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Ghost Recon Wildlands – Test / Review: Vier Freunde sollt ihr sein!

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Veröffentlicht 21. März 2017 | 17:06 Uhr von Sven Huber

Tom-Clancys-Ghost-Recon-Wildlands-Artwork

Erinnert ihr euch an 2001? Ja das ist lange her. Damals erschien Tom Clancys Ghost Recon unter anderem für PC und PS2. Entwickler Red Storm Entertainment, der Haus- und Hofentwickler aller Tom Clancy-Lizenzspiele damals, übernahm viele Elemente der populären Rainow Six-Reihe und transferierte diese vom Polizei- in ein waschechtes Militärsetting. Mit Wildlands steht nun der neuste Teil der Taktik-Shooter-Reihe in den Regalen. Dieses Mal verschlägt es die Ghosts in einen Drogenkrieg.

Von Narcos und Geistern

Die Ghosts sind eine ultrasuperdupermegastrenggeheime Spezialeinheit des US-Militärs. Das Credo der Ghosts lautet: Wir waren nie da. Warum dass leider nur blanke Theorie ist, erklären wir euch später.

Als Mitglied einer dieser Ghost-Squads verschlägt es euch in Wildlands ins wunderschöne Bolivien. Dieses hat, wie viele Südamerikanische Staaten ein Drogenproblem. Ein mexikanisches Kartell namens Santa Blanca unter der Führung von El Sueño hat es tatsächlich geschafft nahezu das komplette Land zu übernehmen. Der Traum der Drogenbarone: Ein Narco-Staat, also ein Staat der einzig und allein dem Kartell gehört und sich dem Anbau und Handel mit Drogen widmet. Das korrupte La Unidad Militär ist da natürlich auch nicht gerade eine Hilfe. Natürlich finden die USA als Weltpolizei so etwas zu Recht ziemlich uncool, zumal dabei ein wichtiger Undercover-Agent enttarnt und getötet wurde und entsendet statt des aufgeblasenen Militärapparates vier Ghosts. Es heißt für euch also „einer für alle gegen Bolivien“. Der Auftrag ist klar: Infiltriert das Land, sammelt Informationen und liquidiert El Sueño und seine Generäle. Mehr Story gibt euch Ubisoft nicht.

ghost-recon-wildlands-preview-screenshot-10

Als Teil eines Ghost-Teams seid ihr natürlich Spezialist in allen Disziplinen. Ob mit Scharfschützengewehr aus der Distanz, Sturmgewehr im Nahkampf oder mit MP und Schalldämpfer auf leisen Sohlen, die Wahl der Mittel liegt bei euch, zumindest im 4er-Koop mit menschlichen Mitspielern. Als Meinungsverstärker stehen euch dutzende Waffen aus allen möglichen Kategorien (Sturmgewehr, MG, MP, usw.) zur Verfügung, bis auf wenige Ausnahme allesamt bis ins Detail modifizierbar. Der Haken an der Sache? Ihr müsst sowohl die Waffen als auch Waffenteile erst umständlich in Bolivien zusammensuchen. Damit ihr nicht nach der Nadel im Heuhaufen suchen müsst, gilt es Informationen zu sammeln. Ein Blick auf die Map zeigt euch unzählige Fragezeichen, Symbole und Items… Ubi-Formel lässt grüßen. Leider ist das Missionsdesign damit auch schon erschöpft. Der Ablauf wiederholt sich nahezu immer. Sammelt Infos oder verhört feindliche Offiziere, diese verraten euch den Aufenthaltsort hochrangiger Ziele, Items oder Rohstoffe. Habt ihr genug Infos gesammelt, geht ihr gegen die „Teamleiter“ des Kartells vor. Dieses unterteilt sich nämlich in die Zweige Schmuggel, Produktion, Propaganda und Sicherheit. Ihr schaltet nach und nach die Mitglieder der einzelnen Abteilungen aus, bis ihr schließlich genug Unfrieden gestiftet habt, um an El Sueño heranzukommen. Tatkräftige Unterstützung bekommt ihr dabei von den Rebellen, die euch mit Fahrzeuglieferungen, Mörserangriffen und Truppen aushelfen.

