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Gears of War Ultimate Edition – Test / Review

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Veröffentlicht 24. August 2015 | 9:01 Uhr von Sandra

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Erst waren es Gerüchte, die sich – zugegeben – sehr hartnäckig gehalten haben. Von einem Gears of War Reboot war die Rede ebenso wie von einem Remake. Dass ein eher verhaltenes Dementi seitens Microsoft als Reaktion auf die Gerüchte für Klarheit sorgen sollte, bewirkte am Ende eher das Gegenteil. Und dann kam die E3 2015 Messe und der „Hurra“-Moment für so viele Fans: Microsoft enthüllte endlich offiziell die Gears of War: Ultimate Edition, ein Remake des ersten Gears of War aus dem Jahr 2006, natürlich gepaart mit dem Versprechen das Ganze nicht nur ordentlich aufgehübscht für Xbox One zu servieren.

Ein kurzer Blick zurück

Gears of War ist ein Erfolgsprojekt durch und durch und entstand seinerzeit bei Epic Games mit Cliff „Cliffy B.“ Bleszinski als zuständigem Lead Designer. Das für die Unreal Engine sowie Unreal Tournament Serie bekannte Entwicklerstudio lieferte 2006 mit Gears of War Konsolen exklusiv für Xbox 360 einen sogenannten Team-basierten Deckungs-Shooter ab. Gemixt wurden Spiel relevante Elemente, die in anderen Titeln bereits jeweils für sich einzeln betrachtet zum Einsatz kamen und für Gears of War schließlich gekonnt verbunden wurden. Maßgeblich hat sich Epic Games für Gears of War bei Bionic Commando (Capcom), Kill Switch (Bandai Namco) sowie Resident Evil 4 (Capcom) inspirieren lassen und damit die erfolgreichste Xbox 360 Franchise, bestehend aus Gears of War 1-3 sowie Gears of War: Judgment, geschaffen. 2014 schließlich verkaufte Epic Games die Gears of War IP an Microsoft. Die Redmonder verkündeten nach dieser Übernahme, dass die Black Tusk Studios fortan für die Betreuung sowie Entwicklung kommender Gears of War Spiele zuständig sei. Mit Übernahme der IP gewann Microsoft zudem Rod Fergusson, der ebenfalls an den ersten drei Gears of War-Teilen mitgewirkt hat, als Mitarbeiter. 2015 schließlich, im Vorfeld der E3 2015, gab Studioleiter Fergusson bekannt, dass aus Microsoft Vanconver und Black Tusk Studios The Coalition wurde, die fortan für Gears of War: Ultimate Edition und natürlich auch für das kommende Gears of War 4 Entwickler seitig verantwortlich sind.

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Wehe, wenn die Locust losgelassen …

79 Jahre dauern bereits die Pendulum-Kriege auf dem Planeten Sera, als die Menschen am E-Day von den Locust angegriffen werden. Schnell stellen die Menschen fest, dass sie zusammenhalten müssen und schließen sich im KOR-Bündnis (Koalition der ordentlichen Regierungen) zusammen, um den neuen gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Aber die Locust sind clever und ausdauernd. Nach 14 Jahren befinden sich die Menschen am Rande des Abgrunds. Um sich der Vernichtung zu widersetzen, werden die Gears of War, die Kämpfer der KOR-Infanterie, als scheinbar einzig rettender Anker an die Front geschickt.

In der Rolle des Marcus Fenix erlebt ihr zu Beginn des Spiels im Gefängnis The Slab, dass ihr von eurem Freund Dominic Santiago befreit werdet. Da ihr ein paar Jahre zuvor einen direkten Befehl verweigert und euer eigenes Ding gemacht habt, seid ihr in der Konsequenz im Gefängnis im Hochsicherheitstrakt gelandet. Nur gut, dass Colonel Hoffmann sowas wie Gnade vor Recht ergehen lässt – na ja, zumindest einmal fast. Aber das spielt am Ende für euch auch kein Rolle, cholerischer Vorgesetzter hin oder her, denn euer Auftrag steht fest: Einen Weg finden die Locust dahin zu schicken, wo sie her gekommen sind.

