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Gran Turismo 6 – Singleplayer Test / Review

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Veröffentlicht 14. Dezember 2013 | 16:26 Uhr von Fabrice

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Endlich ist die PlayStation 4 da, also lasst uns alle zurück zur PlayStation 3 gehen!

Bitte, was?

Nun, auch wenn weiterhin Spiele auf der aktuellen Konsolengeneration erscheinen, stimmt Polyphony Digital den Schwanengesang für die alternde PS3 an. Es ist nämlich Zeit für Gran Turismo 6 und weil das PS4 exklusive Driveclub verschoben wurde, kommt eine Rennspiel Simulation für PS-Besitzer gerade richtig. Wir befassen uns in unserem Test nur mit dem Einzelspielermodus, da die Online-Server erst relativ spät aufgeschalten wurden und von uns deshalb nicht so ausprobiert werden konnten, wie wir uns das gewünscht haben. Aber ob die Einzelspielerkomponente etwas taugt, erfahrt ihr in diesem Test!

Gran-dioses Fahrgefühl

Wo es wirklich zählt, dort kann Gran Turismo 6 vollends überzeugen. Denn das Fahrgefühl ist absolut erstklassig. Es bietet genug Authentizität, ohne je den Spielspaß zu vernachlässigen. Mit einem Wagen mit Höchstgeschwindigkeit an Gegnern vorbei zu ziehen, um dann im richtigen Moment die Bremse genau richtig zu dosieren, um wiederum perfekt durch eine Steilkurve zu preschen, damit man mit voller Beschleunigung wieder zurück auf die nächste Gerade kommt, ist ein unvergleichliches Feeling. Wirklich zur Geltung kommt das aber nur, wenn man auf automatische Fahrhilfen und die Ideallinie verzichtet. Gerade diesen Hilfen machen GT6 aber auch für weniger erfahrene, virtuelle Rennfahrer zugänglich. Simpel wird es dadurch aber auf keinen Fall. Eine Rückspulfunktion wie in den meisten aktuellen Rennspielen ist nämlich nicht vorhanden. Ein kleiner Fehler führt zu einem Platzverlust und grobe Fahrfehler die im Kiesbett enden, bedeuten oft eine Niederlage. Die Kombination aus erforderter Finesse und dem großartigen Fahrgefühl garantieren das alle Rennen oder Events zu einzigartigen Erlebnissen werden. Wieso die meisten Rennen mit fliegenden Starts beginnen, ist jedoch komisch. Dadurch verkommen viele Rennen zu reinen Events in denen es nur darum geht aufzuholen und weniger um den direkten Kampf mit anderen Fahrern. Das tolle Fahrgefühl schmälert es jedoch nicht.

Damit diese einzigartigen Erlebnisse nicht so schnell aufhören, ist mit viel Inhalt vorgesorgt. Die Karriere bietet den für die Serie gewohnten Aufbau. Sie ist aufgeteilt in mehrere Klassen, welche mehrere Serien beinhalten. Um weitere Klassen freizuschalten, müssen in den verfügbaren Rennen Sterne gesammelt und danach Lizenztests abgeschlossen werden. Für gewonnene Rennen gibt es immer drei Sterne. Wer es beispielsweise in einem Rennen mit sechs Teilnehmern auf das Podest schafft, erhält dafür noch zwei Sterne. Auf den restlichen Plätzen gibt es immerhin noch einen Stern. Um dann endgültig eine neue Klasse freizuschalten, muss jeweils eine Reihe von Lizenztests bestanden werden. In diesen müssen bestimmte Manöver unter speziellen Bedingungen auf Zeitdruck ausgeführt werden. Um zu bestehen, reicht es die letzten von drei Zeitvorgaben zu unterbieten. Sowohl das Freischaltsystem mit den Sternen als auch die verhältnismäßig einfach zu bestehenden Tests sind Zugeständnisse für Neueinsteiger. Profis werden sich mit dem Minimum wohl nicht zufrieden geben und werden bei den höheren Anforderungen auch ganz klar gefordert.

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Bis zur Unendlichkeit

Neben einer großen Auswahl an normalen Rennen mit verschieden großen Teilnehmerfeldern, auf diversen Untergründen oder unter gewissen Bedingungen, gibt es auch noch kurzweilige Events der etwas anderen Art. In diesen so genannten Kaffeepausen-Events geht es nicht darum als erster über die Ziellinie zu kommen. Aufgaben bestehen zum Beispiel daraus innerhalb von einem Zeitlimit eine bestimmte Anzahl an Kegeln über den Haufen zu fahren oder es gilt mir einem Liter Benzin so weit wie möglich zu fahren. Im bekannten Goodwood Hillclimb fährt man mit bereit gestellten Klassikern oder Hochleistungsmaschinen gegen die Zeit. Wem es also mit den tollen Standardrennen langweilig wird, der oder die wird mit abwechslungsreichen und kurzweiligen Events bei Laune gehalten.

Die ausgefallenste Nebenaktivitäten sind Ausflügen auf den Mond. Ganz genau, auf dem Erdtrabanten. Auf der Mondoberfläche folgt man den Spuren der berühmten Apollo 15 Mission. Im ersten Moment ist es auch richtig cool mit dem Lunar Rover durch den Mondstaub zu düsen und bei geringer Schwerkraft über Krater zu springen. Doch die Frische wird sehr schnell durch Langeweile ersetzt, denn eine Fahrt auf dem Mond sieht nur spektakulär aus, ist es aber nicht. Man kann mehr oder weniger nur geradeaus fahren, der Wunsch die Szenerie auch nur ein wenig zu erkunden wird mit einer automatischen Zurücksetzung auf die vorgegebene Strecke bestraft. Es ist eine nette Idee und optisch ist es eine Wucht, doch schlussendlich ist Polyphony Digital ein Opfer der eigenen, hoch angesetzten Ambitionen.

