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Game of Thrones – Episode 1 “Iron from Ice” Test / Review

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Veröffentlicht 19. Mai 2015 | 13:34 Uhr von Marc Wunder

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Telltale Games, die Meister im versoften von Filmlizenzen sind zurück. Und diesmal haben sie sich eine der wohl derzeit populärsten Serien überhaupt vorgenommen. Ob diese erste von sechs Episoden dieses  Adventures die Dramatik der Vorlage erreichen kann, klärt dieser Test.

Verrat im Schatten der Roten Hochzeit

Das Adventure beginnt in einem Heerlager vor den Twins, der mächtigen Doppelfestung der Freys, zum Zeitpunkt der „Roten Hochzeit“. Dies ist zeitlich mitten in Staffel 3 der Fernsehserie einzuordnen. Der Spieler verkörpert Gared Tuttle, den Knappen von Lord Gregor Forrester. Auch mit zugegen ist der erstgeborene Sohn Rodrik Forrester. Während die Soldaten ausgelassen feiern, kommt es zum Verrat durch Lord Walder Frey und Roose Bolton. Im anschließenden Kampf, bei dem man als Spieler wieder die üblichen Quick-Time-Events bestreiten muss, werden Rodrik und Gregor tödlich verwundet. Gared Tuttle wurde es zur Aufgabe gemacht, Gregors Schwert zurück nach Ironrath, der Festung von Haus Forrester, zu bringen. Da er aber auf dem Weg dahin aus Notwehr einen Mord begeht, wird er anschließend in die Verbannung an die Mauer im Norden gesendet.

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Eine Familie

Nach der Roten Hochzeit ist der Verräter Roose Bolton zum neuen Wächter des Nordens avanciert. Diese Stellung ausnutzend möchte er sich natürlich so schnell wie möglich mit Hilfe der Whitehalls Ironrath mit seinem reichen Vorrat an Eisenholz einverleiben. Da Gregor und Rodrik tot sind und der zweitälteste Sohn Asher ins Exil geschickt wurde, ist es nun die Aufgabe von Ethan, der kaum dem Kindesalter entwachsen ist, Lord des Hauses Forrester zu werden. Der Spieler übernimmt nun abwechseln die Rollen von Ethan, Gared welcher sich an der Mauer erwehren muss und Mira, die älteste Tochter der Forresters, die in King’s Landing als Kammerfrau von Lady Margaery vom Hause Tyrell dient.

Im Verlauf der ca. zwei Stunden langen Episode muss der Spieler in duzenden Gesprächen wichtige Entscheidungen treffen. Wem kann ich vertrauen? Soll ich mich den Whitehalls unterwerfen oder meinen Stolz bewahren? Wer soll Ethans persönlicher Leibwächter werden? Was kann Gared an der Mauer ausrichten? Soll ich Lady Margaery um Hilfe bitten, auch wenn ich den Zorn von Cersei und Tyron – den derzeitigen Regenten- auf mich ziehe?

Dramaturgie und Dialoge sind exzellent gelungen. Man spielt förmlich eine Folge Game of Thrones. Man kann sich nie sicher sein, ob man nun die richtige Entscheidung getroffen hat. Die Folgen dieser Entscheidungen, ob nun positiv oder negativ, werden auch konsequent durchgezogen – manchmal sogar mit fatalen Konsequenzen. Wie schon im Serienvorbild kann man sich nie sicher sein, wer stirbt und wer überlebt. Episode 1 endet sogleich auch mit einem Paukenschlag, der sich nach all den Happy Ends der Videospiele der letzte Zeit anfühlt, wie ein Schlag in die Magengrube.

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Story hui, Gameplay pfui

So gut das Storytelling auch ist, spielerisch gibt sich Telltale Games minimalistisch wie eh und je. Die meiste Zeit verbringt man damit, Dialogen zu lauschen und zwischen Antwortmöglichkeiten zu wählen. Hier und da werden einige Geschicklichkeitspassagen eingestreut, die man per Quick-Time-Events bewältigt. Abschnitte, in denen man sich frei bewegen kann sind rar gesät und zudem kaum größer als ein Raum. Gerade King’s Landing hätte sich geradezu für Erkundungstouren angeboten. Schade darum. Und selbst in diesen seltenen Abschnitten sind die Interaktionsmöglichkeiten arg begrenzt. Ein paar Gegenstände untersuchen. Ein paar optionale Gespräche führen -  das wars.

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Optisch hat sich im Vergleich zu früheren Telltale-Spielen nur wenig getan. Man hat sich etwas von der Cell-Shading-Optik eines Walking Dead distanziert und ist mehr in Richtung einer realistischen Darstellung gegangen. Dies ist auch gut so. Die meisten Gesichter sind sehr detailliert gelungen. Gerade die aus der Serie bekannten Figuren wie Tyron haben einen enorm hohen Wiedererkennungswert. Die meisten Hintergründe sind allerdings sehr verwaschen und detailarm geworden. Man merkt, dass die Engine einfach nicht mehr die Neuste ist. Gut gelungen ist hingegen das Sounddesign und der Soundtrack. Auch die englische Synchronisierung klingt perfekt! Da viele Charaktere sogar mit Akzent sprechen, sind die zuschaltbaren, englischen Untertitel sehr hilfreich.

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Unser Fazit

84 %

Bei Game of Thrones arbeitet Telltale Games wieder mit ihrer bewährten Formel. Während Dialoge und Story wendungsreich und mitreißend sind, krankt das Game am minimalistischen Gameplay. Gerade Konkurrenzprodukte wie Life is Strange zeigen doch, dass sich Gameplay und Handlung nicht ausschließen müssen. Trotz dieser Mängel ist Game of Thrones: Iron from Ice ein gelungener Einstieg in diese Staffel und ist jedem Fan der Bücher und der Serie wärmstens an Herz gelegt. Selten hatten getroffene Entscheidungen so einschneidende Konsequenzen wie hier.

Pro

  • + geniale Story
  • + gute (englische) Synchronisation
  • + tolle Dialoge
  • + Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen

Kontra

  • - wenige Bewegungsfreiheit, keine Erkundungen
  • - Optik altbacken
  • - wenig Innovationen, altbekanntes Telltale-Gameplay
  • - keine deutschen Texte

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
68 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
88 %

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