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KOR-Marken, Schwierigkeitsgrad und die lieben Kollegen

Generell einmal macht ihr, sofern ihr Gears of War Teil 1-Wiederholungstäter seid, nicht viel anders, als ihr es 2006 schon getan habt. Mit Waffe im Anschlag und an der Seite von Dom, später gesellen sich noch Damon S. Baird, Augustus Cole und Anya Stroud, allerdings mehr akustisch den optisch, hinzu, tretet ihr gemeinsam den aus der Erde kriechenden Mistviechern gehörig in den Allerwertesten. Dass euch die Widerlinge das nicht einfach machen, liegt auf der Hand. Wobei, im direkten Versionsvergleich – 2006-er Fassung vs. 2015-er Fassung – ist das Remake leichter. Nicht nur, dass ihr gesamt nicht drei, sondern vier verschiedene Schwierigkeitsstufen zur Auswahl habt, Einfach, Normal, Hardcore und Wahnsinnig, das – wir sagen mal – neue Normal ist sogar noch einfacher als das damalige Einfach (Casual). Überdies könnt ihr auch, wenn euch der Sinn danach steht, direkt auf Wahnsinnig anfangen, denn diese Stufe muss nicht erst freigespielt werden. Außerdem ist Wahnsinnig ebenfalls etwas einfacher ausgefallen, so dass die eine oder andere Fruststelle, die Gears of War zu bieten hat, stressfreier absolviert werden kann.

Wie gehabt könnt ihr allein oder im Koop, maximal jedoch zu zweit, auf Locust Jagd gehen. Ob ihr das via Splittscreen, dabei müsst ihr angepasste Seitenverhältnisse in Kauf nehmen, was ein wenig an das gute, alte 4:3-Format erinnert, System-Link oder Online macht, bleibt euch überlassen. Der Vorteil von Splittscreen und System-Link: Ihr braucht keine Gold-Mitgliedschaft, die für die Online-Variante jedoch wieder Pflicht ist.

Marcus Fenix seine Geschichte ist linear aufgebaut und ihr werdet euch selten bis gar nicht verlaufen, nicht einmal dann, wenn ihr euch auf die Suche nach den Sammelitems (KOR-Marken) macht. Diese könnt ihr wesentlich leichter erkennen, da die Marken jetzt hellblau leuchten und in Kombination mit dem roten Crimson Omen so gut wie direkt ins Auge stechen. Das die Hundemarken meistens in unmittelbarer Nähe der Wege zu finden sind, die ihr ohnehin gehen müsst, lässt das Sammeln müssen als weniger lästig erscheinen. Gesammelte Marken schalten, je nach erreichter Menge, maximal 33 sind möglich, Story ergänzende Comics frei.

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Fast alles gleich, nur hübscher

Gehen wir davon aus, dass ihr seinerzeit – und vielleicht auch heute noch – Gears of War gesuchtet habt, und das nicht nur im Mehrspieler, sondern auch die Kampagne, dann wird euch schon direkt beim Anschauen des Intros auffallen „hoppala, das ist ja anders“. Ja, genau das ist es – und auch wieder nicht. Die Geschichte, der Opener inklusive, ist Eins-zu-Eins gleich, aber The Coalition hat es sich nicht nehmen lassen die Blickwinkel ein wenig zu verändern, Situationen etwas anders einzufangen und dem Ganzen natürlich noch eine tierische Schippe Bombast zu verpassen. Das gilt mehrheitlich für fast alle Zwischensequenzen, die in Gears of War enthalten sind. Hinzu kommt, dass die Entwickler nicht nur die Texturen ordentlich poliert haben. The Coalition hat auch einige Filter im Einsatz, dazu die Auflösung nach oben geschraubt, die Framerate angehoben als auch stabilisiert und fertig ist ein frischeres, satteres und detailliertes Aussehen.