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Quantität statt Qualität?

Wo neben dem tollen Fahrgefühl gepunktet werden kann, ist ganz klar bei der großen Auswahl an Fahrzeugen. Insgesamt haben es mehr als 1.200 Autos in Spiel geschafft. Auch eine Unterscheidung zwischen normalen und Premium Autos gibt es nicht mehr, zumindest an der Oberfläche. Denn wenn man genau hinschaut, dann wird klar dass nicht alle Wagen die gleiche Qualität haben. Eine überraschend große Anzahl an Autos wurde anscheinend einfach aus den alten Teilen übernommen. Die Modelle sind kantig, es flimmert gerne und allgemein passen sie optisch einfach nicht ins Spiel. Noch störender daran ist, dass das Cockpit effektiv einfach nicht vorhanden ist. Stellt man die Cockpit-Sicht ein, ist einfach alles nur schwarz. Das stört dann doch sehr und vermiest diese Ansicht. Denn eine solche Ego-Perspektive ohne Cockpit ist ebenfalls nicht verfügbar. Einzig gewöhnliche Außenansichten und eine Sicht vom Dach des Autos sind vorhanden. Zudem sind einige Wagen mehr oder weniger doppelt vorhanden. So sind die Versionen für den westlichen und asiatischen Markt vorhanden, wobei der Unterschied an und für sich weniger als minimal ist.

Dennoch gibt es immer noch eine große Menge an Wagen, alle von Anfang an verfügbar zum Kauf beim virtuellen Autohändler. Wer nicht warten will bis genug Credits auf dem Konto liegen, der kann auch mit echtem Geld nachhelfen und sich so frühzeitig Zugang zum Traumwagen verschaffen. Wir hatten in unserem Test jedoch nicht das Gefühl das es zu wenig Credits zum normal freispielen gibt, ganz im Gegenteil. Wer sparsam ist, der kann schon früh richtig nette Karren sein eigen nennen.

Weniger schön ist jedoch der Aufbau der Menüs, auch wenn dieser gegenüber dem Vorgänger massiv verbessert wurde. Dennoch fehlt es bei der Auswahl von Rennen und Autos an Übersicht. Will man ein Event starten, für das man nicht das richtige Auto besitzt muss man sich selbst auf die Suche nach den richtigen Wagen machen. Es gibt zwar eine Sektion in welcher einige Autos pro Klasse empfohlen werden, dort werden aber nicht alle Events abgedeckt was schlichtweg unverständlich ist. Wer sich aufmacht um die verschiedenen Autohändler von Hand zu durchsuchen, findet außerdem eigentlich immer besser und günstigere Alternativen. Das ist zwar gut und schön, doch besonders Spieler die einfach nur fahren wollen werden hier wohl massiv überfordert.

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Das letzte Aufbäumen

Was PD grafisch aus der PlayStation 3 noch heraus holen kann, ist beeindruckend. Besonders die Tracks, von welchen mehr als 30 vorhanden sind, wissen zu überzeugen. Seien das virtuelle Nachbildungen von echten Rennstrecken wie der Nürburgring oder die serienbekannten Eigenkreationen der Entwickler, die Strecken sehen richtig gut aus. Besonders wenn das realistische Wettersystem das sich während einem Rennen ständig verändern kann, kombiniert mit dem Tag-Nacht Wechsel, einsetzt, sieht es einfach nur toll aus auf dieser mehrere Jahre alten Hardware. Fast schon unverständlich ist daher auch das fast nicht vorhandene Schadensmodell. Selbst wenn man mit 200 km/h frontal in eine Wand brettert, gibt es nicht mehr als ein paar Dellen zu sehen. Die Ladezeiten vor den Rennen sind zwar nicht zu lang und sind mit durchschnittlich etwa 30 Sekunden gut auszuhalten.

Der Sound ist auch so eine Schwachstelle von Gran Turismo 6. Der Soundtrack an und für sich kann getrost vergessen werden. Die generischen elektronischen oder rockigen Lieder werden kaum jemanden in Entzückung versetzten. Wer nicht ohne Musik kann, der sollte besser seine eigenen Tracks parat haben. Auch die Motorengeräusche der Autos können nicht überzeugen. Sie klingen alle zu ähnlich und haben einfach keine Power.

Unser Fazit

77 %

Gran Turismo 6 ist ein gutes Rennspiel, besonders in den Belangen in denen es drauf ankommt. Das Fahrgefühl ist exzellent, es bietet viel Inhalt und die Auswahl an Fahrzeugen ist groß. Es ist aber auch nicht ohne seine Fehler, denn bei der Präsentation und dem Aufbau hapert es dann doch. Obwohl das Gameplay ganz offensichtlich auch für Anfänger ausgelegt ist, wird diesen der Einstieg in den Menüs deutlich erschwert. Und obwohl viele Autos und die Strecken toll aussehen, ist besonders der Sound und das Schadensmodell einfach nicht ausgereift genug. Wer über diese Dinge hinweg sehen kann, der bekommt ein erstklassiges Fahrgefühl geliefert!

Pro

  • + Herrliches Fahrgefühl
  • + Enorme Auswahl an Fahrzeugen
  • + Großes Angebot an Strecken
  • + Viele Events
  • + Einfach genug für Einsteiger
  • + Genug Herausforderung für Könner
  • + Toll aussehende Strecken

Kontra

  • - Präsentation eher schwach
  • - Menüs zu unübersichtlich
  • - Kaum vorhandenes Schadensmodell
  • - Furchtbare Events auf dem Mond
  • - Öder Soundtrack
  • - Magere Soundeffekte

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
61 %
Steuerung
 
93 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
81 %

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