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Fitness Boxing – Test / Review

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Veröffentlicht 20. Januar 2019 | 20:19 Uhr von Alexander Winkel

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Weihnachtsspeck hinzugekommen? Neue Vorsätze für das Jahr 2019 gefasst? Die körperliche Fitness muss einfach besser werden? Na dann seid ihr ja richtig bei Fitness Boxing für die Nintendo Switch. Hier werden mit Hilfe der Bewegungstechnik der Joy Cons aktiv Kalorien verbraten, bis das Shirt vor Schweiß ausgewrungen werden kann. Wie überzeugend der Titel ist, erfahrt ihr im Test.

Auf dem ersten Blick wirkt Fitness Boxing für die Switch relativ schlicht und einfach, doch ähnlich der Wii Fit Produkte offenbart sich das Potenzial erst nach einigen Runden, die man selber Hand angelegt hat. Im Gegensatz zur beliebten Fitness-Serie mit dem Balance Board nutzt Fitness Boxing einzig allein die Bewegungssteuerung der Joy Cons. Ihr könnt somit fleißig diverse Schläge ausführen und damit Rocky alle Ehre machen. Einmal angefangen, sorgen tägliche Trainings mit ausgesuchter Länge für schweißtreibende Sessions, die durchaus an die Kalorien gehen. Ob damit jedoch wirklich ein wirkungsvoller Muskelaufbau des gesamten Körpers erzielt werden kann, wie uns Fitness Boxing suggeriert, ist zweifelhaft.

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Zu Beginn sucht ihr euch einen Trainer oder eine Trainerin aus. Der Coach sorgt mit einigen Fragen für die passenden Einstellungen von Körpermaßen als auch den Trainings für die nächsten Tagen und Wochen. Sowohl der Anime-Charakter als auch die nur in englisch oder japanisch vorhandene Sprachausgabe zeigen auf, dass der Titel in Tokyo produziert wurde. Immerhin sorgen gut übersetzte deutsche Texte für verständliche Anweisungen, Hilfestellungen und Tipps, so dass auch weniger sprachbegabte Fitness-Begeisterte die optimale Begleitung beim Training bekommen. Wer möchte, kann seinen Partner oder seine Partnerin individuell kleiden und auch das Aussehen der Haare und ähnliches ändern. Ihr bekommt für erfolgreiches Training auch immer wieder neue Accessoires und massig Kleidung für den Schrank ü, und das auch nach wochenlanger Spielzeit.

Wie erwähnt wird das Workout für die tägliche Anwendung eingerichtet. Sicherlich nicht für jeden machbar, jedoch bleibt erniedrigender Tadel weitestgehend aus und ihr könnt auch nach einiger Zeit mit dem Programm fortfahren. Dieses beinhaltet verschiedene Übungen, die aneinandergereiht und auf den Takt von modernen Musikstücken abgestimmt wurden. Uppercuts, Body-Jabs, Hooks und vieles mehr werden zu Lady Gaga, Maroon 5 oder gar Klassikern wie die von Aqua geschlagen und nach einiger Zeit fließt auch bei fitteren Leuten der Schweiß tatsächlich über die Stirn. Das Programm führt auch immer wieder neue Moves und Techniken ein, so dass sich mit den gut zwei Dutzend Übungen eine gewisse Varianz einstellt – die aber leider mehr verspricht als sie hält. Denn wirklich spannend ist das Training auf Dauer dann leider doch nicht.

Dies mag unter anderem an den stark getriggerten Bewegungen liegen, die immer nur im Takt aufkommen. Es kann aber auch an den eher ruckartigen Moves liegen. Die Schritte zum Beispiel fallen weniger geschmeidig wie bei anderen Fitness-Programmen aus und können darüber hinaus nur ungenügend mit den Joy Cons überwacht werden. Die Präzision der Joy Cons lässt generell eher zu wünschen übrig. Richtige Schläge werden manchmal zu früh gewertet bzw. einfach falsch erkannt, und falsche Schläge führen gern mal zur positiven Interpretation. Es ist zum Beispiel problemlos möglich, Schläge nach vorne und auch Uppercuts mit schnellen Schlägen nach unten zu bewerkstelligen. Sieht man darüber hinweg und arbeitet an seiner Körperhaltung, macht das Training jedoch durchaus Spaß.