Gleiches gilt auch für die deutlich sichtbareren Partikel- als auch Licht/Schatten-Effekte. Feuer lodert heller, intensiver und zudem realistischer. Mücken, die ihr Kreise um Lichtquellen ziehen, sind als solche zu erkennen und wirken nicht mehr wie schwarze in der Luft schwebende Punkte. Laub in den Bäumen bewegt sich auffällig und Blätter, Papierfetzen und dergleichen mehr tanzen weitestgehend physikalisch korrekt durch die Gegend. Gut gefällt uns auch, dass die Kontraste angepasst wurden, und das ganz ohne das zu Handnehmen der Fernbedienung und etwaiger Einstellungen.

Erwähnen wollen wir auch, dass sich Marcus und Co. insgesamt flüssiger und schneller bewegen. Im direkten Versionsvergleich haben wir festgestellt, dass die Herren Gears seinerzeit etwas schwerfällig und behäbig unterwegs waren. Insbesondere davon betroffen war auch das Fadenkreuz, das, trotz entsprechender Feinjustierung und Sensibilisierung, gern mal ruckartig die Position gewechselt hat. Das gehört mit der Ultimate Edition der Vergangenheit an, denn das Fadenkreuz reagiert einwandfrei, die Bewegung des Zielpunkts ist fließend und gleichmäßig. Dazu passt die überaus wichtige Kollisionsabfrage, die, trotz der grafischen Abhübschung, nicht gelitten hat. Das Durchschießen durch kleine Zwischenräume oder das haarscharfe Vorbeischießen an Objekten gelingt so gut wie zu jederzeit.

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Fünf Kapitel mehr, neue Maps und Spielmodi

Gears of War: Ultimate Edition bietet fünf Akte mit insgesamt 36 spielbaren Story-Kapiteln. Die 2006-er Version bot seinerzeit fünf Akte mit 31 Kapiteln. Die folglich fünf neu hinzu gekommenen Kapitel entstammen der 2007-er veröffentlichen PC-Version von Gears of War. Diese schließen, wenn man so will, eine Lücke, denn damals wirkte der Übergang zwischen Akt 4 und Akt 5 – sagen wir, etwas holprig. Getreu dem Motto „eben noch in Papa Fenix‘ Kellerlabor und danach schon am Bahnsteig“? Die fünf Kapitel zeigen den Weg zum Bahnhof und offenbaren, dass ein Brumak der ideale Helfershelfer ist eine Zugbrücke funktionstüchtig zu bekommen.

Ist die Story abgeschlossen, in der ihr im Übrigen wie gewohnt einige Erfolge, die meisten ergeben sich automatisch, erspielen könnt, steht euch der erweiterte Multiplayer offen. Wahlweise könnt ihr euch in Freundschafts-, Ranglisten- oder Privaten Matches messen. Je nach gewähltem VS-.Multiplayer stehen euch im Anschluss unterschiedliche viele Spielmodi und Karten zur Verfügung. Zum Umfang der Ultimate Edition gehören auch die Inhalte, die damals als ergänzender DLC bzw. Titel Update für Gears of War veröffentlicht wurden. Somit stehen euch zusammenfassend als Spielmodi Hinrichtung, Kriegsgebiet, Team Deathmatch, König des Hügels, Blitz, Anschlag, Annex und Gnasher-Hinrichtung zur Verfügung, die auf den Karten Kugelsumpf, Kanäle, Uhrenturm, Hof, Anstieg, Treibstoffdepot, Garten, Goldrausch, Stillstand, Villa, Mausoleum, Alte Knochen, Prozess, Raven getroffen, Dächer, Heiligtum, U-Bahn, Tyro Station und Kriegsmaschine gespielt werden können. Natürlich liefern auch die Mehrspieler-Partien einige Gamerscore-Punkte, die ihr durch wiederholtes Spielen ergattern könnt.

