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Flottenmanöver – Test / Review

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Veröffentlicht 7. September 2016 | 13:43 Uhr von Alexander Winkel

Flottenmanoever-Battleship-Artwork

Wer kennt es nicht, das klassische “Flottenmanöver” oder auch “Schiffe versenken”. Ubisoft liefert uns eine virtuelle Version, die erstaunlich abwechslungsreich ausfällt, trotz der simplen Regeln. Auf Dauer kann das Spiel aber nicht motivieren, dazu sind zu viele kleine Fehler vorhanden.

Koordinaten ansagen, Treffer landen und das Schiff versenken. Ein einfaches kariertes Papier reichte in der hinteren Schulbank aus, um den langweiligen Deutschunterricht spannend zu gestallten. Zusammen mit Hasbro liefert uns Ubisoft nun eine virtuelle Variante, die das ganz klassische Spielvergnügen tatsächlich liefert – aber eigentlich eher als Gag bzw. zusätzlichem Modus. Das eigentliche Spiel wurde gewaltig erweitert und bietet uns nun mehrere unterschiedliche Flotten. Wollen wir als Pirat die Schiffe entern, mit den Orks lautstark brüllend angreifen oder doch eher auf Technologie setzen? Es gibt vier verschiedene Flotten die sich gewaltig unterschiedlich spielen.

flottenmanoever-screenshot-01

Das Grundprinzip bleibt dabei komplett unangetastet. Jede Flotte wird mit fünf verschiedenen Schiffen ausgestattet, die man vor Beginn der Schlacht verdeckt auf einem 10×10 großen Feld platziert. Bereits hier können durchaus verschiedene Strategien angegangen werden. Richte ich meine Schiffe eher am Rand aus, oder platziere ich sie auch in der Mitte? Alle dicht beieinander, oder möglichst weit auseinander ziehen? Vor allem gegen Spieler aus aller Welt ist die richtige Position doch recht spielbeeinflussend. Sobald der Feind die Strategie durchschaut hat, wird er gezielt die Koordinaten angreifen und somit schnell die Schiffe versenken.

Anschließend geht es in die Schlacht, in der man Runde und Runde den Feind attackiert. Leider zickt die Steuerung bisweilen bei der Wahl der Koordinaten. Da sollte man evtl. auf den Analogien Stick verzichten und nur mit dem Digitalkreuz spielen. Während in der klassischen Variante einfach nur eine Koordinate gesagt wird und entweder einen Treffer landet, oder eben das Projektil ins Wasser versenkt, spielt sich die Moderne Version unterhaltsamer. Die überarbeitete Spielweise bietet uns wesentlich mehr Tiefgang und recht gute strategische Möglichkeiten. Unterschiedliche Angriffe stehen zur Verfügung, die je nach gewählter Flotte gar variieren können und sich zumindest im Verbrauch der Ressourcen unterschieden. Dabei bekommt jeder Spieler pro Runde einige Ressourcen, die man entweder sammeln, oder direkt einsetzen kann.

flottenmanoever-screenshot-04

Zunächst gilt es den Feind ausfindig zu machen. Dazu werden die Schiffe zur Aufklärung eingesetzt. Man kann zum Beispiel ein Flugzeug quer über die Spielfläche schicken oder Ultraschallwellen eines U-Bootes einsetzen, um die Gegend zu erkunden. Auch Minen lassen sich platzieren und viele weitere Dinge anstellen. Außerdem, dafür werden dann andere Ressourcen
gebraucht, kann man angreifen. Auch hier gibt es alle Varianten und Möglichkeiten von Torpedos bis hin zu Luftangriffen. Alles wird nett animiert gezeigt, während auf dem Spielfeld entsprechende Koordinaten aufgedeckt und angegriffen werden. Das prekäre dabei ist, dass die Aktionen an Schiffe gebunden sind und hat der Feind diese vernichtet, können diese auch nicht mehr ausgeführt werden. Man ist daher in seiner Aktionsvielfalt davon abhängig, welche Schiffe noch einsatztauglich auf dem Meer tuckern.

