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Gears of War 4 – Test / Review

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Veröffentlicht 6. Oktober 2016 | 9:01 Uhr von Sandra

Letzte Änderung 17. Februar 2017

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Ja verdammt, Zeit wird es, dass Microsofts Xbox One mit Gears of War 4 endlich den Deckungs-Shooter schlechthin auch als eigenständige Version spendiert bekommt und nicht nur die via Abwärtskompatibilität spielbaren Teile eins bis drei inklusive Judgment oder das grafisch aufgehübschte Ultimate Edition-Paket. Schon klar, gut Ding will Weile haben… stimmt schon, aber warten kann eben auch mitunter zermürbend sein, vor allem wenn es immer wieder Appetit anregende Schmanckerl zum Anschauen gibt, ohne dass man selbst eingreifen kann. Aber das Ausharren ist Gott sei Dank vorbei und die Gears of War-Franchise wird mit einer im doppelten Wortsinn neuen Generation vorangetrieben.

25 Jahre später…

Die Locust auf Sera sind besiegt, Imulsions-Waffe sei Dank. Wer aber jetzt denkt, dass die wenigen Hundertausend Menschen, die noch leben, eine friedliche Existenz anstreben, irrt. Ausreißer hat es eben immer und in dem Fall sind es die Befehlshaber der KOR, die dafür gesorgt haben, das die Überlebenden in Siedlungen zusammengetrieben wurden und von Mauern umringt ihr Dasein fristen. Wer sich nicht arrangiert, ist frustriert. Kein Wunder also, dass sich Widerstand formiert, der sich Freiheit und Unabhängigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Am Ende eine Konstellation, da Konfrontation vorprogrammiert ist. Der Widerstand benötigt Vorräte und Treibstoff, die in der Regel durch Plünderung auch der KOR-Siedlungen beschafft werden und die KORs haben natürlich was dagegen. Und ganz nebenbei gibt es noch die üblichen Machenschaften einiger Machtbesessener, die ihr ganz eigenes Süppchen kochen.

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Gears of War 4 startet unaufgeregt, mit wenig Schnick und Schnack und verzichtet nicht nur an dieser Stelle auf ausladende Sequenzen. Stattdessen gibt es im Zug einer Festivität einen von Ministerin Jinn moderierten Rückblick auf bisherige Ereignisse. Sozusagen Gears of War eins bis drei in spielbarem Schnelldurchlauf. Ein nettes kleines Goodie für all diejenigen, die ggf. die ersten Teile noch nicht gespielt und mit Gears of War 4 ihren allerersten Einsatz haben. Die Pendulum-Kriege werden dabei ebenso angesprochen wie der Locust-Krieg oder auch der Emergence Day und die Lambent-Plage.

Während dieser Flashbacks gibt es auch nochmals ein Wiedersehen mit unter anderem Domenico „Dom“ Santiano, der, gestandene Gears wissen Bescheid, zu den melancholischen Klängen von „Mad World“ in der Fassung von Gary Jules & Michael Andrews in Gears of War 3 seinen letzten Weg bestritt. In weiteren Rückblicken tauchen auch noch Colonel Hoffman oder auch Augustus „Cole Train“ Cole auf. Selbstredend fehlen Brumak, Corpser und Co. ebenfalls nicht während des Blicks zurück und erinnern nochmals daran, dass sie uns so manches Mal das Leben echt schwer gemacht haben. Die Gastauftritte der inzwischen alten Garde sind zweifelsfrei gelungen und ein Stück weit ein Bindeglied dafür den Übergang vom Vergangenen zum Neuen zu schaffen. Und spielt ihr im Prolog die Rückblicksabschnitte noch mit wechselnden Charakteren als auch verschiedenen Waffen, steuert ihr, solo, in den gesamt fünf Akten unterteilt in 24 Kapitel mehrheitlich den Fenix-Nachwuchs.