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Die Schattenseiten der Gears

Als deutscher Spieler habt ihr, augenscheinlich, das Nachsehen, denn Gears of War: Ultimate Edition erscheint nicht in Deutschland. Der Grund dafür ist simple: Da das erste Gears of War nach wie vor auf dem Index steht, wie es umgangssprachlich heißt, gilt ein Remake, dass überwiegend Inhaltsgleich ist, automatisch auch als indiziert. Aber für volljährige Spieler ist das natürlich kein Problem, denn ihr könnt euch das Spiel bei einem Importhändler eures Vertrauens kaufen. Auch Händler in Deutschland dürfen Gears of War: Ultimate Edition anbieten, nur nicht öffentlich ausstellen und/oder bewerben. Im Zweifel einfach nachfragen, ggf. Altersnachweis erbringen und das Ding ist geritzt. Solltet ihr die Downloadvariante beziehen wollen, stellt auf eurer Xbox One den passenden Marktplatz ein, z.B. Österreich oder Schweiz. Beachtet, dass ihr knapp 50 GB freien Festplattenspeicher benötigt.

Wie auch immer ihr euer Gears erwerbt, könnt ihr es in der Regel wahlweise auf Deutsch oder Englisch genießen. Habt ihr eine Schlefaz-Ader, seid Freunde von Deutsche Welle Polen in Farbe und bunt, dürfte die deutsche Tonspur etwas für euch sein. Diese stellt immer wieder unter Beweis, wie – sagen wir – interessant bestimmte Namen, Aussagen und Co. betont werden können. Da wird dann aus den Namen Fenix schnell mal „Fehnichs“ und der gute Baird wird frech „Bärt“ gerufen. Dass hin und wieder die Locust in Sachen Aussprache infolge von offensichtlich verschlucktem Buchstaben wie ein stilles Örtchen klingen, kann man nicht anders als mit einem grinsen quittieren. Es ist am Ende eine Geschmacksfrage, ob man sozusagen Trash für die eigenen Ohrmuscheln möchte oder doch dem Originalton Englisch lauscht, der für uns weitaus erträglicher klang. Aber ob so oder so, wirklich Tiefsinniges darf generell nicht erwartet werden.

Wenn wir schon am Meckern auf hohem Niveau sind, nennen wir doch gleich auch die hier und da nachladenden Texturen. Gleichwohl der Überzug gut ausschaut, gelegentlich lässt sich der Kollege etwas Zeit mit dem Auftauchen. Clippings sind uns auch, wenn auch wenig, begegnet und nervig, aber auch lustig, sind die Gegner, die sich wie auf Schienen fahrend bewegen. Kommen noch unsere eigenen Leute dazu, die einem gerne mal vor der Nase rum turnen können und so mitunter auch einen gezielten Sniper-Kopfschuss zu verhindern wissen.

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Unser Fazit

85 %

The Coalition hat angelegt, gezielt und einen Volltreffer gelandet! Die vorgenommenen Feinheiten und Abstimmungen stehen Gears of War gut zu Gesicht und lassen vom ersten Moment an vergessen, dass der Third-Person-Shooter schon knapp zehn Jahre auf dem Buckel hat! Die Gears wissen einfach zu begeistern, egal ob ihr allein oder zu weit in der Story unterwegs seid oder euch hitzige Gefechte im Mehrspieler liefert. Gears of War: Ultimate Edition empfehlen wir zusammenfassend nicht nur denjenigen unter euch, die damals schon ihren Spaß damit hatten, sondern insbesondere auch denen, die vielleicht seinerzeit versäumt haben ihre Konsole damit zu füttern.

Pro

  • + Preis/Leistung und Umfang stimmt
  • + Verbessertes Balancing (Schwierigkeitsgrad)
  • + Bessere Steuerung vor allem beim Zielen
  • + Charaktere bewegen sich schneller
  • + Gelungene optische Auffrischung und Anpassung
  • + PC-Kapitel endlich auf Konsole spielbar
  • + Gears of War 2-3 und Judgment kostenlos via Abwärtskompatibilität, wenn Ultimate Edition bis längstens 31.12.2015 wenigstens einmal gespielt wird
  • + Mehr Möglichkeiten im Mehrspieler
  • + So gut wie keine Ladezeiten mehr
  • + Satte FX Sounds

Kontra

  • - Schlefaz würdige deutsche Synchronisation
  • - Keine Bots im Mehrspieler
  • - KI (eigene & Gegner) agiert teilweise dümmlich
  • - keine Übersicht über gesammelte KOR-Marken

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
90 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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