Vor allem in der Kampagne lernt man die verschiedenen Flotten und deren Stärken wie auch Schwächen gut kennen. In 30 Missionen plus einem leider extrem langwierigen und unglaublich langweilig gehaltenen Tutorial wird man sämtliche Situationen durchleben. Knappe Ressourcen, übermächtige Gegner, bereits teilweise erkundete Spielfelder. Es kann ziemlich knifflig werden, da der Computer manchmal zielgenau arbeitet und mit fast jedem Schuss einen Treffer landet. Frustrierend ist das allemal. Andererseits stellt er sich auch oft zum Schluss hin dann vollkommen dämlich an und ballert mitten ins Nirgendwo, obwohl er durch die Erkundung den letzten Rest der Gegnerflotte bereits aufgedeckt hat. Und ein weiteres Problem tut sich auf Dauer auf: manche der Flotten sind deutlich stärker als andere, was sich auch auf den Mehrspielermodus gewaltig auswirkt.

Die Kampagne ist nett und motiviert ein paar Stunden. Darüber hinaus sind weitere Duelle gegen den Computer eher langweilig. Viel interessanter ist es, gegen andere Spieler aus aller Welt anzutreten. Leider kommen Spiele nur selten Zustande und so manche Spielfehler und Bugs sorgen dafür, dass ein vernünftiges Duelle kaum möglich ist. Zum Beispiel kann es passieren, dass man zwar am Zug ist, aber keine Aktionen ausführen kann. Pech gehabt und an den Gegner weiter geben. Bis dato hat man diese Probleme nicht behoben. Wer stattdessen aber ein privates Match arrangiert, wird durchaus kurzweilige Unterhaltung geboten bekommt. Falls hier einer der Spielfehler auftritt, kann man sich entsprechend verständigen und somit zu einer fairen Lösung kommen.

flottenmanoever-screenshot-03

 

Unser Fazit

65 %

Es ist erstaunlich, was Ubisoft aus dem simplen Flottenmanöver herausgeholt hat. Dank der unterschiedlichen Flotten, Ressourcen für die Aufklärung und den Angriff sowie den taktischen Waffensystemen der unterschiedlichen Schiffe kommt tatsächlich sowas wie Strategie auf. Es ist kein simples aufsagen von Koordinaten, um irgendwie per Zufall die Schiffe der Gegner zu entdecken, man kann bedacht und mit einem Ziel vor Augen vorgehen. Das macht alleine Laune, solange man die teilweise knifflige Kampagne abarbeitet und online gegen einen Freund. Leider sorgen technische Probleme im Mehrspielermodus für herben Frust gegen fremde Spieler und alleine ist recht bald die Luft dann raus. Dennoch, eine prinzipiell gute Umsetzung des klassischen Spiels.

Pro

  • + Vier völlig unterschiedliche Flotten
  • + Jedes Schiff bietet unterschiedliche Aufklärungsmanöver und Angriffe
  • + Dadurch entsteht recht viel Tiefgang in einem doch recht simplen Spielfluss
  • + Umfangreiche Kampagne, die auch bisweilen ganz knackig werden kann
  • + Kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch im Duell gegen Freunde

Kontra

  • - Manche Flotten unterliegen anderen aber gewaltig, was dazu führt, dass man online immer dieselbe spielen wird
  • - Schwankender Schwierigkeitsgrad, der bisweilen extrem nervig werden kann
  • - Probleme in der Steuerung bei der Wahl der Koordinaten
  • - Online bereits jetzt nicht wirklich viel mehr los
  • - Was unter anderem auch auf extrem unschöne Bugs zurückzuführen ist

Unsere Bewertung

Grafik
 
35 %
Sound
 
55 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

  • Cord sagt:

    im Playstation Store steht:
    Kompatibel mit SingStar®-Mikrofon
    Kompatibel mit PlayStation®Camera
    hat das Spiel jetzt eine Sprachsteuerung oder nicht?
    Gruß Cord

  • Perfect007 sagt:

    Kann ich leider nicht direkt beantworten, da nur die Xbox One Fassung vorliegt. Aber in dieser wird weder die Kinect Kamera eingebunden, noch scheint es eine Sprachsteuerung zu geben. Macht auch wenig Sinn, eine Sprachsteuerung zu haben, weil man die Koordinaten selber gar nicht wirklich sieht. Also man sagt nicht A5 oder so, sondern sucht sich einfach das Kästchen aus.

  • Cord sagt:

    schade! ich verstehe nicht, warum bei solcher Art von Spielen keine Sprachsteuerung eingebaut wird!
    Hätte ich mir sofort gekauft! ^^

  • Marcel sagt:

    Also auf die Sprachsteuerung kann ich gut verzichten. Würde auch gerne die Animationen abstellen :D

  • Perfect007 sagt:

    Ja.. Die sin manchmal etwas langsam.

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