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Vor jedem Training könnt ihr unbekannte Übungen unter Anleitung erlernen – ebenso praktisch wenn man schon Tage wieder dem Workout ferngeblieben ist und daher nicht mehr so genau weiß, was man machen muss. Nach erfolgreicher Arbeit ermittelt auch Fitness Boxing ähnlich Wii Fit oder Gehirnjogging ein passendes Alter. Eingeschätzt werden die Kandidaten zwischen 18 und 69 Jahre, wobei das Fitnessalter sehr großzügig berechnet wird. Uns hat das Spiel zumindest 10 Jahre jünger gemacht, da wollen wir uns nicht beschweren. Wer übrigens nicht gerne alleine trainiert, kann zusätzlich mit einem weiteren Partner Spaß haben. Einfach weitere Joy Cons an der Switch anschließen und der Spaß geht los.

Aber nicht alles ist Gold, was glänzt und so offenbaren sich nicht nur Schwächen von Anfang an, einige zeigen sich erst nach längeren Nutzung. Aufwärmen und Cooldown ist dasselbe Programm und könnte mehr Abwechslung sowie etwas tiefgründigere Fitnesstechniken vertragen. Letzteres gilt auch für die Trainings. Wesentlich effektiver waren da die Boxübungen in zum Beispiel Your Shape und ähnlichen Programmen. Darüber hinaus will die Musik nicht ganz mit den Trainings harmonieren. Oft müsst ihr immer flottere Schläge durchführen, während jedoch die Musik immer ruhiger wird. Es ist nicht wirklich abgestimmt und eine Dauerschleifen von 8 und mehr Minuten eines Songs sind auch nicht wirklich angenehm, vor allem da die Titel allesamt nur einfach und instrumental eingespielt wurden und eher weniger überzeugend wirken.

Neben der eher bescheiden Auswertung der Bewegungen, die einzig allein auf die Schlagtechnik bezogen wird, sorgt unter Umständen das Heimkino-Setup für den größten Dämpfer. Je nach System kommt es aufgrund Verzögerungen zwischen Sound, Bild und Eingabe zu Differenzen. In unserem Testlabor war Fitness Boxing geradezu unmöglich zu nutzen, da sämtliche Schläge von uns exakt auf den Takt wiedergegeben, laut dem Spiel dann doch eher daneben lagen. Nach etlichen Musikspielen auf dem Markt und mehrfachen Problemen diesbezüglich ist es unverständlich, dass dieser Fehler nicht per Konfiguration ausgeglichen werden kann. Wir mussten daher auf den winzigen Bildschirm der Switch ausweichen, was alles andere als angenehm ist.

 

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Bild 1 von 10

 

Getestete Version: Nintendo Switch

 

Unser Fazit

60 %

Ins Schwitzen kommt man mit Fitness Boxing alleweil und wenn ein erhöhter Kalorienverbrauch das Ziel ist, sorgen die täglichen Trainings sicherlich für das eine oder andere verlorene Pfund. Das eher nüchtern präsentierte Trainingsprogramm ist grundsolide, kommt aus dem Schatten großer Titel wie Wii Fit oder Your Shape aber nicht heraus. Dafür sorgt auch das weniger präzise Tracking mit den Joy Cons und die bisweilen eher abgehackten Bewegungen. Darüber hinaus ist die Musik weniger treibend als erwartet und wer zudem einen älteren TV hat oder eine komplexe Heimanlage, kämpft eventuell mit Lags und Problemen aufgrund Sound- und Bildverzögerungen. Wäre letzteres kompensierbar, hätte wir auch ein paar Punkte mehr vergeben.

Pro

  • + Tägliches Trainingsprogramm einstellbar ganz auf die Bedürfnisse des Spielers.
  • + Moderne Hintergrundmusik sorgt für mehr Motivation beim Training.
  • + Keine zusätzliche Hardware nötig, um sofort einzusteigen.
  • + Training auch für zwei Fitness-Begeisterte gleichzeitig.

Kontra

  • - Das Tracking mit den Joy Cons funktioniert nur sehr bescheiden. Fehlerkennung oder Cheaten möglich.
  • - Die Musik ist zwar modern, wurde jedoch nur instrumental eingespielt und wird gerne in minutenlanger Dauerschleifen präsentiert.
  • - Weniger Abwechslungsreiches Aufwärmen und Cooldown.
  • - Je nach Heimkino-Setup können Verzögerungen in Bild und Ton präzise Eingaben unmöglich machen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
60 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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