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A Fisherman’s Tale – Test / Review

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Veröffentlicht 6. Februar 2019 | 20:49 Uhr von Alexander Winkel

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Das Jahr fängt für VR-Nerds dank A Fisherman’s Tale gar nicht so schlecht an. Das gewiefte Puzzleabenteuer macht sich das Prinzip von Matroschka-Puppen zunutze und verbindet verschiedenen Dimensionen geschickt mit kleinen Gedankenverrenkungen. Zusammen mit dem Leuchtturmwärter haben wir ein tolles Abenteuer hinter uns, welches wir trotz mancher Schwachstelle jedem empfehlen können. 

Es war einmal ein alter Seebär, ein Fischer, der in einem Leuchtturm hoch oben auf einem Felsen über dem Meer lebte. Dieser liebte seine Modelle, die Miniaturausgabe des eigenen Wohnortes. Die Geschichte von A Fisherman’s Tale nimmt einen Dank des grandiosen deutschen Sprechers bereits von der ersten Minute an gefangen und verzaubert den Spieler wie ein guter alter Disneyklassiker, nur dass ihr euch selbst in diesem Märchen wiederfindet. Ein Blick in den Spiegel zeigt, dass ihr selber eine der Holzpuppen seid. Bei genauer Betrachtung des kleinen Modells im Zimmer erkennt ihr zugleich, dass sich alles aus eurer Welt darin widerspiegelt, genauso wie die Bewegungen, die auch die Miniaturfigur nachahmt. Einmal den Kopf angehoben, sehen wir unseren alter Ego als Riese über uns stehen und ebenfalls nach oben blicken. Wie die beliebten Matroschka-Puppen ist hier ein Puppenhaus ins nächste gesteckt und wir können dadurch auf allen Ebenen gleichzeitig agieren.

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Dieser Twist verleiht A Fisherman’s Tale eine ganz besondere Note und eröffnet uns dadurch ungewohnten Möglichkeiten in der Interaktion. Ihr müsst zum Beispiel eine Kapitänsmütze finden, welche jedoch nicht allzu groß ausfallen darf. Es befindet sich eine in einem Schrank, doch die würde nicht passen. Nach kurzem Grübeln ist des Rätsels Lösung eindeutig. Wir holen die Mütze auf den Schrank und legen diese auf den Tisch. Dann blicken wir in das Modell und finden nun dort dieselbe Mütze ebenso auf dem Tisch ruhen, nur in einer Miniaturausgabe und können diese nun passend weiterreichen. Auch andersherum könnt ihr euch Gegenstände zukommen lassen. Packt diese an, und bewegt diese ins Modell. Der Riese außerhalb eurer Dimension wird es euch ebenso gleichtun und denselben Gegenstand nur überdimensioniert hinunterreichen. So könnt ihr diese wieder vergrößern, schwere Dinge durch den Riesen beseitigen und viele andere Dinge erledigen.

Auf diesem Prinzip gestützt haben sich die kreativen Köpfe hinter A Fisherman’s Tale wahrlich coole Rätsel und Aufgaben einfallen lassen und sorgen dank der virtuellen Welt für ein unglaublich gelungenes Spielgefühl. Ohne VR-Brille wäre der Titel sicherlich nur halb so gelungen, daher kaum verwunderlich, dass eine solche vorausgesetzt ist. Neben PSVR werden zudem zwingend zwei Move-Controller benötigt, welche eure Hände in die virtuelle Umgebung transferieren. Die Bewegungen klappen meistens ganz gut. Ihr könntet euch auch tatsächlich durch den Raum bewegen, das knappe Tracking zumindest mit der PSVR setzt dem jedoch schnell gewisse Grenzen, so dass man auf die simpel zu handhabende Sprungtechnik und einfache Kameraschwenks zurückgreifen muss. Ist ein Objekt nicht direkt zu erreichen, könnt ihr zudem die Hand auch wie ein Teleskop ausfahren und danach greifen.