Genau da liegt aber auch ein Problem von Wildlands. Meist empfiehlt es sich still und heimlich zu agieren – wie ein Geist eben. Im Klartext heißt das, ihr nährt euch einem Missionsgebiet, kundschaftet dieses mit eurem Fernglas oder einer Flugdrohne aus und schaltet dann die Feinde nach und nach unbemerkt aus ohne Alarm auszulösen. Soweit die Theorie. In der Praxis geht der Plan gerade im Solospiel regelmäßig schief, dank der Rebellen oder eurer KI-Kumpel. Diesen könnt ihr zwar bis zu drei Ziele für einen synchronisierten Schuss zuweisen, abgesehen davon agieren sie aber selbstständig. Da kommt es dann eben vor, das euch ein Narco entdeckt, weil euer Team nicht so agiert wie ihr euch dass vorgestellt habt. Ach ja, und dann waren da noch die Rebellen, die gerne mal eine Feindfestung stürmen, während ihr schleichend Einlass sucht. Heimlichkeit ade und höchste Zeit die dicken Dinger auszupacken. Neben Heimlichkram, wie Drohne und Co., stehen euch nämlich auch C4, Minen und anderes Spielzeug zur Verfügung.

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Damit wären wir auch schon beim Skilltree. Bevor ihr euer volles Arsenal nutzen dürft, müsst ihr dieses freischalten. Freischaltpunkte gibt es durch Missionserfolge oder als Sammelitems. Zusätzlich braucht ihr auch noch die bereits erwähnten Rohstoffe, die ihr durch Nebenmissionen oder abgrasen der Map bekommt. Klingt nach repetitiver Sammelarbeit? Ist es über weite Strecken leider auch. „Weite Strecken“ ist aber auch ein gutes Stichwort. Das virtuelle Bolivien ist riesig. Um euch nicht die Hacken wund zu laufen, dürft ihr jedes Fahrzeug nutzen, das in der Botanik rumsteht.  An dieser Stelle ein kleiner Gameplay-Tipp: Stellt im Menü die Empfindlichkeit der Fahrzeugsteuerung runter auf ca. 20, so steuern sich die Boliden wesentlich weniger störrisch. Natürlich kann ein Ghost auch fliegen, zumindest wenn ihr das passende Fluggerät findet. Helis und Flugzeuge steuern sich, im Gegensatz zu „erdgebundenen“ Vehikeln, recht ordentlich. Außerdem kann man mittels Heli-Rundflug auch einfach mal in Ruhe das virtuelle Bolivien genießen.

Vier Freunde…

Seine Stärke spielt Ghost Recon Wildlands erst im Multiplayer, bevorzugt mit Freunden statt Randoms, aus. Wo die KI-Kameraden versagen, ist ein menschlicher Mitspieler Gold wert. Mit einem Team sprecht ihr euch ab, übernehmt unterschiedliche Rollen im Team, passt eure Waffen und Ausrüstung entsprechend an und tobt durch Bolivien. Klar geht auch hier mal was schief, aber das Gefühl, wenn eure Plan dann aufgeht und euer Team wie eine gut geölte Maschine läuft, hat schon was.

ghost-recon-wildlands-preview-screenshot-07

 

Unser Fazit

75 %

Kein Spiel für Solisten… Wildlands ist klar auf Koop ausgelegt. Zwar heilen euch die KI-Kameraden recht zuverlässig und landen auch mal einen Zufallstreffer, ein Team aus echten Mitspielern können sie aber nicht ersetzen. Im Zusammenspiel erarbeitet ihr Strategien und Taktiken, weist euch gegenseitig Ziele zu und agiert tatsächlich taktisch zusammen. Dass ihr Waffen und Waffenmods erst mühsam zusammensuchen müsst, hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack, zumal manche Items mitten in sehr gut bewachten Außenposten lagern. Das virtuelle Bolivien ist zwar etwas „menschenleer“ und echte Großstädte scheint es dort auch nicht zu geben, sieht aber trotzdem an vielen Ecken unverschämt gut aus und gefällt durch wechselnde Wetter- und Landschaftssettings. Für Solisten ist auf Grund der sich wiederholenden Missionsabläufe leider schnell die Luft raus, im Koop macht ihr euch ein Stück weit eure eigene Geschichte und könnt mit Ghost Recon: Wildlands deutlich mehr Spaß haben.

Pro

  • + Rollenverteilung im Koop
  • + Bolivien hat viele schöne Ecken
  • + Wetterwechsel, Tag/Nachtwechsel beeinflusst Gameplay
  • + Teammitglieder erzählen teils witzige Armee-Gags
  • + Gunsmith-Waffenbau bzw. Modifizierung

Kontra

  • - repetitiver Missionsaufbau
  • - Fahrzeugsteuerung (Autos)
  • - keine Großstädte
  • - KI versaut ab und an Stealth-Vorgehen
  • - Story ist Clancy-typisch eher mau

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
75 %

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Gamer aus Leidenschaft. Seine ersten Worte waren angeblich nicht "Mama" und "Papa" sondern "LOAD"Name",8,1". Wenn er nicht zockt oder hauptberuflich Atome spaltet, schreibt er, schaut Filme/Serien oder bastelt an youtube-Videos für seinen Channel...was ein Vollblut-Nerd eben so im Kellerloch macht ;)

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