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Der alte Mann und die jungen Wilden

Genug der Rührseligkeit und den Blick nach vorne gerichtet. Da sind sie also, James Dominic „JD“ Fenix, Sohn von Marcus Fenix und Anya Stroud. Ein kleiner Heißsporn und ehemaliger KOR. Zusammen mit Delmont „Del“ Walker diente der junge Fenix, bevor er jedoch beschloss sich in Folge der beginnenden Freundschaft mit Kait Diaz den Nonkons anzuschließen. Kein Wunder, dass die KOR und auch die Ministerin etwas dagegen haben. Folglich stehen infiltrieren, Gegner erledigen und Machenschaften auf die Spur kommen auf dem Programm. Eine gute Gelegenheit Mister Gears of War himself ins Spiels zu bringen, und zwar sprichwörtlich: Marcus Fenix. Der alte Haudegen hat nichts verlernt und ist nach wie vor ein probater Kamerad, den man im Kampf gerne an seiner Seite hat. Die Sticheleien zwischen Marcus und Sohnemann JD sind mitunter lustig und liefern, in Happen serviert, Aufschluss darüber, was in den letzten 25 Jahren bei vor allem der Familie Fenix passiert ist.

Auch mit JD, Kait, Del und Alt-KOR-Meister Marcus bleibt The Coalition den Gears-Wurzeln sowie bisher eingeschlagenen Bahnen treu und liefert Altbewährtes, garniert mit einer Prise Neuheit hier und einer kleinen Anpassung dort. Gears of War 4 schleust einen gewohnt durch die verschieden großen, meistens aber überschaubaren Areale, die sich in zumeist recht abwechslungsreiche mal mehr, mal weniger detaillierte Innen- und Außenareale unterteilen. Dazu gibt es eine ordentliche Portion neue Gegnertypen, allen voran die DeeBees, die sich in unterschiedlichen Varianten in den Weg stellen und euch nach dem Leben trachten. Ein Stück weit erinnern diese mechanischen Zeitgenossen an eine Mischung aus „I, Robot“ trifft „Transformers“-Gesellen. Die bewaffneten zweibeinigen Blechbüchsen treten in der Regel in Gruppen auf, agieren, zumindest auf den niedrigeren Schwierigkeitsstufen wenig intelligent. Das Gleiche gilt auch für Verfolger und Wächter, sozusagen die Begleiter der DeeBees. Während Wächter so etwas wie fliegende Drohnen sind, haben die Verfolger den Platz der Zecken eingenommen. Die rollenden Metallkugeln sind allerdings ähnlich nervig wie die einstigen Krabbler und neigen natürlich auch dazu in der Nähe von euch mit einem ordentlichen Blast zu explodieren.

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Locust-Massengrab und mutiertes Getier

Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die Gegnerarten erweitert und es gesellen sich unter anderem Schwarm, Springer oder auch Häscher dazu. Die Herkunft als auch insbesondere deren Fähigkeiten, oder sollten wir eher sagen Nutzen, ist ein Stück weit an die Story geknüpft, sodass wir keine Details über diese Zeitgenossen preis geben – erlebt das einfach selbst. Es sei jedoch so viel verraten: Gekillt werden können sie alle!

Das Widersacher erledigen ist ohnehin ein zentrales Element, abseits des soweit brauchbaren Versuchs eine Geschichte in einen Shooter zu integrieren, der auch als „perfekter B-Movie mit feinstem Trash-Faktor“ durch gewinkt werden kann. Das Arsenal an Waffen kann sich sehen lassen und sollte jeden Gears-Fan zufrieden stellen. Die bekannten Kandidaten wie Lancer, Boltok, Gnasher, Hammerburst II oder auch Mulcher und Snub Pistole geben sich ebenso die Ehre wie einige neue Schießeisen, darunter die Embar, eine Art Scharfschützengewehr  sowie die Overkill (Maschinengewehr). Die Granaten haben auch mit der Schockgranate auch Zuwachs bekommen. Ergänzt werden die Ballermänner vom Kampfmesser, auf das ihr bei der Anwendung eines neuen Moves zurückgreifen könnt. Sobald ihr in der Lage seid einen Gegner über eine Deckung zu euch rüber zu ziehen, richtet ihr ihn mit einem gezielten Stich hin. Rüberziehen und Hinrichten nennt sich das Ganze und dürfte insbesondere für die Spieler unter euch interessant sein, die eben gerne aus der Deckung heraus spielen und weniger auf Rambo machen. Was ihr natürlich auch tun könnt, zumindest einmal auf niedrigem Schwierigkeitsgrad.

Während ihr unter anderem ein Locust-Massengrab ausfindig machen müsst, seid ihr nicht nur zu Fuß unterwegs, sondern beweist beispielsweise euer Zweirad-Geschick, während ihr durch die Pampa heizt und große fliegende KOR-Einheiten aus der Luft holt oder dann und wann den inzwischen üblichen Sturmfronten, die sehr gefährlich werden können, trotzt. Außerdem habt ihr die Chance während der Story schon einmal auszuprobieren, wie der Fabrikator, euer Waffen- und Equipment-Ausrüster im Horde-Modus, funktioniert – kurzes Horde-Intermezzo inklusive.