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Die Handhabe mit den Objekten birgt auch die größte Schwäche von A Fisherman’s Tale, denn nicht selten eckt man mit diesen an oder lässt sie aus versehen fallen. Dann liegen diese irgendwo unerreichbar in einer Ecke oder stecken gar irgendwie in anderen Objekten oder Mauern fest. Vor allem die Teleportsprünge durch die Umgebung bergen eine immense Gefahr, irgendwo anzuecken und eine kritische Situation auszulösen. Dass es zu solchen Problemen kommen kann, war wohl auch den Entwicklern bewusst. Deshalb verpuffen ungenutzte Gegenstände nach kurzer Zeit und tauchen schlussendlich am ursprünglichen Platz wieder auf – manchmal die rettende Lösung um einen wichtigen Gegenstand wieder zu erlangen.

Es offenbaren sich tatsächlich spielerische Schwachpunkte durch die etwas hakelige Handhabe, welche jedoch den allgemeinen Spielfluss nur selten wirklich negativ beeinträchtigen. Denn dieser wird wiederum grandios gestützt durch eine altväterliche und sehr gut ins Deutsche synchronisierte Erzählerstimme, welche euch nicht nur in die Geschichte des Leuchtturmwärters und seines gestrengen Vaters näher bringt, sondern gleichzeitig euch bei der Hand nimmt und auf eure Aktionen und Versuche eingeht. Mit dezenten Hinweisen, verpackt in erzählerischen Mitteln bringt uns dieser auf des Rätsels Lösung oder gibt wenigstens einen Gedankenanstoß, um den nächsten Akt bestehen zu können. Falls etwas mal nicht ganz so korrekt erscheint, wird auch dieses entsprechend kommentiert. Auch die weiteren Figuren wie ein sprechender Fisch sorgen für ein märchenhaftes Ambiente. Leider fallen die Rätsel etwas zu einfach aus und nach nur wenigen Spielstunden (wohl für die meisten Spieler nicht mehr wie 2 Stunden) erwacht ihr aus dem Märchen dank erfolgreichem Abspanns. Es ist ein kurzes, aber immersive und gelungenes Vergnügen für einen dafür durchaus akzeptablen Preis.

 

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Bild 1 von 9

 

Getestete Version: Playstation 4 / PSVR

 

Unser Fazit

85 %

Raffiniert und mit einem ordentlichen Schuss Genialität - A Fisherman’s Tale ist ein wirklich außergewöhnliches Knobelspiel, welches das Prinzip in sich verschachtelter Matroschka-Puppen ausnutzt. Ihr agiert aus eurer Dimension genauso mit dem Puppenhaus, wie auch mit dem Riesen über euch. Denn in A Fisherman’s Talee agieren die Holzfiguren in allen Dimensionen so, wie ihr es vormacht. Dadurch entstehen grandiose Rätselaufgaben, die geschickt und gut umgesetzt sind. Das Ganze mutet wie ein Märchen oder Disneyklassiker an, dank des gelungenen Erzählers, welcher nicht nur die Geschichte von sich gibt, sondern zusätzlich eure Aktionen kommentiert oder dezente Hinweise gibt. Man taucht geradezu ein in dieses Abenteuer, auch wenn die Handhabe nicht immer optimal ist und letztendlich der Abspann doch viel zu früh über den Bildschirm flimmert. A Fisherman’s Tale ist aber bereits jetzt eines der ungewöhnlichsten VR-Titel des Jahres und zudem eines Blickes definitiv wert.

Pro

  • + Sehr kreatives Konzept mit den verschiedenen Dimensionen und in sich verschachtelten Welten.
  • + Gelungene Erzählerstimme, und das sogar komplett in Deutsch.
  • + Märchenhafte Atmosphäre die durch witzige Charaktere und dem Erzähler sowie der Welt erzeugt wird.
  • + Witzige Aufgaben und Rätsel, welche jedoch nie zu knifflig werden.

Kontra

  • - Sehr kurze Spielzeit (für die meisten wohl nicht mehr als 2 Stunden).
  • - Die Rätsel selber sind nicht wirklich knifflig und dank der Hilfe des Erzählers schnell geknackt.
  • - Teilweise schlechte Kollisionsabfrage und damit Kontrollverlust bei den Gegenständen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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