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Giana Sisters: Dream Runners – Test / Review

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Veröffentlicht 21. September 2015 | 14:56 Uhr von Alexander Winkel

Giana-Sisters-Dream-Runners

Mit Dream Runners kombiniert Black Forest Games das bekannte Spielprinzip der Giana Sisters mit Elementen aus Mario Kart und offeriert eine auf Mehrspieler reduzierte Gaudi. Kann der Genremix auf Dauer wirklich überzeugen? Wir haben uns sowohl online als auch offline in das Abenteuer gestürzt, im genau dies herauszufinden.

Als Pendant zu Super Mario hüpften die Giana Sisters bereits Ende der 80er Jahre über den Bildschirm und nach dem erneuten Aufleben der Geschwister sind diese vier wagemutigen Helden kaum mehr aus der Download-Szene weg zu denken. Mit Dream Runners folgt bereits der zweite Streich für die Xbox One und obwohl dieser auf dem ersten Blick durchaus ähnlich aussieht wie das vorherige Abenteuer Twisted Dreams, ist Dream Runners ein völlig anderes Spiel. Fokus liegt im Speedrunning durch die insgesamt neun aufwendig gestalteten Welten, die als Rundkurse fungieren. Die Spieler hetzen durch die Bauten um alle anderen Teilnehmer hinter sich zu lassen und damit den Sieg zu feiern.

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Zu Beginn bezieht man Partei und wählt eine der vier Geschwister, bzw. später auch weitere frei wählbare Charaktere. Abgesehen von der kunterbunten Haarpracht, die im Spiel auch wundervoll animiert ins Gesicht flattert, ist es prinzipiell einerlei, wem man den Vorzug gibt. Im Abenteuer spielen sich die vier doch sehr identisch. Wie gewohnt hüpft, fliegt und klettert man durch aufwendig gestaltete pseudo-2D Abschnitte, versucht diversen Fallen ausweichen und in dem Fall stets vor den Geschwistern zu rennen. Jeder Abschnitt ist wie ein Rundkurs aufgebaut. Sind alle Spieler lange genug mit dabei, so wird man letztendlich immer und immer wieder die Startlinie passieren. Etwas, was leider bereits nach wenigen Minuten geschieht und damit flotte Abnutzungserscheinungen offenbart, doch ein Vorteil für denjenigen, der sich die Passagen einprägt, Abkürzungen merkt und somit sich einen Vorteil verschafft.

Prinzipiell ist es ein klassisches Jump’n Run, welches dank der detailreichen Grafik und den hübschen Animationen trotz der rasanten Spielweise recht gut aussieht. Einmal in Fahrt, mutiert Dream Runners zu einem berauschenden Speedrun durch die neun Welten. Eisige Landschaften mit rutschigem Boden, heiße Lava als auch immergrüne Wälder huschen an uns vorbei – sofern man in diesem Geschwindigkeitsrausch wirklich viel erkennen kann und überhaupt die Zeit für Sightseeing touren hat. Eine jede Welt offenbart knifflige Passagen und Fallen. In der Eiswüste zum Beispiel trägt uns kalter Wind über Abgründe und anderswo sorgen gefährliche Stachen für eine unsägliche Niederlage gegen die Geschwister. Um den Rundkurs zu schließen, werden oft auch wieder Wandsprünge und weitere knifflige Techniken benötigt. Doch wer ein wachsames Auge hat, merkt auch hier das Recycling von Ideen. Es mangelt für ausdauernde Sessions an Abwechslung, wenn immer dieselben Gegner einem im Weg stehen.

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Dream Runners ist aber kein Jump’n Run im eigentlichen Sinne, es erinnert vielmehr an Mario Kart. Einerseits sorgen die Rundrennen dafür, andererseits geht es schlicht darum, sämtliche Geschwister hinter sich zu lassen und möglichst viel Vorsprung aufzubauen. Das Sahnehäubchen stellen die meist nur durch gewiefte Sprünge zu erreichenden Power-Ups dar, mit denen man sich einen Vorteil herausarbeiten kann. Ein Komet wirft die Kontrahenten von der Strecke, schreckliche Feinde wie Eulen können losgelassen werden und zahlreiche weitere Ideen wurden verarbeitet. Das sorgt für etwas mehr Spannung und vor allem hämischen Spielspaß. Nichts ist schöner als Schadenfreude, wenn man seine besten Freunde frech aus der Bahn wirft und sich unverfroren aber nicht ganz fair den Sieg ergattert. Insgesamt wirkt die Abmischung auch homogen und es ist stets auch möglich, vermeintliche Niederlagen in einen Sieg umzudrehen.

Das Spielziel ist simpel, ermöglicht aber eine Mehrspielergaudi für bis zu vier Teilnehmer auf ein und demselben Bildschirm. Fallen die Kontrahenten zurück, bzw. rutschen sie aus dem Bild, sind sie eliminiert. Diejenigen, die sich an der Spitze behaupten können, erhalten dagegen einen Stern. Nach drei Erfolgen steht der Gesamtsieger der Runde fest und man kann ein weiteres Rennen starten. In der Auswahl wird, egal ob nun offline oder online, stets über den nächsten Level abgestimmt. Finden sich keine Mitspieler, kann man auch gegen Bots antreten, die alles andere als einfach sind und uns durchaus herausfordern. Letztendlich zeigt sich aber, dass Dream Runners nichts für Rekordjäger und Solisten ist. Das neueste Giana Sisters Spiel ist ein reines Mehrspieler-Werk und macht auf Dauer auch nur mit Freunden Spaß.

Giana Sisters: Dream Runners – Release Trailer

 

Unser Fazit

68 %

Dream Runners ist nicht das, was Fans der Giana Sisters erwartet haben. Kein knallhartes, aber rasantes Jump'n Run, bei dem haufenweise Controller-Abdrücke in den Wohnzimmerwänden fabriziert haben. Wenn hier geflucht wird, dann richtet sich dies auf Mitspieler und Freunde ähnlich wie in Mario Kart. In abgewandelter Form ähnelt Giana Sisters: Dream Runners dem Fun-Racer, kommt aber nicht an dessen Genialität heran. Bis zu vier Kontrahenten rasen durch die 2D-Welten, die zugegeben sehr hübsch gestaltet und mit einen gelungenen Soundtrack (von Chris Hülsbeck) untermalt werden, um den schnellsten Finger unter sich auszumachen. Wer flotter und gewiefter durch die labyrinthischen Welten kommt wird Sieger, oder derjenige, der fiese Power-Ups bekommt. Ein rein auf Mehrspieler ausgelegter Spaß, der hauptsächlich dann Laune macht, wenn man ein paar Freunde daheim versammeln kann, aber nichts für Solisten darstellt.

Pro

  • + Sehr hübsche Aufmachung mit viel Abwechslung in der Optik und den Details.
  • + Passender und eingängiger Soundtrack von Chris Hülsbeck.
  • + Vier-Spieler-Gaudi ähnlich Mario Kart.

Kontra

  • - Bietet zu wenig um auf längerer Sicht überzeugen zu können.
  • - Gegen Bots macht Dream Runners kaum Spaß, es ist ein reines Mehrspieler-Abenteuer.

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
70 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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