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Kriegstagebuch, Bänder und Sammelitems

Die Kapitel sind linear, die Abschnitte überschaubar gehalten, was aber nicht heißt, dass es nicht doch Grund gibt sich hinreichend umzuschauen, um die zahlreichen Sammelitems, bestehend aus unter anderem Plakaten, Berichten und KOR-Marken, aufzuspüren. Allerdings hat es The Coaltion dieses Mal etwas schwieriger gestaltet, denn das berühmte Crimson Omen, bisher stets in der Nähe von Sammelobjekten als Hinweis auf selbiges auszumachen, ist nicht mehr mit von der Partie. Folglich solltet ihr die Augen offen halten und etwas genauer hinschauen, wenn es blinkt oder wenn eine kleine 2D-Lupe auftauchen sollte. Eine Übersicht über alle gefundenen Sammelobjekte liefert das wieder vorhandene Kriegstagebuch, dem ihr zudem weitere Statistiken als auch Spiel-relevante Infos, darunter erneut eine Vielzahl an Bändern, die ihr für bestimmte Aktionen im Mehrspieler verliehen bekommt, entnehmen könnt.

Gears of War 4 wird zudem als Play Anywhere-Titel veröffentlicht, da ihr den Third-Person-Shooter nur einmal kaufen müsst, infolge aber auf zwei Systemen (Windows 10 PC, Xbox One) spielen könnt. Das setzt voraus, sofern ihr das Feature nutzen wollt, dass ihr Gears of War 4 auf beide System herunterladet und entsprechend installiert. Im Anschluss könnt ihr beispielsweise mit den Gears auf Xbox One starten und auf dem PC fortsetzen. Speicherstände werden in der Cloud hinterlegt und sind auf diese Weise für beide Geräte verfügbar.

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Unser Fazit

83 %

Kurz und gut: Das Warten hat sich gelohnt! Gears-Fans bekommen mit Gears of War 4, dass was sie erwarten: Einen spielbaren B-Movie mit abstruser, wenn auch irgendwie nachvollziehbarer Geschichte, die am Ende aber sowieso keinen interessiert. Davon abgesehen ist ohnehin viel wichtiger, dass der Fortbestand der Gears gesichert ist und es auch zukünftig, solange wir Gears-Fans das wollen, die Lancer geschultert und Gegner verschiedenster Art gemetzelt werden können. Und genau das bietet Gears of War 4: Lineare Strukturen, die hier und da mal einen Schritt nach rechts oder links erlauben, ansonsten den Fokus aber darauf lenken verschiedene mechanische und mutierte Monster-Gegner mit unterschiedlichen Waffen zu erledigen. Dazu serviert The Coalition gekonnten Trash-Sinnlos-Talk vom Feinsten, dargeboten von zumeist bekannten Synchronsprechern. Wer wird nicht schwach angesichts eines überzeugten „hab dich“, just in dem Moment da JD oder Kollegen Munitionsnachschub aufheben? Gears of War 4 fühlt sich einfach vertraut an und liefert gleichzeitig die nötige Portion Neues, um dem gestandenen Gearsianer für zahlreiche Wochen, wenn nicht gar Monate zu unterhalten. Und wenn dann auch der Mehrspieler das hält, was er theoretisch schon jetzt auf dem Papier verspricht, dann setzt The Coaltion mit Gears of War 4 die KOR-Tradition in gekonnter Manier fort.

Pro

  • + umfangreiche Story: 5 Akte a 24 Kapitel
  • + gut funktionierende Steuerung
  • + A-Tasten-Move modifiziert und vereinfacht
  • + SchleFaz-würdige Dialoge
  • + neue Waffen
  • + neue Gegner
  • + abwechslungsreiche Abschnitte
  • + Wiedersehen mit alten Bekannten
  • + Einführung neuer Figuren
  • + flüssige Animationen
  • + Kriegstagebuch
  • + stimmige FX-Sounds und ordentliche Sprachausgabe
  • + Couch-Koop (Splitscreen)

Kontra

  • - wenig Interaktionsmöglichkeiten in denUmgebungen
  • - Texturschwächen
  • - Proportionen der Charakter nicht stimmig (kleiner Kopf, große Hände)
  • - KI auf niedrigem/mittlerem Schwierigkeitsgrad wenig fordernd

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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