Sprachausgabe ist auf hohem Niveau und die teilweise eher hölzerne Darbietung liegt dieses Mal nicht an eher unmotivierten Sprechern, sondern passt einfach zum Spiel!

Unser Fazit

91 %

Der Test spricht eigentlich für sich selbst. Far Cry 3: Blood Dragon ist nicht nur ein gutes Spiel mit gut funktionierendem Gameplay, es sprüht auch nur so vor Charme und Witz. Die Entwickler sind mit dem Projekt wohl ein grosses Risiko eingegangen und wir möchten uns gar nicht erst vorstellen welche Mittel eingenommen wurden bevor jemand diese absolut brillante Idee hatte, doch ich ziehe meinen Hut! Wer keine Beziehung zu den, aus heutiger Sicht eher käsigen, Actionfilmen der 80er hat, verpasst viel in diesem Titel. Er ist definitiv auf diese Zielgruppe zugeschneidert und mit Referenzen nur so gespickt. Dennoch bietet es auch für alle anderen genug spassiges Gameplay und Inhalt um ein tolles Erlebnis zu haben. Es ist zwar schade wenn man nach maximal 8 Stunden alles im Spiel erledigt hat, doch alles Gute hat irgendwann ein Ende. An dieser Stelle jedoch eine Bitte an die Macher: Bitte, bringt mehr von Sergeant Rex Colt! Wir brauchen unsere Cyber-Kommando, ohne ihn sind wir einfach verloren!

Pro

  • Ein Stil für die Ewigkeit in Videospielform
  • Gelungenes Gameplay ohne grosse Makel
  • Viel Liebe zum Detail
  • Absolut genialer Soundtrack
  • Überraschend gute Grafik mit einzigartigem Stil
  • Story sorgt, in Anlehnung an die 80er, für viel Unterhaltung
  • Keine Längen - nur Action und Spielspass

Kontra

  • Wer die Filmära der 80er verpasst hat, verpasst auch viele Referenzen
  • Gute Grafik geplagt von zu niedriger Weitsicht
  • Leider hat auch Blood Dragon ein Ende nachdem es einfach nichts mehr zu tun gibt

Unsere Bewertung

Grafik
 
81 %
Sound
 
94 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
89 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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Autor: Fabrice

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