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Fragments of Him – Test / Review

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Veröffentlicht 10. Juni 2016 | 14:01 Uhr von Fabrice

Fragments_of_Him

In der heutigen Zeit kann fast jeder mit einer guten Idee, ein wenig Budget und genug Zeit ein Spiel entwickeln. Zum guten Glück leben wir in einer solchen Zeit, denn viele unabhängige Entwickler beweisen immer wieder aufs neue, dass sie Ideen haben und Geschichten erzählen können, die für viel Spaß sorgen oder zum Nachdenken anregen können.

Fragments of Him, vom holländischen Studio Sassybot, fällt in die zweite Kategorie. Es ist eine interaktive Geschichte, in der es um Themen die das Leben und den Tod betreffen, geht. Wir haben uns für euch Fragments of Him auf der Xbox One genauer angeschaut!

Was du heute kannst besorgen…

Will ist ein junger Mann in der Blüte seines Lebens. Gewisse Aspekte seines Lebens sind ihm ein wenig zu sehr zur Routine geworden, aber er hat die Liebe seines Lebens an seiner Seite und ist, im Großen und Ganzen, zufrieden. Er hat sich dazu entschlossen, um die Hand seines Freundes anzuhalten, um endlich den nächsten Schritt zu wagen. Und im nächsten Moment gerät Will in einen tödlichen Autounfall.

Fragments of Him ist eine interaktive Geschichte, die sich um das bisherige, das aktuelle und das zukünftige Leben von Will dreht. Man hat die Kontrolle über eine körperlose Gestalt, welche mit Will und ihm nahe stehenden Personen aus seinem Leben interagieren kann, um Schlüsselmomente mitzuerleben. Dabei lernt man sowohl über ihn selber, als auch über die Menschen aus seinem Umfeld immer mehr. Neben Will sind das seine Großmutter, die mitgeholfen hat ihn groß zu ziehen, seine Ex-Freundin aus Unizeiten und sein aktueller Freund, den er heiraten möchte.

Wirkliches Gameplay gibt es nicht. Es geht um die Geschichte die sich nach und nach entfaltet, was Ähnlichkeiten zu einem Film mit sich bringt. Die Spielzeit von etwa zwei Stunden verstärkt diesen Eindruck noch mehr. Um die Story voran zu treiben, muss man mit in der Spielwelt hervorgehobenen Gegenständen und Personen interagieren. Mit jeder Interaktion wird eine Szene gestartet, die man beobachten kann. Man erlebt die Szene aus der Sicht der aktuellen Person mit. Gewisse Szenen, in denen mehrere der Hauptfiguren anwesend sind, werden dafür mehrmals besucht. Mit der Zeit ergibt sich ein immer komplexeres Bild der Geschichte. Insbesondere das Bild von Will wird im Laufe der Spielzeit immer deutlicher und seine Persönlichkeit wird immer klarer definiert. Dieser Prozess ist extrem spannend. Die Figuren und ihre Motive haben genug Zeit um sich zu entfalten. Sie sind glaubhaft dargestellt und man bekommt nie das Gefühl, dass sie nur da sind um die Handlung in eine bestimmte Richtung zu treiben. Alles was man miterlebt, teilweise mehr, teilweise minder wichtig, ist ein integraler Bestandteil der Geschichte.

Diese ist sehr kraftvoll und dreht sich um schwere, nicht allzu angenehme Themen. Homophobie, Verlust und Eifersucht sind keine Gefühle die man allzu gerne empfinden möchte. Es wird zum guten Glück stilvoll damit umgegangen und es wirkt zu keinem Zeitpunkt künstlich oder um einen Schockeffekt auszulösen.

fragments_of_him-05

… das verschiebe nicht auf morgen!

An der Geschichte an sich gibt es wenig auszusetzen. Der eingangs erwähnte filmische Eindruck ist aber eher Nachteilhaft. Nur in einer handvoll von Fällen hat man die Wahl, wie man mit der Story fortfahren will. In der Regel gibt es genau eine Interaktionsmöglichkeit. Löst man diese nicht aus, dann geht es auch nicht weiter. Es suggeriert eine Form von Interaktion, die nicht vorhanden ist. Die Story ist linear und einen Einfluss auf sie hat man nicht. Die Linearität ist dabei nicht das Problem. Es kommt aber nie das Gefühl auf, als entdecke man die Geschichte. Man wohnt Szene um Szene bei, erlebt eine hervorragende Geschichte und das wars. Interaktiv daran ist nur, dass man selber den Trigger für die nächste Szene auslöst.

Das Spiel als Medium trägt dabei nichts zum Erlebnis bei. Zumindest in der Theorie hätte Fragments of Him als Film genau so gut funktioniert wie als Spiel.

Neben der Geschichte verdient die englische Sprachausgabe ein besonderes Lob. Alle Sprecher liefern eine exzellente Leistung ab und erwecken die Figuren erst richtig zum Leben. Das ist wichtig, denn der Grafikstil ist speziell. Er ist eher grob, farblos und nicht allzu detailliert. Besonders die Menschen haben fast schon etwas Schaufensterpuppenartiges an sich. Im ersten Moment wirkt es eigentümlich. Gewöhnt man sich erst einmal daran, ist es überhaupt nicht stören und gibt der ganzen Erfahrung eine ganz besondere Note.

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Unser Fazit

68 %

Ob es als Spiel funktioniert und ob es wirklich das richtige Medium ist, ist sicher fragwürdig. Es ändert jedoch überhaupt nichts an der Tatsache, dass in Fragments of Him eine sehr gute und sehr emotionale Geschichte über das Leben, den Tod, Verlust und Trauer erzählt wird. Es ist nicht mehr als eine Sammlung von Szenen die man, hauptsächlich, als passiver Zuschauer miterleben darf. Wer sich mit diesem Gedanken anfreunden kann, bekommt eine unvergleichliche Erfahrung geboten, die zumindest uns sehr berührt hat.

Pro

  • + Tiefgründige Geschichte
  • + Authentische Charaktere
  • + Sehr gute, englische Sprachausgabe

Kontra

  • - Wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • - Nutzt kaum Gameplay um das Erlebnis einzigartiger zu machen

Unsere Bewertung

Grafik
 
72 %
Sound
 
76 %
Steuerung
 
00 %
Gameplay
 
40 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
82 %

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